Das ist einfach richtig bitter.
Klar gab es hier und da Ärger mal, aber am Ende hat sich Jackson reingehangen immer und war einfach St. Pauli für mich. Bitter, dass er jetzt endet und er geht 😔
Ich fasse es mal aus dem Kreise derjenigen, die mit der Aufarbeitung seiner sowie der Aktionen seiner Frau viel versucht haben zu vermitteln und aufzuarbeiten, zusammen:
- Seine nie erfolgte Entschuldigung für das Tragen eines antisemitischen Trikots
- Sein Aufruf zu rechtsoffenen Demo's trotz Hinweis des Vereins
- Seine nähe in Teile der stark pro Hamas und antisemtischen Strukturen geprägten Vereine und Szenen
- Seine Abwehr und Ablehnung zu offenem Dialog mit besorgten Fans aus den eigenen Reihen
- Seine Werbedeals
- Die aktive Mitarbeit seiner Frau im Verein, dann gegangen, dann eigene St.Pauli Merch rausbringen mit Gesicht des Mannes, am Verein vorbei
- Die aus dem Teamumfeld berichteten festgefahrenen Machtverhältnisse und Strukturen um Smith und Irvine herum, die es anderen Spielern schlichtweg verbat, sich hervorzutun und Verantwortung zu übernehmen
- Das ständige Schweben eines ungesunden Personenkults über Kreisen des Vereins, nicht zuletzt auch der Streit mit dem verdienten Aufsichtsrat Rene Born ...
In Summe sind hier so viele Dinge passiert, die eine Trennung fast alternativlos erscheinen liessen.
Wie Bornemann es sagte: Er trat mit dem Wunsch an den Verein ran wechseln zu wollen, nach seinen Aussagen vor der Saison. Die Realität, dass man ihm sehr sicher den Stammplatz und die Kapitänsbinde nehmen wollte, zwang ihn nicht, aber trieb ihn wohl zu diesem Schritt.
Man kann ihm nur alles Gute für die Zukunft wünschen. Wie Bornemann es tat. Aber dieses Kapitel ist endlich vorbei! Und das Damoklesswert, welches über dem Team und Verein sowie Fanszene hing, ist erstmal Geschichte. Nicht aber die Aufarbeitung der Geschehnisse im Kreise der Fanszene. St. Pauli war es nicht, aber muss wieder stabil werden. Vor allem im Kampf gegen Antisemitismus.
Immer wieder krass das Pauli als offener linker Verein (und letztlich nur dafür in Deutschland und vor allem außerhalb bekannt, sportlich sicher nicht), nicht pro Palästina ist. Alle anderen Vereine dieser Kategorie (Celtic, Rayo, Roter Stern Paris, die drölf verschiedenen italienischen Vereine die offen links sind, etc) sich alle klar pro Palästina positioniert haben. Celtic und andere haben ja auch die Fanfreundschaft deswegen gekündigt.
Letztlich trumpft wohl der Faktor das man ein deutscher Verein ist die politischen ideale. Wir haben ja zu genüge gesehen wie deutsche Vereine (und die deutsche Gesellschaft allgemein) dazu steht.
Das ist leider das Problem in dieser Sache. Nirgends hat der Verein je verlauten lassen, er sei in der Sache gegen oder für Palästina.
Aber der Verein hat ein Standing für jüdisches Leben. NICHT Israel und deren Regierung.
Und hier liegt das Zünglein auf der Waage. Irvine zeigte mit dem Trikot die Seite eines Palästina, ohne jüdischen Lebens. Zum Schutze dieser, hat sich der Verein allerdings auf die Fahne geschrieben gegen den Faschismus vorzugehen.
Nur weil das Thema Palästina nicht bei uns auf den Fahnen steht, wie bei Celtic in der Green Brigade, heißt es noch lange nicht, dass Verein oder Fans es nicht auch mit Irvine halten, wenn es um die humanitären Bedingungen und den fürchterlichen Angriffskrieg der IDF auf das palästinensiche Volk geht. Ich würde sogar wetten, dass alle Fans in der Kurve und im Stadion für Frieden und ein unabhängigen Palästina Staat wären. Und die IDF und Netanyahu als fürchterlich faschistisch einstufen.
Aber wie gesagt, es geht um eine andere Nuance. Aber das obige, fand in Irvines Wohlwollen Richtung Palästina und seinen Äußerungen in der Einordnung leider nie statt.
Unterm Strich, wir sind und bleiben links. Ja. Aber es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern auch ganz viel grau.










