Hertha BSC Hertha BSC
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Taktiktisch

10.08.2003 - 13:30 Uhr
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Taktiktisch |#11
14.08.2011 - 17:49 Uhr
Was mir im Hamburg missfallen hat, ist die geringe Einbingung der beiden 6er ins Offensivspiel.
Das Kombinationsspiel im Spielaufbau hat zwar auch mit Ottl und Niemeyer massiv besser funktioniert als im Nürnberg-Spiel funktioniert. Nichtsdestotrotz agieren beide viel zu positionsstarr, d.h. sie verlassen kaum einmal ihren angestammten Raum wenn wir im Angriffsspiel sind.
Ergeben sind irgendwo Lücken in der gegnerischen Hälfte und einer der 6er ist prädestiniert dorthin zu stoßen, war des öfteren zu beobachten, dass sie diesen Weg verweigert haben.

Eklatant wird sowas natürlich insbesondere dann direkt vor dem Tor, wenn sie einer auf den Außen durchgesetzt hat, flankt bzw. spiel den Pass rein, aber in die Mitte steht dann mehr oder weniger nur ein Ramos auf weiter Flur alleine.
Gerade in solchen Situationen muss man abwarten, dass sich einer der körperlich robusten 6er mit ins Getümmel reinschmeißt.
Taktiktisch |#12
27.08.2011 - 10:19 Uhr
Mir geht dieses Gejammer eher auf den Keks, ich habe den Verdacht, die meisten sog. "Kritiker" wären nicht mal in der Lage, ein Spielsystem zu erkennen, wenn man es ihnen aufmalt. Man muss Babbels System ja nicht mögen, ein Barca spielt anders, ein Leverkusen auch, aber es komplett wegzudiskutieren ist, sorry, ahnungslos.

Das defensive Viereck mit den beiden IV und den beiden DM zum Beispiel kann man, mit diesen Spielern, gegen den Ball nicht viel besser machen. Das ist richtig gut, spätestens Raffael ist immer der erste Abwehrspieler, oft verlieren die Gegner den Ball schon kurz hinter der Mittellinie, wo Niemeyer den Abfangjäger gibt, wärehnd Ottl den Raum zustellt. Überrumpelt wurde dieser Block - systemisch - bisher kaum mal. Alle Gegentore fielen folgerichtig nach individuellen Fehlern.

Das Babbel nach Ballgewinn schnell umschalten und das Spiel über die Außen aufbauen will, ist auch mehr als offensichtlich. Die Pärchen auf der Außenbahn sollen im Verbund mit Raffael sich nach vorne kombinieren und dort den bestpostierten Mann freispielen, meist über den Flügel, völlig offensichtliches System. Wie der rbb mal sehr schön dokumentiert hat, gab es den selben Spielzug bei Favre übrigens auch.

Dass es bei den Laufwegen oft noch nicht auf den Meter genau passt und das Repertoire nicht viel umfangreicher ist, stimmt. SInd die Wege verstellt, geht es meist zurück und es wird neu aufgebaut. Bei Freistößen gibt es offensichtlich aber bereits einige Varianten, die im Ansatz ziemlich raffiniert waren.

Man möge sich die Mannschaft doch mal anschauen, die hat in der 2. Liga gelernt, ein dickes Brett zu bohren, und das gestern auch mit Erfolg getan. Direkt nach dem Aufstieg routinierte Erstligisten an die Wand zu spielen, find ich völlig überzogen als Erwartungshaltung. Zumal das bei uns seit Marcelinhos Abgang eh keine Mannschaft mehr konnte. Mit 2,3 Ausnahmen ist das eine bessere Zweitligatruppe, die mit ein paar Ergänzungsspielern von Erstligaclubs verstärkt wurde. Diesen Spielern ihre Klasse abzusprechen ist genauso sinnfrei wie zu erwarten, dass man mit dieser Klasse in dieser Liga irgendwie heraussticht. Sprich: Wäre das System totaler Mist, hätten wir nicht 5 Punkte, sondern maximal einen (vermutlich den aus hamburg).

Aber bei einigen reicht die Autosuggestion schon sehr weit, sie finden den Trainer aus rein subjektiven Erwägungen so untragbar, dass sie sich wundern, dass er noch im Amt ist ... mehr als schräg bei einer Niederlage aus 4 Spielen, ehrlich gesagt :) Ich denke, die Realität unter den Verantwortlichen sieht völlig anders aus. Aber wenn man es mit der Realität nicht so hat ...

