DFB und DFB-Teams

Entwicklung der Nationalmannschaft (EM 2028 / WM 2030)

20.12.2025 - 00:14 Uhr
Zitat von Schilkseeschnack

Zitat von Tim_Cahill

Die Antritts-PK von Kloppo ist vorbei und ich denke, dass man schon einige Erkenntnisse bezüglich der taktischen Ausrichtung gewinnen konnte.
1. Viererkette!
2. Echter Rechtsverteidiger
3. Klare Strukturen
4. Außenstürmer

Ich vermute, dass Kloppo ähnlich seiner Zeit in Liverpool ein 4-3-3 spielen lässt. In diesem System benötigt er zwei klare Innenverteidiger, zwei Außenverteidiger, die die Linie hoch und runter marschieren, einen Defensivanker auf der Sechs, einen körperlich starken und laufstarken Achter, einen kreativen Achter, zwei schnelle und dribbelstarke Außenstürmer und einen Mittelstürmer, der die Bälle festmachen kann und unter Umständen sogar etwas tiefer als die Außenstürmer positioniert ist.

Anhand dieser Spielertypen habe ich versucht eine Mannschaft zu bauen. Sicherlich ist das alles nicht in Stein gemeißelt und mit Pavlovic und Wirtz gäbe es in der Theorie zwei Spieler, die bei entsprechender Entwicklung eigentlich in die Mannschaft gehören. Auch bei zum Beispiel einem Kimmich, der extrem polarisiert, muss man schauen, wie sich die Rolle entwickelt. Gerade auf der Position des Rechtsverteidigers sehe ich aktuell keinen Spieler, der sich krass aufdrängt und deswegen habe ich Aseko ausgewählt. Perspektivisch bringt der vieles mit und ich könnte mir vorstellen, dass er ein Spieler wird, der in Zukunft seine Rolle in der Nationalmannschaft finden wird. Warum nicht auf der Position des Rechtsverteidigers?! Des Weiteren sehe ich die Personalie Adeyemi total spannend. Einen Spielertypen wie ihn könnte Kloppo gebrauchen und auf den Außenbahnen sind die Alternativen rar gesät. Es wäre wünschenswert, wenn der Wechsel zu Barcelona ihn sportlich weiterbringt und er damit eine mehr als ernstzunehmende Alternative für die Nationalmannschaft wird.

Kimmich als alleiniger Sechser und Defensivanker? Das kann bitte nicht dein Ernst sein? In Dortmund ließ Klopp mit zwei Sechsern spielen. Da es keinen überdurchschnittlichen RV gibt, sollte Kimmich hier als echter RV auflaufen, denn für das ZM stehen genügend Spieler zur Auswahl. Außerdem gehört einer der besten Fußballer Deutschlands wie Wirtz in die Aufstellung, egal ob als Achter, Zehner oder Flügel.
Auf der Mittelstürmerposition könnte auch mal ein echter Mittelstürmer wie Kleindienst oder Tresoldi aufgestellt werden, um von der Idee mit der falschen Neun abzurücken und Havertz auch auf einer anderen Position auszuprobieren.


Ich habe in meinem Beitrag ja schon geschrieben, dass Kimmichs Rolle polarisieren wird. Bisher ist er schuldig geblieben, dass er der defensive Anker sein kann, aber ich habe die Hoffnung, dass Klopp ihn dahin bringen kann, wenn das sein Plan ist. Zumal mir dann auch wieder die Alternativen fehlen oder seht ihr Stiller ernsthaft in dieser Rolle? Ich definitiv nicht. Oder ein Pavlovic muss sich dahin entwickeln. In Dortmund war in meinen Augen klar Sven Bender dieser alleinige Sechser und bei Liverpool war es in der Prime Fabinho. Zumindest habe ich da so in Erinnerung. Vor der WM haben alle gesagt, dass Kimmich als rechter Verteidiger spielen muss. Irgendwann hat das auch Nagelsmann so gesehen, aber ich denke, dass die WM auch gezeigt hat, dass Kimmich dafür nicht die Idealbesetzung ist. Gegen die flinken Außenstürmer auf Topniveau fehlt ihm in der Defensive etwas. Zugleich verstehe ich aber auch, dass er dort ein Thema ist, weil uns hinten Rechts gerade ebenfalls die Alternativen fehlen.

