Mitgliederversammlung am 27.11.2006
11.10.2006 - 11:30 Uhr
Alle Mitglieder haben wohl gestern diese Einladung bekommen.
Anbei sind eine Menge Satzungsänderungsänträge, welche wohl nun auch ordentlich eingereicht wurden.
Da ich nicht weiß, ob es statthaft ist, die Anträge hier zu posten, meine Frage leider nur an die Mitglieder, welche ebenfalls diese Einladung erhalten haben, was haltet ihr von diesen Anträgen? Sinnvoll oder eben nicht?
--------------------------------------------------------------------------------
Für die Schalker hat sich die Fahrt gelohnt. Auswärtsniederlage mit 0:2 gegen Hertha BSC Berlin, jedoch haben sie mal eine richtig schöne Stadt zu sehen gekriegt. (17.09.2006
Anbei sind eine Menge Satzungsänderungsänträge, welche wohl nun auch ordentlich eingereicht wurden.
Da ich nicht weiß, ob es statthaft ist, die Anträge hier zu posten, meine Frage leider nur an die Mitglieder, welche ebenfalls diese Einladung erhalten haben, was haltet ihr von diesen Anträgen? Sinnvoll oder eben nicht?
--------------------------------------------------------------------------------
Für die Schalker hat sich die Fahrt gelohnt. Auswärtsniederlage mit 0:2 gegen Hertha BSC Berlin, jedoch haben sie mal eine richtig schöne Stadt zu sehen gekriegt. (17.09.2006
11.10.2006 - 11:34 Uhr
Ist natürlich für Nichtmitglieder schwer zu diskutieren .... :)
25.10.2006 - 17:56 Uhr
Hat zwar nicht unmittelbar damit zu tun, aber schon interessant:
25.10.2006 - 15:56 Uhr, HERTHA BSC KG mbH aA [Pressemappe]
Berlin (ots) - Fußball-Bundesligist HERTHA BSC begrüßt sein
14.000stes Vereinsmitglied: Frau Sabine Schwarzer aus Beetzsee/Land
Brandenburg bekommt die Mitgliedsnummer 14.000 und wird bei der
Bundesliga-Begegnung HERTHA BSC - 1. FC Nürnberg (Samstag, 04.
November 2006, 15.30 Uhr, Olympiastadion Berlin) vom
HERTHA-Präsidenten Bernd Schiphorst mit einem Trikot mit der
Rückennummer "14.000" persönlich willkommen geheißen.
25.10.2006 - 15:56 Uhr, HERTHA BSC KG mbH aA [Pressemappe]
Berlin (ots) - Fußball-Bundesligist HERTHA BSC begrüßt sein
14.000stes Vereinsmitglied: Frau Sabine Schwarzer aus Beetzsee/Land
Brandenburg bekommt die Mitgliedsnummer 14.000 und wird bei der
Bundesliga-Begegnung HERTHA BSC - 1. FC Nürnberg (Samstag, 04.
November 2006, 15.30 Uhr, Olympiastadion Berlin) vom
HERTHA-Präsidenten Bernd Schiphorst mit einem Trikot mit der
Rückennummer "14.000" persönlich willkommen geheißen.
21.11.2006 - 17:06 Uhr
*hoch*
Wer aus dem Forum wird denn da sein ?
Wer aus dem Forum wird denn da sein ?
27.11.2006 - 21:18 Uhr
Ich denke folgendes wurde da auch bekanntgegeben:
Hertha BSC mit Rekordminus
Hertha BSC Berlin hat das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Rekordminus von fast 12 Millionen Euro abgeschlossen.
Umsatzerlösen von rund 55 Millionen Euro standen Aufwendungen von 67 Millionen Euro entgegen. Die größten Unkosten verursachten dabei die Personalkosten von 26 Millionen Euro, die damit im Vergleich zur vorhergehenden Saison stabil gehalten wurden.
Insgesamt soll sich der Schuldenberg der Hertha BSC KG auf eine Summe von knapp über 45 Millionen Euro belaufen.
Hertha BSC mit Rekordminus
Hertha BSC Berlin hat das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Rekordminus von fast 12 Millionen Euro abgeschlossen.
Umsatzerlösen von rund 55 Millionen Euro standen Aufwendungen von 67 Millionen Euro entgegen. Die größten Unkosten verursachten dabei die Personalkosten von 26 Millionen Euro, die damit im Vergleich zur vorhergehenden Saison stabil gehalten wurden.