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Der Zweck von Taktik ist es, attraktiven Fußball zu unterbinden.
Phrasenstatus für "unfassbar" und "erschreckend schwach" ;)


Dieser Beitrag wurde zuletzt von kypdurron am 27.08.2011 um 10:23 Uhr bearbeitet
Taktiktisch |#13
27.08.2011 - 14:11 Uhr
Eine Taktik ist immer abhängig von den Spielern die diese umsetzen sollen. Sicher ist es schön den Fußball von Barcelona oder anderen Top Teams in Europa zu zusehen, aber diese Spieler spielen nicht für Hertha BSC, also muss man die für den Verein beste Taktik anwenden.

Seit dem Antritt von Babbel konnte man drei verschiedene Spielsysteme sehen. Trainiert wurde vor der jetzigen und vor der Aufstiegssaison größtenteils das 4-2-3-1. In der Hinrunde der letzten Saison wurde schnell dieses System zu Gunsten des 4-1-4-1 aufgegeben - mit mäßigen Erfolg, um dann die erfolgreiche 4-4-2 Taktik anzuwenden. Warum jetzt Babbel wieder auf das 4-2-3-1 umstellt verstehe ich persönlich nicht. Ottl und Franz sind starke Konkurrenten für das bisherige Personal. Nur Torun erweitert die Möglichkeiten in der Offensive.

Die drei besten Halbzeiten von Hertha BSC wurden in dieser Saison (Hamburg beide Halbzeiten und 2. Halbzeit gegen Stuttgart) wurden in meinen Augen mit einem 4-4-2 absolviert - das erfolgreichste System unter Babbel. Warum dieses System erfolgreich ist erkläre ich am Spiel gegen Stuttgart in der in der ersten Halbzeit noch mit der 4-2-3-1 Taktik gespielt wurde und versuche gleichzeitig die Probleme aufzudecken die zu Zeit bei Hertha BSC im argen sind.

Torhüter:
Thomas Kraft ist für mich die unangefochtene Nummer 1 im Tor und er hat nach vier Spieltagen schon einige Punkte gerettet. Einzig seine Verzögerung beim Abstoß stören mich.

Innenverteidigung:
Bisher wurden dort Hubnik, Mijatovic und Franz eingesetzt. Die Lufthoheit ist kaum zu übersehen, nur leider funktioniert der Spielaufbau in der Innenverteidigung gar nicht. Der Ball wird hin und hergeschoben und trotzdem kaum Raum gewonnen. Fazit: Defensiv und gerade bei hohen Bällen sehr solide. Der Spielaufbau reicht einfach nicht aus. Verbesserungsvorschlag: Es wird jetzt Aufschrei geben, aber nach dem 1. September sollte man überlegen ob man nicht Kaka wieder eine Chance gibt, wenn er nicht vorher abgegeben werden kann. In Sachen Spielaufbau ist er um einiges Stärker als seine Kollegen. Andere Überlegung Ottl oder Neumann der auch gute Ansätze gezeigt hat, für diese Position in betracht ziehen.

Defensives Mittelfeld:
Eingesetzte Spieler: Ottl und Niemeyer, sowie Lustenberger mit einem Kurzeinsatz. Für die 6er gilt das Selbe wie für die Innenverteidigung. Defensiv ist dieser Mannschaftsteil top nur mit dem Spielaufbau klappt es nicht richtig, wobei für mich überraschenderweise Niemeyer in dieser Disziplin bisher besser zu sein scheint als Neuzugang Ottl. Der beste Spieler in dieser Position und Disziplin - Lustenberger ist auf der Bank nur verschenkt. Mein für mich alternativloser Verbesserungsvorschlag: Niemeyer und Lustenberger auf die 6.

Die Probleme der bisher von mir analysierten Mannschaftsteile sind in beiden Spielsystemen gleich. Unterschiede gibt es in den folgenden:

Angriff und offensives zentrales Mittelfeld:
Herthas Luxusproblem. Raffael, Ramos und Lasogga sind die besten offensiv Spieler die im Kader sind, es sind aber nur zwei Plätze in der Startelf vorhanden. Die Reise nach Jerusalem sollte Lasogga verlieren, weil er der spielerisch und technisch schwächste Akteuer im Kader ist. Mein Verbesserungsvorschlag für diese Position: Raffael als hängende Spitze spielen lassen und auf keinen Fall als 10er, damit wird das Spiel nur langsamer und er verliert dort auch zu viele Bälle. Nach der Auswechslung von Lasogga gegen Stuttgart hat er einige sehr gute Aktionen gehabt, als er alleine auf den Torhüter gegangen ist. Die Waffe von Raffael ist seine Schnelligkeit und Ballsicherheit. Fazit: Hertha muss mit Ramos und Raffael mit zwei spielstarken Stürmer auflaufen von denen sich einer immer etwas fallen lassen kann.