Wirtz gehört unter normalen Umständen in die erste Elf - das sehe ich auch so. Mir fehlt aber aktuell die Fantasie, wie Klopp Wirtz und Musiala in eine Mannschaft integrieren will, wenn er zusätzlich noch zwei Außenstürmer haben möchte und die defensive Struktur dabei nicht flöten geht. Da bin ich total gespannt.

Sollte Havertz bei Arsenal weiterhin einen Stammplatz als Mittelstürmer haben (sofern verletzungsfrei), dann ist er für die Nationalmannschaft meiner Meinung nach ein guter Fit auf dieser Position. Es wird wichtig sein, dass Klopp ihm eine klare Rolle zuteilt und da sehe ich Klopp natürlich in der Pflicht, denn in den letzten Jahren ist der Plan mit ihm oft nicht aufgegangen. Interessanterweise gab es auch bei der WM einige (erfolgreiche) Mannschaften, die mehr oder weniger mit einem freien Mittelstürmer gespielt haben. Von falscher Neun habe ich dabei nie gesprochen, aber egal ob England, Spanien oder Frankreich - alle Mittelstürmer haben eine derartige Rolle gespielt. Und dann denke ich gerne an Roberto Firmino zurück, der das bei Liverpool wahnsinnig gut interpretiert hat. Ob das dann letztendlich so kommen muss, weiß ich heute gar nicht, aber weit hergeholt ist das für mich nicht. Zugleich sehe ich Tresoldi sicherlich auch als Hoffnungsträger auf dieser Position, der zwingend seine Chance bekommen muss.

Übrigens, meine Gedanken beziehen sich immer auf die Fantasie, dass Klopp als Bessermacher die Spieler tatsächlich auch in ihren Rollen besser macht. Wenn wir immer darüber nachdenken, wer wo die letzten Jahre nicht funktioniert hat, dann können wir mehr oder weniger jeden austauschen.

@Schilkseeschnack Wie würde denn deine perspektivische Aufstellung mit allen Mann an Bord für eine eventuelle EM 2028 aussehen?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Tim_Cahill am 25.07.2026 um 08:27 Uhr bearbeitet
Zitat von LucasPodolski
Quote from Bazzu
Quote from FatherH


Also erstmal ist NLZ nicht DFB-Stützpunkt. Und dann sprichst du ja gleich zwei andere Probleme an.

1. Es geht nicht darum, mehr als 3-4x die Woche zu trainieren. Ein Bundesliga-Stützpunkt nach Vorbild der Portugiesen wäre eher kein NLZ, sondern eine Außenstelle des Vereins. Die Spieler würden in den Verein eintreten und dort ihre 3-4 Trainings pro Woche haben + das Spiel als Team des Vereins. Das ist (auch von der Identifikation her) etwas ganz anderes als unser Modell. Man könnte vereinsspezifische Spielphilosophien über Jahre aufbauen, hätte mehr Zeit die Spieler auch einfach mal kicken zu lassen, auch gemeinsame andere Aktivitäten und Sportarten zu machen - und mehr Belastung wäre es eben auch nicht.

