I Diavoli - Allgemeiner Milan Thread
30.06.2019 - 13:20 Uhr
24.05.2026 - 16:06 Uhr
Vielleicht liegt es daran, dass Milan nur mein zweiter Club ist und ich daher weniger emotional an die Ikonen gebunden bin, aber ich finde es etwas übertrieben, wie hier von zumindest 2 Usern immer wieder getan wird, als ob mit Maldini der Erfolg auf dem Platz steht und fiel.
So war es sicher, als er Spieler war, aber ansonsten gibt es da jetzt nicht allzu viele Indizien für seine Rolle in der Führung.
Außer, dass es in der ungefähren Zeit von Maldini sportlich gut lief, aber diese Zeit trifft ebenso auf Pioli, der höchstwahrscheinlich viel eher EInfluss als Trainer auf die Spieler hatte.
Was das Kadermanagement angeht, hatte Maldini sowohl tolle Spieler, als auch einige totale Fehlgriffe (insbesondere in der Offensive). Zudem mehrfach Leistungsträger ablösefrei verloren. Auch ansonsten hat er nichts in der Vita außerhalb der überschaubaren Milanzeit, was ihn jetzt darauf hindeutet, dass er ein Topmann in seiner Funktion wäre. Zumal Spieler, die er holte, wie Leao, Bennacer, Tomori und Co., unter Pioli funktionierten, unter anderen Trainern aber plötzlich nicht mehr.
Ich denke zwar, Maldini war ein positiver Faktor, aber nur ein geringer.
Pioli als Menschenkenner, der auch einen Leao in seiner Anfangszeit nie hat fallen lassen, war schon eher der Meistermacher.
Aber es gibt noch weitere große Faktoren: Was Piolis Glück war in seinen ersten Jahren - es gab wenig Erwartungshaltungen und entsprechen wenig Kritik von Fans und den Medien. Der konnte in Ruhe arbeiten - sein Verhängnis war eigentlich ironischerweise die Meisterschaft. Ab da wurde wieder extrem viel erwartet. So viel, dass er mit einer Vizemeisterschaft letztlich entlassen wurde, wovon wir jetzt nur träumen können. Das muss man also allen anderen Trainern nach Pioli zugute halten, die hatten von Anfang an Performancedruck und mussten entsprechend schnell auch wieder gehen. Da sehe ich die Führung, aber auch die Medien und Fans in der Verantwortung, die immer gleich die Seile durchschneiden wollen.
Und man darf noch eine Sache nicht vergessen - und das ist mein wichtigster Punkt:
Der Meisterkader hatte seinerzeit in allen Bereichen 3 absolute Leader mit spielerischer und auch motivierender Klasse. Kjaer, Kessíe, Ibrahimovic.
Die drei, die nach und nach entweder gingen und gebrechlicher wurden und in Folge weniger spielten. Hier liegt meiner Meinung nach der Hund im Kader begraben, dass dem Team noch 1-2 vom Ehrgeiz zerfressene Kämpfer mit gewisser Präsenz fehlen.
So war es sicher, als er Spieler war, aber ansonsten gibt es da jetzt nicht allzu viele Indizien für seine Rolle in der Führung.
Außer, dass es in der ungefähren Zeit von Maldini sportlich gut lief, aber diese Zeit trifft ebenso auf Pioli, der höchstwahrscheinlich viel eher EInfluss als Trainer auf die Spieler hatte.
Was das Kadermanagement angeht, hatte Maldini sowohl tolle Spieler, als auch einige totale Fehlgriffe (insbesondere in der Offensive). Zudem mehrfach Leistungsträger ablösefrei verloren. Auch ansonsten hat er nichts in der Vita außerhalb der überschaubaren Milanzeit, was ihn jetzt darauf hindeutet, dass er ein Topmann in seiner Funktion wäre. Zumal Spieler, die er holte, wie Leao, Bennacer, Tomori und Co., unter Pioli funktionierten, unter anderen Trainern aber plötzlich nicht mehr.
Ich denke zwar, Maldini war ein positiver Faktor, aber nur ein geringer.
Pioli als Menschenkenner, der auch einen Leao in seiner Anfangszeit nie hat fallen lassen, war schon eher der Meistermacher.
Aber es gibt noch weitere große Faktoren: Was Piolis Glück war in seinen ersten Jahren - es gab wenig Erwartungshaltungen und entsprechen wenig Kritik von Fans und den Medien. Der konnte in Ruhe arbeiten - sein Verhängnis war eigentlich ironischerweise die Meisterschaft. Ab da wurde wieder extrem viel erwartet. So viel, dass er mit einer Vizemeisterschaft letztlich entlassen wurde, wovon wir jetzt nur träumen können. Das muss man also allen anderen Trainern nach Pioli zugute halten, die hatten von Anfang an Performancedruck und mussten entsprechend schnell auch wieder gehen. Da sehe ich die Führung, aber auch die Medien und Fans in der Verantwortung, die immer gleich die Seile durchschneiden wollen.
Und man darf noch eine Sache nicht vergessen - und das ist mein wichtigster Punkt:
Der Meisterkader hatte seinerzeit in allen Bereichen 3 absolute Leader mit spielerischer und auch motivierender Klasse. Kjaer, Kessíe, Ibrahimovic.
Die drei, die nach und nach entweder gingen und gebrechlicher wurden und in Folge weniger spielten. Hier liegt meiner Meinung nach der Hund im Kader begraben, dass dem Team noch 1-2 vom Ehrgeiz zerfressene Kämpfer mit gewisser Präsenz fehlen.
24.05.2026 - 17:41 Uhr
Zitat von Neuville27
Vielleicht liegt es daran, dass Milan nur mein zweiter Club ist und ich daher weniger emotional an die Ikonen gebunden bin, aber ich finde es etwas übertrieben, wie hier von zumindest 2 Usern immer wieder getan wird, als ob mit Maldini der Erfolg auf dem Platz steht und fiel.
So war es sicher, als er Spieler war, aber ansonsten gibt es da jetzt nicht allzu viele Indizien für seine Rolle in der Führung.
Außer, dass es in der ungefähren Zeit von Maldini sportlich gut lief, aber diese Zeit trifft ebenso auf Pioli, der höchstwahrscheinlich viel eher EInfluss als Trainer auf die Spieler hatte.
Was das Kadermanagement angeht, hatte Maldini sowohl tolle Spieler, als auch einige totale Fehlgriffe (insbesondere in der Offensive). Zudem mehrfach Leistungsträger ablösefrei verloren. Auch ansonsten hat er nichts in der Vita außerhalb der überschaubaren Milanzeit, was ihn jetzt darauf hindeutet, dass er ein Topmann in seiner Funktion wäre. Zumal Spieler, die er holte, wie Leao, Bennacer, Tomori und Co., unter Pioli funktionierten, unter anderen Trainern aber plötzlich nicht mehr.
Ich denke zwar, Maldini war ein positiver Faktor, aber nur ein geringer.
Pioli als Menschenkenner, der auch einen Leao in seiner Anfangszeit nie hat fallen lassen, war schon eher der Meistermacher.
Aber es gibt noch weitere große Faktoren: Was Piolis Glück war in seinen ersten Jahren - es gab wenig Erwartungshaltungen und entsprechen wenig Kritik von Fans und den Medien. Der konnte in Ruhe arbeiten - sein Verhängnis war eigentlich ironischerweise die Meisterschaft. Ab da wurde wieder extrem viel erwartet. So viel, dass er mit einer Vizemeisterschaft letztlich entlassen wurde, wovon wir jetzt nur träumen können. Das muss man also allen anderen Trainern nach Pioli zugute halten, die hatten von Anfang an Performancedruck und mussten entsprechend schnell auch wieder gehen. Da sehe ich die Führung, aber auch die Medien und Fans in der Verantwortung, die immer gleich die Seile durchschneiden wollen.
Und man darf noch eine Sache nicht vergessen - und das ist mein wichtigster Punkt:
Der Meisterkader hatte seinerzeit in allen Bereichen 3 absolute Leader mit spielerischer und auch motivierender Klasse. Kjaer, Kessíe, Ibrahimovic.
Die drei, die nach und nach entweder gingen und gebrechlicher wurden und in Folge weniger spielten. Hier liegt meiner Meinung nach der Hund im Kader begraben, dass dem Team noch 1-2 vom Ehrgeiz zerfressene Kämpfer mit gewisser Präsenz fehlen.
Vielleicht liegt es daran, dass Milan nur mein zweiter Club ist und ich daher weniger emotional an die Ikonen gebunden bin, aber ich finde es etwas übertrieben, wie hier von zumindest 2 Usern immer wieder getan wird, als ob mit Maldini der Erfolg auf dem Platz steht und fiel.
So war es sicher, als er Spieler war, aber ansonsten gibt es da jetzt nicht allzu viele Indizien für seine Rolle in der Führung.
Außer, dass es in der ungefähren Zeit von Maldini sportlich gut lief, aber diese Zeit trifft ebenso auf Pioli, der höchstwahrscheinlich viel eher EInfluss als Trainer auf die Spieler hatte.
Was das Kadermanagement angeht, hatte Maldini sowohl tolle Spieler, als auch einige totale Fehlgriffe (insbesondere in der Offensive). Zudem mehrfach Leistungsträger ablösefrei verloren. Auch ansonsten hat er nichts in der Vita außerhalb der überschaubaren Milanzeit, was ihn jetzt darauf hindeutet, dass er ein Topmann in seiner Funktion wäre. Zumal Spieler, die er holte, wie Leao, Bennacer, Tomori und Co., unter Pioli funktionierten, unter anderen Trainern aber plötzlich nicht mehr.
Ich denke zwar, Maldini war ein positiver Faktor, aber nur ein geringer.
Pioli als Menschenkenner, der auch einen Leao in seiner Anfangszeit nie hat fallen lassen, war schon eher der Meistermacher.
Aber es gibt noch weitere große Faktoren: Was Piolis Glück war in seinen ersten Jahren - es gab wenig Erwartungshaltungen und entsprechen wenig Kritik von Fans und den Medien. Der konnte in Ruhe arbeiten - sein Verhängnis war eigentlich ironischerweise die Meisterschaft. Ab da wurde wieder extrem viel erwartet. So viel, dass er mit einer Vizemeisterschaft letztlich entlassen wurde, wovon wir jetzt nur träumen können. Das muss man also allen anderen Trainern nach Pioli zugute halten, die hatten von Anfang an Performancedruck und mussten entsprechend schnell auch wieder gehen. Da sehe ich die Führung, aber auch die Medien und Fans in der Verantwortung, die immer gleich die Seile durchschneiden wollen.
Und man darf noch eine Sache nicht vergessen - und das ist mein wichtigster Punkt:
Der Meisterkader hatte seinerzeit in allen Bereichen 3 absolute Leader mit spielerischer und auch motivierender Klasse. Kjaer, Kessíe, Ibrahimovic.
Die drei, die nach und nach entweder gingen und gebrechlicher wurden und in Folge weniger spielten. Hier liegt meiner Meinung nach der Hund im Kader begraben, dass dem Team noch 1-2 vom Ehrgeiz zerfressene Kämpfer mit gewisser Präsenz fehlen.
Amen 🙌
Stimme zu 95% überein.
Ob Allegri jetzt noch groß Druck hatte nach dem Seuchenjahr, darf jedoch bezweifelt werden.
Zumal der Angsthasenfußball erst spät in der Saison so richtig aufblühte.
24.05.2026 - 20:05 Uhr
Zitat von PaoloM
Was du schreibst spricht doch ehr dafür, dass die Medien auf den Zug der Fans aufgesprungen sind oder haben die Fans auch erst protestiert als sie "interne Infos über die Zukunft von Furlani" bekommen haben?
Auch die Reaktionen von der Führung sind doch verständlich. Sollen die auf jeden Artikel aufspringen?
Wenn jetzt einer sagt: "Furlani bleibt sicher", dann schreiben die nächsten, dass man so nur die Diskussion ersticken will und Furlani eigentlich schon weg ist....
Warum sollte man sich auf dieses Spiel einlassen?
Macht man doch bei Transfers auch nicht.
Zitat von DONCA
Du widersprichst dem Kalkül-Gedanken, in dem du dir selber widersprichst.
Die Saison ist noch nicht vorbei und das macht einen große Unterschied zwischen der typischen Saisonanalyse / End-of-Season Assessment und dem was jetzt bei uns passiert ist.
Es ist nicht normal, dass vor Saisonende plötzlich öffentlich über die Zukunft eines CEOs diskutiert wird vor allem nicht bei einem Topclub wie AC Milan. Bei Trainern passiert das ständig aber bei CEOs oder strategischen Führungsfiguren deutlich seltener. Die CEOs repräsentieren nämliche Stabilität und wenn so ein Gerücht nach außen gerät dann weiß man, dass es intern Unruhe gibt oder man weiß, dass es sich dabei um Medien-Leaks zur Beruhigung der Fans handelt.
Zudem braucht man hier glaube ich niemanden erklären, dass weitere Gerüchte über die Instabilität Milans eher kontraproduktiv für die Mannschaft sind. Erst recht nicht so kurz vor Saisonende wenn es noch um die CL geht.
Wäre ja auch nicht das erste Mal das Clubs Journalisten, befreundete Medien, Insider oder TV-Pundits nutzen
um Narrative zu testen oder Stimmung zu beruhigen bzw. Proteste entschärfen. Das Timing deutet m. M. n. sehr klar darauf hin das es bei uns der Fall ist:
10. Mai 2026: Massive Furlani-Proteste bei Milan–Atalanta
11.–15. Mai 2026: Erste echte Gerüchte über Furlani-/Ibra-Zukunft
Mitte Mai 2026: Cardinale gibt Interview, nachdem er zuvor so gut wie nie etwas gesagt hat
Danach: Medien diskutieren komplette Neuorganisation
Fazit: Die Gerüchtewelle entstand klar nach den massiven Curva-Sud-Protesten gegen Furlani und nicht nach Saisonende. Dementsprechend glaube ich, dass es sich hierbei um eine Strategie handelt die Fans zu beruhigen.
Zudem muss man sich auch die Art der Gerüchte angucken. Die waren alle komplett schwammig und unscharf („future uncertain“, „under evaluation“, „possible changes“) was eher in Indiz ist für bewusst kontrollierte Informationslecks. Konkret genug für Schlagzeilen aber unverbindlich genug, dass niemand sich festlegt.
Damit will ich nicht ausschließen das es intern wirklich Spannungen gibt aber in diesem Fall wurden sie meiner Meinung nach bewusst strategisch geleakt.
Ein weiterer Hinweis ist zudem, dass es keine offizielen Statements vom Verein dazu gab. Milan sagte nicht:
„Furlani oder Ibra bleiben definitiv“. Man ließ die Gerüchte laufen. Das ist oft ein Zeichen dafür:
dass die Leaks zumindest toleriert werden. Denn Clubs dementieren normalerweise sehr schnell,
wenn etwas völlig falsch ist.
Cardinale wurde zurecht von Fans kritisiert, weil er sich fast ein Jahr lang hat nicht blicken lassen. Soll man das als Fan gut finden, obwohl er doch den AC Milan und Italien angeblich so sehr liebt? Soll man es gut finden, dass er den falschen Leuten viel zu viel Macht gegeben hat und sich Milan deswegen im Kreis dreht, trotz Investitionen? Soll man es gut finden, dass er ein wenig großkotzig ankam und gesagt hat, man werde alles besser machen? Moneyball etc.? Uns wurde sehr viel gesprochen aber bis auf leere Worte haben wir sportlich Null impact gesehen.
Ich finde es gut, dass er sich jetzt überhaupt mal zu Wort gemeldet hat aber dennoch steckt da m. M. n. Kalkül bzw. eine Notwendigkeit hinter.
Wenn er was richtig machen will und gefeiert werden will, dann muss er Taten folgen lassen und so einen wie Furlani feuern. Bislang folgten aber seit der Übernahme RedBirds nur viele leere Worte und dementsprechend bin ich persönlich auch vorsichtig was die Gerüchte betrifft.
Zum Punkt der foxischen Fanbasis:
natürlich schadet Milan das vergiftete Zusammenspiel von Teilen der Fanbasis und Teilen der Medien aber die Frage sollte eher sein, wieso es dazu kommt, dass die Stimmung vergiftet ist? Vielleicht liegt es daran, dass toxische Personen viele falsche Entscheidungen getroffen haben?
Man braucht sich ja nur einmal angucken, wie vergleichsweise ruhig und harmonisch es noch vor ein paar Jahren war. Wodran liegt das denn? Vielleicht daran das es weniger Egos gab, die eher im Wohle Milans gehandelt haben und primär sportliche Interessen vertreten haben? Interessen, die jeder Fußballverein vertreten sollte.
Vielleicht lag es auch daran, dass man sportlich überzeugt hat und nicht nur finanziell.
Solange die sportlichen Ergebnisse nicht stimmen und sich gewisse Personen über den Verein stellen, wird es immer giftig bleiben. Giftige Person = giftige Stimmung.
Würden die Fans sehen, dass Milan sich gut entwickelt, dass man oben mitspielt, dann wäre es auch ruhig.
Und zudem finde ich nicht, dass man zumindest hier im Forum eine Hexenjagd auf gewisse Personen macht. Niemand streitet hier ab, dass Furlani wirtschaftlich einen guten Job macht. Dementsprechend läuft es hier ziemlich konstruktiv ab und dennoch gibt es gute Gründe, wieso gewisse Namen immer wieder fallen.
Zitat von Contabile
Ich möchte dem Gedanken vom „Kalkül” sachlich widersprechen. Dass es nach Saisonende ein Assessment der handelnden Personen gibt, ist kein Krisenmanagement, sondern der normale, jährlich wiederkehrende Prozess – so sollte es in jedem professionell geführten Klub sein. Dass die entsprechenden Berichte sich am letzten Spieltag verdichten, ist keine Inszenierung, sondern schlicht der Zeitpunkt, zu dem solche Bewertungen anstehen. Die Kausalität lässt sich auch umkehren: Nicht die Krise erzeugt die Gerüchte, sondern das nahende Saisonende.
Apropos Moncada: Es passt ins Bild, dass ausgerechnet jetzt seine mögliche Trennung durchgestochen wird – während gleichzeitig berichtet wird, dass andere Clubs großes Interesse haben (z.B. Sevilla). Nüchtern betrachtet wäre seine Rolle ohnehin entwertet, sollten Tare und Allegri tatsächlich bleiben. Allegri präferiert bekanntlich sehr erfahrene, fertige Spieler – Profile, für die es keine tiefe Scouting-Maschinerie braucht. Und Tare war es aus seiner langen Lazio-Zeit gewohnt, weitgehend eigenständig und ohne große Scouting-Abteilung zu arbeiten, stark gestützt auf das eigene Netzwerk und persönliche Beobachtung. Ein erfahrungsorientierter Trainer und ein netzwerkgetriebener, scouting-skeptischer Sportdirektor: ein perfektes Match, wenn man so will. Was soll da schon schiefgehen.
Bemerkenswert finde ich zudem, dass Cardinale fortwährend für seine Abwesenheit und sein Schweigen kritisiert wird – sobald er aber präsent ist und ein Interview gibt, ist es ebenfalls nicht recht und wird umgehend als Manöver gedeutet. Diese Lesart ist für die Gegenseite praktisch unfalsifizierbar: Schweigt er, ist es Arroganz; spricht er, ist es Kalkül. Eine Position, die sich gegen jede mögliche Beobachtung immunisiert, erklärt am Ende wenig.
Damit zu einer offenen persönlichen Anmerkung, die nicht als Angriff gemeint ist: Aus meiner Sicht zeigt sich in vielen deiner Beiträge ein ausgeprägter Confirmation Bias – die Bereitschaft, jede neue Information so zu lesen, dass sie die bereits feststehende Schlussfolgerung stützt. Das führt dazu, dass hier nahezu jede Diskussion in dasselbe Feld driftet und im Subtext eine sehr negative Grundtönung trägt. Etwas mehr Reflexion und Filter wären der Debatte zuträglich. Mir ist bewusst, dass das in einem Umfeld, in dem nahezu jeder Journalist eine eigene Agenda verfolgt, nicht leichtfällt – aber genau deshalb wäre es nötig.