Flügel/Außenspieler:
Auf diesen Positionen und die der Außenverteidiger gibt es die größten Unterschiede in den beiden Spielsystemen und in meinen Augen wird hier auch der größte Fehler von Babbel gemacht. Im 4-2-3-1 und in der ganzen Hinrunde der 2. Bundesliga wurde mit Inverted Wingern gespielt. Das heißt ein Linksfuss spielt auf dem rechten Flügel und umgekehrt. Eingeführt wurde dies aber nicht von Babbel sondern von Lucien Favre. Mit dem Unterschied, dass er auf Spieler wert gelegt hat, die beidfüssig sind. Ein "einfüssiger" Inverted Winger zieht sehr oft nach innen, anstatt bis zur Grundlinie zu gehen un den Ball in die Mitte zu Flanken. Die Folge ist, dass sich die Außenverteidiger des Gegners nach innen verschieben und da fast alle Mannschaften mit zwei 6ern agieren, dort die Räume zu eng für einen Abschluss werden, besonders wenn die eigenen 6er mit aufrücken. In der letzten Rückrunde, gegen Hamburg und der 2. Halbzeit gegen Stuttgart wurde mit Flügelspielern gespielt die ihren starken Fuß auf der entsprechenden Seite haben und öfters zur Grundlinie gehen Dadurch wird die die gegnerische Abwehrkette auseinander gezogen und die Spieler im Zentrum haben mehr Platz für einen Abschluss.

Der zweite Fehler den Babbel macht ist das verschenken von Ramos auf dem linken Flügel und damit sogar eine Schwächung der ganzen Mannschaft. Ramos spielt diese Position als rechtsfuss als Inverted Winger und ist kein Außenspieler der defensive Aufgaben übernehmen kann. Die Folge war in der ersten Halbzeit, dass sein Gegenspieler Celozzi plötzlich zum Flügelstürmer wurde und Kobiashvili offensiv komplett aus dem Spiel genommen wurde. Auch musste einer der beiden 6er öfters mit rausrücken um eine Überzahl zu verhindern was Räume für Stuttgart zentral geschaffen hat. Als Ramos in der 2. Halbzeit im Strumzentrum war, wurde der Georgier viel Offensiver und hat mit einer scharfen flachen Flanke fast die Vorlage für Ramos gegeben.
Ein gutes Bespiel war Lell auf der rechten Seite. Mit Ebert hatte er einen Spieler offensiv vor sich der auch nach hinten gearbeitet hat. Der Außenverteidiger konnte sich in beiden Halbzeiten offensiv mit das Spiel einschalten.

Fazit: Torun und Ebert als defensiv und spielstarke Mittelfeldspieler sollten auf Flügeln gesetzt sein. Die Lücke zwischen defensive und Offensive wird kleiner und die könnten da defensiv stärker mehr Pressing einsetzen. Rukavytsya ist einziger Backup, es sollte noch ein weiterer Spieler verpflichtet werden der rechtsfuss ist.

Außenverteidigung:
Eingesetzte Spieler: Lell und Kobishvili. Vor der Saison gab es mit dem Personal dieser Positionen die meisten Kopfschmerzen. Bisher entpuppten sich die beiden Akteure in guter Form und haben sich wenn es ihnen möglich war immer wieder offensiv mit den Angriff eingeschaltet. Fazit: Keine Inverted Winger Offensiv die wenig nach hinten arbeiten, damit sich die Außenverteidiger Offensiv mit einschalten können.

Gesamt Fazit: Hertha BSC sollte auf das Erfolgskonzept der letzten Saison zurückgreifen und mit einem 4-4-2 spielen bei der die offensiven Außenspieler mit ihrem starken Fuß auf der richtigen Seite spielen. Dadurch können die Außenverteidiger sich offensiv mit einschalten und es ergeben sich mehr Möglichkeiten für den Spielaufbau. Auch sollten Ottl und Lasogga durch technisch spielstärkere Spieler (Lustenberger und Ramos) ersetzt werden. Dadurch muss man nicht auf das Mittel der langen Bälle zurückgreifen, sondern kann auf schnelles Kurzpasspiel umschalten.

Meine Wunschaufstellung:
Kraft - Kobiashvili, Franz(Mijatovic), Hubnik, Lell - Niemeyer , Lustenberger - Torun, Ebert - Raffael, Ramos.

