Zitat von kastenmaier83
Zitat von Soyen
Zitat von kastenmaier83
Zitat von Soyen
Zitat von kastenmaier83
Zitat von Soyen
Zitat von Fujitora
Zitat von Walloschke_B
Ich bin da nicht so im Thema, aber wie berechnet man eigentlich den Marktwert von Ronaldo?
Ist ja nicht so, dass er irgendwann nochmal eine Ablöse erzielen wird. Kann ich mir kaum vorstellen.
Vielleicht werden wir das bald erleben, für die Club-WM, wie ein (kurzfristiger) Deal für Ronaldo abläuft. Da wäre ich in dem Fall gespannt. Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand auch noch Ablöse für ihn zahlt.
Bei dem Alter wird wohl das Gehalt mit einberechnet was er verdienen dürfte. So wurde zumindest mal bei Neuer argumentiert. Allerdings dürfte er weit mehr als 12 Mio. verdienen.
Es geht dabei primär um das reproduzierbare Gehalt eines nativen Marktteilnehmers - zumindest sollte das m.E. die Richtschnur der MWA sein (die Qualität der Werte oszilliert je nach Liga).
Native Marktteilnehmer sind Clubs, die ihre Einnahmen hauptsächlich über das operative sportliche Kerngeschäft aufgebaut haben. Daher könnte er in Saudi-Arabien auch 100 Mio. verdienen, für den Marktwert ist das unerheblich, da man antizipiert, welches Gehalt er von einem Club mit natürlichem Einnahmemix noch bekommen könnte.
Auch die Länge der Laufzeit spielt für die Bewertung eine Rolle, aber das nur am Rande.
Was ein Quatsch, sorry. War aber damals bei den chinesischen Spielern auch so, die im Verhältnis für Unsummen gewechselt sind. Entweder werden Preise erzielt, oder eben nicht. Ansonsten müsste man es eben anders nennen. Aber so ist es sinnlos.
Inwiefern ist das Quatsch? Man hat sich gegen eine reine Ablöseorientierung entschieden und um Salär den einzigen monetär verbleibenden Bezugspunkt, wenn es um Spieler geht, die faktisch kein Ablösepotenzial mehr haben.
In China hatten wir ja auch keine nativen Marktteilnehmer, daher waren die Ablösesummen nicht reproduzierbar.
Weil es in meinen Augen dann zwei grundsätzlich unterschiedliche Grundlagen sind, wie an zu einem Ergebnis kommt, dasunterdrm gleichn Namen aufgeführt wird und suggerieren, es handele sich eben um die gleiche Sache. Ähnlich werden ja auch in kleineren Ligen ohne viel Ablösesummen die Spieler nach Gehalt bewertet, was ja auch keinen Sinn ergibt, aber unabdingbar ist, wenn man eben jedem Spieler ab Liga X einen Marktwert zuteilen will. Und wenn man nun hingeht und Saft dann noch, wir machen die aber nur so, wenn die Gehälter, aus denen die Marktwerte abgeleitet sind, ihr Geld auch selbst erwirtschaften können bzw die einen natürlichen Einnahmemix haben, dann muss ich nach der Definition eines solchen Mixes fragen. Wenn nämlich Wolfsburg das siebenfache der Eintracht und knapp saß 1,5fache der Bayern für das Trikotsponsoring bekommt, dann ist das auch kein natürlicher Mix. Fas gleiche Geld erhält Real von Emirates. Ähnlich bei PSG. Aber die genannten Vereine nimmt man ja auch nicht raus, wenn es um zu erwartende Ablösesummen geht. Und daher ist es für mich völlig inkonsequent, wie man zu einem Marktwert kommt, dessen Zahlung niemand erwartet und diesen dennoch so nennt, weil er ja theoretisch ein solches Gehalt beziehen könnte. Dann müssten ja Gehälter von allen Spielern so mit beim Marktwert einbezogen werden, damit es vergleichbar ist. Somit ist es für mich eben umgangssprachlich Quatsch.
