Mainz 05 und das Burkardt-Loch: Hollerbach, Weiper & Co. sind schwächster Angriff der Liga
Beim 1. FSV Mainz 05 drehte sich nach dem 1:1 (0:1) gegen die TSG Hoffenheim alles um den Platzverweis von Dominik Kohr. Dabei hätte es rein sportlich auch andere Themen auf die Agenda schaffen können. Zum Beispiel, dass die Nullfünfer im siebten Ligaspiel in Serie sieglos blieben und erneut nur einen eigenen Treffer erzielten. Nach rund einem Drittel der Saison lässt sich festhalten: Der Abgang von Jonathan Burkardt, der für 21 Millionen Euro zu Eintracht Frankfurt gegangen war, konnte nicht aufgefangen werden.
Lediglich elf Treffer stehen nach ebenso vielen Bundesliga-Partien auf dem Mainzer Konto. Das sind zwar immerhin mehr als die direkten Konkurrenten Hamburger SV (9), FC St. Pauli (9) und 1. FC Heidenheim (8) anzubieten haben, vor allem die Ausbeute der Angreifer lässt allerdings zu wünschen übrig. Denn dass beim Remis gegen Hoffenheim der eingewechselte Abwehrspieler Danny da Costa den Ausgleich erzielte, war kein Zufall.
Insgesamt neun der elf Bundesliga-Tore wurden von Verteidigern und Mittelfeldspielern erzielt, lediglich zwei im Umkehrschluss von Angreifern – ligaweiter Negativwert. Bester Torschütze im Kader ist Stratege Nadiem Amiri (3 Treffer) vor Armindo Sieb (2), der für die einzigen beiden Stürmertore verantwortlich war, in der TM-Datenbank aber sogar als Hängende Spitze geführt wird und somit auch kein echter Neuner ist. Dass diese beiden Treffer das 4:0 beim 4:1-Sieg gegen den FC Augsburg und das 3:4 in der Schlussphase bei der 3:4-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen waren und somit überschaubare Relevanz hatten, kommt noch erschwerend hinzu.
Bundesliga-Vergleich Diese Mannschaftsteile sorgen für die Tore der Klubs Zur Statistik Nelson Weiper, die beiden Neuzugänge Benedict Hollerbach und William Bøving sowie Ben Bobzien warten allesamt noch auf ihre ersten Saisontore in der Liga, obwohl man im Sommer durchaus optimistisch war, die Burkardt-Lücke gesamtheitlich schließen zu können. Für Hollerbach überwies Mainz eine klubinterne Rekordsumme von 10 Mio. Euro an Union Berlin, für Bøving kamen am Deadline Day noch einmal 3,5 Mio. Euro an Sturm Graz hinzu. Und bei Weiper, der spät in der Transferphase noch mit Wechselgedanken spielte, musste man für den neuen Vertrag mit Laufzeit bis 2029 ebenfalls in Sachen Gehalt nachlegen.
Ausgezahlt haben sich diese Investitionen bisher nicht. Hollerbach durfte zumindest in der Conference League einmal jubeln und hat zwei Vorlagen in der Bundesliga auf dem Konto. Bøving hingegen kam zuletzt gar nicht mehr zum Einsatz und stand zweimal gar nicht erst im Kader. Dafür saß beim 1:1 gegen Werder Bremen am 9. Spieltag Fabio Moreno Fell auf der Bank, der in der vergangenen Saison noch in der sechsten Liga beim TSV Gau-Odernheim kickte und in den letzten drei Jahren eine Ausbildung in einem Baumarkt absolvierte.
„Wir probieren jede Woche, einen neuen Schlüssel zu finden. Wir müssen vorne gefährlicher, deutlich besser werden und mehr Aktionen im Strafraum haben. Insgesamt sind das einfach zu wenige Chancen. Die Spieler geben ihr Bestes, aber momentan reicht es einfach nicht – das ist die Wahrheit“, sagte ein ratloser Trainer Bo Henriksen nach dem 0:1 gegen Eintracht Frankfurt vor der Länderspielpause.
Mainz 05 mit Wintertransfers aus der Krise? Glatzel, Wind & Füllkrug auf dem Markt
Bis zur Winterpause sind noch sieben Spiele zu absolvieren, vier davon in der Bundesliga. Ab dem 1. Januar könnten die Verantwortlichen um Sportdirektor Niko Bungert und Sportvorstand Christian Heidel auf dem Transfermarkt nachlegen. Wechselwillige Angreifer gibt es dort genug, darunter Namen wie Niclas Füllkrug (West Ham United), Jonas Wind (VfL Wolfsburg) und Robert Glatzel (Hamburger SV). Ins Budget dürfte vor allem Letzterer passen, der darüber hinaus auch eine Vergangenheit im Verein hat (Leihe in der Rückrunde 2020/21). Allerdings gab es zuletzt Berichte, wonach der HSV-Profi im Winter den Verein nicht verlassen will.