Insgesamt soll sich der Schuldenberg der Hertha BSC KG auf eine Summe von knapp über 45 Millionen Euro belaufen.
27.11.2006 - 21:22 Uhr
@ Trikotsammler
Das wollen wir doch alle gar nicht lesen, meine Hoffnung war die, dass man das hier irgendwie verschweigen kann... naja....sind ja ja nur ein paar Millionchen ;)
Das wollen wir doch alle gar nicht lesen, meine Hoffnung war die, dass man das hier irgendwie verschweigen kann... naja....sind ja ja nur ein paar Millionchen ;)
27.11.2006 - 23:01 Uhr
hm, bei der letzten MV wars wohl irgendwas von 49 Mio, insofern: Es geht aufwärts :D
28.11.2006 - 09:44 Uhr
Fussball-Bundesliga
Hertha BSC auf Schulden-Rekord
Dieter Hoeneß, Manager des Berliner Clubs, ist zehn Jahre im Amt. Er ist "sehr stolz" auf sein offensives Team. Weniger stolz dürfte Hoeneß auf die nach oben korrigierten Millionen-Verbindlichkeiten sein.
Zehn Jahre Hertha: Manager Dieter Hoeneß lässt sich dafür feiern
Foto: dpaBerlin - Der Stand der Verbindlichkeiten bei Fußball-Bundesligist Hertha BSC Berlin ist zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahrs höher als jemals zuvor gewesen. Zum 30. Juni 2006 betrug die Summe etwa 55 Millionen Euro.
Eine genaue Zahl nannte die Vereinsführung auf der ordentlichen Mitgliederversammlung nicht. Zuvor hatte Geschäftsführer Ingo Schiller die vom Klub verbreitete Summe von 49,36 Millionen Euro als falsch und zu niedrig bezeichnet.
Mittlerweile sollen die Verbindlichkeiten auf etwa 45 Millionen Euro gesunken sein. Zum 30. Juni 2005 hatte die Hertha noch ein Defizit von rund 38 Millionen Euro verbucht.
Außerdem musste Hertha Verluste im operativen Geschäft eingestehen. Der Verlust vor Steuern betrug laut Schiller zum Ende des Geschäftsjahrs 2005/06 13,9 Millionen Euro. Umsatzerlösen von 55 Millionen Euro standen Aufwendungen in Höhe von 68,9 Millionen Euro gegenüber.
Die Mitgliederversammlung feierte dessen ungeachtet wie in den vergangenen Jahren die erste Mannschaft mit großem Beifall die Bühne. Spieler und Trainer Falko Götz bedankten sich bei den Fans.
Außerdem erhielt Manager Dieter Hoeneß Glückwünsche: Er war an diesem Montag zehn Jahre für Hertha tätig. Hoeneß lobte das BSC-Team, das zurzeit auf Rang fünf der Bundesliga rangiert: "Wir spielen mittlerweile einen mutigen Offensivfußball. Das macht mich sehr stolz."
aus www.welt.de
Hmmm, was stimmt denn nun?
Hertha BSC auf Schulden-Rekord
Dieter Hoeneß, Manager des Berliner Clubs, ist zehn Jahre im Amt. Er ist "sehr stolz" auf sein offensives Team. Weniger stolz dürfte Hoeneß auf die nach oben korrigierten Millionen-Verbindlichkeiten sein.
Zehn Jahre Hertha: Manager Dieter Hoeneß lässt sich dafür feiern
Foto: dpaBerlin - Der Stand der Verbindlichkeiten bei Fußball-Bundesligist Hertha BSC Berlin ist zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahrs höher als jemals zuvor gewesen. Zum 30. Juni 2006 betrug die Summe etwa 55 Millionen Euro.
Eine genaue Zahl nannte die Vereinsführung auf der ordentlichen Mitgliederversammlung nicht. Zuvor hatte Geschäftsführer Ingo Schiller die vom Klub verbreitete Summe von 49,36 Millionen Euro als falsch und zu niedrig bezeichnet.
Mittlerweile sollen die Verbindlichkeiten auf etwa 45 Millionen Euro gesunken sein. Zum 30. Juni 2005 hatte die Hertha noch ein Defizit von rund 38 Millionen Euro verbucht.
Außerdem musste Hertha Verluste im operativen Geschäft eingestehen. Der Verlust vor Steuern betrug laut Schiller zum Ende des Geschäftsjahrs 2005/06 13,9 Millionen Euro. Umsatzerlösen von 55 Millionen Euro standen Aufwendungen in Höhe von 68,9 Millionen Euro gegenüber.