Ein konkretes Beispiel: Der CorSport berichtete gestern, ausgerechnet die Transfers von Morata und Giménez – zwei vermeintliche Flops – seien Alleingänge Furlanis gewesen. Diese Darstellung verträgt sich schlecht mit zwei dokumentierten Sachverhalten. Erstens Giménez: Moncada hat öffentlich bestätigt, dass Milan den Spieler bereits zu dessen Zeit bei Cruz Azul verfolgte und durchgehend Kontakt hielt; dass sich seine damalige Agentin bereits mit Maldini im Casa Milan getroffen hat ist Nebensache.
Zweitens Morata: Er selbst gab an, sich von Fonseca vom Projekt überzeugt gefühlt zu haben – nach dessen Entlassung sei dieses gemeinsame Projekt faktisch gestorben. In diesem Fall wurde durchgängig berichtet, Ibrahimović habe sich für Morata starkgemacht. Beide „Informationen” des CorSport stehen also im Widerspruch zur sonstigen Berichtslage. Das ist exemplarisch dafür, dass es sich lohnt, die italienische Fußballberichterstattung kritisch zu hinterfragen, statt sie als Bestätigung des eigenen Bildes aufzunehmen.
Passend zu diesem Punkt möchte ich einen Beitrag teilen, der nicht zwingend in allem meiner Meinung entspricht, aber eine andere, lesenswerte Perspektive bietet:
If Giorgio Furlani has truly reached the end of his time at Milan, we should at least have the honesty to recount accurately what has happened over the past few months, without distorting the facts to suit personal preferences or the prevailing social media narratives. Because yes, Furlani has been the favourite target of a huge section of the Rossoneri faithful, gradually transformed into the perfect scapegoat: the man responsible for every internal conflict, every wrong decision, every power struggle, every alleged corporate disaster. But this oversimplification, as well as being convenient, is also deeply dangerous, because it allows everyone else to slip off the radar of accountability. And it’s a film Milan has seen before.
Not with Maldini, who is now portrayed by a section of the fanbase as an untouchable, almost infallible managerial figure, in a myth that does as much harm to the debate as the current witch-hunt against Furlani. The real precedent was Ivan Gazidis. For years, he was the face to target. The cold, distant manager, the one accused of not understanding Milan, of being the symbol of the club’s financialisation, of stifling the Rossoneri spirit. Today, with hindsight, it is recognised that Gazidis was one of the men who put a devastated club back on its feet financially. Herein lies the risk: in two years’ time, we may well witness the same revisionism regarding Furlani, after having treated him as the absolute evil.
This does not mean that Furlani is blameless or that Milan’s sporting decisions have been flawless. It simply means distinguishing between the different levels. On the business side, the figures speak for themselves: Milan has recorded two consecutive years of profit, with record revenues of 457 million in the 2023–24 financial statements, following 404.5 million the previous year. In Italian football, where many clubs continue to survive on refinancing, desperate capital gains or interventions by the owners, this is no minor detail: it is the bare minimum required to remain competitive. One can debate how that money was spent, and there the criticism is legitimate. But to portray Furlani as a complete incompetent is to deny reality.
Then there is another point that is strangely ignored by those who prefer caricature to substance: the relationship between the club and the outside world. Milan has continued to rack up huge figures at the stadium, consoli ***** attendance figures on a par with Europe’s top clubs. And at the same time, it has begun to break down mechanisms that had been tolerated or even normalised for far too long. The issue of ticket touting, the grey areas surrounding organised support, and the vested interests built upon Milan is not the stuff of conspiracy theorists but concrete news, with investigations revealing just how toxic certain ecosystems were. If Furlani has helped to sever ties with those who have been profiting from Milan for years, then this is a huge achievement. And his eventual successor should have the courage to continue exactly along those lines, without reverting to old, convenient compromises.
That said, it would be ridiculous to think that simply changing the CEO is enough to solve Milan’s problems. Because the current picture is far more complex. And above all because there is a massive contradiction within the Rossoneri environment that can no longer be ignored. On Sunday evening against Cagliari, Milan are playing a match which, between Champions League qualification, UEFA bonuses, the market pool, commercial revenue and all the associated income, is easily worth around €70 million. The new Champions League alone guarantees a massive financial foundation simply through entry into the competition, even before we talk about sporting results. Yet the atmosphere is that of a permanent funeral.
And this is where we need to say something uncomfortable: a section of the Rossoneri fanbase has become toxic. Not demanding: toxic. Because expecting a lot from Milan is normal, almost a duty. But turning every season into a binary referendum — the Scudetto or total failure — is a delusion that has no place in sporting culture, but rather stems from a form of collective hysteria fuelled by social media, personal agendas and a perpetually apocalyptic narrative. Milan is not Real Madrid, with double the revenue, a stadium of its own and a financial structure on a scale far beyond that of Serie A. Demanding to win the league every single year as the only acceptable condition is not a winning mentality; it is childishness.
If Furlani leaves, Milan will lose an executive who is questionable on some fronts but objectively effective on others. If he stays, he will not suddenly become the saviour. But in both cases, the point remains the same: as long as Milan continues to be portrayed and experienced within this toxic machine that devours one executive at a time, there will be no CEO good enough to make a difference.
Wie gesagt: nicht alles davon ist meine Position. Aber der Kerngedanke trifft etwas Wesentliches. Damit komme ich zu meinem abschließenden Punkt: Das vergiftete Zusammenspiel von Teilen der Fanbasis und Teilen der Medien schadet Milan mittelfristig mehr, als es nützt, und hemmt die Aussicht auf sportlichen Erfolg. Es gibt genügend Beispiele dafür, dass eine solche toxische Dynamik aus Dauerunruhe, Misstrauen und apokalyptischer Erwartungshaltung eine Negativspirale erzeugt hat, die am Ende sogar in den Abstieg mündete. Eine Klubführung lässt sich austauschen – eine vergiftete Atmosphäre nicht so einfach. Auch das gehört zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme.
Zitat von DONCA
Laut La Republica soll wohl auch Moncada auf der Abschussliste stehen.
Ich finde den Zeitpunkt dieser Gerüchte sehr spannend.
Die CL ist in Gefahr, die Fans protestieren gegen Furlani und Co. und plötzlich meldet sich Onkel Cardinale zu Wort und in den Zeitungen liest man fast täglich, dass Ibra, Furlani und jetzt auch Moncada ihren Job verlieren.
Und das alles vor dem letzten Spieltag. Zufall oder Kalkül?
Also auf mich wirkt es so, als würde man hier Krisenmanagement betreiben. Man versucht mit dem Interview und den ganzen Schlagzeilen die Fans zu beruhigen, da die CL Gelder in Gefahr sind. Krampfhaft versucht man wieder die Fans auf seine Seite zu bekommen und zugleich nimmt man medial den Fokus von der Mannschaft weg.
Dementsprechend sollten wir uns vielleicht nicht zu früh freuen, dass gewisse Leute den Verein endlich verlassen werden. Falls man nämlich die CL erreicht, würde ich es nicht ausschließen, dass die genannten Personen trotzdem bleiben dürfen und alles nur inszeniert war.
Laut La Republica soll wohl auch Moncada auf der Abschussliste stehen.
Ich finde den Zeitpunkt dieser Gerüchte sehr spannend.
Die CL ist in Gefahr, die Fans protestieren gegen Furlani und Co. und plötzlich meldet sich Onkel Cardinale zu Wort und in den Zeitungen liest man fast täglich, dass Ibra, Furlani und jetzt auch Moncada ihren Job verlieren.
Und das alles vor dem letzten Spieltag. Zufall oder Kalkül?
Also auf mich wirkt es so, als würde man hier Krisenmanagement betreiben. Man versucht mit dem Interview und den ganzen Schlagzeilen die Fans zu beruhigen, da die CL Gelder in Gefahr sind. Krampfhaft versucht man wieder die Fans auf seine Seite zu bekommen und zugleich nimmt man medial den Fokus von der Mannschaft weg.
Dementsprechend sollten wir uns vielleicht nicht zu früh freuen, dass gewisse Leute den Verein endlich verlassen werden. Falls man nämlich die CL erreicht, würde ich es nicht ausschließen, dass die genannten Personen trotzdem bleiben dürfen und alles nur inszeniert war.
Ich möchte dem Gedanken vom „Kalkül” sachlich widersprechen. Dass es nach Saisonende ein Assessment der handelnden Personen gibt, ist kein Krisenmanagement, sondern der normale, jährlich wiederkehrende Prozess – so sollte es in jedem professionell geführten Klub sein. Dass die entsprechenden Berichte sich am letzten Spieltag verdichten, ist keine Inszenierung, sondern schlicht der Zeitpunkt, zu dem solche Bewertungen anstehen. Die Kausalität lässt sich auch umkehren: Nicht die Krise erzeugt die Gerüchte, sondern das nahende Saisonende.
Apropos Moncada: Es passt ins Bild, dass ausgerechnet jetzt seine mögliche Trennung durchgestochen wird – während gleichzeitig berichtet wird, dass andere Clubs großes Interesse haben (z.B. Sevilla). Nüchtern betrachtet wäre seine Rolle ohnehin entwertet, sollten Tare und Allegri tatsächlich bleiben. Allegri präferiert bekanntlich sehr erfahrene, fertige Spieler – Profile, für die es keine tiefe Scouting-Maschinerie braucht. Und Tare war es aus seiner langen Lazio-Zeit gewohnt, weitgehend eigenständig und ohne große Scouting-Abteilung zu arbeiten, stark gestützt auf das eigene Netzwerk und persönliche Beobachtung. Ein erfahrungsorientierter Trainer und ein netzwerkgetriebener, scouting-skeptischer Sportdirektor: ein perfektes Match, wenn man so will. Was soll da schon schiefgehen.
Bemerkenswert finde ich zudem, dass Cardinale fortwährend für seine Abwesenheit und sein Schweigen kritisiert wird – sobald er aber präsent ist und ein Interview gibt, ist es ebenfalls nicht recht und wird umgehend als Manöver gedeutet. Diese Lesart ist für die Gegenseite praktisch unfalsifizierbar: Schweigt er, ist es Arroganz; spricht er, ist es Kalkül. Eine Position, die sich gegen jede mögliche Beobachtung immunisiert, erklärt am Ende wenig.
Damit zu einer offenen persönlichen Anmerkung, die nicht als Angriff gemeint ist: Aus meiner Sicht zeigt sich in vielen deiner Beiträge ein ausgeprägter Confirmation Bias – die Bereitschaft, jede neue Information so zu lesen, dass sie die bereits feststehende Schlussfolgerung stützt. Das führt dazu, dass hier nahezu jede Diskussion in dasselbe Feld driftet und im Subtext eine sehr negative Grundtönung trägt. Etwas mehr Reflexion und Filter wären der Debatte zuträglich. Mir ist bewusst, dass das in einem Umfeld, in dem nahezu jeder Journalist eine eigene Agenda verfolgt, nicht leichtfällt – aber genau deshalb wäre es nötig.
Ein konkretes Beispiel: Der CorSport berichtete gestern, ausgerechnet die Transfers von Morata und Giménez – zwei vermeintliche Flops – seien Alleingänge Furlanis gewesen. Diese Darstellung verträgt sich schlecht mit zwei dokumentierten Sachverhalten. Erstens Giménez: Moncada hat öffentlich bestätigt, dass Milan den Spieler bereits zu dessen Zeit bei Cruz Azul verfolgte und durchgehend Kontakt hielt; dass sich seine damalige Agentin bereits mit Maldini im Casa Milan getroffen hat ist Nebensache.
Zweitens Morata: Er selbst gab an, sich von Fonseca vom Projekt überzeugt gefühlt zu haben – nach dessen Entlassung sei dieses gemeinsame Projekt faktisch gestorben. In diesem Fall wurde durchgängig berichtet, Ibrahimović habe sich für Morata starkgemacht. Beide „Informationen” des CorSport stehen also im Widerspruch zur sonstigen Berichtslage. Das ist exemplarisch dafür, dass es sich lohnt, die italienische Fußballberichterstattung kritisch zu hinterfragen, statt sie als Bestätigung des eigenen Bildes aufzunehmen.
Passend zu diesem Punkt möchte ich einen Beitrag teilen, der nicht zwingend in allem meiner Meinung entspricht, aber eine andere, lesenswerte Perspektive bietet:
If Giorgio Furlani has truly reached the end of his time at Milan, we should at least have the honesty to recount accurately what has happened over the past few months, without distorting the facts to suit personal preferences or the prevailing social media narratives. Because yes, Furlani has been the favourite target of a huge section of the Rossoneri faithful, gradually transformed into the perfect scapegoat: the man responsible for every internal conflict, every wrong decision, every power struggle, every alleged corporate disaster. But this oversimplification, as well as being convenient, is also deeply dangerous, because it allows everyone else to slip off the radar of accountability. And it’s a film Milan has seen before.
Not with Maldini, who is now portrayed by a section of the fanbase as an untouchable, almost infallible managerial figure, in a myth that does as much harm to the debate as the current witch-hunt against Furlani. The real precedent was Ivan Gazidis. For years, he was the face to target. The cold, distant manager, the one accused of not understanding Milan, of being the symbol of the club’s financialisation, of stifling the Rossoneri spirit. Today, with hindsight, it is recognised that Gazidis was one of the men who put a devastated club back on its feet financially. Herein lies the risk: in two years’ time, we may well witness the same revisionism regarding Furlani, after having treated him as the absolute evil.
This does not mean that Furlani is blameless or that Milan’s sporting decisions have been flawless. It simply means distinguishing between the different levels. On the business side, the figures speak for themselves: Milan has recorded two consecutive years of profit, with record revenues of 457 million in the 2023–24 financial statements, following 404.5 million the previous year. In Italian football, where many clubs continue to survive on refinancing, desperate capital gains or interventions by the owners, this is no minor detail: it is the bare minimum required to remain competitive. One can debate how that money was spent, and there the criticism is legitimate. But to portray Furlani as a complete incompetent is to deny reality.
Then there is another point that is strangely ignored by those who prefer caricature to substance: the relationship between the club and the outside world. Milan has continued to rack up huge figures at the stadium, consoli ***** attendance figures on a par with Europe’s top clubs. And at the same time, it has begun to break down mechanisms that had been tolerated or even normalised for far too long. The issue of ticket touting, the grey areas surrounding organised support, and the vested interests built upon Milan is not the stuff of conspiracy theorists but concrete news, with investigations revealing just how toxic certain ecosystems were. If Furlani has helped to sever ties with those who have been profiting from Milan for years, then this is a huge achievement. And his eventual successor should have the courage to continue exactly along those lines, without reverting to old, convenient compromises.
That said, it would be ridiculous to think that simply changing the CEO is enough to solve Milan’s problems. Because the current picture is far more complex. And above all because there is a massive contradiction within the Rossoneri environment that can no longer be ignored. On Sunday evening against Cagliari, Milan are playing a match which, between Champions League qualification, UEFA bonuses, the market pool, commercial revenue and all the associated income, is easily worth around €70 million. The new Champions League alone guarantees a massive financial foundation simply through entry into the competition, even before we talk about sporting results. Yet the atmosphere is that of a permanent funeral.
And this is where we need to say something uncomfortable: a section of the Rossoneri fanbase has become toxic. Not demanding: toxic. Because expecting a lot from Milan is normal, almost a duty. But turning every season into a binary referendum — the Scudetto or total failure — is a delusion that has no place in sporting culture, but rather stems from a form of collective hysteria fuelled by social media, personal agendas and a perpetually apocalyptic narrative. Milan is not Real Madrid, with double the revenue, a stadium of its own and a financial structure on a scale far beyond that of Serie A. Demanding to win the league every single year as the only acceptable condition is not a winning mentality; it is childishness.
If Furlani leaves, Milan will lose an executive who is questionable on some fronts but objectively effective on others. If he stays, he will not suddenly become the saviour. But in both cases, the point remains the same: as long as Milan continues to be portrayed and experienced within this toxic machine that devours one executive at a time, there will be no CEO good enough to make a difference.
Wie gesagt: nicht alles davon ist meine Position. Aber der Kerngedanke trifft etwas Wesentliches. Damit komme ich zu meinem abschließenden Punkt: Das vergiftete Zusammenspiel von Teilen der Fanbasis und Teilen der Medien schadet Milan mittelfristig mehr, als es nützt, und hemmt die Aussicht auf sportlichen Erfolg. Es gibt genügend Beispiele dafür, dass eine solche toxische Dynamik aus Dauerunruhe, Misstrauen und apokalyptischer Erwartungshaltung eine Negativspirale erzeugt hat, die am Ende sogar in den Abstieg mündete. Eine Klubführung lässt sich austauschen – eine vergiftete Atmosphäre nicht so einfach. Auch das gehört zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme.
Du widersprichst dem Kalkül-Gedanken, in dem du dir selber widersprichst.
Die Saison ist noch nicht vorbei und das macht einen große Unterschied zwischen der typischen Saisonanalyse / End-of-Season Assessment und dem was jetzt bei uns passiert ist.
Es ist nicht normal, dass vor Saisonende plötzlich öffentlich über die Zukunft eines CEOs diskutiert wird vor allem nicht bei einem Topclub wie AC Milan. Bei Trainern passiert das ständig aber bei CEOs oder strategischen Führungsfiguren deutlich seltener. Die CEOs repräsentieren nämliche Stabilität und wenn so ein Gerücht nach außen gerät dann weiß man, dass es intern Unruhe gibt oder man weiß, dass es sich dabei um Medien-Leaks zur Beruhigung der Fans handelt.
Zudem braucht man hier glaube ich niemanden erklären, dass weitere Gerüchte über die Instabilität Milans eher kontraproduktiv für die Mannschaft sind. Erst recht nicht so kurz vor Saisonende wenn es noch um die CL geht.
Wäre ja auch nicht das erste Mal das Clubs Journalisten, befreundete Medien, Insider oder TV-Pundits nutzen
um Narrative zu testen oder Stimmung zu beruhigen bzw. Proteste entschärfen. Das Timing deutet m. M. n. sehr klar darauf hin das es bei uns der Fall ist:
10. Mai 2026: Massive Furlani-Proteste bei Milan–Atalanta
11.–15. Mai 2026: Erste echte Gerüchte über Furlani-/Ibra-Zukunft
Mitte Mai 2026: Cardinale gibt Interview, nachdem er zuvor so gut wie nie etwas gesagt hat
Danach: Medien diskutieren komplette Neuorganisation
Fazit: Die Gerüchtewelle entstand klar nach den massiven Curva-Sud-Protesten gegen Furlani und nicht nach Saisonende. Dementsprechend glaube ich, dass es sich hierbei um eine Strategie handelt die Fans zu beruhigen.
Zudem muss man sich auch die Art der Gerüchte angucken. Die waren alle komplett schwammig und unscharf („future uncertain“, „under evaluation“, „possible changes“) was eher in Indiz ist für bewusst kontrollierte Informationslecks. Konkret genug für Schlagzeilen aber unverbindlich genug, dass niemand sich festlegt.
Damit will ich nicht ausschließen das es intern wirklich Spannungen gibt aber in diesem Fall wurden sie meiner Meinung nach bewusst strategisch geleakt.
Ein weiterer Hinweis ist zudem, dass es keine offizielen Statements vom Verein dazu gab. Milan sagte nicht:
„Furlani oder Ibra bleiben definitiv“. Man ließ die Gerüchte laufen. Das ist oft ein Zeichen dafür:
dass die Leaks zumindest toleriert werden. Denn Clubs dementieren normalerweise sehr schnell,
wenn etwas völlig falsch ist.
Cardinale wurde zurecht von Fans kritisiert, weil er sich fast ein Jahr lang hat nicht blicken lassen. Soll man das als Fan gut finden, obwohl er doch den AC Milan und Italien angeblich so sehr liebt? Soll man es gut finden, dass er den falschen Leuten viel zu viel Macht gegeben hat und sich Milan deswegen im Kreis dreht, trotz Investitionen? Soll man es gut finden, dass er ein wenig großkotzig ankam und gesagt hat, man werde alles besser machen? Moneyball etc.? Uns wurde sehr viel gesprochen aber bis auf leere Worte haben wir sportlich Null impact gesehen.