Konkrete Hinweise auf ein aktives Winter-Transferfenster gibt es bisher nicht, im Forum werden diese aber vehement gefordert: „Ich sehe zwar auch das Verbesserungspotenzial in fast allen Mannschaftsteilen, aber realistisch wird man, denke ich, maximal drei Neuzugänge holen, analog zu den Wintertransfers 2021 unter Bo Svensson. Auch damals waren es drei Leihen, die das Team maßgeblich vorangebracht haben. Leihen machen aber wohl nicht nur die Verantwortlichen eher ungern, sondern wurden auch von vielen Fans kritisiert“, schreibt etwa „BennyFuchs“. Und auch „NurFußball“ fügt an: „Im Sturm hat man sich verpokert und ist zu hohes Risiko gegangen. Das kann so nicht bleiben.“
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Letzte Beiträge Newsforum
Weiper hat auch einmal in der Conference League getroffen. Abgesehen davon hat man vor der Saison häufiger gelesen er ist noch nicht bereit für eine größere Rolle in der Bundesliga und das hat er bisher auch bewiesen. Warum er im Oktober nochmal eine Marktwertaufwertung bekommen hat ist mir nicht ganz klar, gibt aber bestimmt gute Gründe.
Der Grund wird seine starke U21 EM sein.
Gab ja dann auch Gerüchte um größere Vereine.
Aber langsam sollte Weiper wirklich mal liefern.
Die EM und die Bundesliga jetzt lassen sich schwer vergleichen.
Plump gesagt:
Der Transfersommer wurde in den Sand gesetzt, als Heidel der Meinung war, als einziger richtiger Stürmer einen 20-Jährigen in die volle Verantwortung ohne Konkurrenz oder erfahrener Stürmer zur Orientierung an seiner Seite zu setzen, sei eine gute Idee gewesen.
Der Kader ist gefüllt mit Halbraum-Angreifern, die als 9er aber auf verlorenem Posten stehen. Sieb hat außer Tempo noch nicht viel bewiesen. Holle hatte sich direkt im ersten Spiel verletzt und musste zuerst ankommen, aber erst seit er von der 9 runter ist, läuft es besser. Lee kann falsche 9, ist aber a) mittlerweile 34 Jahre alt, b) auch wegen der Spiele in Südkorea komplett leer und c) kein richtiger Ziehspieler. Mit Bøving scheint Bo noch nicht wirklich was anfangen zu können.
Einzig Weiper ist für die reine 9 wirklich geeignet und es gibt keinen Plan B für den Moment, wenn es nicht läuft, ob wegen Verletzung, Krise oder Stimmung. Das war naiv und muss im Winter dringend gefixt werden.
Großer Leidtragender ist übrigens Nebel, der viel arbeitet und versucht, es aber deutlich erkennbar ist, dass es bei ihm zur Kopfsache wurde, weil er es nicht gestämmt kriegt. Es wird gerne vergessen, dass er immernoch recht jung ist.
Klar, fehlt Burkhardt als Führungsspieler und Torschütze komplett.
Aber genau so muss man auch sagen, dass Lee und Nebel ihrer überragenden Form der Vorsaison hinterher rennen.
Dazu die Verletzung von Caci, der für das gute Offensivspiel über seine Schiene brutal wichtig war und bisher auch nicht ersetzt werden konnte.
Also ja, Burkhardt hat ein Loch hinterlassen, aber das ist lange nicht der einzige Grund für die Misere.
Und so lange die anderen Probleme nicht gelöst werden, wird auch kein neuer Stürmer helfen.
- Geb./Alter:
- 17.05.2001 (25)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- 1.FSV Mainz 05
- Vertrag bis:
- 30.06.2029
- Position:
- Mittelstürmer
- Marktwert:
- 8,00 Mio. €
- Geb./Alter:
- 17.03.2005 (21)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- SK Sturm Graz
- Vertrag bis:
- 30.06.2027
- Position:
- Mittelstürmer
- Marktwert:
- 7,00 Mio. €
- Geb./Alter:
- 01.03.2003 (23)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- 1.FSV Mainz 05
- Vertrag bis:
- 30.06.2029
- Position:
- Mittelstürmer
- Marktwert:
- 3,50 Mio. €
- Geb./Alter:
- 11.07.2000 (26)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Eintracht Frankfurt
- Vertrag bis:
- 30.06.2030
- Position:
- Mittelstürmer
- Marktwert:
- 30,00 Mio. €
- Geb./Alter:
- 07.02.1975 (51)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Vereinslos
- Aktuelle Funktion:
- Trainer
- Gesamtmarktwert:
- 175,20 Mio. €
- Wettbewerb:
- Bundesliga
- Trainer:
- Urs Fischer
- Kadergröße:
- 30
- Letzter Transfer:
- Stefan Posch