Die Mitgliederversammlung feierte dessen ungeachtet wie in den vergangenen Jahren die erste Mannschaft mit großem Beifall die Bühne. Spieler und Trainer Falko Götz bedankten sich bei den Fans.
Außerdem erhielt Manager Dieter Hoeneß Glückwünsche: Er war an diesem Montag zehn Jahre für Hertha tätig. Hoeneß lobte das BSC-Team, das zurzeit auf Rang fünf der Bundesliga rangiert: "Wir spielen mittlerweile einen mutigen Offensivfußball. Das macht mich sehr stolz."
aus www.welt.de
Hmmm, was stimmt denn nun?
29.11.2006 - 09:05 Uhr
© ZEIT online, Tagesspiegel | 28.11.2006 14:21
Hertha BSC: Höchste Verschuldung aller Zeiten?
Trotz der Integration einiger "junger Wilder" in die Bundesligamannschaft der Hertha konnten die Personalkosten im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht gesenkt werden. Der Schuldenberg wuchs um 11 Millionen Euro.
Berlin - Die ordentliche Mitgliederversammlung von Hertha BSC begann mit einem Blumengebinde für Manager Dieter Hoeneß, der auf den Tag genau zehn Jahre in verantwortlicher Position beim Berliner Bundesligisten wirkt. Ein kleiner Teil der anwesenden 805 stimmberechtigten Mitglieder erhob sich im ICC unterm Funkturm zum Applaus, der übergroße Teil blieb sitzen. Die ersten Zahlen, die der Verein gestern vermeldete, waren gute. Mit dem Stand vom 27. November 2006 hatte Hertha 14.127 Mitglieder.
Weitere Zahlen waren nicht so rosig. Nach ersten Hinweisen soll die Hertha BSC Kommanditgesellschaft mbH aA das Geschäftsjahr vom 1. Juni 2005 bis zum 30. Juni 2006 mit einem Verlust von über elf Millionen Euro abgeschlossen haben. Umsatzerlösen von knapp 55 Millionen Euro stünden Aufwendungen von gut 66 Millionen Euro gegenüber. Entgegen der Ankündigungen der Geschäftsführung konnten auch die Personalkosten nicht gesenkt werden. Demnach müsste auch die Verschuldung des Vereins zum 30. Juni 2006 erheblich gestiegen sein. Sie beträgt mindestens 49 Millionen Euro. Dem "Kicker" nach war Hertha BSC zum 30. Juni dieses Jahres mit rund 55 Millionen Euro verschuldet - höher als jemals zuvor. Offiziell bestätigt wurden die Zahlen von Seiten der Geschäftsführung nicht. (tso/Tsp)
Hertha BSC: Höchste Verschuldung aller Zeiten?
Trotz der Integration einiger "junger Wilder" in die Bundesligamannschaft der Hertha konnten die Personalkosten im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht gesenkt werden. Der Schuldenberg wuchs um 11 Millionen Euro.
Berlin - Die ordentliche Mitgliederversammlung von Hertha BSC begann mit einem Blumengebinde für Manager Dieter Hoeneß, der auf den Tag genau zehn Jahre in verantwortlicher Position beim Berliner Bundesligisten wirkt. Ein kleiner Teil der anwesenden 805 stimmberechtigten Mitglieder erhob sich im ICC unterm Funkturm zum Applaus, der übergroße Teil blieb sitzen. Die ersten Zahlen, die der Verein gestern vermeldete, waren gute. Mit dem Stand vom 27. November 2006 hatte Hertha 14.127 Mitglieder.