Ich finde es gut, dass er sich jetzt überhaupt mal zu Wort gemeldet hat aber dennoch steckt da m. M. n. Kalkül bzw. eine Notwendigkeit hinter.
Wenn er was richtig machen will und gefeiert werden will, dann muss er Taten folgen lassen und so einen wie Furlani feuern. Bislang folgten aber seit der Übernahme RedBirds nur viele leere Worte und dementsprechend bin ich persönlich auch vorsichtig was die Gerüchte betrifft.
Zum Punkt der foxischen Fanbasis:
natürlich schadet Milan das vergiftete Zusammenspiel von Teilen der Fanbasis und Teilen der Medien aber die Frage sollte eher sein, wieso es dazu kommt, dass die Stimmung vergiftet ist? Vielleicht liegt es daran, dass toxische Personen viele falsche Entscheidungen getroffen haben?
Man braucht sich ja nur einmal angucken, wie vergleichsweise ruhig und harmonisch es noch vor ein paar Jahren war. Wodran liegt das denn? Vielleicht daran das es weniger Egos gab, die eher im Wohle Milans gehandelt haben und primär sportliche Interessen vertreten haben? Interessen, die jeder Fußballverein vertreten sollte.
Vielleicht lag es auch daran, dass man sportlich überzeugt hat und nicht nur finanziell.
Solange die sportlichen Ergebnisse nicht stimmen und sich gewisse Personen über den Verein stellen, wird es immer giftig bleiben. Giftige Person = giftige Stimmung.
Würden die Fans sehen, dass Milan sich gut entwickelt, dass man oben mitspielt, dann wäre es auch ruhig.
Und zudem finde ich nicht, dass man zumindest hier im Forum eine Hexenjagd auf gewisse Personen macht. Niemand streitet hier ab, dass Furlani wirtschaftlich einen guten Job macht. Dementsprechend läuft es hier ziemlich konstruktiv ab und dennoch gibt es gute Gründe, wieso gewisse Namen immer wieder fallen.
Was du schreibst spricht doch ehr dafür, dass die Medien auf den Zug der Fans aufgesprungen sind oder haben die Fans auch erst protestiert als sie "interne Infos über die Zukunft von Furlani" bekommen haben?
Auch die Reaktionen von der Führung sind doch verständlich. Sollen die auf jeden Artikel aufspringen?
Wenn jetzt einer sagt: "Furlani bleibt sicher", dann schreiben die nächsten, dass man so nur die Diskussion ersticken will und Furlani eigentlich schon weg ist....
Warum sollte man sich auf dieses Spiel einlassen?
Macht man doch bei Transfers auch nicht.
Oder die Medien haben einfach nur die "Gerüchte" gestreut, die sie vom Verein bekommen haben um die Fans zu beruhigen.
Einen Tag nach den Stadionprotesten mit G.F. Out-Choreo gab es direkt die ersten Gerüchte über seinen Abgang. Komischer Zufall oder? Mit zunehmenden Berichten wurden auch die Proteste ruhiger. Passend zum letzten Saisonspiel, bei dem es um viel Geld geht.
Die Reaktion von der Führung ist verständlich, wenn man die Fans beruhigen will. Man toleriert die Gerüchte. Würde man die Gerüchte dementieren, dann würden die Anti-Furlani-Proteste wieder lauter werden.
Aber wir auch immer. Es war nur ein Gedanke zu der ganzen Thematik und am Ende werden wir sehen, ob ein Furlani wirklich gehen muss oder ob es vielleicht doch bewusst gestreute Gerüchte waren, damit die Stimmung nicht kippt.
24.05.2026 - 20:24 Uhr
Zitat von Neuville27
Vielleicht liegt es daran, dass Milan nur mein zweiter Club ist und ich daher weniger emotional an die Ikonen gebunden bin, aber ich finde es etwas übertrieben, wie hier von zumindest 2 Usern immer wieder getan wird, als ob mit Maldini der Erfolg auf dem Platz steht und fiel.
So war es sicher, als er Spieler war, aber ansonsten gibt es da jetzt nicht allzu viele Indizien für seine Rolle in der Führung.
Außer, dass es in der ungefähren Zeit von Maldini sportlich gut lief, aber diese Zeit trifft ebenso auf Pioli, der höchstwahrscheinlich viel eher EInfluss als Trainer auf die Spieler hatte.
Was das Kadermanagement angeht, hatte Maldini sowohl tolle Spieler, als auch einige totale Fehlgriffe (insbesondere in der Offensive). Zudem mehrfach Leistungsträger ablösefrei verloren. Auch ansonsten hat er nichts in der Vita außerhalb der überschaubaren Milanzeit, was ihn jetzt darauf hindeutet, dass er ein Topmann in seiner Funktion wäre. Zumal Spieler, die er holte, wie Leao, Bennacer, Tomori und Co., unter Pioli funktionierten, unter anderen Trainern aber plötzlich nicht mehr.
Ich denke zwar, Maldini war ein positiver Faktor, aber nur ein geringer.
Pioli als Menschenkenner, der auch einen Leao in seiner Anfangszeit nie hat fallen lassen, war schon eher der Meistermacher.
Aber es gibt noch weitere große Faktoren: Was Piolis Glück war in seinen ersten Jahren - es gab wenig Erwartungshaltungen und entsprechen wenig Kritik von Fans und den Medien. Der konnte in Ruhe arbeiten - sein Verhängnis war eigentlich ironischerweise die Meisterschaft. Ab da wurde wieder extrem viel erwartet. So viel, dass er mit einer Vizemeisterschaft letztlich entlassen wurde, wovon wir jetzt nur träumen können. Das muss man also allen anderen Trainern nach Pioli zugute halten, die hatten von Anfang an Performancedruck und mussten entsprechend schnell auch wieder gehen. Da sehe ich die Führung, aber auch die Medien und Fans in der Verantwortung, die immer gleich die Seile durchschneiden wollen.
Und man darf noch eine Sache nicht vergessen - und das ist mein wichtigster Punkt:
Der Meisterkader hatte seinerzeit in allen Bereichen 3 absolute Leader mit spielerischer und auch motivierender Klasse. Kjaer, Kessíe, Ibrahimovic.
Die drei, die nach und nach entweder gingen und gebrechlicher wurden und in Folge weniger spielten. Hier liegt meiner Meinung nach der Hund im Kader begraben, dass dem Team noch 1-2 vom Ehrgeiz zerfressene Kämpfer mit gewisser Präsenz fehlen.
Vielleicht liegt es daran, dass Milan nur mein zweiter Club ist und ich daher weniger emotional an die Ikonen gebunden bin, aber ich finde es etwas übertrieben, wie hier von zumindest 2 Usern immer wieder getan wird, als ob mit Maldini der Erfolg auf dem Platz steht und fiel.
So war es sicher, als er Spieler war, aber ansonsten gibt es da jetzt nicht allzu viele Indizien für seine Rolle in der Führung.
Außer, dass es in der ungefähren Zeit von Maldini sportlich gut lief, aber diese Zeit trifft ebenso auf Pioli, der höchstwahrscheinlich viel eher EInfluss als Trainer auf die Spieler hatte.
Was das Kadermanagement angeht, hatte Maldini sowohl tolle Spieler, als auch einige totale Fehlgriffe (insbesondere in der Offensive). Zudem mehrfach Leistungsträger ablösefrei verloren. Auch ansonsten hat er nichts in der Vita außerhalb der überschaubaren Milanzeit, was ihn jetzt darauf hindeutet, dass er ein Topmann in seiner Funktion wäre. Zumal Spieler, die er holte, wie Leao, Bennacer, Tomori und Co., unter Pioli funktionierten, unter anderen Trainern aber plötzlich nicht mehr.
Ich denke zwar, Maldini war ein positiver Faktor, aber nur ein geringer.
Pioli als Menschenkenner, der auch einen Leao in seiner Anfangszeit nie hat fallen lassen, war schon eher der Meistermacher.
Aber es gibt noch weitere große Faktoren: Was Piolis Glück war in seinen ersten Jahren - es gab wenig Erwartungshaltungen und entsprechen wenig Kritik von Fans und den Medien. Der konnte in Ruhe arbeiten - sein Verhängnis war eigentlich ironischerweise die Meisterschaft. Ab da wurde wieder extrem viel erwartet. So viel, dass er mit einer Vizemeisterschaft letztlich entlassen wurde, wovon wir jetzt nur träumen können. Das muss man also allen anderen Trainern nach Pioli zugute halten, die hatten von Anfang an Performancedruck und mussten entsprechend schnell auch wieder gehen. Da sehe ich die Führung, aber auch die Medien und Fans in der Verantwortung, die immer gleich die Seile durchschneiden wollen.
Und man darf noch eine Sache nicht vergessen - und das ist mein wichtigster Punkt:
Der Meisterkader hatte seinerzeit in allen Bereichen 3 absolute Leader mit spielerischer und auch motivierender Klasse. Kjaer, Kessíe, Ibrahimovic.
Die drei, die nach und nach entweder gingen und gebrechlicher wurden und in Folge weniger spielten. Hier liegt meiner Meinung nach der Hund im Kader begraben, dass dem Team noch 1-2 vom Ehrgeiz zerfressene Kämpfer mit gewisser Präsenz fehlen.
Ich weiß nicht welche User du genau meinst aber ich kenne keinen User hier, der Maldini alleine dafür verantwortlich macht, dass es gut bzw. ohne ihn schlecht lief.
Es gibt aber genug Indizien dafür, dass Maldini Arbeit eine sehr positive Wirkung auf die Spieler hatte. Abgesehen von den Ergebnissen sind es vor allem die durchweg sehr positiven Äußerungen der Spieler bzgl. Maldini. Die Spieler standen alle zu 100% hinter ihm. Der ist einfach von Natur aus eine Führungsfigur und genau sowas fehlt uns momentan. Oder glaubt irgendjemand hier ernsthaft das ein Moncada oder auch Furlani diese Rolle übernehmen können?
Fakt ist, dass die ganzen Diziplinlosigkeit nach seinem Abgang begann. Aber ja, vielleicht lag das auch am Fehlen von Pioli oder anderen Führungsspielern wie Kjaer. Aber selbst dann muss man sich als Fan die frage stellen, wieso man keinen passenden Ersatz geholt hat? Fehlt es da vielleicht an sportlicher Kompetenz, weshalb man diese Lücke im Kader nicht sieht?
Natürlich gibt es für den Fall mehrere Gründe aber negative Auswirkung hatte sein Abgang definitiv.
Zudem sollte man sich auch die Frage stellen, wieso man Leistungsträger ablösefrei verloren hat. Wenn man Boban und Maldini glaubt, dann lag es u. A. auch daran, dass der Verein nicht gewillt war gewissen Spielern mehr Geld zu bezahlen. Was soll dann ein Maldini machen? Aus eigener Tasche eine Million draufpacken?
Maldini hat sicherlich nicht alle richtig gemacht aber sein positiver Einfluss ist unbestreitbar, sofern man den unzähligen positiven Aussagen der Spielern glaubt.
Zudem sollte man sich auch mal die Frage stellen, wieso es keine positiven Äußerungen von Spielern gibt bzgl. Moncada oder Furlani?
24.05.2026 - 20:43 Uhr
Passend zur Diskussion der letzten Tage eine 1 zu 1 Übersetzung vom Curva Sud Statement, das heute veröffentlicht wurde:
„Mit dem üblichen absurden und ungerechtfertigten Verbot, nach Genua zu reisen, um AC Milan zu unterstützen, finden wir uns heute in der Situation wieder, um das Mindestziel kämpfen zu müssen, das ein Verein wie unserer jedes Jahr erreichen sollte — und auf das wir offensichtlich nicht verzichten wollen — gegen ein Cagliari, das in dieser Saison nichts mehr zu erreichen hat, und gegen eine der fanatischsten Fanbasen, die uns gegenüber besonders feindselig eingestellt sind.
„Umso mehr ein Grund, auch heute wieder so lautstark wie möglich anzufeuern, wie wir es die ganze Saison über getan haben — ganz im Gegensatz zu dem, was der Amerikaner behauptet, der in dieser Saison gerade einmal bei drei Gelegenheiten anwesend war.
„Danach wird es Zeit sein, Bilanz zu ziehen und denjenigen zu danken, die es uns trotz allem ermöglicht haben, am letzten Spieltag noch um einen Champions-League-Platz zu kämpfen: Mister Allegri und Igli Tare — weshalb uns die Gerüchte über seine angebliche Entlassung am Ende der Saison einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen.“
„Wenn das tatsächlich der Fall wäre, dann wäre der Sportdirektor nur das neueste Opfer der Inkompetenz anderer, eines Managements, das nichts anderes getan hat, als sich in Kaufentscheidungen und die daraus resultierenden Transfermarkt-Operationen einzumischen — ohne dabei die verheerenden Auswirkungen zu vergessen, die das Verhalten einiger Milan-‚Direktoren‘ auf die Führung der Mannschaft und die Kabine hatte.
„Und wie jedes Jahr haben sie es auch diesmal geschafft, einen neuen Sündenbock zu finden, einen weiteren Kopf, den man dem Amerikaner präsentieren kann, um die eigenen Fehler zu verschleiern, obwohl die Herren Furlani, Ibrahimovic und Moncada die Ersten sein müssten, die ihre Fehler eingestehen und ihre Koffer packen sollten, um AC Milan und die AC-Milan-Fans von der Mittelmäßigkeit der letzten vier Jahre zu befreien…
„Worte, Worte, Worte… Das lange Interview mit AC-Milan-Besitzer Gerry Cardinale stand vergangene Woche im Mittelpunkt. Nach Jahren des Schweigens erwachte Cardinale aus seinem goldenen Schlaf, um abstrakte Versprechen und längst ausgelutschte Konzepte herunterzubeten — kurz gesagt: die üblichen Worte, die darauf abzielen, die Proteste der AC-Milan-Fans zu beruhigen.
„Ja, denn diese Worte kommen genau in dem Moment, in dem alle internationalen Medien gezeigt und berichtet haben, was rund um AC Milan passiert: die Proteste und das Unbehagen einer gesamten Fanbasis, die dem Image und der Führung von RedBird schaden. Daher also die Lektion in Form eines langen, sorgfältig geplanten Interviews mit der Gazzetta dello Sport — einer Zeitung, die längst nichts mehr mit Journalismus zu tun hat, da sie nicht einmal einen einzigen Artikel über die Fanproteste vom vergangenen Sonntag veröffentlicht hat, außer dem Eigentümer Seiten zur Verfügung zu stellen, auf denen er versucht, alles herunterzuspielen, ein durch diese Eigentümerschaft zerstörtes Umfeld zu beruhigen und eher die Finanzwelt als die AC-Milan-Gemeinschaft zu besänftigen.
„Cardinale sagte, er könne den AC-Milan-Fans ihren Ärger nicht verübeln, weil er selbst ebenfalls wütend sei. Und das sagt er, nachdem genau diese Eigentümerschaft (SEINE) einen Kreuzzug gegen die Curva Sud und den gesamten organisierten Support geführt hat und San Siro nicht nur von echten Fans geleert hat, sondern auch von jener Leidenschaft und Farbe, die das Stadion legendär gemacht haben.
„Die amerikanische Clique hat einen ‚ethnischen Austausch‘ betrieben, der darauf abzielt, die loyalsten und leidenschaftlichsten Unterstützer zu verdrängen und sie durch Kunden, Konsumenten und Fußballtouristen zu ersetzen — ganz nach der offensichtlichsten und schamlosesten Showbusiness-Logik, mit katastrophalen Ergebnissen, die für alle sichtbar sind.“
„Was hat Cardinale überhaupt über die Milan-Fans und den Milanismo verstanden? Wie kann sich der Besitzer eines der berühmtesten Teams der Welt — der seit über einem Jahr aus Angst vor Kritik den Stadien fernbleibt — das Recht herausnehmen, den Fans zu sagen, dass die Mannschaft unterstützt werden müsse, wenn die Milan-Fans das ganze Jahr über nie aufgehört haben zu singen, selbst angesichts peinlicher Leistungen?!
„Wie kann er das tun, wenn sein Klub schweigend und ohne mit der Wimper zu zucken die absurden Verbote im San Siro akzeptiert hat, während Auswärtskurven in ganz Italien voller Farbe und Leidenschaft waren — ohne irgendwelche verrückten Einschränkungen?
„Wie kann er das tun, wenn sein Klub stillschweigend all die absurden Verbote akzeptiert hat, die den Fans im San Siro auferlegt wurden, während Auswärtsblöcke in ganz Italien voller Farbe und Leidenschaft waren — ohne irgendwelche absurden Restriktionen?
„Heute haben wir tatsächlich eine Mannschaft auf Platz vier, die sich erst am letzten Spieltag qualifizieren muss — nachdem sie monatelang mit einem zahlenmäßig begrenzten Kader an der Tabellenspitze gekämpft hat und im Januar beschämenderweise genauso belassen wurde, ohne die Wünsche des Trainers und des Sportdirektors zu erfüllen, um bis Mai konkurrenzfähig kämpfen zu können.
„Die Milan-Fans wollen nicht um jeden Preis gewinnen; sie wollen eine Mannschaft, die aufgebaut wurde, um zu gewinnen. Sie wollen Spieler, die die Ambitionen ihrer Fans widerspiegeln und der Geschichte des Vereins gerecht werden. Das ist es, was wir von Herrn Cardinale verlangen. Wir sind seine großspurigen Interviews darüber, ein Gewinner und ehrgeizig zu sein, leid, denn die letzten vier Jahre haben ihm auf drastische Weise widersprochen — und zwar auf die schmerzhafteste Art für diejenigen, die Milan wirklich lieben.“
„Cardinale taucht am Ende einer weiteren enttäuschenden Saison wieder auf — nach langer Abwesenheit aus der Rossoneri-Welt. Er fehlte sogar bei den Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum von AC Milan (erneut, um Kritik zu vermeiden).
„Heute erzählt er uns, er sei zurück, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen, um zu verstehen, was schiefgelaufen ist und was verbessert werden müsse, weil er viel Geld ausgegeben habe und ein Gewinner sei. Er sagt das, ohne zu lachen — vermutlich, weil er niemals das Museum an der Via Aldo Rossi besucht hat, oder weil er nie eines der historischen Europapokalspiele der Rossoneri gesehen hat, oder weil er gar nicht weiß, in welche Spieler er SEIN Geld investiert hat.
„Während es stimmt, dass unter seiner Führung viel Geld ausgegeben wurde (und schlecht, wie er selbst eingeräumt hat), stimmt ebenso, dass ein großer Teil dieses Geldes aus dem Verkauf von Schlüsselspielern stammt — wodurch jedes Mal das Rückgrat der Mannschaft zerstört wurde und verhindert wurde, dass sie um Titel konkurrieren kann.
„Und da die Eigentümer offenbar nicht die Absicht haben zu verkaufen (LEIDER, auch wenn die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt…), sollen sie wenigstens endlich ernsthaft damit beginnen, die Katastrophen der vergangenen Jahre zu beheben — Jahre, in denen alle außer den Hauptverantwortlichen den Preis bezahlt haben.
„RAUS mit Furlani und Moncada wegen der katastrophalen Entscheidungen, die AC Milan auf eine Nebenrolle reduziert haben. RAUS mit Ibrahimovic — so großartig er als Spieler war, so schädlich ist er als Direktor; eine schädliche und spaltende Figur innerhalb der Mannschaft, oft abwesend oder in schwierigen Momenten völlig fehl am Platz. Und warum nicht auch RAUS mit Scaroni, dessen Nutzen bis heute niemand verstanden hat.
„Schließlich lässt der Monolog des Amerikaners erkennen, dass in jedem Bereich des Vereins die besten Leute arbeiten sollten: Auch hier gibt er zu: ‚Wir sind noch nicht dort angekommen.‘ Tatsächlich funktioniert kein einziger Bereich bei Milan — von der Sportabteilung bis zur kommerziellen Abteilung, einschließlich des Ticketings — und auch das ist ausschließlich den ‚besten Leuten‘ zu verdanken, die er selbst ausgewählt hat.