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Fußball ist ein System von 22 Elementen, bestehend aus zwei Subsystemen von jeweils elf Elementen, das sich innerhalb eines vorgegebenen Raumes bewegt und einer Reihe von Einschränkungen unterworfen ist. Sind beide Subsysteme leistungsgleich, muss das Ergebnis ein Unentschieden sein. Ist eines stärker, müsste es gewinnen.
Die Leistungsfähigkeit eines Subsystems ist größer als die Summe der Elemente aus denen es besteht. Es geht weniger um Individuen als die Verbindung zwischen ihnen.
Taktiktisch |#14
27.08.2011 - 16:07 Uhr
@adailton: Die Kritik an der IV kann ich nicht teilen, im Prinzip ist die Mischung schon gut - Mijatovic als "Stellungsspieler" und Hubnik als eher agiler, technisch besserer Mann. Franz kann das auch alles, aber Hubnik ist am Boden schon noch mal einen Tick besser, finde ich. Die Spieleröffnung ist sicher nicht die Stärke dieser Spieler, gerade wenn es schnell gehen soll - aber auch nichts, was sie überfordert, wenn vorne jemand anspielbar ist.

Da darf man sicher gegen Stuttgart die Temperaturen nicht außer Acht lassen, da kann halt niemand jeden Angriff laufen. Unser Trainer sagt auch immer: Wenn wir den Ball haben sind die Außen weg. Aber: Den idealen Moment zu erkennen, an dem wir den Ball sicher haben (und die Außen nicht mehr absichern müssen), der Gegner aber noch nicht nach hinten orientiert ist, ist in der Praxis nicht immer so leicht. Finde ich zumindest. Und im Fussball ist es dann sicher besser, hinten nicht 15x pro Spiel auf Spekulation die Hosen runterzulassen.

Die Rollen, die im ZM Ottl undNiemeyer einnehmen, sind m.E. klar verteilt. Niemeyer spielt etwas vor Ottl und sucht die Zweikämpfe. Mit seinen etwas unothodoxen Schlägen kann er auc hmal einen (auch für ihn selbst vermutlich ;) ) überraschenden Pass spielen. Ottl stellt sich eher in die gegnerischen Passwege (was auch Lustenberger allgemein als Stärke nachgesagt wird) und geht sogar noch weiter nach hinten, wenn ein Abwehrspieler nach vorne marschiert. Ein typischer "Löcherstopfer". Ideal finde ich die Kombination auch nicht, aber im Zentrum waren wir so bisher kaum zu überlaufen. Wenn Lustenberger (oder Ottel) deutlich offensiver wäre, würde das anders aussehen, denn wenn Abgfangjäger PN den Zweikampf verliert, ist der Gegner durch und kann mit vollem Tempo auf den IV gehen. Das haben wir bisher nicht gesehen, und das ist auch gut so.

Was Dein Offensivsystem angeht, das ist finde ich eine Interpretationsfrage. Kein Widerspruch: Ramos ist auf links keine gute Wahl. Er muss näher ans Tor, also am besten zentral als MS oder knapp dahinter. Aber ob Du den Angriff nun als 3-1 oder 2-2 liest, ist nun wirklich egal, das wechselt ja auch je nach SItuation, je nachdem wo der zentrale Mann steht. Raffael steht meistens etwas weiter hinten, deshalb ist es eher ein 3-1.

Auf Personal eingehend, Ramos ist für mich der kompletteste Stürmer im Kader und gehört deshalb nach ganz vorne. Lasogga kann ihn ersetzen/vertreten oder neben ihm spielen, wenn bei Rückstand mehr Offensive gefragt ist. Alles andere ist Kokolores ;) und das mit Lasso gegen Stuttgart war m.E. eine Schnapsidee. In der 2. Liga hat Babbel das Problem so gelöst, dass Raffa eben als ZM agierte, so konnte er davor beide Stürmer + 2 echte Flügelspieler aufbieten. Ob wir uns das auch in Liga 1 mal trauen? Raffael +Ottl/Lustenberger als ZM kann ich mir durchaus vorstellen. Raffael-Niemeyer wäre mir zu riskant.

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Taktiktisch |#15
26.11.2011 - 22:12 Uhr
Zitat von Makanaky:
Hier mal mein Vorschlag:

-------------------------Kraft--------------------
Lell-----------Hubnik----------Franz-------Kobi
---------------------Lusti---Niemeyer----------
Ruka------------------Raffael-----------Ramos
-----------------------Lasogga------------------



Sieht gut aus, wobei ich Ruka und Ramos die Seiten tauschen lassen wuerde, weil die beiden schnell sind, die Aussen ueberlaufen koennen und dann den Ball querspielen koennen.