Weitere Zahlen waren nicht so rosig. Nach ersten Hinweisen soll die Hertha BSC Kommanditgesellschaft mbH aA das Geschäftsjahr vom 1. Juni 2005 bis zum 30. Juni 2006 mit einem Verlust von über elf Millionen Euro abgeschlossen haben. Umsatzerlösen von knapp 55 Millionen Euro stünden Aufwendungen von gut 66 Millionen Euro gegenüber. Entgegen der Ankündigungen der Geschäftsführung konnten auch die Personalkosten nicht gesenkt werden. Demnach müsste auch die Verschuldung des Vereins zum 30. Juni 2006 erheblich gestiegen sein. Sie beträgt mindestens 49 Millionen Euro. Dem "Kicker" nach war Hertha BSC zum 30. Juni dieses Jahres mit rund 55 Millionen Euro verschuldet - höher als jemals zuvor. Offiziell bestätigt wurden die Zahlen von Seiten der Geschäftsführung nicht. (tso/Tsp)
29.11.2006 - 09:31 Uhr
Hertha spielt Schiller-Theater in drei Akten
Aufsichtsratschef Werner Gegenbauer kritisiert seinen Finanzchef öffentlich
Von Uwe Bremer
Es war eine theaterreife Aufführung in drei Akten. Fangen wir beim dritten Vorhang an:
So wie Ingo Schiller (41) gestern Mittag auf einer eiligst einberufenen Pressekonferenz von der eigenen Vereinsführung kritisiert wurde, ist seit Jahren kein führender Mitarbeiter von Hertha BSC öffentlich gemaßregelt worden. Im Presseraum des Fußball-Bundesligisten war dem für Finanzen zuständigen Geschäftsführer sichtlich unwohl. Neben ihm beurteilte Werner Gegenbauer (56), der Vorsitzende des Aufsichtsrates, die Arbeit von Schiller am Vorabend auf der Mitgliederversammlung unter dem Funkturm. Die Ausführungen des Unternehmers ließen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. "Es war ungeschickt, den 30. Juni nicht zu nennen" oder "Das war ein blöde Darstellung". Schiller saß da und fixierte über den Köpfen der Anwesenden einen Punkt im Unendlichen.
Es ging um den ersten Akt. Der hatte am Abend zuvor vor 805 Mitgliedern im ICC stattgefunden. Da war Schiller bei der Vorstellung der vorläufigen Bilanz für 2005/06 über unangenehme Zahlen hinweggehuscht oder hatte sie nicht genannt. So erwähnte er, dass Einnahmen von 55 Ausgaben von 66,7 Millionen Euro gegenüberstehen. Erklärungen für die ungewöhnliche Diskrepanz: keine.
An einen Taschenspieler-Trick grenzte die Behandlung des Themas Verbindlichkeiten. Die haben zum 30. Juni 2006 höher gelegen als die angenommen 49 Millionen, aber - hier wurde auf der Leinwand eine Grafik mit zwei Balken eingeblendet - am 18. Juli seien sie auf 48,7 und zum 31. Oktober gar auf 45,2 Millionen gesunken.
Das klingt wie eine Erfolgsstory. Was fehlte, war die entscheidende Information. Die bestätigte Schiller erst nach Ende der Veranstaltung um Mitternacht Medienvertretern, die beim Finanzchef nachfragten. Ja, die Verbindlichkeiten zum 30. Juni hätten sich auf 55,4 Millionen Euro belaufen.
Auch in diesem zweiten Akt gab Schiller eine unglückliche Figur ab. Er habe die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben nicht ausgeführt, weil den Mitgliedern bereits im Mai angekündigt worden war, dass ein Minus im zweistelligen Millionen-Bereich auflaufen werde. Er sei auch erstaunt, dass die längst überholten Zahlen vom Juni wichtiger seien als die aktuellen vom Oktober.
Spätestens an diesem Punkt war Gegenbauer mit seiner Geduld am Ende. "Es ist unstrittig, dass der 30. Juni der Bilanz-Stichtag ist." Zumal die Summe von 55,4 Millionen einen Negativ-Rekord in der Klubhistorie bedeutet. Da hätten einige Sätze der Einordnung hilfreich sein können.
Stattdessen fokussierte sich Schiller auf sein Motto: Ist die See auch noch so schwer, der Dampfer Hertha BSC liegt auf Kurs. So habe man in den ersten vier Monaten dieser Saison 528 000 Euro mehr eingenommen als geplant. Man sei dabei, die Planung bis 2010 zu erfüllen.
Im übrigen hätten Mitgliedern wie Medien alle Bilanzzahlen vorgelegen. Stimmt, aber die Summe 55,4 Millionen taucht da nicht auf. Antwort Schiller in der emotional geführten Mitternachts-Diskussion: Wer den Posten "Verbindlichkeiten" (49,4 Mio.) addiere mit dem sechs Zeilen darüber ausgewiesenen Posten "Anleihe" (6 Mio.) lande exakt bei der gesuchten Zahl. Doch bei dem Thema geht es nicht um ein Zahlenrätsel, sondern um eine grundlegende Frage: die der Glaubwürdigkeit.
Auf die massive Kritik am Finanzgebaren des Klubs hatte Schiller in den vergangenen zwei, drei Versammlungen mit einer Transparenz-Offensive geantwortet. Umso alarmierter waren die Verantwortlichen, dass der Auftritt von Schiller alle Skeptiker bestätigte. "Eigentlich hatten wir diesmal eine Erfolgsgeschichte zu erzählen", sagte Gegenbauer, "haben es aber nicht geschafft, das so zu kommunizieren."