„Milan ist keine Marke, es ist kein Entertainment, kein Showbusiness und keine Spekulation. Und solange diese Menschen existieren, die genau in diesen Kategorien denken und Tag für Tag Leidenschaft und Milanismo zerstören, wird es wirklich schwer sein, Licht am Ende des Tunnels zu sehen…“
„Mit dem üblichen absurden und ungerechtfertigten Verbot, nach Genua zu reisen, um AC Milan zu unterstützen, finden wir uns heute in der Situation wieder, um das Mindestziel kämpfen zu müssen, das ein Verein wie unserer jedes Jahr erreichen sollte — und auf das wir offensichtlich nicht verzichten wollen — gegen ein Cagliari, das in dieser Saison nichts mehr zu erreichen hat, und gegen eine der fanatischsten Fanbasen, die uns gegenüber besonders feindselig eingestellt sind.
„Umso mehr ein Grund, auch heute wieder so lautstark wie möglich anzufeuern, wie wir es die ganze Saison über getan haben — ganz im Gegensatz zu dem, was der Amerikaner behauptet, der in dieser Saison gerade einmal bei drei Gelegenheiten anwesend war.
„Danach wird es Zeit sein, Bilanz zu ziehen und denjenigen zu danken, die es uns trotz allem ermöglicht haben, am letzten Spieltag noch um einen Champions-League-Platz zu kämpfen: Mister Allegri und Igli Tare — weshalb uns die Gerüchte über seine angebliche Entlassung am Ende der Saison einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen.“
„Wenn das tatsächlich der Fall wäre, dann wäre der Sportdirektor nur das neueste Opfer der Inkompetenz anderer, eines Managements, das nichts anderes getan hat, als sich in Kaufentscheidungen und die daraus resultierenden Transfermarkt-Operationen einzumischen — ohne dabei die verheerenden Auswirkungen zu vergessen, die das Verhalten einiger Milan-‚Direktoren‘ auf die Führung der Mannschaft und die Kabine hatte.
„Und wie jedes Jahr haben sie es auch diesmal geschafft, einen neuen Sündenbock zu finden, einen weiteren Kopf, den man dem Amerikaner präsentieren kann, um die eigenen Fehler zu verschleiern, obwohl die Herren Furlani, Ibrahimovic und Moncada die Ersten sein müssten, die ihre Fehler eingestehen und ihre Koffer packen sollten, um AC Milan und die AC-Milan-Fans von der Mittelmäßigkeit der letzten vier Jahre zu befreien…
„Worte, Worte, Worte… Das lange Interview mit AC-Milan-Besitzer Gerry Cardinale stand vergangene Woche im Mittelpunkt. Nach Jahren des Schweigens erwachte Cardinale aus seinem goldenen Schlaf, um abstrakte Versprechen und längst ausgelutschte Konzepte herunterzubeten — kurz gesagt: die üblichen Worte, die darauf abzielen, die Proteste der AC-Milan-Fans zu beruhigen.
„Ja, denn diese Worte kommen genau in dem Moment, in dem alle internationalen Medien gezeigt und berichtet haben, was rund um AC Milan passiert: die Proteste und das Unbehagen einer gesamten Fanbasis, die dem Image und der Führung von RedBird schaden. Daher also die Lektion in Form eines langen, sorgfältig geplanten Interviews mit der Gazzetta dello Sport — einer Zeitung, die längst nichts mehr mit Journalismus zu tun hat, da sie nicht einmal einen einzigen Artikel über die Fanproteste vom vergangenen Sonntag veröffentlicht hat, außer dem Eigentümer Seiten zur Verfügung zu stellen, auf denen er versucht, alles herunterzuspielen, ein durch diese Eigentümerschaft zerstörtes Umfeld zu beruhigen und eher die Finanzwelt als die AC-Milan-Gemeinschaft zu besänftigen.
„Cardinale sagte, er könne den AC-Milan-Fans ihren Ärger nicht verübeln, weil er selbst ebenfalls wütend sei. Und das sagt er, nachdem genau diese Eigentümerschaft (SEINE) einen Kreuzzug gegen die Curva Sud und den gesamten organisierten Support geführt hat und San Siro nicht nur von echten Fans geleert hat, sondern auch von jener Leidenschaft und Farbe, die das Stadion legendär gemacht haben.
„Die amerikanische Clique hat einen ‚ethnischen Austausch‘ betrieben, der darauf abzielt, die loyalsten und leidenschaftlichsten Unterstützer zu verdrängen und sie durch Kunden, Konsumenten und Fußballtouristen zu ersetzen — ganz nach der offensichtlichsten und schamlosesten Showbusiness-Logik, mit katastrophalen Ergebnissen, die für alle sichtbar sind.“
„Was hat Cardinale überhaupt über die Milan-Fans und den Milanismo verstanden? Wie kann sich der Besitzer eines der berühmtesten Teams der Welt — der seit über einem Jahr aus Angst vor Kritik den Stadien fernbleibt — das Recht herausnehmen, den Fans zu sagen, dass die Mannschaft unterstützt werden müsse, wenn die Milan-Fans das ganze Jahr über nie aufgehört haben zu singen, selbst angesichts peinlicher Leistungen?!
„Wie kann er das tun, wenn sein Klub schweigend und ohne mit der Wimper zu zucken die absurden Verbote im San Siro akzeptiert hat, während Auswärtskurven in ganz Italien voller Farbe und Leidenschaft waren — ohne irgendwelche verrückten Einschränkungen?
„Wie kann er das tun, wenn sein Klub stillschweigend all die absurden Verbote akzeptiert hat, die den Fans im San Siro auferlegt wurden, während Auswärtsblöcke in ganz Italien voller Farbe und Leidenschaft waren — ohne irgendwelche absurden Restriktionen?
„Heute haben wir tatsächlich eine Mannschaft auf Platz vier, die sich erst am letzten Spieltag qualifizieren muss — nachdem sie monatelang mit einem zahlenmäßig begrenzten Kader an der Tabellenspitze gekämpft hat und im Januar beschämenderweise genauso belassen wurde, ohne die Wünsche des Trainers und des Sportdirektors zu erfüllen, um bis Mai konkurrenzfähig kämpfen zu können.
„Die Milan-Fans wollen nicht um jeden Preis gewinnen; sie wollen eine Mannschaft, die aufgebaut wurde, um zu gewinnen. Sie wollen Spieler, die die Ambitionen ihrer Fans widerspiegeln und der Geschichte des Vereins gerecht werden. Das ist es, was wir von Herrn Cardinale verlangen. Wir sind seine großspurigen Interviews darüber, ein Gewinner und ehrgeizig zu sein, leid, denn die letzten vier Jahre haben ihm auf drastische Weise widersprochen — und zwar auf die schmerzhafteste Art für diejenigen, die Milan wirklich lieben.“
„Cardinale taucht am Ende einer weiteren enttäuschenden Saison wieder auf — nach langer Abwesenheit aus der Rossoneri-Welt. Er fehlte sogar bei den Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum von AC Milan (erneut, um Kritik zu vermeiden).
„Heute erzählt er uns, er sei zurück, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen, um zu verstehen, was schiefgelaufen ist und was verbessert werden müsse, weil er viel Geld ausgegeben habe und ein Gewinner sei. Er sagt das, ohne zu lachen — vermutlich, weil er niemals das Museum an der Via Aldo Rossi besucht hat, oder weil er nie eines der historischen Europapokalspiele der Rossoneri gesehen hat, oder weil er gar nicht weiß, in welche Spieler er SEIN Geld investiert hat.
„Während es stimmt, dass unter seiner Führung viel Geld ausgegeben wurde (und schlecht, wie er selbst eingeräumt hat), stimmt ebenso, dass ein großer Teil dieses Geldes aus dem Verkauf von Schlüsselspielern stammt — wodurch jedes Mal das Rückgrat der Mannschaft zerstört wurde und verhindert wurde, dass sie um Titel konkurrieren kann.
„Und da die Eigentümer offenbar nicht die Absicht haben zu verkaufen (LEIDER, auch wenn die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt…), sollen sie wenigstens endlich ernsthaft damit beginnen, die Katastrophen der vergangenen Jahre zu beheben — Jahre, in denen alle außer den Hauptverantwortlichen den Preis bezahlt haben.
„RAUS mit Furlani und Moncada wegen der katastrophalen Entscheidungen, die AC Milan auf eine Nebenrolle reduziert haben. RAUS mit Ibrahimovic — so großartig er als Spieler war, so schädlich ist er als Direktor; eine schädliche und spaltende Figur innerhalb der Mannschaft, oft abwesend oder in schwierigen Momenten völlig fehl am Platz. Und warum nicht auch RAUS mit Scaroni, dessen Nutzen bis heute niemand verstanden hat.
„Schließlich lässt der Monolog des Amerikaners erkennen, dass in jedem Bereich des Vereins die besten Leute arbeiten sollten: Auch hier gibt er zu: ‚Wir sind noch nicht dort angekommen.‘ Tatsächlich funktioniert kein einziger Bereich bei Milan — von der Sportabteilung bis zur kommerziellen Abteilung, einschließlich des Ticketings — und auch das ist ausschließlich den ‚besten Leuten‘ zu verdanken, die er selbst ausgewählt hat.
„Milan ist keine Marke, es ist kein Entertainment, kein Showbusiness und keine Spekulation. Und solange diese Menschen existieren, die genau in diesen Kategorien denken und Tag für Tag Leidenschaft und Milanismo zerstören, wird es wirklich schwer sein, Licht am Ende des Tunnels zu sehen…“
24.05.2026 - 22:47 Uhr
Zitat von DONCA
Passend zur Diskussion der letzten Tage eine 1 zu 1 Übersetzung vom Curva Sud Statement, das heute veröffentlicht wurde:
„Mit dem üblichen absurden und ungerechtfertigten Verbot, nach Genua zu reisen, um AC Milan zu unterstützen, finden wir uns heute in der Situation wieder, um das Mindestziel kämpfen zu müssen, das ein Verein wie unserer jedes Jahr erreichen sollte — und auf das wir offensichtlich nicht verzichten wollen — gegen ein Cagliari, das in dieser Saison nichts mehr zu erreichen hat, und gegen eine der fanatischsten Fanbasen, die uns gegenüber besonders feindselig eingestellt sind.
„Umso mehr ein Grund, auch heute wieder so lautstark wie möglich anzufeuern, wie wir es die ganze Saison über getan haben — ganz im Gegensatz zu dem, was der Amerikaner behauptet, der in dieser Saison gerade einmal bei drei Gelegenheiten anwesend war.
„Danach wird es Zeit sein, Bilanz zu ziehen und denjenigen zu danken, die es uns trotz allem ermöglicht haben, am letzten Spieltag noch um einen Champions-League-Platz zu kämpfen: Mister Allegri und Igli Tare — weshalb uns die Gerüchte über seine angebliche Entlassung am Ende der Saison einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen.“
„Wenn das tatsächlich der Fall wäre, dann wäre der Sportdirektor nur das neueste Opfer der Inkompetenz anderer, eines Managements, das nichts anderes getan hat, als sich in Kaufentscheidungen und die daraus resultierenden Transfermarkt-Operationen einzumischen — ohne dabei die verheerenden Auswirkungen zu vergessen, die das Verhalten einiger Milan-‚Direktoren‘ auf die Führung der Mannschaft und die Kabine hatte.
„Und wie jedes Jahr haben sie es auch diesmal geschafft, einen neuen Sündenbock zu finden, einen weiteren Kopf, den man dem Amerikaner präsentieren kann, um die eigenen Fehler zu verschleiern, obwohl die Herren Furlani, Ibrahimovic und Moncada die Ersten sein müssten, die ihre Fehler eingestehen und ihre Koffer packen sollten, um AC Milan und die AC-Milan-Fans von der Mittelmäßigkeit der letzten vier Jahre zu befreien…
„Worte, Worte, Worte… Das lange Interview mit AC-Milan-Besitzer Gerry Cardinale stand vergangene Woche im Mittelpunkt. Nach Jahren des Schweigens erwachte Cardinale aus seinem goldenen Schlaf, um abstrakte Versprechen und längst ausgelutschte Konzepte herunterzubeten — kurz gesagt: die üblichen Worte, die darauf abzielen, die Proteste der AC-Milan-Fans zu beruhigen.
„Ja, denn diese Worte kommen genau in dem Moment, in dem alle internationalen Medien gezeigt und berichtet haben, was rund um AC Milan passiert: die Proteste und das Unbehagen einer gesamten Fanbasis, die dem Image und der Führung von RedBird schaden. Daher also die Lektion in Form eines langen, sorgfältig geplanten Interviews mit der Gazzetta dello Sport — einer Zeitung, die längst nichts mehr mit Journalismus zu tun hat, da sie nicht einmal einen einzigen Artikel über die Fanproteste vom vergangenen Sonntag veröffentlicht hat, außer dem Eigentümer Seiten zur Verfügung zu stellen, auf denen er versucht, alles herunterzuspielen, ein durch diese Eigentümerschaft zerstörtes Umfeld zu beruhigen und eher die Finanzwelt als die AC-Milan-Gemeinschaft zu besänftigen.
„Cardinale sagte, er könne den AC-Milan-Fans ihren Ärger nicht verübeln, weil er selbst ebenfalls wütend sei. Und das sagt er, nachdem genau diese Eigentümerschaft (SEINE) einen Kreuzzug gegen die Curva Sud und den gesamten organisierten Support geführt hat und San Siro nicht nur von echten Fans geleert hat, sondern auch von jener Leidenschaft und Farbe, die das Stadion legendär gemacht haben.
„Die amerikanische Clique hat einen ‚ethnischen Austausch‘ betrieben, der darauf abzielt, die loyalsten und leidenschaftlichsten Unterstützer zu verdrängen und sie durch Kunden, Konsumenten und Fußballtouristen zu ersetzen — ganz nach der offensichtlichsten und schamlosesten Showbusiness-Logik, mit katastrophalen Ergebnissen, die für alle sichtbar sind.“
„Was hat Cardinale überhaupt über die Milan-Fans und den Milanismo verstanden? Wie kann sich der Besitzer eines der berühmtesten Teams der Welt — der seit über einem Jahr aus Angst vor Kritik den Stadien fernbleibt — das Recht herausnehmen, den Fans zu sagen, dass die Mannschaft unterstützt werden müsse, wenn die Milan-Fans das ganze Jahr über nie aufgehört haben zu singen, selbst angesichts peinlicher Leistungen?!
„Wie kann er das tun, wenn sein Klub schweigend und ohne mit der Wimper zu zucken die absurden Verbote im San Siro akzeptiert hat, während Auswärtskurven in ganz Italien voller Farbe und Leidenschaft waren — ohne irgendwelche verrückten Einschränkungen?
„Wie kann er das tun, wenn sein Klub stillschweigend all die absurden Verbote akzeptiert hat, die den Fans im San Siro auferlegt wurden, während Auswärtsblöcke in ganz Italien voller Farbe und Leidenschaft waren — ohne irgendwelche absurden Restriktionen?
„Heute haben wir tatsächlich eine Mannschaft auf Platz vier, die sich erst am letzten Spieltag qualifizieren muss — nachdem sie monatelang mit einem zahlenmäßig begrenzten Kader an der Tabellenspitze gekämpft hat und im Januar beschämenderweise genauso belassen wurde, ohne die Wünsche des Trainers und des Sportdirektors zu erfüllen, um bis Mai konkurrenzfähig kämpfen zu können.
„Die Milan-Fans wollen nicht um jeden Preis gewinnen; sie wollen eine Mannschaft, die aufgebaut wurde, um zu gewinnen. Sie wollen Spieler, die die Ambitionen ihrer Fans widerspiegeln und der Geschichte des Vereins gerecht werden. Das ist es, was wir von Herrn Cardinale verlangen. Wir sind seine großspurigen Interviews darüber, ein Gewinner und ehrgeizig zu sein, leid, denn die letzten vier Jahre haben ihm auf drastische Weise widersprochen — und zwar auf die schmerzhafteste Art für diejenigen, die Milan wirklich lieben.“
„Cardinale taucht am Ende einer weiteren enttäuschenden Saison wieder auf — nach langer Abwesenheit aus der Rossoneri-Welt. Er fehlte sogar bei den Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum von AC Milan (erneut, um Kritik zu vermeiden).
„Heute erzählt er uns, er sei zurück, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen, um zu verstehen, was schiefgelaufen ist und was verbessert werden müsse, weil er viel Geld ausgegeben habe und ein Gewinner sei. Er sagt das, ohne zu lachen — vermutlich, weil er niemals das Museum an der Via Aldo Rossi besucht hat, oder weil er nie eines der historischen Europapokalspiele der Rossoneri gesehen hat, oder weil er gar nicht weiß, in welche Spieler er SEIN Geld investiert hat.
„Während es stimmt, dass unter seiner Führung viel Geld ausgegeben wurde (und schlecht, wie er selbst eingeräumt hat), stimmt ebenso, dass ein großer Teil dieses Geldes aus dem Verkauf von Schlüsselspielern stammt — wodurch jedes Mal das Rückgrat der Mannschaft zerstört wurde und verhindert wurde, dass sie um Titel konkurrieren kann.
„Und da die Eigentümer offenbar nicht die Absicht haben zu verkaufen (LEIDER, auch wenn die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt…), sollen sie wenigstens endlich ernsthaft damit beginnen, die Katastrophen der vergangenen Jahre zu beheben — Jahre, in denen alle außer den Hauptverantwortlichen den Preis bezahlt haben.
„RAUS mit Furlani und Moncada wegen der katastrophalen Entscheidungen, die AC Milan auf eine Nebenrolle reduziert haben. RAUS mit Ibrahimovic — so großartig er als Spieler war, so schädlich ist er als Direktor; eine schädliche und spaltende Figur innerhalb der Mannschaft, oft abwesend oder in schwierigen Momenten völlig fehl am Platz. Und warum nicht auch RAUS mit Scaroni, dessen Nutzen bis heute niemand verstanden hat.
„Schließlich lässt der Monolog des Amerikaners erkennen, dass in jedem Bereich des Vereins die besten Leute arbeiten sollten: Auch hier gibt er zu: ‚Wir sind noch nicht dort angekommen.‘ Tatsächlich funktioniert kein einziger Bereich bei Milan — von der Sportabteilung bis zur kommerziellen Abteilung, einschließlich des Ticketings — und auch das ist ausschließlich den ‚besten Leuten‘ zu verdanken, die er selbst ausgewählt hat.
„Milan ist keine Marke, es ist kein Entertainment, kein Showbusiness und keine Spekulation. Und solange diese Menschen existieren, die genau in diesen Kategorien denken und Tag für Tag Leidenschaft und Milanismo zerstören, wird es wirklich schwer sein, Licht am Ende des Tunnels zu sehen…“
Passend zur Diskussion der letzten Tage eine 1 zu 1 Übersetzung vom Curva Sud Statement, das heute veröffentlicht wurde:
„Mit dem üblichen absurden und ungerechtfertigten Verbot, nach Genua zu reisen, um AC Milan zu unterstützen, finden wir uns heute in der Situation wieder, um das Mindestziel kämpfen zu müssen, das ein Verein wie unserer jedes Jahr erreichen sollte — und auf das wir offensichtlich nicht verzichten wollen — gegen ein Cagliari, das in dieser Saison nichts mehr zu erreichen hat, und gegen eine der fanatischsten Fanbasen, die uns gegenüber besonders feindselig eingestellt sind.
„Umso mehr ein Grund, auch heute wieder so lautstark wie möglich anzufeuern, wie wir es die ganze Saison über getan haben — ganz im Gegensatz zu dem, was der Amerikaner behauptet, der in dieser Saison gerade einmal bei drei Gelegenheiten anwesend war.