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**************Hertha BSC***************Clemson Tigers********
Taktiktisch |#16
10.12.2011 - 23:40 Uhr
Ich habe mir mal Gedanken zu dem 4-2-3-1 gemacht, dass zu Zeit als das Nonplusultra gilt und von fast jeden Verein eingesetzt wird. Zu den Spielertypen die es bei Hertha BSC gibt passt es nicht. Sehr oft wird der mangelnde bis gar nicht vorhandene Spielaufbau genannt. Ein weiteres Problem ist die große Lücke die zwischen den beiden 6ern und der offensiven dreier Reihe klafft.

In der 2.Bundesliga haben sich die gegnerischen Mannschaften als taktisches Mittel gegen ihre Unterlegenheit oft hinten rein gestellt. Lustenberger und Niemeyer konnten so ihre Position höher interpretieren und sich in das Angriffsspiel mit einschalten. Entlastungsangriffe wurden antizipiert. In der 1. Bundesliga steht der Gegner nicht mehr so tief. Ottl und Niemeyer haben viel Arbeit mit dem Zustellen von Räumen und den beackern des ballführenden Spielers. Offensiv werden sie sofort angegriffen, so dass sie kaum Platz für den Spielaufbau haben. Auch sind beide nicht unbedingt als defensive Spielmacher zu betrachten.

Der Spielaufbau erfolgt nicht nur durch die Mitte, sondern auch aus der Defensive über die beiden Außenverteidiger. Lell und Kobiashvili besitzen die Qualität diese Rolle auszuüben. Durch ihre Offensivpartner können sie ihre Fähigkeiten nicht umsetzen. Mit Ausnahme von Raffael (der kein Flügelspieler ist) und Ebert, arbeiten die Offensivspieler zu wenig gegen den Ball. Das liegt aber auch daran, dass alle anderen Offensivspieler Stürmer sind oder in ihrer Profikarriere waren. Das taktische Mittel bei Ballverlust sofort den Gegner unter Druck zu setzen, Pressing, wird von einzelnen Spielern, aber nicht von der kompletten Offensive umgesetzt.

Mein taktisches Konzept gegen Mannschaften mit 4er Abwehrkette und Doppel 6 sieht folgendermaßen aus:

Im Sturmzentrum wie bisher Lasogga. Seine Aufgabe ist aber nicht nur das Toreschießen, sondern das Beschäftigen und damit das Binden der beiden Innenverteidiger. Lässt er sich immer wieder in das Offensive Mittelfeld zurückfallen. Müssen die Innenverteidiger oder einer ihm entweder folgen und damit die Zuordnung auflösen. Oder wenn sie die Formation halten eine Unterzahl im Mittelfeld in Kauf nehmen.

Wie bereits erwähnt sind im Kader sehr viele gelernte Stürmer. In meinen Konzept würde ich die auch als Stürmer auf den Flügeln einsetzen, die sich aber immer wieder ins offensive Mittelfeld auf den Flügeln fallen lassen. Von den Defensivaufgaben würden sie soweit freigestellt werden, dass sie nur die beiden Außenverteidiger an ihren Offensivdrang hindern oder stören müssen.

In der Abwehr gibt es eine 2er Abwehrkette bestehend aus den beiden Innenverteidigern. Die Außenverteidiger agieren als Wingbacks und bilden mit einem 6er in einer Reihe eine 3er Kette vor der Abwehr. Bei Ballbesitz würde immer einer der drei defensiven Mittelfeldspieler sich in die Abwehr in einer 3er Kette zurückfallen lassen. Die beiden anderen Akteure sich in den Angriff mit einschalten beziehungsweise im Mittelfeld absichern. In Defensiven Situationen könnten sich die beiden Wingbacks als Außenverteidiger in einer 4er Kette zurückfallen lassen und der der 6er die Löcher in der Abwehr schließen. Das klingt sehr offensiv, würde aber eine Überzahl im Mittelfeld erzeugen und drei Spieler würden defensiv abwechselnd für den Spielaufbau zuständig sein. Auf den Innenverteidiger Postionen stelle ich mir Hubnik und Niemeyer vor. In der defensiven 3er Reihe Kobiashvili, Lustenberger und Lell.