Beim dritten Akt gestern fiel der Vorsitzende des Aufsichtsrates Schiller mehrfach ins Wort, warb aber zugleich für den Finanzchef. "Ich will Ingo Schiller vor dem Verdacht schützen, dass irgendetwas verschwiegen wird. Ich verbürge mich dafür, dass wir bei Hertha BSC mit den Zahlen nicht getrickst haben."
"Wir sehn betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen." Bertolt Brecht
Aus der Berliner Morgenpost vom 29. November 2006
Aufsichtsratschef Werner Gegenbauer kritisiert seinen Finanzchef öffentlich
Von Uwe Bremer
Es war eine theaterreife Aufführung in drei Akten. Fangen wir beim dritten Vorhang an:
So wie Ingo Schiller (41) gestern Mittag auf einer eiligst einberufenen Pressekonferenz von der eigenen Vereinsführung kritisiert wurde, ist seit Jahren kein führender Mitarbeiter von Hertha BSC öffentlich gemaßregelt worden. Im Presseraum des Fußball-Bundesligisten war dem für Finanzen zuständigen Geschäftsführer sichtlich unwohl. Neben ihm beurteilte Werner Gegenbauer (56), der Vorsitzende des Aufsichtsrates, die Arbeit von Schiller am Vorabend auf der Mitgliederversammlung unter dem Funkturm. Die Ausführungen des Unternehmers ließen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. "Es war ungeschickt, den 30. Juni nicht zu nennen" oder "Das war ein blöde Darstellung". Schiller saß da und fixierte über den Köpfen der Anwesenden einen Punkt im Unendlichen.
Es ging um den ersten Akt. Der hatte am Abend zuvor vor 805 Mitgliedern im ICC stattgefunden. Da war Schiller bei der Vorstellung der vorläufigen Bilanz für 2005/06 über unangenehme Zahlen hinweggehuscht oder hatte sie nicht genannt. So erwähnte er, dass Einnahmen von 55 Ausgaben von 66,7 Millionen Euro gegenüberstehen. Erklärungen für die ungewöhnliche Diskrepanz: keine.
An einen Taschenspieler-Trick grenzte die Behandlung des Themas Verbindlichkeiten. Die haben zum 30. Juni 2006 höher gelegen als die angenommen 49 Millionen, aber - hier wurde auf der Leinwand eine Grafik mit zwei Balken eingeblendet - am 18. Juli seien sie auf 48,7 und zum 31. Oktober gar auf 45,2 Millionen gesunken.
Das klingt wie eine Erfolgsstory. Was fehlte, war die entscheidende Information. Die bestätigte Schiller erst nach Ende der Veranstaltung um Mitternacht Medienvertretern, die beim Finanzchef nachfragten. Ja, die Verbindlichkeiten zum 30. Juni hätten sich auf 55,4 Millionen Euro belaufen.
Auch in diesem zweiten Akt gab Schiller eine unglückliche Figur ab. Er habe die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben nicht ausgeführt, weil den Mitgliedern bereits im Mai angekündigt worden war, dass ein Minus im zweistelligen Millionen-Bereich auflaufen werde. Er sei auch erstaunt, dass die längst überholten Zahlen vom Juni wichtiger seien als die aktuellen vom Oktober.
Spätestens an diesem Punkt war Gegenbauer mit seiner Geduld am Ende. "Es ist unstrittig, dass der 30. Juni der Bilanz-Stichtag ist." Zumal die Summe von 55,4 Millionen einen Negativ-Rekord in der Klubhistorie bedeutet. Da hätten einige Sätze der Einordnung hilfreich sein können.
Stattdessen fokussierte sich Schiller auf sein Motto: Ist die See auch noch so schwer, der Dampfer Hertha BSC liegt auf Kurs. So habe man in den ersten vier Monaten dieser Saison 528 000 Euro mehr eingenommen als geplant. Man sei dabei, die Planung bis 2010 zu erfüllen.
Im übrigen hätten Mitgliedern wie Medien alle Bilanzzahlen vorgelegen. Stimmt, aber die Summe 55,4 Millionen taucht da nicht auf. Antwort Schiller in der emotional geführten Mitternachts-Diskussion: Wer den Posten "Verbindlichkeiten" (49,4 Mio.) addiere mit dem sechs Zeilen darüber ausgewiesenen Posten "Anleihe" (6 Mio.) lande exakt bei der gesuchten Zahl. Doch bei dem Thema geht es nicht um ein Zahlenrätsel, sondern um eine grundlegende Frage: die der Glaubwürdigkeit.