„Danach wird es Zeit sein, Bilanz zu ziehen und denjenigen zu danken, die es uns trotz allem ermöglicht haben, am letzten Spieltag noch um einen Champions-League-Platz zu kämpfen: Mister Allegri und Igli Tare — weshalb uns die Gerüchte über seine angebliche Entlassung am Ende der Saison einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen.“
„Wenn das tatsächlich der Fall wäre, dann wäre der Sportdirektor nur das neueste Opfer der Inkompetenz anderer, eines Managements, das nichts anderes getan hat, als sich in Kaufentscheidungen und die daraus resultierenden Transfermarkt-Operationen einzumischen — ohne dabei die verheerenden Auswirkungen zu vergessen, die das Verhalten einiger Milan-‚Direktoren‘ auf die Führung der Mannschaft und die Kabine hatte.
„Und wie jedes Jahr haben sie es auch diesmal geschafft, einen neuen Sündenbock zu finden, einen weiteren Kopf, den man dem Amerikaner präsentieren kann, um die eigenen Fehler zu verschleiern, obwohl die Herren Furlani, Ibrahimovic und Moncada die Ersten sein müssten, die ihre Fehler eingestehen und ihre Koffer packen sollten, um AC Milan und die AC-Milan-Fans von der Mittelmäßigkeit der letzten vier Jahre zu befreien…
„Worte, Worte, Worte… Das lange Interview mit AC-Milan-Besitzer Gerry Cardinale stand vergangene Woche im Mittelpunkt. Nach Jahren des Schweigens erwachte Cardinale aus seinem goldenen Schlaf, um abstrakte Versprechen und längst ausgelutschte Konzepte herunterzubeten — kurz gesagt: die üblichen Worte, die darauf abzielen, die Proteste der AC-Milan-Fans zu beruhigen.
„Ja, denn diese Worte kommen genau in dem Moment, in dem alle internationalen Medien gezeigt und berichtet haben, was rund um AC Milan passiert: die Proteste und das Unbehagen einer gesamten Fanbasis, die dem Image und der Führung von RedBird schaden. Daher also die Lektion in Form eines langen, sorgfältig geplanten Interviews mit der Gazzetta dello Sport — einer Zeitung, die längst nichts mehr mit Journalismus zu tun hat, da sie nicht einmal einen einzigen Artikel über die Fanproteste vom vergangenen Sonntag veröffentlicht hat, außer dem Eigentümer Seiten zur Verfügung zu stellen, auf denen er versucht, alles herunterzuspielen, ein durch diese Eigentümerschaft zerstörtes Umfeld zu beruhigen und eher die Finanzwelt als die AC-Milan-Gemeinschaft zu besänftigen.
„Cardinale sagte, er könne den AC-Milan-Fans ihren Ärger nicht verübeln, weil er selbst ebenfalls wütend sei. Und das sagt er, nachdem genau diese Eigentümerschaft (SEINE) einen Kreuzzug gegen die Curva Sud und den gesamten organisierten Support geführt hat und San Siro nicht nur von echten Fans geleert hat, sondern auch von jener Leidenschaft und Farbe, die das Stadion legendär gemacht haben.
„Die amerikanische Clique hat einen ‚ethnischen Austausch‘ betrieben, der darauf abzielt, die loyalsten und leidenschaftlichsten Unterstützer zu verdrängen und sie durch Kunden, Konsumenten und Fußballtouristen zu ersetzen — ganz nach der offensichtlichsten und schamlosesten Showbusiness-Logik, mit katastrophalen Ergebnissen, die für alle sichtbar sind.“
„Was hat Cardinale überhaupt über die Milan-Fans und den Milanismo verstanden? Wie kann sich der Besitzer eines der berühmtesten Teams der Welt — der seit über einem Jahr aus Angst vor Kritik den Stadien fernbleibt — das Recht herausnehmen, den Fans zu sagen, dass die Mannschaft unterstützt werden müsse, wenn die Milan-Fans das ganze Jahr über nie aufgehört haben zu singen, selbst angesichts peinlicher Leistungen?!
„Wie kann er das tun, wenn sein Klub schweigend und ohne mit der Wimper zu zucken die absurden Verbote im San Siro akzeptiert hat, während Auswärtskurven in ganz Italien voller Farbe und Leidenschaft waren — ohne irgendwelche verrückten Einschränkungen?
„Wie kann er das tun, wenn sein Klub stillschweigend all die absurden Verbote akzeptiert hat, die den Fans im San Siro auferlegt wurden, während Auswärtsblöcke in ganz Italien voller Farbe und Leidenschaft waren — ohne irgendwelche absurden Restriktionen?
„Heute haben wir tatsächlich eine Mannschaft auf Platz vier, die sich erst am letzten Spieltag qualifizieren muss — nachdem sie monatelang mit einem zahlenmäßig begrenzten Kader an der Tabellenspitze gekämpft hat und im Januar beschämenderweise genauso belassen wurde, ohne die Wünsche des Trainers und des Sportdirektors zu erfüllen, um bis Mai konkurrenzfähig kämpfen zu können.
„Die Milan-Fans wollen nicht um jeden Preis gewinnen; sie wollen eine Mannschaft, die aufgebaut wurde, um zu gewinnen. Sie wollen Spieler, die die Ambitionen ihrer Fans widerspiegeln und der Geschichte des Vereins gerecht werden. Das ist es, was wir von Herrn Cardinale verlangen. Wir sind seine großspurigen Interviews darüber, ein Gewinner und ehrgeizig zu sein, leid, denn die letzten vier Jahre haben ihm auf drastische Weise widersprochen — und zwar auf die schmerzhafteste Art für diejenigen, die Milan wirklich lieben.“
„Cardinale taucht am Ende einer weiteren enttäuschenden Saison wieder auf — nach langer Abwesenheit aus der Rossoneri-Welt. Er fehlte sogar bei den Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum von AC Milan (erneut, um Kritik zu vermeiden).
„Heute erzählt er uns, er sei zurück, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen, um zu verstehen, was schiefgelaufen ist und was verbessert werden müsse, weil er viel Geld ausgegeben habe und ein Gewinner sei. Er sagt das, ohne zu lachen — vermutlich, weil er niemals das Museum an der Via Aldo Rossi besucht hat, oder weil er nie eines der historischen Europapokalspiele der Rossoneri gesehen hat, oder weil er gar nicht weiß, in welche Spieler er SEIN Geld investiert hat.
„Während es stimmt, dass unter seiner Führung viel Geld ausgegeben wurde (und schlecht, wie er selbst eingeräumt hat), stimmt ebenso, dass ein großer Teil dieses Geldes aus dem Verkauf von Schlüsselspielern stammt — wodurch jedes Mal das Rückgrat der Mannschaft zerstört wurde und verhindert wurde, dass sie um Titel konkurrieren kann.
„Und da die Eigentümer offenbar nicht die Absicht haben zu verkaufen (LEIDER, auch wenn die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt…), sollen sie wenigstens endlich ernsthaft damit beginnen, die Katastrophen der vergangenen Jahre zu beheben — Jahre, in denen alle außer den Hauptverantwortlichen den Preis bezahlt haben.
„RAUS mit Furlani und Moncada wegen der katastrophalen Entscheidungen, die AC Milan auf eine Nebenrolle reduziert haben. RAUS mit Ibrahimovic — so großartig er als Spieler war, so schädlich ist er als Direktor; eine schädliche und spaltende Figur innerhalb der Mannschaft, oft abwesend oder in schwierigen Momenten völlig fehl am Platz. Und warum nicht auch RAUS mit Scaroni, dessen Nutzen bis heute niemand verstanden hat.
„Schließlich lässt der Monolog des Amerikaners erkennen, dass in jedem Bereich des Vereins die besten Leute arbeiten sollten: Auch hier gibt er zu: ‚Wir sind noch nicht dort angekommen.‘ Tatsächlich funktioniert kein einziger Bereich bei Milan — von der Sportabteilung bis zur kommerziellen Abteilung, einschließlich des Ticketings — und auch das ist ausschließlich den ‚besten Leuten‘ zu verdanken, die er selbst ausgewählt hat.
„Milan ist keine Marke, es ist kein Entertainment, kein Showbusiness und keine Spekulation. Und solange diese Menschen existieren, die genau in diesen Kategorien denken und Tag für Tag Leidenschaft und Milanismo zerstören, wird es wirklich schwer sein, Licht am Ende des Tunnels zu sehen…“
Ein paar Worte zu diesem Curva-Sud-Statement, bevor es in der Diskussion unkritisch als Stimme „der Fans" weitergereicht wird.
Vorab: Der Absender ist nicht neutral. Das Statement liest sich wie eine Fananalyse der sportlichen Lage, ist aber tatsächlich eine politische Verlautbarung einer Gruppe mit handfesten eigenen Interessen – und genau dieser Kontext fehlt im Text vollständig. Die Curva Sud steht im Zentrum der Mailänder Ermittlung „Doppia Curva". Im ersten Verfahrensgrad hat das Gericht im Juni 2025 entschieden, dass auch die Curva Sud eine kriminelle Vereinigung war; der langjährige Kopf der Kurve, Luca Lucci, wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt. Aus den Ermittlungen und der Urteilsbegründung geht hervor, dass die Kurve über Jahre erhebliche illegale Einnahmen erzielte – allein über den Weiterverkauf von Tickets ist von über 100.000 € jährlich die Rede, daneben Parkplätze, Gastronomie und Merchandising rund um San Siro. Genau diese Einnahmequellen wurden im Zuge der Ermittlungen und des von der Staatsanwaltschaft angestoßenen Präventionsverfahrens trockengelegt, weil Inter und Milan gerichtlich angehalten wurden, ihre Verbindungen zum organisierten Anhang zu kappen – andernfalls drohte eine gerichtliche Zwangsverwaltung der Klubs.
Das ist der entscheidende, im Statement sorgfältig ausgeblendete Hintergrund. Wenn eine Gruppe, deren millionenschweres Geschäftsmodell gerade per Strafverfahren zerschlagen wird, dem Eigentümer einen „Kreuzzug gegen die Curva Sud" und einen „ethnischen Austausch" der Fanbasis vorwirft, dann ist das keine neutrale Lagebeschreibung, sondern die Reaktion eines Akteurs, dem konkrete Einnahmen weggebrochen sind. Was der Text als Angriff auf „Leidenschaft und Milanismo" rahmt, ist über weite Strecken schlicht die Folge davon, dass der Klub – nicht ganz freiwillig, sondern unter justiziellem Druck – ein über Jahrzehnte toleriertes, teils kriminelles Ökosystem nicht länger bedient. Der Klub hatte dazu am Ende kaum eine Wahl.
Damit zur Methode des Statements. Der Text arbeitet durchgehend mit derselben Figur, die in dieser Debatte ohnehin schon strapaziert wird: Schuld sind ausnahmslos die anderen. Allegri und Tare werden zu reinen Opfern verklärt, Furlani, Ibrahimović, Moncada und gleich auch noch Scaroni zu Alleinverantwortlichen erklärt. Diese Aufteilung in makellose Helden und absolute Schuldige ist kein Argument, sondern eine Erzählung. Sie ist bequem, weil sie jede Differenzierung erspart – und sie ist genau deshalb wenig wert.
Inhaltlich ist vieles widersprüchlich oder unsauber. Cardinale wird vorgeworfen, kaum im Stadion gewesen zu sein – „bei drei Gelegenheiten" –, gleichzeitig aber auch, dass er sich überhaupt zu Wort meldet. Bleibt er fern, ist es Desinteresse; spricht er, ist es ein „sorgfältig geplantes" Manöver. Eine Position, die jede denkbare Handlung des Gegenübers als Beleg gegen ihn liest, ist nicht falsifizierbar und erklärt damit nichts. Die Gazzetta dello Sport wird in dem Moment zur „Zeitung, die nichts mehr mit Journalismus zu tun hat", in dem sie etwas veröffentlicht, das der Curva nicht passt – das ist keine Medienkritik, sondern Instrumentalisierung. Und der Vorwurf, der Kader sei im Januar „beschämenderweise" nicht verstärkt worden, blendet aus, dass seriöse Verstärkungen im Winterfenster strukturell schwer zu bekommen sind.
Ein paar Punkte sind hingegen ernst zu nehmen – und sollten gerade deshalb nicht durch die Verpackung entwertet werden. Dass das Rückgrat der Mannschaft wiederholt über den Verkauf von Leistungsträgern finanziert wurde, ist eine berechtigte Beobachtung. Dass nicht jeder Bereich des Klubs rundläuft, hat Cardinale im Interview selbst eingeräumt. Aber diese tragfähigen Punkte gehen im Statement zwischen Verschwörungston, Opfererzählung und der unausgesprochenen Verteidigung eigener Pfründe unter.
Es lohnt zudem, einen rhetorischen Strang ernst zu nehmen, der den Text durchzieht: die wiederholte Reduktion des Konflikts auf die Herkunft des Eigentümers. Cardinale ist im Statement durchgehend nicht „der Eigentümer", sondern „der Amerikaner"; die Rede ist von „der amerikanischen Clique". Das ist kein Zufall einzelner Formulierungen. Im Dezember 2024 skandierte die Curva Sud bei San-Siro-Protesten ausdrücklich „Noi non siamo americani" – „Wir sind keine Amerikaner". Wenn die nationale Zugehörigkeit des Gegenübers zum zentralen Identifikationsmerkmal des Feindbildes wird, ist das mindestens ein handfester Anti-Amerikanismus – und es verschiebt die Auseinandersetzung von der Sachebene (Sind die Entscheidungen gut? Ist die Struktur richtig?) auf eine Identitätsebene (Sind „die" überhaupt von hier?). Das ist deshalb problematisch, weil es jede inhaltliche Prüfung ersetzt: Ein Eigentümer wird nicht primär für was er tut kritisiert, sondern für wer er ist. Ob man das schon „Fremdenfeindlichkeit" nennt, mag Definitionssache sein; dass dem Ganzen ein Ressentiment gegen das Fremde, das Nicht-Mailändische, das Nicht-Italienische zugrunde liegt, lässt sich kaum bestreiten. Der vermeintliche „ethnische Austausch" der Fanbasis ist dafür die zweite verräterische Formulierung – sie überträgt das Identitätsdenken von den Eigentümern auf die Tribüne.
Damit verbunden ist ein zweiter blinder Fleck: ein überholtes Vereinsbild. Das Statement formuliert ein klares Gegenmodell – Milan sei „keine Marke, kein Entertainment, kein Showbusiness". Das ist als emotionales Bekenntnis verständlich, als Beschreibung der Realität aber schlicht überholt. Ein Spitzenklub im Jahr 2026 ist zwangsläufig auch eine Marke, ein Medienunternehmen und ein global vermarktetes Produkt – nicht, weil ein Eigentümer das so beschlossen hätte, sondern weil die ökonomische Logik des modernen Fußballs (zentrale TV-Erlöse, UEFA-Wettbewerbsformate, Financial Sustainability Regulations, internationale Sponsorenmärkte) keine andere Betriebsform mehr zulässt. Real Madrid, Bayern, Manchester City, Paris – sie alle werden so geführt, und keiner dieser Klubs hat dadurch aufgehört, ein Fußballverein mit Geschichte zu sein. Das von der Curva ersehnte Modell – ein lokal verwurzelter Mäzenklub, in dem die Tribüne ein faktisches Mitspracherecht hat – ist im Spitzenfußball kein realistisches Zukunftsmodell mehr, sondern Nostalgie. Man darf das bedauern; aber eine Klubführung an einem Maßstab zu messen, den die gesamte Branche hinter sich gelassen hat, ist keine tragfähige Kritik.
Und genau hier schließt sich der Kreis zur Doppia-Curva-Affäre. Wenn man fragt, warum die Tribüne ein faktisches Mitspracherecht so vehement einfordert, kommt man an den Ermittlungsergebnissen nicht vorbei. Aus der Mailänder Untersuchung und der Urteilsbegründung ergibt sich das Bild von Klubs in einem Zustand der „sudditanza" – der Unterwürfigkeit – gegenüber den Kurvenführungen, die das gesamte kommerzielle Geschehen rund um San Siro kontrollierten: Ticketweiterverkauf zu überhöhten Preisen, Parkplätze, Gastronomie und Merchandising, abgesichert durch Einschüchterung und Gewalt, bei der Curva Nord zusätzlich mit nachgewiesener ’ndrangheta-Beteiligung. Über Jahrzehnte funktionierte ein „Patto" zwischen Tribüne und Klub, das die Verantwortlichen heute teils mit Strafverfahren, teils mit Sportgerichtsverfahren (Geldstrafen für Milan und Inter, Sperren für Funktionäre) einholt.
Vor diesem Hintergrund bekommt die im Statement beklagte „Leerung von San Siro" eine andere Bedeutung. Dass Banner der Ultras-Gruppen nicht mehr aufgehängt werden dürfen, ist keine Schikane des Eigentümers, sondern eine Anordnung der Questura im Gefolge der Ermittlungen. Dass der Klub sich von der organisierten Kurve distanziert hat, ist keine kulturelle Verirrung „der Amerikaner", sondern war die Bedingung dafür, eine gerichtliche Zwangsverwaltung des Vereins abzuwenden. Was das Statement als Angriff auf Identität und Leidenschaft inszeniert, ist in weiten Teilen schlicht die Normalisierung eines Verhältnisses, das zuvor jahrzehntelang anormal war. Eine Kurve, die ihren über lange Zeit teils kriminell abgesicherten Einfluss verliert, erlebt das naturgemäß als Verlust – aber dieser Verlust ist kein Unrecht, das man dem Klub vorhalten könnte.
Bei aller berechtigten Kritik an der Führung sollte zudem ein Punkt nicht untergehen: Es ist nicht Cardinale, der dieses Team – das erkennbar deutlich mehr Potenzial hat, als es zeigt – einen derart passiven, destruktiven und aus der Zeit gefallenen Fußball spielen lässt. Die Spielanlage, die Passivität, das Verwalten von Ergebnissen statt sie zu erzwingen – das fällt in den Verantwortungsbereich der sportlichen Leitung und der Bank, nicht in den eines Eigentümers. Genau das verschweigt das Statement, weil es die beiden Namen, die es zu Opfern erklären will, sonst nicht halten könnte.
Was bedeutet das für die Einordnung des Statements insgesamt? Es ist nicht nur die nicht-neutrale Verlautbarung eines wirtschaftlich betroffenen Akteurs. Es ruht zusätzlich auf zwei Fundamenten, die einer Prüfung nicht standhalten: einem Identitätsdenken, das die Herkunft des Eigentümers zum eigentlichen Vorwurf macht, und einer Vereinsromantik, die ein Betriebsmodell zurückwünscht, das es im Spitzenfußball nicht mehr gibt – und das im Mailänder Fall überdies eng mit genau jenen Strukturen verflochten war, die nun strafrechtlich aufgearbeitet werden. Man kann RedBird, Furlani und Ibrahimović aus vielen sachlichen Gründen kritisieren. Aber die Kritik der Curva Sud ist in ihrem Kern keine sportliche oder strukturelle – sie ist die Verteidigung eines verlorenen Einflussbereichs, vorgetragen in der Sprache von Herkunft und Nostalgie. Und das macht sie als Argument weitgehend unbrauchbar, so laut sie auch vorgetragen wird.
Und damit schließt sich der Bogen zu dem, worüber wir hier zuvor schon gesprochen haben: Dieses Statement ist selbst ein Musterbeispiel für das toxische Umfeld, das Milan mittelfristig mehr schadet als jede einzelne Fehlentscheidung der Führung. Es ist genau jene Mechanik – Schuld immer bei den anderen, jede Handlung des Eigentümers als Beleg gegen ihn, Dauerempörung statt Differenzierung –, die eine Negativspirale aus permanenter Unruhe befeuert. Ein Klub kann in einem solchen Klima kaum ruhig arbeiten, und kein noch so guter Funktionär macht darin einen Unterschied. Schade finde ich vor allem, wie bereitwillig sich Teile der Fanbasis – auch hier im Forum – von einem solchen Text vereinnahmen lassen. Wer das Statement teilt und ihm blind zustimmt, übernimmt nicht die Stimme „der Fans", sondern lässt sich vor den Karren eines Akteurs spannen, der handfeste eigene Interessen verfolgt und genau das verschweigt. Ein Mindestmaß an Quellenkritik – wer sagt das, und warum gerade jetzt? – würde der Debatte hier spürbar guttun.