2. In Zeiten von Schule bis 16:30h oder noch länger ist das, was bei uns abläuft, eh nicht von den Kindern zu erwarten (die sind meist länger weg als die Eltern bei ner Vollzeitstelle und sollen dann noch Video-Studien beim überengagierten NLZ-Trainer nehmen, der von der U12 zur U19 und dann zur Bundesliga schielt?). Bei St. Pauli z.B. machen sich manche Köpfe daher sogar Gedanken, eine St. Pauli-Schule aufzumachen, u.a. damit der Fußball und polysportives Training in den Schulunterricht und Ganztag eingebaut wird. Und das wäre m.M.n. das Non-Plus-Ultra. Wenn man ganz mutig ist, könnte man das sogar weiterspinnen Richtung Oberstufen-Fußballliga mit Stipendien und Draft-System für die Bundesligen.

Ich will ja nur sagen: Der qualitative und quantitative Output Richtung Profifußball unserer NLZs und Stützpunkte ist jämmerlich. Und das liegt nicht daran, dass unsere Jugendlichen genetisch retardiert sind oder mehr am Handy sind als portugiesische Kids. Das liegt an Sturheit und Inkompetenz v.A. der Vereine und an fehlender Infrastruktur. Unsere aktuellen Toptalente haben wir jedenfalls, weil sie sich gegen das Monster ,,deutsche Talentförderung" durchgesetzt haben - nicht, weil ihnen dieses System irgendwie geholfen hätte. Die Zahlen lügen nunmal nicht.




Ich find, die NLZs bringen schon irgendwie gute Talente hervor – ob die jetzt top sind oder nicht, ist halt subjektiv. Aber ich glaub, viele von denen fördern hauptsächlich ein oder zwei Spielertypen: saubere Passgeber und jetzt neuerdings auch ein paar Dribbler. Alle anderen Profile werden vernachlässigt. Wenn ein Mittelstürmer kein guter Passgeber oder Anspielstation ist, wird er übersehen – selbst wenn er ein absolutes Kopfballungeheuer ist. Wir wollen immer nur den Musiala-, Wirtz- oder Lennart-Karl-Typ, der in den Highlights und in den Nachrichten gut aussieht. Aber die Kämpfer, die Balleroberer, die Zweikämpfer und die Kopfballungeheuer werden in keinem NLZ mehr richtig gefördert.

Und das ist ein Problem. Wir haben irgendwie falsch verstanden, wie Frankreich, Spanien und England ihre Talente ausbilden. Das Konzept ist von Grund auf falsch. Von 2011 bis 2023 haben wir zwölf Jahre lang die Talente hauptsächlich Rondos und Passübungen machen lassen. Ja, es hat sich ein bisschen geändert und jetzt wollen sie plötzlich Dribbler, aber das grundlegende Konzept stimmt immer noch nicht. Wir müssen verschiedene Spielertypen fördern, und bestimmte Qualitäten dürfen nicht einfach vernachlässigt oder übersehen werden.

Der Trend ist immer noch sehr bedenklich. Wenn man sich jemanden wie Nick Woltemade anschaut: zwei Meter groß, aber im Strafraum absolut nichts. Keine Athletik, keine Physis (trotz der Größe), kein Kopfballspiel, verliert jeden Zweikampf und muss die Duelle vermeiden, indem er außerhalb des gegnerischen Sechzehners spielt. Hat Werder Bremen den überhaupt als Stürmer ausgebildet? Ich weiß inzwischen echt nicht mehr, was er eigentlich ist. In einer normalen 4-3-3- oder 3-4-3-Staffelung sehe ich für ihn keine richtige Position. Ein guter Passgeber oder Dribbler zu sein, erfüllt nicht die Anforderungen für jede Position.

Wir müssen individuelles Training fördern und positionsspezifische Programme. Es fehlt so viel, und so viele Profile werden einfach nicht ausgebildet und vernachlässigt. Jugendtraining müsste ein kollektiver und ganzheitlicher Ansatz sein.