Verbleiben noch zwei Positionen. Zwei zentrale 8er die variable agieren. Die Aufgabe des einen 8ers (Ottl) müsste sich Offensiv immer wieder freilaufen um eine Anspielposition anzubieten, um das Spiel von der einen auf die andere Seite verlagern zu können. Und defensiv bei Ballverlust die Lauf oder Passwege des Gegners zustellen. Eine Art vorgezogener 6er der sich bei bei Bedarf in die Defensive fallen lassen kann. Der andere 8er interpretiert seine Rolle offensiver und ist für den Spielaufbau zuständig und kann immer wieder in die Spitze hinter Lasogga vorstoßen. Raffael könnte den offensiven 8er geben. Die zurückgezogene Position hätte den Vorteil, dass die beiden gegnerischen 6 wenn sie ihre Positionen halten keinen direkten Gegenspieler haben, oder wenn sie Raffael früher angreifen Lücken zwischen ihnen und der eigenen Abwehr reißen, die dann von den Flügelstürmern genutzt werden könnten.

Auf dem Papier wäre es ein 2-3-2-2-1 mit Kraft im Tor. Hubnik und Niemeyer in der Innenverteidigung. Lell und Kobiashvili auf den defensiven Flügeln. Lustenberger auf der 6. Ottl und Raffael im zentralen Mittelfeld als 8er. Ramos und ein weiterer Spieler (Ebert, Rukavytsya, Ben-Hatira, Torun, Ronny) als Flügelstürmer und Lasogga im Sturmzentrum. Mit der geballten Kraft im Mittelfeld müssten die Spieler auch nicht mehr lange Bälle aus der Defensive schlagen, sondern könnten mit spielerischen Mitteln und der Überzahl an Spielern durch Pässe vor das Tor des Gegners kommen.

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Fußball ist ein System von 22 Elementen, bestehend aus zwei Subsystemen von jeweils elf Elementen, das sich innerhalb eines vorgegebenen Raumes bewegt und einer Reihe von Einschränkungen unterworfen ist. Sind beide Subsysteme leistungsgleich, muss das Ergebnis ein Unentschieden sein. Ist eines stärker, müsste es gewinnen.
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Taktiktisch |#17
11.12.2011 - 01:01 Uhr
Klingt für mich ein bisschen wie das Märchen von der eierlegenden Wollmilchsau. Würde es dieses Patentrezept geben, wären wir wohl alle heilfroh.

Kobiashvili und Lell werden so schon genug überlaufen, auch wenn sie sich nicht in die Offensive mit einschalten. Wenn beide nun offensive Außenverteidiger geben, die sich bei Bedarf defensiv in die Viererkette integrieren, bei Ballbesitz allerdings offensiv agieren, ist das genau das, was jeder Verein mit einer 4er-Kette machen will.

Du löst eine 6er-Position auf (Ottl auf die defensive 8) und willst damit die Offensive variabler gestalten. Ich sehe das Problem genau andersherum. In den letzten Spielen haben uns weder ein noch zwei oder drei Tore gereicht, um ein Spiel zu gewinnen. Wir bekommen einfach zu viele Gegentreffer und das liegt meines Erachtens auch an einem unterdurchschnittlichen defensiven Mittelfeld. Das dann auch noch auf eine Position zu beschränken, wäre für mich ein Schritt in die falsche Richtung.

Sollte Ottl sich bei gegnerischem Ballbesitz zurückfallen lassen, dann haben wir genau die Situation, die wir jetzt auch haben, einen offensiveren und einen defensiveren Sechser. Wobei ich bei der Kombination Lustenberger/Ottl eher Lustenberger als den offensiven Part sehe.

Was die Defensivarbeit der Flügelspieler im Mittelfeld angeht, willst du diese von Defensivaufgaben befreien. Das ist quasi die angeordnete Variante von dem, was sie im Moment eh schon machen.

Ich würde im Winter versuchen, Ramos vorn als Sturmspitze zu integrieren. Lasogga hat zwar auf dem Papier die meisten Tore erzielt, in mehr als der Hälfte der Spiele hängt er allerdings nur in der Luft. Desweiteren ist er nicht sehr passsicher, wenn es auf engen Raum geht.

Rukavytsya hat mir von allen Back-Ups bisher am besten gefallen. Allerdings können wir, was die Defensivleistungen angeht, zwischen Torun, Ben-Hatira und dem Australier zwischen Not und Elend wählen. Seine Schnelligkeit kann allerdings immer wieder eine Waffe sein und seine Standards sind wenigstens ab und an gefährlich.

Ich hoffe auf Lustenberger, der sich im Winter aufdrängen könnte, wenn er verletzungsfrei bleibt. Seine Leistung scheint im Moment einfach nicht auszureichen, ich möchte aber Ottl eigentlich nicht mehr länger in der Startelf sehen. Bei einem evtl. Trainerwechsel sehe ich die Chancen auf einen Platz für Lustenberger höher als aktuell bei Babbel. Völlig ohne Wertung, was die Trainerposition angeht, ich weiß im Moment nicht, was in dieser Hinsicht das beste für den Verein wäre.