24.05.2026 - 23:46 Uhr
Zitat von Contabile
Ein paar Worte zu diesem Curva-Sud-Statement, bevor es in der Diskussion unkritisch als Stimme „der Fans" weitergereicht wird.
Vorab: Der Absender ist nicht neutral. Das Statement liest sich wie eine Fananalyse der sportlichen Lage, ist aber tatsächlich eine politische Verlautbarung einer Gruppe mit handfesten eigenen Interessen – und genau dieser Kontext fehlt im Text vollständig. Die Curva Sud steht im Zentrum der Mailänder Ermittlung „Doppia Curva". Im ersten Verfahrensgrad hat das Gericht im Juni 2025 entschieden, dass auch die Curva Sud eine kriminelle Vereinigung war; der langjährige Kopf der Kurve, Luca Lucci, wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt. Aus den Ermittlungen und der Urteilsbegründung geht hervor, dass die Kurve über Jahre erhebliche illegale Einnahmen erzielte – allein über den Weiterverkauf von Tickets ist von über 100.000 € jährlich die Rede, daneben Parkplätze, Gastronomie und Merchandising rund um San Siro. Genau diese Einnahmequellen wurden im Zuge der Ermittlungen und des von der Staatsanwaltschaft angestoßenen Präventionsverfahrens trockengelegt, weil Inter und Milan gerichtlich angehalten wurden, ihre Verbindungen zum organisierten Anhang zu kappen – andernfalls drohte eine gerichtliche Zwangsverwaltung der Klubs.
Das ist der entscheidende, im Statement sorgfältig ausgeblendete Hintergrund. Wenn eine Gruppe, deren millionenschweres Geschäftsmodell gerade per Strafverfahren zerschlagen wird, dem Eigentümer einen „Kreuzzug gegen die Curva Sud" und einen „ethnischen Austausch" der Fanbasis vorwirft, dann ist das keine neutrale Lagebeschreibung, sondern die Reaktion eines Akteurs, dem konkrete Einnahmen weggebrochen sind. Was der Text als Angriff auf „Leidenschaft und Milanismo" rahmt, ist über weite Strecken schlicht die Folge davon, dass der Klub – nicht ganz freiwillig, sondern unter justiziellem Druck – ein über Jahrzehnte toleriertes, teils kriminelles Ökosystem nicht länger bedient. Der Klub hatte dazu am Ende kaum eine Wahl.
Damit zur Methode des Statements. Der Text arbeitet durchgehend mit derselben Figur, die in dieser Debatte ohnehin schon strapaziert wird: Schuld sind ausnahmslos die anderen. Allegri und Tare werden zu reinen Opfern verklärt, Furlani, Ibrahimović, Moncada und gleich auch noch Scaroni zu Alleinverantwortlichen erklärt. Diese Aufteilung in makellose Helden und absolute Schuldige ist kein Argument, sondern eine Erzählung. Sie ist bequem, weil sie jede Differenzierung erspart – und sie ist genau deshalb wenig wert.
Inhaltlich ist vieles widersprüchlich oder unsauber. Cardinale wird vorgeworfen, kaum im Stadion gewesen zu sein – „bei drei Gelegenheiten" –, gleichzeitig aber auch, dass er sich überhaupt zu Wort meldet. Bleibt er fern, ist es Desinteresse; spricht er, ist es ein „sorgfältig geplantes" Manöver. Eine Position, die jede denkbare Handlung des Gegenübers als Beleg gegen ihn liest, ist nicht falsifizierbar und erklärt damit nichts. Die Gazzetta dello Sport wird in dem Moment zur „Zeitung, die nichts mehr mit Journalismus zu tun hat", in dem sie etwas veröffentlicht, das der Curva nicht passt – das ist keine Medienkritik, sondern Instrumentalisierung. Und der Vorwurf, der Kader sei im Januar „beschämenderweise" nicht verstärkt worden, blendet aus, dass seriöse Verstärkungen im Winterfenster strukturell schwer zu bekommen sind.
Ein paar Punkte sind hingegen ernst zu nehmen – und sollten gerade deshalb nicht durch die Verpackung entwertet werden. Dass das Rückgrat der Mannschaft wiederholt über den Verkauf von Leistungsträgern finanziert wurde, ist eine berechtigte Beobachtung. Dass nicht jeder Bereich des Klubs rundläuft, hat Cardinale im Interview selbst eingeräumt. Aber diese tragfähigen Punkte gehen im Statement zwischen Verschwörungston, Opfererzählung und der unausgesprochenen Verteidigung eigener Pfründe unter.
Es lohnt zudem, einen rhetorischen Strang ernst zu nehmen, der den Text durchzieht: die wiederholte Reduktion des Konflikts auf die Herkunft des Eigentümers. Cardinale ist im Statement durchgehend nicht „der Eigentümer", sondern „der Amerikaner"; die Rede ist von „der amerikanischen Clique". Das ist kein Zufall einzelner Formulierungen. Im Dezember 2024 skandierte die Curva Sud bei San-Siro-Protesten ausdrücklich „Noi non siamo americani" – „Wir sind keine Amerikaner". Wenn die nationale Zugehörigkeit des Gegenübers zum zentralen Identifikationsmerkmal des Feindbildes wird, ist das mindestens ein handfester Anti-Amerikanismus – und es verschiebt die Auseinandersetzung von der Sachebene (Sind die Entscheidungen gut? Ist die Struktur richtig?) auf eine Identitätsebene (Sind „die" überhaupt von hier?). Das ist deshalb problematisch, weil es jede inhaltliche Prüfung ersetzt: Ein Eigentümer wird nicht primär für was er tut kritisiert, sondern für wer er ist. Ob man das schon „Fremdenfeindlichkeit" nennt, mag Definitionssache sein; dass dem Ganzen ein Ressentiment gegen das Fremde, das Nicht-Mailändische, das Nicht-Italienische zugrunde liegt, lässt sich kaum bestreiten. Der vermeintliche „ethnische Austausch" der Fanbasis ist dafür die zweite verräterische Formulierung – sie überträgt das Identitätsdenken von den Eigentümern auf die Tribüne.
Damit verbunden ist ein zweiter blinder Fleck: ein überholtes Vereinsbild. Das Statement formuliert ein klares Gegenmodell – Milan sei „keine Marke, kein Entertainment, kein Showbusiness". Das ist als emotionales Bekenntnis verständlich, als Beschreibung der Realität aber schlicht überholt. Ein Spitzenklub im Jahr 2026 ist zwangsläufig auch eine Marke, ein Medienunternehmen und ein global vermarktetes Produkt – nicht, weil ein Eigentümer das so beschlossen hätte, sondern weil die ökonomische Logik des modernen Fußballs (zentrale TV-Erlöse, UEFA-Wettbewerbsformate, Financial Sustainability Regulations, internationale Sponsorenmärkte) keine andere Betriebsform mehr zulässt. Real Madrid, Bayern, Manchester City, Paris – sie alle werden so geführt, und keiner dieser Klubs hat dadurch aufgehört, ein Fußballverein mit Geschichte zu sein. Das von der Curva ersehnte Modell – ein lokal verwurzelter Mäzenklub, in dem die Tribüne ein faktisches Mitspracherecht hat – ist im Spitzenfußball kein realistisches Zukunftsmodell mehr, sondern Nostalgie. Man darf das bedauern; aber eine Klubführung an einem Maßstab zu messen, den die gesamte Branche hinter sich gelassen hat, ist keine tragfähige Kritik.
Und genau hier schließt sich der Kreis zur Doppia-Curva-Affäre. Wenn man fragt, warum die Tribüne ein faktisches Mitspracherecht so vehement einfordert, kommt man an den Ermittlungsergebnissen nicht vorbei. Aus der Mailänder Untersuchung und der Urteilsbegründung ergibt sich das Bild von Klubs in einem Zustand der „sudditanza" – der Unterwürfigkeit – gegenüber den Kurvenführungen, die das gesamte kommerzielle Geschehen rund um San Siro kontrollierten: Ticketweiterverkauf zu überhöhten Preisen, Parkplätze, Gastronomie und Merchandising, abgesichert durch Einschüchterung und Gewalt, bei der Curva Nord zusätzlich mit nachgewiesener ’ndrangheta-Beteiligung. Über Jahrzehnte funktionierte ein „Patto" zwischen Tribüne und Klub, das die Verantwortlichen heute teils mit Strafverfahren, teils mit Sportgerichtsverfahren (Geldstrafen für Milan und Inter, Sperren für Funktionäre) einholt.
Vor diesem Hintergrund bekommt die im Statement beklagte „Leerung von San Siro" eine andere Bedeutung. Dass Banner der Ultras-Gruppen nicht mehr aufgehängt werden dürfen, ist keine Schikane des Eigentümers, sondern eine Anordnung der Questura im Gefolge der Ermittlungen. Dass der Klub sich von der organisierten Kurve distanziert hat, ist keine kulturelle Verirrung „der Amerikaner", sondern war die Bedingung dafür, eine gerichtliche Zwangsverwaltung des Vereins abzuwenden. Was das Statement als Angriff auf Identität und Leidenschaft inszeniert, ist in weiten Teilen schlicht die Normalisierung eines Verhältnisses, das zuvor jahrzehntelang anormal war. Eine Kurve, die ihren über lange Zeit teils kriminell abgesicherten Einfluss verliert, erlebt das naturgemäß als Verlust – aber dieser Verlust ist kein Unrecht, das man dem Klub vorhalten könnte.
Bei aller berechtigten Kritik an der Führung sollte zudem ein Punkt nicht untergehen: Es ist nicht Cardinale, der dieses Team – das erkennbar deutlich mehr Potenzial hat, als es zeigt – einen derart passiven, destruktiven und aus der Zeit gefallenen Fußball spielen lässt. Die Spielanlage, die Passivität, das Verwalten von Ergebnissen statt sie zu erzwingen – das fällt in den Verantwortungsbereich der sportlichen Leitung und der Bank, nicht in den eines Eigentümers. Genau das verschweigt das Statement, weil es die beiden Namen, die es zu Opfern erklären will, sonst nicht halten könnte.
Was bedeutet das für die Einordnung des Statements insgesamt? Es ist nicht nur die nicht-neutrale Verlautbarung eines wirtschaftlich betroffenen Akteurs. Es ruht zusätzlich auf zwei Fundamenten, die einer Prüfung nicht standhalten: einem Identitätsdenken, das die Herkunft des Eigentümers zum eigentlichen Vorwurf macht, und einer Vereinsromantik, die ein Betriebsmodell zurückwünscht, das es im Spitzenfußball nicht mehr gibt – und das im Mailänder Fall überdies eng mit genau jenen Strukturen verflochten war, die nun strafrechtlich aufgearbeitet werden. Man kann RedBird, Furlani und Ibrahimović aus vielen sachlichen Gründen kritisieren. Aber die Kritik der Curva Sud ist in ihrem Kern keine sportliche oder strukturelle – sie ist die Verteidigung eines verlorenen Einflussbereichs, vorgetragen in der Sprache von Herkunft und Nostalgie. Und das macht sie als Argument weitgehend unbrauchbar, so laut sie auch vorgetragen wird.
Und damit schließt sich der Bogen zu dem, worüber wir hier zuvor schon gesprochen haben: Dieses Statement ist selbst ein Musterbeispiel für das toxische Umfeld, das Milan mittelfristig mehr schadet als jede einzelne Fehlentscheidung der Führung. Es ist genau jene Mechanik – Schuld immer bei den anderen, jede Handlung des Eigentümers als Beleg gegen ihn, Dauerempörung statt Differenzierung –, die eine Negativspirale aus permanenter Unruhe befeuert. Ein Klub kann in einem solchen Klima kaum ruhig arbeiten, und kein noch so guter Funktionär macht darin einen Unterschied. Schade finde ich vor allem, wie bereitwillig sich Teile der Fanbasis – auch hier im Forum – von einem solchen Text vereinnahmen lassen. Wer das Statement teilt und ihm blind zustimmt, übernimmt nicht die Stimme „der Fans", sondern lässt sich vor den Karren eines Akteurs spannen, der handfeste eigene Interessen verfolgt und genau das verschweigt. Ein Mindestmaß an Quellenkritik – wer sagt das, und warum gerade jetzt? – würde der Debatte hier spürbar guttun.
Zitat von DONCA
Passend zur Diskussion der letzten Tage eine 1 zu 1 Übersetzung vom Curva Sud Statement, das heute veröffentlicht wurde:
„Mit dem üblichen absurden und ungerechtfertigten Verbot, nach Genua zu reisen, um AC Milan zu unterstützen, finden wir uns heute in der Situation wieder, um das Mindestziel kämpfen zu müssen, das ein Verein wie unserer jedes Jahr erreichen sollte — und auf das wir offensichtlich nicht verzichten wollen — gegen ein Cagliari, das in dieser Saison nichts mehr zu erreichen hat, und gegen eine der fanatischsten Fanbasen, die uns gegenüber besonders feindselig eingestellt sind.
„Umso mehr ein Grund, auch heute wieder so lautstark wie möglich anzufeuern, wie wir es die ganze Saison über getan haben — ganz im Gegensatz zu dem, was der Amerikaner behauptet, der in dieser Saison gerade einmal bei drei Gelegenheiten anwesend war.
„Danach wird es Zeit sein, Bilanz zu ziehen und denjenigen zu danken, die es uns trotz allem ermöglicht haben, am letzten Spieltag noch um einen Champions-League-Platz zu kämpfen: Mister Allegri und Igli Tare — weshalb uns die Gerüchte über seine angebliche Entlassung am Ende der Saison einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen.“
„Wenn das tatsächlich der Fall wäre, dann wäre der Sportdirektor nur das neueste Opfer der Inkompetenz anderer, eines Managements, das nichts anderes getan hat, als sich in Kaufentscheidungen und die daraus resultierenden Transfermarkt-Operationen einzumischen — ohne dabei die verheerenden Auswirkungen zu vergessen, die das Verhalten einiger Milan-‚Direktoren‘ auf die Führung der Mannschaft und die Kabine hatte.
„Und wie jedes Jahr haben sie es auch diesmal geschafft, einen neuen Sündenbock zu finden, einen weiteren Kopf, den man dem Amerikaner präsentieren kann, um die eigenen Fehler zu verschleiern, obwohl die Herren Furlani, Ibrahimovic und Moncada die Ersten sein müssten, die ihre Fehler eingestehen und ihre Koffer packen sollten, um AC Milan und die AC-Milan-Fans von der Mittelmäßigkeit der letzten vier Jahre zu befreien…
„Worte, Worte, Worte… Das lange Interview mit AC-Milan-Besitzer Gerry Cardinale stand vergangene Woche im Mittelpunkt. Nach Jahren des Schweigens erwachte Cardinale aus seinem goldenen Schlaf, um abstrakte Versprechen und längst ausgelutschte Konzepte herunterzubeten — kurz gesagt: die üblichen Worte, die darauf abzielen, die Proteste der AC-Milan-Fans zu beruhigen.
„Ja, denn diese Worte kommen genau in dem Moment, in dem alle internationalen Medien gezeigt und berichtet haben, was rund um AC Milan passiert: die Proteste und das Unbehagen einer gesamten Fanbasis, die dem Image und der Führung von RedBird schaden. Daher also die Lektion in Form eines langen, sorgfältig geplanten Interviews mit der Gazzetta dello Sport — einer Zeitung, die längst nichts mehr mit Journalismus zu tun hat, da sie nicht einmal einen einzigen Artikel über die Fanproteste vom vergangenen Sonntag veröffentlicht hat, außer dem Eigentümer Seiten zur Verfügung zu stellen, auf denen er versucht, alles herunterzuspielen, ein durch diese Eigentümerschaft zerstörtes Umfeld zu beruhigen und eher die Finanzwelt als die AC-Milan-Gemeinschaft zu besänftigen.
„Cardinale sagte, er könne den AC-Milan-Fans ihren Ärger nicht verübeln, weil er selbst ebenfalls wütend sei. Und das sagt er, nachdem genau diese Eigentümerschaft (SEINE) einen Kreuzzug gegen die Curva Sud und den gesamten organisierten Support geführt hat und San Siro nicht nur von echten Fans geleert hat, sondern auch von jener Leidenschaft und Farbe, die das Stadion legendär gemacht haben.
„Die amerikanische Clique hat einen ‚ethnischen Austausch‘ betrieben, der darauf abzielt, die loyalsten und leidenschaftlichsten Unterstützer zu verdrängen und sie durch Kunden, Konsumenten und Fußballtouristen zu ersetzen — ganz nach der offensichtlichsten und schamlosesten Showbusiness-Logik, mit katastrophalen Ergebnissen, die für alle sichtbar sind.“
„Was hat Cardinale überhaupt über die Milan-Fans und den Milanismo verstanden? Wie kann sich der Besitzer eines der berühmtesten Teams der Welt — der seit über einem Jahr aus Angst vor Kritik den Stadien fernbleibt — das Recht herausnehmen, den Fans zu sagen, dass die Mannschaft unterstützt werden müsse, wenn die Milan-Fans das ganze Jahr über nie aufgehört haben zu singen, selbst angesichts peinlicher Leistungen?!
„Wie kann er das tun, wenn sein Klub schweigend und ohne mit der Wimper zu zucken die absurden Verbote im San Siro akzeptiert hat, während Auswärtskurven in ganz Italien voller Farbe und Leidenschaft waren — ohne irgendwelche verrückten Einschränkungen?
„Wie kann er das tun, wenn sein Klub stillschweigend all die absurden Verbote akzeptiert hat, die den Fans im San Siro auferlegt wurden, während Auswärtsblöcke in ganz Italien voller Farbe und Leidenschaft waren — ohne irgendwelche absurden Restriktionen?
„Heute haben wir tatsächlich eine Mannschaft auf Platz vier, die sich erst am letzten Spieltag qualifizieren muss — nachdem sie monatelang mit einem zahlenmäßig begrenzten Kader an der Tabellenspitze gekämpft hat und im Januar beschämenderweise genauso belassen wurde, ohne die Wünsche des Trainers und des Sportdirektors zu erfüllen, um bis Mai konkurrenzfähig kämpfen zu können.
„Die Milan-Fans wollen nicht um jeden Preis gewinnen; sie wollen eine Mannschaft, die aufgebaut wurde, um zu gewinnen. Sie wollen Spieler, die die Ambitionen ihrer Fans widerspiegeln und der Geschichte des Vereins gerecht werden. Das ist es, was wir von Herrn Cardinale verlangen. Wir sind seine großspurigen Interviews darüber, ein Gewinner und ehrgeizig zu sein, leid, denn die letzten vier Jahre haben ihm auf drastische Weise widersprochen — und zwar auf die schmerzhafteste Art für diejenigen, die Milan wirklich lieben.“
„Cardinale taucht am Ende einer weiteren enttäuschenden Saison wieder auf — nach langer Abwesenheit aus der Rossoneri-Welt. Er fehlte sogar bei den Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum von AC Milan (erneut, um Kritik zu vermeiden).
„Heute erzählt er uns, er sei zurück, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen, um zu verstehen, was schiefgelaufen ist und was verbessert werden müsse, weil er viel Geld ausgegeben habe und ein Gewinner sei. Er sagt das, ohne zu lachen — vermutlich, weil er niemals das Museum an der Via Aldo Rossi besucht hat, oder weil er nie eines der historischen Europapokalspiele der Rossoneri gesehen hat, oder weil er gar nicht weiß, in welche Spieler er SEIN Geld investiert hat.
„Während es stimmt, dass unter seiner Führung viel Geld ausgegeben wurde (und schlecht, wie er selbst eingeräumt hat), stimmt ebenso, dass ein großer Teil dieses Geldes aus dem Verkauf von Schlüsselspielern stammt — wodurch jedes Mal das Rückgrat der Mannschaft zerstört wurde und verhindert wurde, dass sie um Titel konkurrieren kann.