Dann frage ich mich, wie die Ausbildung in Spanien konzipiert ist, da dort alle Spieler neben den positionsspezifischen Anforderungen auch Balltechnik und sauberes Passspiel mitbringen.
Zitat von Tim_Cahill
Zitat von Schilkseeschnack

Zitat von Tim_Cahill

Die Antritts-PK von Kloppo ist vorbei und ich denke, dass man schon einige Erkenntnisse bezüglich der taktischen Ausrichtung gewinnen konnte.
1. Viererkette!
2. Echter Rechtsverteidiger
3. Klare Strukturen
4. Außenstürmer

Ich vermute, dass Kloppo ähnlich seiner Zeit in Liverpool ein 4-3-3 spielen lässt. In diesem System benötigt er zwei klare Innenverteidiger, zwei Außenverteidiger, die die Linie hoch und runter marschieren, einen Defensivanker auf der Sechs, einen körperlich starken und laufstarken Achter, einen kreativen Achter, zwei schnelle und dribbelstarke Außenstürmer und einen Mittelstürmer, der die Bälle festmachen kann und unter Umständen sogar etwas tiefer als die Außenstürmer positioniert ist.

Anhand dieser Spielertypen habe ich versucht eine Mannschaft zu bauen. Sicherlich ist das alles nicht in Stein gemeißelt und mit Pavlovic und Wirtz gäbe es in der Theorie zwei Spieler, die bei entsprechender Entwicklung eigentlich in die Mannschaft gehören. Auch bei zum Beispiel einem Kimmich, der extrem polarisiert, muss man schauen, wie sich die Rolle entwickelt. Gerade auf der Position des Rechtsverteidigers sehe ich aktuell keinen Spieler, der sich krass aufdrängt und deswegen habe ich Aseko ausgewählt. Perspektivisch bringt der vieles mit und ich könnte mir vorstellen, dass er ein Spieler wird, der in Zukunft seine Rolle in der Nationalmannschaft finden wird. Warum nicht auf der Position des Rechtsverteidigers?! Des Weiteren sehe ich die Personalie Adeyemi total spannend. Einen Spielertypen wie ihn könnte Kloppo gebrauchen und auf den Außenbahnen sind die Alternativen rar gesät. Es wäre wünschenswert, wenn der Wechsel zu Barcelona ihn sportlich weiterbringt und er damit eine mehr als ernstzunehmende Alternative für die Nationalmannschaft wird.

Kimmich als alleiniger Sechser und Defensivanker? Das kann bitte nicht dein Ernst sein? In Dortmund ließ Klopp mit zwei Sechsern spielen. Da es keinen überdurchschnittlichen RV gibt, sollte Kimmich hier als echter RV auflaufen, denn für das ZM stehen genügend Spieler zur Auswahl. Außerdem gehört einer der besten Fußballer Deutschlands wie Wirtz in die Aufstellung, egal ob als Achter, Zehner oder Flügel.
Auf der Mittelstürmerposition könnte auch mal ein echter Mittelstürmer wie Kleindienst oder Tresoldi aufgestellt werden, um von der Idee mit der falschen Neun abzurücken und Havertz auch auf einer anderen Position auszuprobieren.


Ich habe in meinem Beitrag ja schon geschrieben, dass Kimmichs Rolle polarisieren wird. Bisher ist er schuldig geblieben, dass er der defensive Anker sein kann, aber ich habe die Hoffnung, dass Klopp ihn dahin bringen kann, wenn das sein Plan ist. Zumal mir dann auch wieder die Alternativen fehlen oder seht ihr Stiller ernsthaft in dieser Rolle? Ich definitiv nicht. Oder ein Pavlovic muss sich dahin entwickeln. In Dortmund war in meinen Augen klar Sven Bender dieser alleinige Sechser und bei Liverpool war es in der Prime Fabinho. Zumindest habe ich da so in Erinnerung. Vor der WM haben alle gesagt, dass Kimmich als rechter Verteidiger spielen muss. Irgendwann hat das auch Nagelsmann so gesehen, aber ich denke, dass die WM auch gezeigt hat, dass Kimmich dafür nicht die Idealbesetzung ist. Gegen die flinken Außenstürmer auf Topniveau fehlt ihm in der Defensive etwas. Zugleich verstehe ich aber auch, dass er dort ein Thema ist, weil uns hinten Rechts gerade ebenfalls die Alternativen fehlen.

