Gestern war natürlich auf Grund der roten Karte und des 11ers auch viel Pech dabei.
Trotzdem: Wolfsburg hat doch eigentlich eine gute Mannschaft mit Spielern, die bei vielen anderen Bundesligisten Stammspieler wären. Aber was dort aktuell gespielt wird ist echt nicht gut anzuschauen.
In 2 Wochen geht´s gegen Werder. Für uns hoffe ich, dass Simonis dann immer noch Trainer ist. Ich denke nämlich nicht, dass es hier eine schnelle Besserung geben wird.
Man wünscht sich regelrecht, wir hätten das Spiel gegen den HSV auch verloren. Dann wäre da heute schon ein Strich drunter. Nun darf der Holländer weiter stümpern bei uns. Man muss sich leider eingestehen, ein netter Trainer, der in der letzten Saison für eine Überraschung gut war und vielleicht ein wirklich akribischer Arbeiter ist, ist dennoch der falsche Mann für diese schwer trainierbare Truppe.
Unser A - Jugend Coach hat ja die letzten zwei Spiele aus der letzten Saison gecoacht. Der hat ja schon gesagt, es fehlt an den einfachen Basics. In zwei Spielen hat der aber mehr erreicht als Simonis mit einer kompletten VB und 10 Pflichtspielen.
Der letzte Trainer, der was einstelliges aus der Truppe, die immer "eigentlich Qualität hat", rausgeholt hat, war Kovac in der ersten Saison. Der letzte mit klarer spielerischer Identität war Glasner. Das ist alles schon gefühlte Ewigkeiten her. Seitdem holt man sich immer wieder Trainer mit verschiedenen Spielideen, für die dann den halben Kader umkrempeln und am Ende der Saison wieder weg sind - rinse and repeat.
Ich hab eine unerklärliche Sympathie für den VFL und deswegen regt mich das so auf, dass das finanzielle Potenzial und das der Spieler konstant so verschwendet wird. Was sind denn nun eigentlich die Ambitionen? Sich immer wieder auf Platz 10-13 retten mit Trainerkarussel? Oder vielleicht mal auf einen Trainer setzen und ihm vertrauen, wenn er nicht sofort die Top 5 stürmt?
Ernstgemeinte Frage an dich, der sich wahrscheinlich besser auskennt: was sind denn die Ambitionen? Gibt es eine Strategie?
Ambitionen:
Die sportliche Leitung hat ganz klar im Vorfeld die Ambition geäußert, dass man um die internationalen Plätze mitspielen möchte. Es wurde zwar eingeschränkt, dass es verdammt schwer wird und dafür auch alles optimal passen muss. Aber man hat selbst nach der letzten schwachen Saison und neuem Trainer klar von Europa geredet!
( Ist eigentlich echt peinlich und verblendet )
Bezüglich der Strategie:
Gibt es auch.
Schmadkte und Schäfer sind angetreten, um die Personalkosten abzubauen und die Finanzen zu konsolidieren. Dazu wollte man junge Spieler entwickelnd und mit Mehrwert verkaufen. Wurde geschafft: Die hohen Gehälter sind weg. Zumindest bewegt man sich jetzt im Rahmen. Man konnte teils junge, unbekannte Spieler entwickeln ( Lacroix, van de Ven, F. Nmecha wurde teuer an Dortmund abgegeben ).
Zwischenzeitlich hatte man ja unter Glasner durchaus auch ansehnlichen Erfolg, obwohl man die Personalkosten abgebaut hat.
Aber nach seinem Abgang fing das Dilemma mit nicht erfolgreichen Trainern an. Schmadkte schied in einer Situation aus, wo er vermeintlich einen stabilen Verein hinterlässt. Kurze Zeit später befand man sich im Abstiegskampf und Schäfer wollte mit RBL verhandeln, auch er musste in der Folge gehen.
Daraufhin folgte Christiansen, welcher der Meinung war, Wolfsburg braucht wieder eine Veränderung.
Er rief den Wolfsburger Weg aus. Was der Wolfsburger Weg ist erklärt er selber in einem Interview:
"Der Wolfsburger Weg steht für Mut, Selbstbewusstsein und einen klaren, dominanten Fußball – bei Männern, Frauen und in der Akademie. Er steht aber auch für die Art und Weise, wie wir innerhalb des Klubs zusammenarbeiten wollen. Wir wollen unsere Philosophie in allen Bereichen verankern, damit man erkennt: Das ist der VfL Wolfsburg! Dafür braucht es eine gemeinsame Überzeugung und die Bereitschaft jedes Einzelnen, Verantwortung zu übernehmen. Wir haben im Sommer die Grundlage gelegt, Strukturen geschaffen, die nachhaltig tragen sollen. Wir gehen diesen Weg als gesamter Klub – mit Spielerinnen, Spielern, Trainern und Mitarbeitenden."
Nachzulesen hier:https://www.vfl-wolfsburg.de/newsdetails/news-detail/detail/news/wir-gehen-unsren-weg-konsequent-weiter
Das Interview wurde nach dem Augsburg Spiel veröffentlicht. Schon da hat er gesagt, durch die ganzen Veränderungen im Sommer wird der Weg/Umbau diese Saison noch nicht abgeschlossen sein.
Bedeutet, er möchte eine Art Fußballspielen in allen Mannschaften sehen: Herren, Damen, aber auch in den Jugendmannschaften der Jungs und Mädchen. Alle sollen die gleiche Philosophie und Art verinnerlichen, wie man am Standort Wolfsburg Fußball spielen möchte.
Dementsprechend wurde auch bei den Frauen und Männern der Trainer ausgesucht. Bei den Frauen wurde auch viel durcheinandergewürfelt, da funktioniert das auch relativ gut in einer immer stärker werdenden Konkurrenz.
Bei den Männern muss man sich nur das Spiel von gestern vor Augen führen, dann kann man erahnen wie weit wir zur Zeit von einem dominanten, ballbesitzorierntierten Spielstil weg sind.
Danke für die ausführliche Antwort! Dann war mein Eindruck ja nicht allzu verkehrt.
Das Gehaltsgefüge senken sticht sich ja bereits im Konzept mit Europa-Ambitionen.
Gerade bei den Frauen läuft es ja um einiges besser. Dort schafft man es, die Vorzüge des Vereins auf den Platz zu bringen. Bei den Männern find ich es umso ulkiger, da jetzt man medial in sehr ruhigen Gewässern schwimmt. Eigentlich spricht nichts dagegen, dass man in Ruhe ein Konzept umsetzen könnte - wenn es denn realistisch mit den kurzfristigen sportlichen Ambitionen vereint würde.