„Und da die Eigentümer offenbar nicht die Absicht haben zu verkaufen (LEIDER, auch wenn die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt…), sollen sie wenigstens endlich ernsthaft damit beginnen, die Katastrophen der vergangenen Jahre zu beheben — Jahre, in denen alle außer den Hauptverantwortlichen den Preis bezahlt haben.
„RAUS mit Furlani und Moncada wegen der katastrophalen Entscheidungen, die AC Milan auf eine Nebenrolle reduziert haben. RAUS mit Ibrahimovic — so großartig er als Spieler war, so schädlich ist er als Direktor; eine schädliche und spaltende Figur innerhalb der Mannschaft, oft abwesend oder in schwierigen Momenten völlig fehl am Platz. Und warum nicht auch RAUS mit Scaroni, dessen Nutzen bis heute niemand verstanden hat.
„Schließlich lässt der Monolog des Amerikaners erkennen, dass in jedem Bereich des Vereins die besten Leute arbeiten sollten: Auch hier gibt er zu: ‚Wir sind noch nicht dort angekommen.‘ Tatsächlich funktioniert kein einziger Bereich bei Milan — von der Sportabteilung bis zur kommerziellen Abteilung, einschließlich des Ticketings — und auch das ist ausschließlich den ‚besten Leuten‘ zu verdanken, die er selbst ausgewählt hat.
„Milan ist keine Marke, es ist kein Entertainment, kein Showbusiness und keine Spekulation. Und solange diese Menschen existieren, die genau in diesen Kategorien denken und Tag für Tag Leidenschaft und Milanismo zerstören, wird es wirklich schwer sein, Licht am Ende des Tunnels zu sehen…“
Passend zur Diskussion der letzten Tage eine 1 zu 1 Übersetzung vom Curva Sud Statement, das heute veröffentlicht wurde:
„Mit dem üblichen absurden und ungerechtfertigten Verbot, nach Genua zu reisen, um AC Milan zu unterstützen, finden wir uns heute in der Situation wieder, um das Mindestziel kämpfen zu müssen, das ein Verein wie unserer jedes Jahr erreichen sollte — und auf das wir offensichtlich nicht verzichten wollen — gegen ein Cagliari, das in dieser Saison nichts mehr zu erreichen hat, und gegen eine der fanatischsten Fanbasen, die uns gegenüber besonders feindselig eingestellt sind.
„Umso mehr ein Grund, auch heute wieder so lautstark wie möglich anzufeuern, wie wir es die ganze Saison über getan haben — ganz im Gegensatz zu dem, was der Amerikaner behauptet, der in dieser Saison gerade einmal bei drei Gelegenheiten anwesend war.
„Danach wird es Zeit sein, Bilanz zu ziehen und denjenigen zu danken, die es uns trotz allem ermöglicht haben, am letzten Spieltag noch um einen Champions-League-Platz zu kämpfen: Mister Allegri und Igli Tare — weshalb uns die Gerüchte über seine angebliche Entlassung am Ende der Saison einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen.“
„Wenn das tatsächlich der Fall wäre, dann wäre der Sportdirektor nur das neueste Opfer der Inkompetenz anderer, eines Managements, das nichts anderes getan hat, als sich in Kaufentscheidungen und die daraus resultierenden Transfermarkt-Operationen einzumischen — ohne dabei die verheerenden Auswirkungen zu vergessen, die das Verhalten einiger Milan-‚Direktoren‘ auf die Führung der Mannschaft und die Kabine hatte.
„Und wie jedes Jahr haben sie es auch diesmal geschafft, einen neuen Sündenbock zu finden, einen weiteren Kopf, den man dem Amerikaner präsentieren kann, um die eigenen Fehler zu verschleiern, obwohl die Herren Furlani, Ibrahimovic und Moncada die Ersten sein müssten, die ihre Fehler eingestehen und ihre Koffer packen sollten, um AC Milan und die AC-Milan-Fans von der Mittelmäßigkeit der letzten vier Jahre zu befreien…
„Worte, Worte, Worte… Das lange Interview mit AC-Milan-Besitzer Gerry Cardinale stand vergangene Woche im Mittelpunkt. Nach Jahren des Schweigens erwachte Cardinale aus seinem goldenen Schlaf, um abstrakte Versprechen und längst ausgelutschte Konzepte herunterzubeten — kurz gesagt: die üblichen Worte, die darauf abzielen, die Proteste der AC-Milan-Fans zu beruhigen.
„Ja, denn diese Worte kommen genau in dem Moment, in dem alle internationalen Medien gezeigt und berichtet haben, was rund um AC Milan passiert: die Proteste und das Unbehagen einer gesamten Fanbasis, die dem Image und der Führung von RedBird schaden. Daher also die Lektion in Form eines langen, sorgfältig geplanten Interviews mit der Gazzetta dello Sport — einer Zeitung, die längst nichts mehr mit Journalismus zu tun hat, da sie nicht einmal einen einzigen Artikel über die Fanproteste vom vergangenen Sonntag veröffentlicht hat, außer dem Eigentümer Seiten zur Verfügung zu stellen, auf denen er versucht, alles herunterzuspielen, ein durch diese Eigentümerschaft zerstörtes Umfeld zu beruhigen und eher die Finanzwelt als die AC-Milan-Gemeinschaft zu besänftigen.
„Cardinale sagte, er könne den AC-Milan-Fans ihren Ärger nicht verübeln, weil er selbst ebenfalls wütend sei. Und das sagt er, nachdem genau diese Eigentümerschaft (SEINE) einen Kreuzzug gegen die Curva Sud und den gesamten organisierten Support geführt hat und San Siro nicht nur von echten Fans geleert hat, sondern auch von jener Leidenschaft und Farbe, die das Stadion legendär gemacht haben.
„Die amerikanische Clique hat einen ‚ethnischen Austausch‘ betrieben, der darauf abzielt, die loyalsten und leidenschaftlichsten Unterstützer zu verdrängen und sie durch Kunden, Konsumenten und Fußballtouristen zu ersetzen — ganz nach der offensichtlichsten und schamlosesten Showbusiness-Logik, mit katastrophalen Ergebnissen, die für alle sichtbar sind.“
„Was hat Cardinale überhaupt über die Milan-Fans und den Milanismo verstanden? Wie kann sich der Besitzer eines der berühmtesten Teams der Welt — der seit über einem Jahr aus Angst vor Kritik den Stadien fernbleibt — das Recht herausnehmen, den Fans zu sagen, dass die Mannschaft unterstützt werden müsse, wenn die Milan-Fans das ganze Jahr über nie aufgehört haben zu singen, selbst angesichts peinlicher Leistungen?!
„Wie kann er das tun, wenn sein Klub schweigend und ohne mit der Wimper zu zucken die absurden Verbote im San Siro akzeptiert hat, während Auswärtskurven in ganz Italien voller Farbe und Leidenschaft waren — ohne irgendwelche verrückten Einschränkungen?
„Wie kann er das tun, wenn sein Klub stillschweigend all die absurden Verbote akzeptiert hat, die den Fans im San Siro auferlegt wurden, während Auswärtsblöcke in ganz Italien voller Farbe und Leidenschaft waren — ohne irgendwelche absurden Restriktionen?
„Heute haben wir tatsächlich eine Mannschaft auf Platz vier, die sich erst am letzten Spieltag qualifizieren muss — nachdem sie monatelang mit einem zahlenmäßig begrenzten Kader an der Tabellenspitze gekämpft hat und im Januar beschämenderweise genauso belassen wurde, ohne die Wünsche des Trainers und des Sportdirektors zu erfüllen, um bis Mai konkurrenzfähig kämpfen zu können.
„Die Milan-Fans wollen nicht um jeden Preis gewinnen; sie wollen eine Mannschaft, die aufgebaut wurde, um zu gewinnen. Sie wollen Spieler, die die Ambitionen ihrer Fans widerspiegeln und der Geschichte des Vereins gerecht werden. Das ist es, was wir von Herrn Cardinale verlangen. Wir sind seine großspurigen Interviews darüber, ein Gewinner und ehrgeizig zu sein, leid, denn die letzten vier Jahre haben ihm auf drastische Weise widersprochen — und zwar auf die schmerzhafteste Art für diejenigen, die Milan wirklich lieben.“
„Cardinale taucht am Ende einer weiteren enttäuschenden Saison wieder auf — nach langer Abwesenheit aus der Rossoneri-Welt. Er fehlte sogar bei den Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum von AC Milan (erneut, um Kritik zu vermeiden).
„Heute erzählt er uns, er sei zurück, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen, um zu verstehen, was schiefgelaufen ist und was verbessert werden müsse, weil er viel Geld ausgegeben habe und ein Gewinner sei. Er sagt das, ohne zu lachen — vermutlich, weil er niemals das Museum an der Via Aldo Rossi besucht hat, oder weil er nie eines der historischen Europapokalspiele der Rossoneri gesehen hat, oder weil er gar nicht weiß, in welche Spieler er SEIN Geld investiert hat.
„Während es stimmt, dass unter seiner Führung viel Geld ausgegeben wurde (und schlecht, wie er selbst eingeräumt hat), stimmt ebenso, dass ein großer Teil dieses Geldes aus dem Verkauf von Schlüsselspielern stammt — wodurch jedes Mal das Rückgrat der Mannschaft zerstört wurde und verhindert wurde, dass sie um Titel konkurrieren kann.
„Und da die Eigentümer offenbar nicht die Absicht haben zu verkaufen (LEIDER, auch wenn die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt…), sollen sie wenigstens endlich ernsthaft damit beginnen, die Katastrophen der vergangenen Jahre zu beheben — Jahre, in denen alle außer den Hauptverantwortlichen den Preis bezahlt haben.
„RAUS mit Furlani und Moncada wegen der katastrophalen Entscheidungen, die AC Milan auf eine Nebenrolle reduziert haben. RAUS mit Ibrahimovic — so großartig er als Spieler war, so schädlich ist er als Direktor; eine schädliche und spaltende Figur innerhalb der Mannschaft, oft abwesend oder in schwierigen Momenten völlig fehl am Platz. Und warum nicht auch RAUS mit Scaroni, dessen Nutzen bis heute niemand verstanden hat.
„Schließlich lässt der Monolog des Amerikaners erkennen, dass in jedem Bereich des Vereins die besten Leute arbeiten sollten: Auch hier gibt er zu: ‚Wir sind noch nicht dort angekommen.‘ Tatsächlich funktioniert kein einziger Bereich bei Milan — von der Sportabteilung bis zur kommerziellen Abteilung, einschließlich des Ticketings — und auch das ist ausschließlich den ‚besten Leuten‘ zu verdanken, die er selbst ausgewählt hat.
„Milan ist keine Marke, es ist kein Entertainment, kein Showbusiness und keine Spekulation. Und solange diese Menschen existieren, die genau in diesen Kategorien denken und Tag für Tag Leidenschaft und Milanismo zerstören, wird es wirklich schwer sein, Licht am Ende des Tunnels zu sehen…“
Ein paar Worte zu diesem Curva-Sud-Statement, bevor es in der Diskussion unkritisch als Stimme „der Fans" weitergereicht wird.
Vorab: Der Absender ist nicht neutral. Das Statement liest sich wie eine Fananalyse der sportlichen Lage, ist aber tatsächlich eine politische Verlautbarung einer Gruppe mit handfesten eigenen Interessen – und genau dieser Kontext fehlt im Text vollständig. Die Curva Sud steht im Zentrum der Mailänder Ermittlung „Doppia Curva". Im ersten Verfahrensgrad hat das Gericht im Juni 2025 entschieden, dass auch die Curva Sud eine kriminelle Vereinigung war; der langjährige Kopf der Kurve, Luca Lucci, wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt. Aus den Ermittlungen und der Urteilsbegründung geht hervor, dass die Kurve über Jahre erhebliche illegale Einnahmen erzielte – allein über den Weiterverkauf von Tickets ist von über 100.000 € jährlich die Rede, daneben Parkplätze, Gastronomie und Merchandising rund um San Siro. Genau diese Einnahmequellen wurden im Zuge der Ermittlungen und des von der Staatsanwaltschaft angestoßenen Präventionsverfahrens trockengelegt, weil Inter und Milan gerichtlich angehalten wurden, ihre Verbindungen zum organisierten Anhang zu kappen – andernfalls drohte eine gerichtliche Zwangsverwaltung der Klubs.
Das ist der entscheidende, im Statement sorgfältig ausgeblendete Hintergrund. Wenn eine Gruppe, deren millionenschweres Geschäftsmodell gerade per Strafverfahren zerschlagen wird, dem Eigentümer einen „Kreuzzug gegen die Curva Sud" und einen „ethnischen Austausch" der Fanbasis vorwirft, dann ist das keine neutrale Lagebeschreibung, sondern die Reaktion eines Akteurs, dem konkrete Einnahmen weggebrochen sind. Was der Text als Angriff auf „Leidenschaft und Milanismo" rahmt, ist über weite Strecken schlicht die Folge davon, dass der Klub – nicht ganz freiwillig, sondern unter justiziellem Druck – ein über Jahrzehnte toleriertes, teils kriminelles Ökosystem nicht länger bedient. Der Klub hatte dazu am Ende kaum eine Wahl.
Damit zur Methode des Statements. Der Text arbeitet durchgehend mit derselben Figur, die in dieser Debatte ohnehin schon strapaziert wird: Schuld sind ausnahmslos die anderen. Allegri und Tare werden zu reinen Opfern verklärt, Furlani, Ibrahimović, Moncada und gleich auch noch Scaroni zu Alleinverantwortlichen erklärt. Diese Aufteilung in makellose Helden und absolute Schuldige ist kein Argument, sondern eine Erzählung. Sie ist bequem, weil sie jede Differenzierung erspart – und sie ist genau deshalb wenig wert.
Inhaltlich ist vieles widersprüchlich oder unsauber. Cardinale wird vorgeworfen, kaum im Stadion gewesen zu sein – „bei drei Gelegenheiten" –, gleichzeitig aber auch, dass er sich überhaupt zu Wort meldet. Bleibt er fern, ist es Desinteresse; spricht er, ist es ein „sorgfältig geplantes" Manöver. Eine Position, die jede denkbare Handlung des Gegenübers als Beleg gegen ihn liest, ist nicht falsifizierbar und erklärt damit nichts. Die Gazzetta dello Sport wird in dem Moment zur „Zeitung, die nichts mehr mit Journalismus zu tun hat", in dem sie etwas veröffentlicht, das der Curva nicht passt – das ist keine Medienkritik, sondern Instrumentalisierung. Und der Vorwurf, der Kader sei im Januar „beschämenderweise" nicht verstärkt worden, blendet aus, dass seriöse Verstärkungen im Winterfenster strukturell schwer zu bekommen sind.
Ein paar Punkte sind hingegen ernst zu nehmen – und sollten gerade deshalb nicht durch die Verpackung entwertet werden. Dass das Rückgrat der Mannschaft wiederholt über den Verkauf von Leistungsträgern finanziert wurde, ist eine berechtigte Beobachtung. Dass nicht jeder Bereich des Klubs rundläuft, hat Cardinale im Interview selbst eingeräumt. Aber diese tragfähigen Punkte gehen im Statement zwischen Verschwörungston, Opfererzählung und der unausgesprochenen Verteidigung eigener Pfründe unter.
Es lohnt zudem, einen rhetorischen Strang ernst zu nehmen, der den Text durchzieht: die wiederholte Reduktion des Konflikts auf die Herkunft des Eigentümers. Cardinale ist im Statement durchgehend nicht „der Eigentümer", sondern „der Amerikaner"; die Rede ist von „der amerikanischen Clique". Das ist kein Zufall einzelner Formulierungen. Im Dezember 2024 skandierte die Curva Sud bei San-Siro-Protesten ausdrücklich „Noi non siamo americani" – „Wir sind keine Amerikaner". Wenn die nationale Zugehörigkeit des Gegenübers zum zentralen Identifikationsmerkmal des Feindbildes wird, ist das mindestens ein handfester Anti-Amerikanismus – und es verschiebt die Auseinandersetzung von der Sachebene (Sind die Entscheidungen gut? Ist die Struktur richtig?) auf eine Identitätsebene (Sind „die" überhaupt von hier?). Das ist deshalb problematisch, weil es jede inhaltliche Prüfung ersetzt: Ein Eigentümer wird nicht primär für was er tut kritisiert, sondern für wer er ist. Ob man das schon „Fremdenfeindlichkeit" nennt, mag Definitionssache sein; dass dem Ganzen ein Ressentiment gegen das Fremde, das Nicht-Mailändische, das Nicht-Italienische zugrunde liegt, lässt sich kaum bestreiten. Der vermeintliche „ethnische Austausch" der Fanbasis ist dafür die zweite verräterische Formulierung – sie überträgt das Identitätsdenken von den Eigentümern auf die Tribüne.
Damit verbunden ist ein zweiter blinder Fleck: ein überholtes Vereinsbild. Das Statement formuliert ein klares Gegenmodell – Milan sei „keine Marke, kein Entertainment, kein Showbusiness". Das ist als emotionales Bekenntnis verständlich, als Beschreibung der Realität aber schlicht überholt. Ein Spitzenklub im Jahr 2026 ist zwangsläufig auch eine Marke, ein Medienunternehmen und ein global vermarktetes Produkt – nicht, weil ein Eigentümer das so beschlossen hätte, sondern weil die ökonomische Logik des modernen Fußballs (zentrale TV-Erlöse, UEFA-Wettbewerbsformate, Financial Sustainability Regulations, internationale Sponsorenmärkte) keine andere Betriebsform mehr zulässt. Real Madrid, Bayern, Manchester City, Paris – sie alle werden so geführt, und keiner dieser Klubs hat dadurch aufgehört, ein Fußballverein mit Geschichte zu sein. Das von der Curva ersehnte Modell – ein lokal verwurzelter Mäzenklub, in dem die Tribüne ein faktisches Mitspracherecht hat – ist im Spitzenfußball kein realistisches Zukunftsmodell mehr, sondern Nostalgie. Man darf das bedauern; aber eine Klubführung an einem Maßstab zu messen, den die gesamte Branche hinter sich gelassen hat, ist keine tragfähige Kritik.
Und genau hier schließt sich der Kreis zur Doppia-Curva-Affäre. Wenn man fragt, warum die Tribüne ein faktisches Mitspracherecht so vehement einfordert, kommt man an den Ermittlungsergebnissen nicht vorbei. Aus der Mailänder Untersuchung und der Urteilsbegründung ergibt sich das Bild von Klubs in einem Zustand der „sudditanza" – der Unterwürfigkeit – gegenüber den Kurvenführungen, die das gesamte kommerzielle Geschehen rund um San Siro kontrollierten: Ticketweiterverkauf zu überhöhten Preisen, Parkplätze, Gastronomie und Merchandising, abgesichert durch Einschüchterung und Gewalt, bei der Curva Nord zusätzlich mit nachgewiesener ’ndrangheta-Beteiligung. Über Jahrzehnte funktionierte ein „Patto" zwischen Tribüne und Klub, das die Verantwortlichen heute teils mit Strafverfahren, teils mit Sportgerichtsverfahren (Geldstrafen für Milan und Inter, Sperren für Funktionäre) einholt.
Vor diesem Hintergrund bekommt die im Statement beklagte „Leerung von San Siro" eine andere Bedeutung. Dass Banner der Ultras-Gruppen nicht mehr aufgehängt werden dürfen, ist keine Schikane des Eigentümers, sondern eine Anordnung der Questura im Gefolge der Ermittlungen. Dass der Klub sich von der organisierten Kurve distanziert hat, ist keine kulturelle Verirrung „der Amerikaner", sondern war die Bedingung dafür, eine gerichtliche Zwangsverwaltung des Vereins abzuwenden. Was das Statement als Angriff auf Identität und Leidenschaft inszeniert, ist in weiten Teilen schlicht die Normalisierung eines Verhältnisses, das zuvor jahrzehntelang anormal war. Eine Kurve, die ihren über lange Zeit teils kriminell abgesicherten Einfluss verliert, erlebt das naturgemäß als Verlust – aber dieser Verlust ist kein Unrecht, das man dem Klub vorhalten könnte.