Wirtz gehört unter normalen Umständen in die erste Elf - das sehe ich auch so. Mir fehlt aber aktuell die Fantasie, wie Klopp Wirtz und Musiala in eine Mannschaft integrieren will, wenn er zusätzlich noch zwei Außenstürmer haben möchte und die defensive Struktur dabei nicht flöten geht. Da bin ich total gespannt.

Sollte Havertz bei Arsenal weiterhin einen Stammplatz als Mittelstürmer haben (sofern verletzungsfrei), dann ist er für die Nationalmannschaft meiner Meinung nach ein guter Fit auf dieser Position. Es wird wichtig sein, dass Klopp ihm eine klare Rolle zuteilt und da sehe ich Klopp natürlich in der Pflicht, denn in den letzten Jahren ist der Plan mit ihm oft nicht aufgegangen. Interessanterweise gab es auch bei der WM einige (erfolgreiche) Mannschaften, die mehr oder weniger mit einem freien Mittelstürmer gespielt haben. Von falscher Neun habe ich dabei nie gesprochen, aber egal ob England, Spanien oder Frankreich - alle Mittelstürmer haben eine derartige Rolle gespielt. Und dann denke ich gerne an Roberto Firmino zurück, der das bei Liverpool wahnsinnig gut interpretiert hat. Ob das dann letztendlich so kommen muss, weiß ich heute gar nicht, aber weit hergeholt ist das für mich nicht. Zugleich sehe ich Tresoldi sicherlich auch als Hoffnungsträger auf dieser Position, der zwingend seine Chance bekommen muss.

Übrigens, meine Gedanken beziehen sich immer auf die Fantasie, dass Klopp als Bessermacher die Spieler tatsächlich auch in ihren Rollen besser macht. Wenn wir immer darüber nachdenken, wer wo die letzten Jahre nicht funktioniert hat, dann können wir mehr oder weniger jeden austauschen.

@Schilkseeschnack Wie würde denn deine perspektivische Aufstellung mit allen Mann an Bord für eine eventuelle EM 2028 aussehen?


Baumann/ter Stegen/ einer der jungen Torwarte je nach Leistung

Kimmich, Tah/Thiaw, Schlotterbeck, Brown

Nmecha, Musiala, Stach

Karl, Tresoldi, Wirtz


Man darf nicht vergessen, dass ein Nationaltrainer mit den Spielern nicht täglich arbeiten kann, insofern ist die Aufgabe des Vereinstrainers, einen Spieler besser zu machen. Das von dem Verbandstrainer der A-Mannschaft zu erwarten, ist nicht realistisch. Wie soll er das leisten, zumal aktuell keine Spitzenmannschaft der Bundesliga den Spielstil Klopps praktiziert?
Selbstverständlich kann man Kimmich ins Mittelfeld stellen und einen neuen RV dort hinsetzen. Klopp könnte z.b. es mit Collins von Frankfurt probieren, der von Nagelsmann nach dem Slowakeispiel und einer unterirdischen Halbzeit fallen gelassen wurde
Oder es halt mit Henrichs, Baku und Vagno probieren. Allenfalls henrichs würde ich da tatsächlich als ernsthaften Spieler sehen, der da die Lücke schließen kann. Aber halt nur, wenn er fit ist. Ein paar Talente gibt es zwar, denen aber halt 1Liga Erfahrung fehlt.

Wenn man es Ernst meint dann Henrichs oder Collins.