Für die Rückrunde würde mir also folgendes System sinnvoll erscheinen:
Kraft
Lell - Hubnik - Mijatovic - Kobiashvili
Lustenberger - Niemeyer
Ebert - Raffael - Rukavytsya
Ramos

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Hertha, Berliner Sport-Club (Hertha B.S.C.) e. V.
Taktiktisch |#18
09.01.2012 - 21:49 Uhr
Das Spiel mit dem Abseits – Fluch und Segen zugleich

In der ersten Halbzeit spielte Barca lange Zeit mit vier Stürmern, sodass jeder Akteur in Espanyols Abwehrkette unmittelbarer Gefahr ausgesetzt war. Erschwerend kam hinzu, dass teilweise bis zu drei Stürmer einige Schritte im Abseits standen, somit nicht direkt am Aufbauspiel teilnehmen konnten. Damit waren sie zwar für den Moment aus dem Spiel, für die Verteidiger ergab sich allerdings das Problem, dass sie mit dem Stürmer im Rücken agieren mussten, mit der allgegenwärtigen Gefahr, dass dieser den einen Schritt nach hinten macht und dann frei anspielbar wird.

Zudem ergibt sich für Barca durch die passive Abseitsregel die Möglichkeit , dass wenn ein anderer Spieler steil geschickt wird, der zuvor im Abseits postierte Spieler wieder im Spiel ist und man so zwei durchgebrochene Spieler besitzt, die auf den Torhüter zulaufen, was ein fast sicheres Tor bedeutet. Ein solches Ausnutzen der derzeitigen Regeln erscheint sinnvoll und logisch, generell ist es doch verwunderlich, wie wenig Spieler und Trainer diese Regel ausnutzen und bloß über die Sinnlosigkeit der Regel sprechen, anstatt die eigene Spielweise daran anzupassen.
Interessante Interpretation der passiven Abseitsregel von Barcelona. Mit schnellen Spielern wie Ronny, Raffael, Ramos oder Rukavytsya auch eine taktische Möglichkeit für Hertha BSC.

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Fußball ist ein System von 22 Elementen, bestehend aus zwei Subsystemen von jeweils elf Elementen, das sich innerhalb eines vorgegebenen Raumes bewegt und einer Reihe von Einschränkungen unterworfen ist. Sind beide Subsysteme leistungsgleich, muss das Ergebnis ein Unentschieden sein. Ist eines stärker, müsste es gewinnen.
Die Leistungsfähigkeit eines Subsystems ist größer als die Summe der Elemente aus denen es besteht. Es geht weniger um Individuen als die Verbindung zwischen ihnen.
Taktiktisch |#19
11.01.2012 - 19:51 Uhr
Zitat von Tempus:
Bumerang. Wenn wir in das Angriffsspiel umschalten eröffnen wir oft nicht durch die Mitte, eher über Außen. Oder besser gesagt, wir eröffnen Angriffe meist über Raffael oder die Außen.
Wenn aber Niemeyer nach vorn rückt, ist die Aufteilung bei einem Abfang des Balles durch den Gegner komplett hinüber. Der Anti-Konter kann dann unheimlich gefährlich werden, gerade wenn Niemeyer rausrückt. Im 1gegen1 ist er stark, aber sein Stellungsspiel sehe ich in der Rückwärtsbewegung nicht ganz so gut, in der Mitte erkennt er eher den Raum, den er zweifelsohne sehr gut zustellt.
Weitere Gefahr: unser Angriffsspiel. Bisher nicht wirklich effizient. Am gefährlichsten ist die Hertha aber, wenn wir bereits im Mittelfeld den Ball gewinnen und dann umschalten. Der Aufbau ist mit dem Umschalten aus der Abwehr heraus nicht schnell genug, sodass wir die Zweikampfführung im defensiven Mittelfeld hoch halten sollten. In deinem Szenario müsste das Lustenberger übernehmen. Freilich wäre es praktischer, wenn Raffael daneben steht und nicht Ottl, um das Spiel bereits dann schnell auf die vorderen vier zu verteilen.

Wie man es dreht und wendet, ich finde durchaus Gefallen an deinem genannten System. Man müsste es frühzeitig auf einen Versuch ankommen lassen, später können wir vielleicht keine Risiken mehr eingehen.