Auf die massive Kritik am Finanzgebaren des Klubs hatte Schiller in den vergangenen zwei, drei Versammlungen mit einer Transparenz-Offensive geantwortet. Umso alarmierter waren die Verantwortlichen, dass der Auftritt von Schiller alle Skeptiker bestätigte. "Eigentlich hatten wir diesmal eine Erfolgsgeschichte zu erzählen", sagte Gegenbauer, "haben es aber nicht geschafft, das so zu kommunizieren."
Beim dritten Akt gestern fiel der Vorsitzende des Aufsichtsrates Schiller mehrfach ins Wort, warb aber zugleich für den Finanzchef. "Ich will Ingo Schiller vor dem Verdacht schützen, dass irgendetwas verschwiegen wird. Ich verbürge mich dafür, dass wir bei Hertha BSC mit den Zahlen nicht getrickst haben."
"Wir sehn betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen." Bertolt Brecht
Aus der Berliner Morgenpost vom 29. November 2006
29.11.2006 - 09:35 Uhr
Auf die harte Tour
Einwurf über Hertha, Finanzen und Glaubwürdigkeit
Von Uwe Bremer
Auch wenn Ingo Schiller, dem Finanzchef von Hertha BSC, die Rolle im Hintergrund mehr liegt als der öffentliche Auftritt: Seine Rede auf der Mitgliederversammlung war kein Versehen. Er wusste, was er sagte - und warum er manches nicht sagte. Damit hat er Hertha und sich einen Bärendienst erwiesen. Über Jahre hin hatte der Klub den Eindruck aufkommen lassen, mit seinem Geschäftsgebaren hart an der Grenze des Erlaubten zu segeln. Seit einem Jahr hat Schiller mit mehr Transparenz und besseren Informationen geantwortet. Glaubwürdigkeit beim Thema Finanzen ist ein ebenso wichtiges wie fragiles Gut. Hertha sucht derzeit einen strategischen Investor und kann sich solche kapitalen Schnitzer nicht erlauben. Das hat Werner Gegenbauer, Chef des Aufsichtsrates, Schiller vor versammeltem Publikum klargemacht. Kritik auf die harte Tour ist eher selten in dem Geschäft. Schiller weiß, dass er ab sofort unter besonderer Beobachtung steht.
Aus der Berliner Morgenpost vom 29. November 2006
Einwurf über Hertha, Finanzen und Glaubwürdigkeit
Von Uwe Bremer
Auch wenn Ingo Schiller, dem Finanzchef von Hertha BSC, die Rolle im Hintergrund mehr liegt als der öffentliche Auftritt: Seine Rede auf der Mitgliederversammlung war kein Versehen. Er wusste, was er sagte - und warum er manches nicht sagte. Damit hat er Hertha und sich einen Bärendienst erwiesen. Über Jahre hin hatte der Klub den Eindruck aufkommen lassen, mit seinem Geschäftsgebaren hart an der Grenze des Erlaubten zu segeln. Seit einem Jahr hat Schiller mit mehr Transparenz und besseren Informationen geantwortet. Glaubwürdigkeit beim Thema Finanzen ist ein ebenso wichtiges wie fragiles Gut. Hertha sucht derzeit einen strategischen Investor und kann sich solche kapitalen Schnitzer nicht erlauben. Das hat Werner Gegenbauer, Chef des Aufsichtsrates, Schiller vor versammeltem Publikum klargemacht. Kritik auf die harte Tour ist eher selten in dem Geschäft. Schiller weiß, dass er ab sofort unter besonderer Beobachtung steht.
Aus der Berliner Morgenpost vom 29. November 2006
Post-Optionen
Den kompletten Thread wirklich löschen?
Paten-Optionen
Möchtest Du den Beitrag wirklich löschen?
Diesen Beitrag alarmieren
Diesen Beitrag alarmieren
Diesen Beitrag alarmieren
Lesezeichen
Abonnierte Threads
Guter Beitrag
Guter Beitrag
Guter Beitrag
Post-Optionen
Nutze die Thread-Suche, wenn Du diesen Post in einen anderen Thread verschieben möchtest. Drücke Thread erstellen, wenn aus diesem Post ein eigenständiger Thread werden soll.