Ich gebe dir Recht, dass es Inkonsistenz scheint, dass zwei unterschiedliche Parameter zur Marktwert-Findung herangezogen werden. Trotzdem bedingen sich die beiden Faktoren. Ein temporär zu hohes Gehalt schlägt sich auf die Zahlungsbereitschaft einer Transfersumme nieder.
Daher haben wir den Fokus in der Marktwertanalyse zu meiner Zeit vermehrt auf die Gesamtkosten gelegt. Denn wie du selbst schreibst, hat man sich bei TM irgendwann entschieden, auch Spielern ohne Ablösepotenzial einen Wert zu geben und als Basis reicht dann ein auf Ablöse fixiertes Modell nicht mehr aus.
Man kann mit den Zahlungsbereitschaften basierend auf den Gesamtkosten aber sehr gut aus einer anderen Perspektive argumentieren. Vereine kalkulieren die Kosten des Spielers ja auch nicht isoliert nach den Ablösesummen, sondern schätzen das Gesamtpaket der Aufgaben für einen Spielers genau ein und bilden so ihren Reservationspreis.
Soll heißen wenn ich als Manager den wertschöpfenden Betrag eines Spielers auf 10 Mio. p.a. schätze, dann bin ich bereit keine Ablöse zu zahlen, wenn das Salär des Spielers bereits in dieser Region angekommen ist. Genau das erleben wir sehr häufig bei Altstars. Analog würde ich für einen Spieler der einen Bruchteil des Gehalts bezieht proportional höhere Ablöse bieten.
Dabei könnte ich jetzt in diesem hypothetischen Gedankenkonstrukt für ein und denselben Spieler unterschiedliche Ablösepotenziale festlegen, je nachdem, welche laufenden Verträge er in unterschiedlichen Szenarien bekommen hat, wird der Markt anders agieren, obwohl der intrinsische Wert des Spielers identisch bleibt.
Eine Ausdifferenzierung dieser Methodik erlaubt es, dass der Spieler trotzdem den gleichen Marktwert bekommt, weil das Gehalt als Bezugsgröße beachtet wird. Eine genaue Operationalisierung der Methodik wurde jedoch abgelehnt, da man sich bei Transfermarkt möglichst niedrigschwellig positionieren möchte. Daher gibt es weiterhin einen inkonsistenten, aber aufgrund der TM-Wünsche alternativlosen Methodik Wechsel, der sich schlicht auf den jeweils höheren Parameter aus Ablöse- und Gehaltspotenzial bezieht.
Ganz grundsätzlich finde ich es sogar für den Begriff Marktwert konstituierend, wenn das Gehalt einbezogen wird, denn normale Arbeitnehmer haben am freien Markt auch nur das Gehalt, was unsere Arbeitsleistung in monetären Einheiten quantifiziert.
Was den nativen Marktteilnehmer betrifft, kann man die Einteilung doch simpel anteilig vollziehen, je stärker rein externe Geldflüsse sind, desto geringer ist die Nativitat zu bewerten.
Danke, dass du dir die Zeit für die ausführliche Erläuterung genommen hast. Für mich ist es nun besser nachvollziehbar, wie z.B. der genannte Ronaldo zu seinem Marktwert kommt. Dennoch werden wir wohl nicht übereinstimmen, ob das so sinnvoll ist. Da sind unsere Blickwinkel zu verschieden bzw. kenne ich deinen nicht, dafür den von tm und habe nun mehr Infos über die Herleitung der Marktwerte.