Bei der Spieleröffnung muss man um in der Bundesliga zu stehen mehrere Möglichkeiten haben. Mit dem vorrückenden Peter Niemeyer auf die „6“ habe ich eine Möglichkeit durch die Mitte beschrieben.
Geht es über eine der beiden Außenseiten würde Niemeyer neben Hubnik und den anderen Außenverteidiger in einer 3er Kette bleiben und Ottl oder Lustenberger auf der „6“.
Ich gehe noch einen Schritt weiter und beschreibe eine weitere taktische Variante. Beide Außenverteidiger schalten sich in den Angriff mit ein. In diesen Fall würde einer der beiden „6er“ sich in die dann entstehende 3er Kette fallen lassen und der Andere auf der „6“ bleiben.

Alle drei Varianten sehen bei eigenen Angriffsspiel in der Defensive ein 3-1 System vor. Eine 3er Abwehrkette und davor ein „6er“. Dies klingt beim lesen zwar erst mal sehr riskant. Bringt aber den Vorteil eines dichten Mittelfeld mit sich. Voraussetzung ist aber hier, dass die Spieler bei eigenen Ballverlust nicht stehen blieben, sondern sofort versuchen den Gegner zu stellen und den Ball zurückzuerobern.
Aus dem Standard Defensiv System 4-2 könnten sich so immer zwei Defensiv Spieler mit in die Offensive mit einschalten. Funktioniert dieses entsteht so eine Hertha Überzahl im Mittelfeld, oder der Gegner muss die eigenen Offensivkräfte in die Defensive zurückziehen und bräcuhte so länger um wieder vor das Tor von Thomas Kraft zu kommen.

In der Offensive muss das Spiel breit gemacht werden. Fokussiert sich der Angriff zu sehr auf einem Flügel kann die gegnerische Mannschaft mit wenigen Spielern die Räume eng machen. Dafür ist ein Spieler wie Andreas Ottl wichtig der hinten herum anspielbar ist und den Ball schnell auf die andere Seite verlagern kann.
In der Variante mit den beiden Außenverteidigern und Ottl im 3-1 in der Defensive müsste diese Rolle dann von einem Offensivspieler übernommen werden.
Überlegung hier Pierre-Michel Lasogga. Als Stoßstürmer lässt er sich weit zurückfallen und könnte eventuell Innenverteidiger mitziehen die dann Lücken in der gegnerischen Defensive hinterlassen.

Für diese Überlegungen braucht die Mannschaft einen Innenverteidiger der auch auf der „6“ spielen kann. Niemeyer. Einen „6er“ der ebenfalls in der Innenverteidigung spielen kann und was vom Spielaufbau versteht. Lustenberger. Und einen weiteren „6er“ der die Bälle verteilen kann. Ottl.

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Fußball ist ein System von 22 Elementen, bestehend aus zwei Subsystemen von jeweils elf Elementen, das sich innerhalb eines vorgegebenen Raumes bewegt und einer Reihe von Einschränkungen unterworfen ist. Sind beide Subsysteme leistungsgleich, muss das Ergebnis ein Unentschieden sein. Ist eines stärker, müsste es gewinnen.
Die Leistungsfähigkeit eines Subsystems ist größer als die Summe der Elemente aus denen es besteht. Es geht weniger um Individuen als die Verbindung zwischen ihnen.
Taktiktisch |#20
11.01.2012 - 22:57 Uhr
Mal schauen, in welchem Thread wir demnächst landen...

Prinzipiell klingt es ganz gut, taktisch überlegt.
Aber doch ein paar Kleinigkeiten:

Heynckes spielt ständig mit einer Dreierkette aus einem Außenverteidiger und zwei Innenverteidiger. Dieses System ist insofern schwierig, als dass wir bei einem starken zentralen Mittelfeld des Gegners (was bei uns sicherlich öfter vorkommen würde als bei den Bayern) unter spontanen Seitenverlagerungen zu leiden hätten. Taktisch ist das einfach zu verteidigen, sofern die anderen Spieler nicht gerade Kreisklasse-Format haben.

Nochmal zurück zum zentralen 3-1 mit Niemeyer: wie ich sagte, sofern um das Spiel nach vorne geht, gehe ich mit, ich will ihn in der "Libero"-Position aber erstmal in der Rückwärtsbewegung erleben, um ihn besser einschätzen zu können.
Jedoch gefällt mir eben diese Variante besser, dass wir beide AV nach vorne ziehen und den Sechser fallen lassen. Neben deinen Aspekten ergibt dies auch die Möglichkeit des spontanen defensiven Umschaltprozesses in ein 5-1, wenn die AV's zurückkommen. Zuordnung ist da natürlich alles.
Sollten wir aber so spielen, würde ich eher Ronny oder Raffael als deinem (auf die Systemanalyse bezogen) Ottl sehen, da die Pässe von beiden besser nach vorne (schneller, schärfer, genauer) gespielt werden können, um die Konter zügig durchzuziehen.

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