Finanzierung aus UEFA-Geldern
UEC fordert 220 Millionen für Ausbildungsklubs – So könnten VfB, Schalke & 1860 profitieren
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Die Union of European Clubs (UEC), zu der 140 Vereine aus 25 Ländern zählen, hat ein neues Finanzmodell vorgestellt, das die Nachwuchsförderung im europäischen Fußball stärken soll. Im Zentrum steht der Player Development Reward (PDR) – ein Fonds, der Ausbildungsvereine für ihre Rolle in der Entwicklung von Profispielern finanziell entschädigen könnte.
„Dieser Vorschlag stützt sich auf harte Daten, mit Unterstützung von Transfermarkt, das die notwendige Analyse der Entwicklungsgeschichte der Spieler und der Ausbildungsklubs zur Verfügung gestellt hat“, schreibt die UEC. Konkret wird verlangt, dass fünf Prozent der jährlichen UEFA-Einnahmen aus Klubwettbewerben für diesen Zweck reserviert werden. Bei einem aktuellen Volumen von rund 4,4 Milliarden Euro entspräche das 220 Millionen Euro pro Saison.
Die Ausschüttung soll sich an folgenden Faktoren orientieren: Den Einsatzminuten der Spieler im Europapokal sowie den erzielten Prämien, die mit diesen Einsätzen verbunden sind. Voraussetzung ist, dass die Spieler zuvor bei einem anderen Verein ausgebildet wurden – und dass dieser Verein nicht selbst an der Gruppenphase der Champions League teilnimmt.
Die UEC hat für die Saison 2023/24 eine Modellrechnung erstellt. Demnach hätten nahezu 1.500 europäische Vereine von dem System profitiert, darunter über 400 Klubs mit mehr als 100.000 Euro. Zu den größten hypothetischen Empfängern zählen Ajax Amsterdam (5,4 Mio. €), Schalke 04 (3,5 Mio. €), Bayer Leverkusen (3,4 Mio. €), VfB Stuttgart (3,2 Mio. €), Chelsea (3,2 Mio. €), Borussia Mönchengladbach (2,4 Mio. €), Dinamo Zagreb (2 Mio. €) und die TSG Hoffenheim (1,85 Mio. €).
Aber auch unterklassige Vereine wie die Stuttgarter Kickers (0,45 Mio. €), 1860 München (0,45 Mio. €), Rot Weiss Ahlen (0,34 Mio. €), der SV Heßler 06 (0,25 Mio. €) und SV Tasmania Berlin (0,23 Mio. €) oder der serbische Fünftligist FK Palilulac (1.000 €) wären berücksichtigt worden.
So viel kann ein Spieler seinem Ausbildungsklub einbringen
Die UEC ging bei einigen Spielern ins Detail, um die Wirkung zu verdeutlichen: Für Jules Koundé (26, Barça) hätte Viertligist Girondins Bordeaux 768.000 Euro erhalten – bis zu seinem 20. Lebensjahr wurde er dort ausgebildet, ehe er für 35 Millionen Euro zum FC Sevilla wechselte. Für Francesco Acerbi (37, Inter) hätte dessen Jugendklub AC Pavia 321.000 Euro erhalten – beträchtliche Summen für Viertligisten, und der St. Mirren FC hätte für John McGinn (30, Aston Villa) 262.000 Euro bekommen.
Die UEC sieht im PDR eine notwendige Ergänzung zu bestehenden Zahlungen. „Die Transfer-Solidaritäts- und Ausbildungsentschädigungs-Mechanismen der FIFA sind unzuverlässig und an Transferaktivitäten und nicht an tatsächliche Entwicklungserfolge gebunden“, heißt es von Seiten der UEC.
Ziel sei es, die wirtschaftliche Kluft zwischen großen und kleineren Vereinen zu verringern und langfristige Investitionen in Jugend und Infrastruktur zu fördern. UEC-Präsident Alex Muzio, der auch Vorstandsvorsitzender von Union Saint-Gilloise ist, sagte gegenüber „The Athletic“: „Diese Regelung hat das Potenzial, über 1.400 Klubs zu unterstützen, Spielerentwicklung zu fördern und die Wettbewerbsbalance zu verbessern.“
Ob die UEFA den Vorschlag aufgreift, ist offen. Klar ist jedoch: Der PDR könnte die Rolle von Ausbildungsvereinen im europäischen Fußball deutlich aufwerten – und für diese neue Einnahmequelle erschließen.
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