Der Punkt, an dem sich unsere Geister scheiden, ist für mich der, dass die angegebenen Marktwerte eben passen müssen, damit es niedrigschwellig (schöne Wortwahl von dir im Vorpost) verständlich bleibt. Und da sehe ich eine Art Bestätigungsfehler, was vermutlich nicht das richtige Wort ist, aber das erste, was mir spontan dazu einfällt. Wenn du aus meiner Warte schaust, dann sieht es eben so aus: tm ist ein Unternehmen mit Angestellten etc und eine der größten deutschen Sportseiten. Also braucht man ein Produkt, welches möglichst viele Menschen erreicht, die dann möglichst viel Zeit hier verbringen und viele Klicks machen. Wir beide kennen die News auf der Hauptseite noch, als es keine 80 Artikel mit 5 Absätzen zu Transfers von Starspielern gab, sondern Nachrichten wie "Figo von Barca zu Real" ein 5 Zeiler war und die Menüführung längst nicht so benutzerfreundlich wie heute. Damals als tm noch eine Nischenseite für Fusinerds war. Mir geht es nicht darum, in alten Zeiten zu schwelgen und mich über den Kommerz aufzuregen. Heute hat sich die Nutzerzahl ver-xfacht und entsprechend braucht man eben eine Nachvollziehbarkeit, ohne dass sich die Leute vorher durch 15 Seiten pdf lesen müssen. Und da sehe ich eben, dass die Marktwertanalye Instrumente entwickelt hat, um einen möglichst nachvollziehbaren Marktwert für den Nutzer zu haben. Passt Instrument 1 nicht, nimmt man Instrument 2. Wenn das nicht das Ergebnis liefert, damit der Marktwert nachvollziehbar ist, dann eben Instrument 3 usw. Es wird gesucht und gebogen jnd gewichtet, bis es ein für jedermann nachvollziehbares Ergebnis gibt. Dann gibt es eben plötzlich native Vereine...

Methodisch ist das ein Unding, daher auch meine Bezeichnung "Quatsch", praktisch führt das zu mehr Umsatz für tm und ist damit auch vollkommen legitim, da der Sinn von tm als Unternehmen nun mal die Monetarisierung der Community und ihrer Gäste ist. Das ist völlig legitim und vergleichbar z. B. mit Musik. Die mögen im Prinzip auch alle, aber die meisten Leute hören eben leicht Zugängliches im Radio. Ist für mich somit auch kein Wunder, dass Britney Spears oder Culture Beat die Charts in meiner Jugend anführen und nicht Leonard Cohen oder irgendein Klaviervirtuose mit Interpretationen von Ravel. Obwohl das vom musikalischen Standpunkt her andersrum sein müsste.
Eine Frage hätte ich noch zu den nativen Vereinen, gerade auch in Bezug auf die Bundesliga. Wie ist es denn, wenn mein Beispiel Wolfsburg nach den aktuellen Zahlen bei einem normalen Sponsor so etwa 80 Millionen Verlust gemacht hätte und das ca. 1/3 des Umsatzes vom Trikotsponsoring bezieht in Bezug auf den Marktwert? Rechnet ihr dann auch bei den Ablösen große Teile runter beim Marktwert der Wolfsburger Spieler oder wie funktioniert das?
Danke für den schönen Austausch vorab.
Erst mal Danke auch von meiner Seite für den angenehmen Austausch.
Der Begriff eines nativen Marktteilnehmers ist nicht offiziell in den Regeln definiert, ich leite ihn aus der Prämisse ab, dass Ablösesummen und Gehälter wie damals aus China und heute aus Saudi-Arabien seit jeher als "nicht reproduzierbar" gelten.
Transfermarkt hat sich so positioniert, dass man sämtliche Zahlungen dieser Clubs für die MWA ignorieren möchte. Die Krux dabei ist, dass man nicht begründet hat, warum man diese Clubs ausschließt.
Man hatte also mal wieder ein Definitionsdefizit, das für mich als Pate unerträglich war, da die Antwort auf die Frage, warum diese Vereine von der MWA ignoriert werden ohne Präzisierung lautet: " ist halt so. Die sind kurz da, dann wieder weg." Obwohl man ja nie genau weiß, wie lange die Clubs investieren - das kann theoretisch ja auch länger gehen. Also musste man tiefer blicken, was diese Vereine gemeinsam haben und das sind massive externe Geldmittel, die nicht aus dem sportlichen Betrieb generiert wurden.