Bei aller berechtigten Kritik an der Führung sollte zudem ein Punkt nicht untergehen: Es ist nicht Cardinale, der dieses Team – das erkennbar deutlich mehr Potenzial hat, als es zeigt – einen derart passiven, destruktiven und aus der Zeit gefallenen Fußball spielen lässt. Die Spielanlage, die Passivität, das Verwalten von Ergebnissen statt sie zu erzwingen – das fällt in den Verantwortungsbereich der sportlichen Leitung und der Bank, nicht in den eines Eigentümers. Genau das verschweigt das Statement, weil es die beiden Namen, die es zu Opfern erklären will, sonst nicht halten könnte.
Was bedeutet das für die Einordnung des Statements insgesamt? Es ist nicht nur die nicht-neutrale Verlautbarung eines wirtschaftlich betroffenen Akteurs. Es ruht zusätzlich auf zwei Fundamenten, die einer Prüfung nicht standhalten: einem Identitätsdenken, das die Herkunft des Eigentümers zum eigentlichen Vorwurf macht, und einer Vereinsromantik, die ein Betriebsmodell zurückwünscht, das es im Spitzenfußball nicht mehr gibt – und das im Mailänder Fall überdies eng mit genau jenen Strukturen verflochten war, die nun strafrechtlich aufgearbeitet werden. Man kann RedBird, Furlani und Ibrahimović aus vielen sachlichen Gründen kritisieren. Aber die Kritik der Curva Sud ist in ihrem Kern keine sportliche oder strukturelle – sie ist die Verteidigung eines verlorenen Einflussbereichs, vorgetragen in der Sprache von Herkunft und Nostalgie. Und das macht sie als Argument weitgehend unbrauchbar, so laut sie auch vorgetragen wird.
Und damit schließt sich der Bogen zu dem, worüber wir hier zuvor schon gesprochen haben: Dieses Statement ist selbst ein Musterbeispiel für das toxische Umfeld, das Milan mittelfristig mehr schadet als jede einzelne Fehlentscheidung der Führung. Es ist genau jene Mechanik – Schuld immer bei den anderen, jede Handlung des Eigentümers als Beleg gegen ihn, Dauerempörung statt Differenzierung –, die eine Negativspirale aus permanenter Unruhe befeuert. Ein Klub kann in einem solchen Klima kaum ruhig arbeiten, und kein noch so guter Funktionär macht darin einen Unterschied. Schade finde ich vor allem, wie bereitwillig sich Teile der Fanbasis – auch hier im Forum – von einem solchen Text vereinnahmen lassen. Wer das Statement teilt und ihm blind zustimmt, übernimmt nicht die Stimme „der Fans", sondern lässt sich vor den Karren eines Akteurs spannen, der handfeste eigene Interessen verfolgt und genau das verschweigt. Ein Mindestmaß an Quellenkritik – wer sagt das, und warum gerade jetzt? – würde der Debatte hier spürbar guttun.
Ich schätze deine fundierten und fast schon sozialanalytischen Beiträge sehr @Contabile aber jetzt die Schuld für Milans Versagen bei einem toxischen Umfeld (Curva) zu suchen und nicht bei den Fehlentscheidungen der Führung ist schlichtweg falsch und irreführend.
Hätte die Führung nur ansatzweise vernünftige Arbeit geleistet, dann wäre es niemals zu so einer toxischen Atmosphäre gekommen. Der Fisch stinkt vom Kopf und der Kopf sind nicht die Fans, auch wenn du einen Teil davon versuchst so darzustellen.
Zumal du die Curva Sud komplett über einen Kamm scherst. Natürlich gibt es Kriminelle in der Curva Sud aber nicht alle davon sind kriminell. Dein Kommentar liest sich so, als wären alle davon in den kriminellen Machenschaften verstrickt. Zumal diese Machenschaften auch absolut nichts an der Kritik gegenüber der Führung ändern.
Wie gesagt, es gibt genug saubere Leute in der Curva, die einfach nur die Mannschaft unterstützen wollen, egal wann, egal wo. Dein Kommentar versucht aus einer Minderheit eine Mehrheit zu machen, die keine ist.
Ich weiß nicht ob du schonmal in der Curva warst aber wenn ja, dann wüsstest du, was man mit dem Vorwurf „ethnischen Austausch" meinen könnte. Es verlaufen sich immer mehr Touris in der Curva. Touris, die nicht mitsingen können aber unbedingt mal Faszination Ultra erleben wollen. Touris, die sich die immer teureren Tickets leisten können und gleichzeitig jüngeren Fans, die mitsingen können, draußen bleiben müssen.
Du machst es dir auch viel zu einfach, wenn du den fehlenden Milanismo & Leidenschaft auf die finanziellen Regularien versuchst abzuwelzen. Fehlende Leidenschaft tritt dann ein, wenn man Angestellte hat, die nur aus eigenem Interesse handeln. Wenn man Angestellte hat, denen der Fußball nur zweitrangig ist.
Die Opferdarstellung von Allegri und Tare finde ich aber auch unverständlich.
Du kritisierst "Schuld sind ausnahmslos die anderen". Erklär mir mal bitte, wieso ausgerechnet der harte Kern der Fans Schuld an der Misere haben soll. Das kannst du doch nicht ernst meinen. Ausgerechnet diejenigen, die überall hinreisen und die Mannschaft anfeuern. Die sollen jetzt Schuld sein? Ich bitte dich.
Cardinale wird nicht vorgeworfen das er sich zu Wort meldet. Ihm wird vorgeworfen, dass er sich nur dann zu Wort meldet, wenn er Eigeninteresse hat. Fans beruhigen & dadurch die CL Einnahmen sichern. Ihm geht es nur ums Geld und das Statement verdeutlicht das.
Zum Kritik mit den Transfers. Natürlich sind Wintertransfers schwieriger zu kriegen. Aber wieso muss man überhaupt erst im Winter aktiv werden? Da blendest du den Fakt aus, dass man im Sommer halbherzig und zum größten Teil falsch agiert hat. Allegri wollte einen klassischen 9er und wo war er? Unter dieser Führung haben wir bereits so viele offensichtliche Fehler gemacht. Genau das wird kritisiert.
Zum Punkt mit dem Anti-Amerikanismus: ich weiß wodrauf du hinauswillst und einige Personen in der Curva sind politisch gesehen leider wirklich fremdenfeindlich. Du hast völlig Recht, dass es nicht um die Nationalität gehen sollte, sondern um die Taten. Aber genau diese wurden von der Curva auch kritisiert, wenn auch nicht sehr feinfühlig. Sie kritisieren, den "Amerikaner" der großkotzig in den Verein kommt, den er kaum kennt und der sagt, wie er alles ändern will. "Amerikanische" Halbzeitshows, Moneyball-System etc. Natürlich kommt das nicht gut an bei Ultras. Ultras stehen für Tradition. Die haben halt kein Bock auf blaue Trikots, nur weil sie sich besser vermarkten lassen.
Und natürlich hast du Recht, wenn du sagst, dass es nichts mit der Realität zu tun hat, wenn die Curva sagt, dass Milan keine Marke, kein Entertainment ist. Wie gesagt, die Ultra-Dialektik ist eine andere. Im Ursprung lehnen Ultras die Kommerzialisierung ab, auch wenn das heutzutage oft anders ist und gewisse Herren, wie zurecht von dir angesprochen, selber (illegalen) Kommerz mit dem Verein betreiben. Ich erinnere mich zu gut bei einem Auswärtsspiel in Genua, als Lucca Luci ernsthaft mit einem schwarzen Audi vors Stadion vorgefahren wurde.
Ich stimme dir auch in dem Punkt zu, dass sich die Curva in eine Opferrolle begibt. Opfer, die sie zum Teil nicht sind aber irgendwie vergisst man bei deinem Kommentar das Hauptproblem. Es geht um den desolaten Zustand eines Weltvereins und nicht um die Doppia-Curva-Affäre.
Allegri und Tare werden fälschlicherweise zu Opfern gemachtm das ist richtig aber wer hat die beiden denn eingestellt? Wer trifft letztendlich alle Entscheidungen? Furlani oder die Curva Sud? Wer ist dafür verantwortlich das wir so einen altmodischen Trainer überhaupt erst geholt haben? Die Curva oder vielleicht doch die Eigentümer? Wer ist dafür verantwortlich, dass wir seit Pioli nur falsche Entscheidungen auf der Trainerbank vollzogen haben?
Deine Deutung fokussiert sich hauptsächlich auf die kriminellen Machenschaften und den Anti Amerikanismus und zugleich setzt du alle "Fans" gleich, die dem Statement zustimmen. Die Curva ist mehr als ein Haufen Krimineller und dementsprechend ist auch nicht jeder automatisch ein Befürworter, nur weil man inhaltlich viele Punkte der Kritk teilt.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von DONCA am 24.05.2026 um 23:54 Uhr bearbeitet
25.05.2026 - 01:10 Uhr
Zitat von Contabile
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Ein paar Punkte sind hingegen ernst zu nehmen – und sollten gerade deshalb nicht durch die Verpackung entwertet werden. Dass das Rückgrat der Mannschaft wiederholt über den Verkauf von Leistungsträgern finanziert wurde, ist eine berechtigte Beobachtung. Dass nicht jeder Bereich des Klubs rundläuft, hat Cardinale im Interview selbst eingeräumt. Aber diese tragfähigen Punkte gehen im Statement zwischen Verschwörungston, Opfererzählung und der unausgesprochenen Verteidigung eigener Pfründe unter.
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Ein paar Punkte sind hingegen ernst zu nehmen – und sollten gerade deshalb nicht durch die Verpackung entwertet werden. Dass das Rückgrat der Mannschaft wiederholt über den Verkauf von Leistungsträgern finanziert wurde, ist eine berechtigte Beobachtung. Dass nicht jeder Bereich des Klubs rundläuft, hat Cardinale im Interview selbst eingeräumt. Aber diese tragfähigen Punkte gehen im Statement zwischen Verschwörungston, Opfererzählung und der unausgesprochenen Verteidigung eigener Pfründe unter.
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Danke für deine Ausführungen.
Beim Verkauf von Leistungsträgern muss man eben sagen, dass man zuletzt bei Reijnders mit "Fernsehabend unter der Woche" nicht die Argumente für einen Verbleib hatte.
Interessant ist da, dass Maldini, der viele Spieler ablösefrei verloren hat glorifiziert.
25.05.2026 - 01:34 Uhr
Zitat von DONCA
Wie gesagt, es gibt genug saubere Leute in der Curva, die einfach nur die Mannschaft unterstützen wollen, egal wann, egal wo. Dein Kommentar versucht aus einer Minderheit eine Mehrheit zu machen, die keine ist.
Ich weiß nicht ob du schonmal in der Curva warst aber wenn ja, dann wüsstest du, was man mit dem Vorwurf „ethnischen Austausch" meinen könnte. Es verlaufen sich immer mehr Touris in der Curva. Touris, die nicht mitsingen können aber unbedingt mal Faszination Ultra erleben wollen. Touris, die sich die immer teureren Tickets leisten können und gleichzeitig jüngeren Fans, die mitsingen können, draußen bleiben müssen.
Du machst es dir auch viel zu einfach, wenn du den fehlenden Milanismo & Leidenschaft auf die finanziellen Regularien versuchst abzuwelzen. Fehlende Leidenschaft tritt dann ein, wenn man Angestellte hat, die nur aus eigenem Interesse handeln. Wenn man Angestellte hat, denen der Fußball nur zweitrangig ist.
Die Opferdarstellung von Allegri und Tare finde ich aber auch unverständlich.
Du kritisierst "Schuld sind ausnahmslos die anderen". Erklär mir mal bitte, wieso ausgerechnet der harte Kern der Fans Schuld an der Misere haben soll. Das kannst du doch nicht ernst meinen. Ausgerechnet diejenigen, die überall hinreisen und die Mannschaft anfeuern. Die sollen jetzt Schuld sein? Ich bitte dich.
Cardinale wird nicht vorgeworfen das er sich zu Wort meldet. Ihm wird vorgeworfen, dass er sich nur dann zu Wort meldet, wenn er Eigeninteresse hat. Fans beruhigen & dadurch die CL Einnahmen sichern. Ihm geht es nur ums Geld und das Statement verdeutlicht das.
Zum Kritik mit den Transfers. Natürlich sind Wintertransfers schwieriger zu kriegen. Aber wieso muss man überhaupt erst im Winter aktiv werden? Da blendest du den Fakt aus, dass man im Sommer halbherzig und zum größten Teil falsch agiert hat. Allegri wollte einen klassischen 9er und wo war er? Unter dieser Führung haben wir bereits so viele offensichtliche Fehler gemacht. Genau das wird kritisiert.
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Wie gesagt, es gibt genug saubere Leute in der Curva, die einfach nur die Mannschaft unterstützen wollen, egal wann, egal wo. Dein Kommentar versucht aus einer Minderheit eine Mehrheit zu machen, die keine ist.
Ich weiß nicht ob du schonmal in der Curva warst aber wenn ja, dann wüsstest du, was man mit dem Vorwurf „ethnischen Austausch" meinen könnte. Es verlaufen sich immer mehr Touris in der Curva. Touris, die nicht mitsingen können aber unbedingt mal Faszination Ultra erleben wollen. Touris, die sich die immer teureren Tickets leisten können und gleichzeitig jüngeren Fans, die mitsingen können, draußen bleiben müssen.
Du machst es dir auch viel zu einfach, wenn du den fehlenden Milanismo & Leidenschaft auf die finanziellen Regularien versuchst abzuwelzen. Fehlende Leidenschaft tritt dann ein, wenn man Angestellte hat, die nur aus eigenem Interesse handeln. Wenn man Angestellte hat, denen der Fußball nur zweitrangig ist.
Die Opferdarstellung von Allegri und Tare finde ich aber auch unverständlich.
Du kritisierst "Schuld sind ausnahmslos die anderen". Erklär mir mal bitte, wieso ausgerechnet der harte Kern der Fans Schuld an der Misere haben soll. Das kannst du doch nicht ernst meinen. Ausgerechnet diejenigen, die überall hinreisen und die Mannschaft anfeuern. Die sollen jetzt Schuld sein? Ich bitte dich.
Cardinale wird nicht vorgeworfen das er sich zu Wort meldet. Ihm wird vorgeworfen, dass er sich nur dann zu Wort meldet, wenn er Eigeninteresse hat. Fans beruhigen & dadurch die CL Einnahmen sichern. Ihm geht es nur ums Geld und das Statement verdeutlicht das.
Zum Kritik mit den Transfers. Natürlich sind Wintertransfers schwieriger zu kriegen. Aber wieso muss man überhaupt erst im Winter aktiv werden? Da blendest du den Fakt aus, dass man im Sommer halbherzig und zum größten Teil falsch agiert hat. Allegri wollte einen klassischen 9er und wo war er? Unter dieser Führung haben wir bereits so viele offensichtliche Fehler gemacht. Genau das wird kritisiert.
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DONCA genau das ist eigentlich die Thematik die mich an der ganzen Erzählung stört.
Man will einerseits günstige Karten und andererseits soll jemand anders sein Geld ausgeben, damit man dann selbst Erfolge feiern kann.
Das ist für mich auch das was ich aus Bobans Interviews immer raus lese.
Deswegen auch immer mein Kommentar "kauft euch Milan".
Jeder Eigner hat Interessen und das beste Beispiel ist doch Berlusconi. Solange er in der Politik war hat er gerne für Milan jährlich 50 Mio oder mehr selbst gezahlt.
Als er da raus war, hat man doch gesehen was passiert.
Mit Cardinale/RedBird ist man eigentlich einen großen Schritt weiter gekommen man überlebt ohne Finanzspritzen.
Ich würde am liebsten auch wieder Zeiten wie die 2000er haben, aber man muss doch sehen, dass sowas eigentlich nicht normal war.
Italien hat lange von der WM 90 und den großen Eigentümern profitiert, aber das Rad hat sich weiter entwickelt und Italien im Fußball ist eben wie ein Land hinter dem Eisernen Vorhang 2005.
Ich sehe Cardinale bei der Infrastruktur eigentlich als Glücksfall.
Das "neue Stadion" von dem Silvio Anfang 2000 erzählt hat, nimmt jetzt Form an.
Auch wenn es nicht San Donato wird, wird man das aufholen was man jahrelang verpasst hat.
Jetzt schauen wir mal was die nächsten Wochen passiert.
25.05.2026 - 01:42 Uhr
Zitat von PaoloM
Danke für deine Ausführungen.
Beim Verkauf von Leistungsträgern muss man eben sagen, dass man zuletzt bei Reijnders mit "Fernsehabend unter der Woche" nicht die Argumente für einen Verbleib hatte.
Interessant ist da, dass Maldini, der viele Spieler ablösefrei verloren hat glorifiziert.
Zitat von Contabile
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Ein paar Punkte sind hingegen ernst zu nehmen – und sollten gerade deshalb nicht durch die Verpackung entwertet werden. Dass das Rückgrat der Mannschaft wiederholt über den Verkauf von Leistungsträgern finanziert wurde, ist eine berechtigte Beobachtung. Dass nicht jeder Bereich des Klubs rundläuft, hat Cardinale im Interview selbst eingeräumt. Aber diese tragfähigen Punkte gehen im Statement zwischen Verschwörungston, Opfererzählung und der unausgesprochenen Verteidigung eigener Pfründe unter.
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Ein paar Punkte sind hingegen ernst zu nehmen – und sollten gerade deshalb nicht durch die Verpackung entwertet werden. Dass das Rückgrat der Mannschaft wiederholt über den Verkauf von Leistungsträgern finanziert wurde, ist eine berechtigte Beobachtung. Dass nicht jeder Bereich des Klubs rundläuft, hat Cardinale im Interview selbst eingeräumt. Aber diese tragfähigen Punkte gehen im Statement zwischen Verschwörungston, Opfererzählung und der unausgesprochenen Verteidigung eigener Pfründe unter.
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Danke für deine Ausführungen.
Beim Verkauf von Leistungsträgern muss man eben sagen, dass man zuletzt bei Reijnders mit "Fernsehabend unter der Woche" nicht die Argumente für einen Verbleib hatte.
Interessant ist da, dass Maldini, der viele Spieler ablösefrei verloren hat glorifiziert.
Donnarumma hat ein dreckiges Spiel getrieben also da die Schuld bei Maldini zu suchen ist auch sehr schlau.
Vor allem was der verlangt hat.
Selbe bei Hakan und Kessie wollten alle zu viel Geld was da nicht vorhanden war. Man hatte sich selbst ein Salary Cup aufgelegt und die Mannschaft war auf voll auf Kurs.
Man hätte im Winter kaum Ablöse bekommen um vernünftigen Ersatz zu finden. Also wo siehst du den Fehler. Sogar der Transfer von Keatelare war mega nur war Milan wieder mal zu dumm mit so einem Talent richtig umzugehen.
Mit Maldini wäre die letzten Jahre bessee gelaufen als mit Furlani. Sportlich wurde man von Jahr zu Jahr schlechter. Bei den ganzen Trainern und Spieler die gekommen sind muss Furlani mal gepackt werden. Aber man wird Tare vermutlich die Schuld geben damit Furlani fein raus ist und nächste Saison wieder verhauen.
Sorry aber wie kann man das nicht sehen. Mit Maldini gebe es kein Tonali abgang, mit Maldini wäre Hernandez noch bei Milan, mit Maldini wäre viel mehr ruhe im Team gewesen. Die letzten Jahre hat doch gezeigt was Redbird vor hat. Man wollte alle Milan Identifikationsfiguren los werden.
Man könnte auch sagen Furlani hat es verkackt Leao zu Geld zu machen. Jetzt bekommst du nicht mal die Hälfte davon was er vor 2 Jahren Wert war.
Ausserdem nicht vergessen wenn ein Spieler nicht verlängern will dann verlängert er nicht. Was willst du da machen. Gibt genug beispiele wo große Spieler ablösfrei gegangen sind weil man sich nicht einig wurde.
Furlani und Cardinale sind Milans größte Schwäche und wer das nicht sieht, der will es auch nicht sehen.
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