Eine trennscharfe Differenzierung wurde nicht ausgearbeitet, da nicht erwünscht (Niedrigschwelligkeit) - bzw. ist die deutsche MWA seit der Novelle sowieso schon deutlich vor den anderen MWAs was die Definitionsarbeit betrifft (siehe die empirische Analyse zur Bereinigung von Restverträgen von warhorstl). Die anderen Ligen nehmen die Definition eher lascher, eine detaillierte Ausgestaltung würde diesen Unterschied nur weiter vergrößern.
Soll heißen, es ist nicht abschließend geklärt, wie stark man Clubs wie Wolfsburg als native Marktteilnehmer definiert. Die Einteilung war bislang nur bei klaren Bespielen in Verwendung, wie eben Clubs aus China, da hat es aufgrund der evidenten Divergenz keine Trennschärfe gebraucht.
Aber klar, man kann gut argumentieren, dass Anteil x vom Umsatz der Wolfsburger offensichtlich über den im Markt üblichen Einnahmen liegt. Für die Bewertung der Reproduzierbarkeit wäre hier natürlich maßgeblich, ob der Club dabei Summen für Spieler zahlt, die andere Vereine nicht bezahlt hätten. Bei Clubs aus Saudi-Arabien haben wir die Trennschärfe hier zum Teil sehr klar, weil die Gehälter abseits dessen liegen, was "native" Vereine bezahlen würden. Bei Wolfsburg kann es gut sein, dass sie marktgerecht zahlen, aber durch den Zufluss externen Geldmittel in einem Regal fischen können, das ihnen sonst viel zu hoch wäre.
Spannend, aber für die deutsche MWA belanglos, wenn man international schon für deutlich simplere Definitionen Defizite in der Konsistenz konstatiert.
Und noch ein Punkt zur Professionalisierung der MWA von TM, man will laut TM-Strategie keine wissenschaftliche Abhandlungen, die für eine global konsistente Analyse und Bewertung jedoch notwendig wäre.
Die nötigen Ressourcen wären enorm und die MWA wird von Paten übernommen, die das alles ehrenamtlich in der Freizeit stemmen. Ich habe den Job gut 3 Jahre gemacht und es hat Spaß gemacht, die dringend nötige Novelle der Marktwerte nach KingNeumi umzusetzen, sowie die neue MW-Definition (welche simplifiziert wurde und damit nicht mehr so klar ist wie in meiner ursprünglichen Fassung) auszuarbeiten.
Für eine Update sind gerne mal 100 Stunden und mehr eingeflossen, als Student und Berufsanfänger damals noch stemmbar, jedoch wurde mit privater und beruflicher Expansion schnell klar, dass ich meinem Anspruch zeitlich so nicht mehr erfüllen kann. Man darf auch nicht vergessen, dass teilweise 500 Spielen analysiert werden und das Feedback nach einem Update immer eine toxische Note hat, welche meist auf der Beurteilung eines Bruchteils der Bewertungen basiert. Zu Objektivität und Neutralität sind viele User nur beschränkt fähig, wenn es um ihren Verein geht. Was sich da für Dramen abgespielt haben, ist ex-post schon amüsant. Allen voran hat mit dem Abstieg damals der Schalker Unterbau die Teilnahme an der MWA verweigert und da gibt es sicher heute immernoch den Standpunkt das Amine Harit zu unrecht über Gebühr abgewertet wurde, um Schalke im reinen Aktionismus eins auszuwischen. Und diesen Mechanismus der Benachteiligungs-Bias liest man quer in allen Vereinsformen, je nach Update sind mal die einen mal die anderen Lager der Überzeugung, dass sie strukturell benachteiligt werden.
Um die Partizipation und Qualität der Werte zu erhöhen, war mein Ansatz damals von jedem Verein mindestens einen User zu haben, den ich vor den Updates per PN um eine Einschätzung des Kaders gebeten habe. Trotzdem führte die Maßnahme nie dazu, dass Zufriedenheit vorherrschte, auch wenn die Werte durch Transfer-Ablöse Auswertungen objektiv messbar auf einem sehr hohen Niveau waren. Aber ich schweife ab