•     •     •

„Wenn du dich und den Feind kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten. Wenn du dich selbst kennst, doch nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg, den du erringst, eine Niederlage erleiden. Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen.“
🇩🇪🇮🇱🇿🇦

Zitat von BillyReina1972
Selbstverständlich kann man Kimmich ins Mittelfeld stellen und einen neuen RV dort hinsetzen. Klopp könnte z.b. es mit Collins von Frankfurt probieren, der von Nagelsmann nach dem Slowakeispiel und einer unterirdischen Halbzeit fallen gelassen wurde
Oder es halt mit Henrichs, Baku und Vagno probieren. Allenfalls henrichs würde ich da tatsächlich als ernsthaften Spieler sehen, der da die Lücke schließen kann. Aber halt nur, wenn er fit ist. Ein paar Talente gibt es zwar, denen aber halt 1Liga Erfahrung fehlt.

Wenn man es Ernst meint dann Henrichs oder Collins.


Man kann dann aber auch die nächsten Mal ausprobieren, wie Morgela von St. Pauli oder aus der U19 Pedrosa (KSC) oder Erlein (Bayer) und gleichzeitig ist es ein Zeichen an die Vereine solche Spieler besser zu fördern und zu fordern. Das muss nicht in einem Qualispiel sein, aber in Freundschaftsspiele kann man solche Spieler mal bringen, wenn man keinen anderen hat.
Zitat von Schilkseeschnack

Dann frage ich mich, wie die Ausbildung in Spanien konzipiert ist, da dort alle Spieler neben den positionsspezifischen Anforderungen auch Balltechnik und sauberes Passspiel mitbringen.


Mal ein paar grundlegende Dinge, die Spanien anders macht als Deutschland:

1. Die Hauptförderung betreiben die Klubs, die über verteilte Stützpunkte Identifikation und Scouting in die Fläche bringen, während unsere Klubs überspitzt gesagt inländisch nur bis zum nächsten Bäcker scouten - und dann im Ausland fischen gehen.

2. In Spanien wird der einzelne Spieler betrachtet und sich gefragt: Was können wir tun, damit dieser Spieler das nächste Level erreicht? Das hat bspw. dazu geführt, dass Oyarzabal in der Jugend, als er schon als absolutes Toptalent galt, zu einem Absteiger verliehen wurde, damit der dort das Verteidigen lernt.

In Deutschland würden die Eltern sturmlaufen, weil man das dem Familienjuwel ja nicht antun kann. Es würde als demotivierend angesehen werden (wir in Deutschland haben grundsätzlich ein falsches Verständnis, was Motivation ist, wo sie herkommt und wohin sie gerichtet ist...). Der Trainer würde ohnehin unter Druck stehen, weil man seinen besten Spieler ja im Tabellenrennen nicht abgeben kann.

3. Die Spanier haben ein landesumfassendes Konzept, was die Spielidee betrifft. Und das ziehen sie konsequent durch. Wir normieren, zertifizieren - und nivellieren damit das Niveau.

Wir sollten meiner Meinung nach im Übrigen bitte kein landesweites Konzept haben, was dann allen NLZs etc. übergestülpt wird (wir Deutschen können das einfach nicht ohne in Vorgabenextremismus zu verfallen; zudem hat es andere Nachteile -> s.u.). Wir sollten stattdessen vereinsspezifische Philosophien fördern (damit z.B. ein Spieler, der aus der U17 in die U19 hochgezogen wird, systemisch direkt Anschluss findet). Wir sind als Deutschland deutlich polyzentrischer und haben einen viel größeren Talentpool als Spanien. Wir können uns leisten, verschiedene Philosophien zu fahren und dann am Ende einen breiteren, diverseren Ansatz als Spanien zu haben (ja, das wäre möglich, so unglaublich es klingt). Denn was man nicht vergessen darf: Spanien fährt nur diese eine Spielphilosophie. Und wie es in den 2010ern kam, werden sich die anderen Länder anpassen und diesen aktuell wieder erfolgreichen Ansatz aushebeln. Wenn wir jetzt wieder (schlechter) die Spanier kopieren, werden wir in der daran angepassten Konkurrenz der Zukunft alt aussehen.
Zitat von Andreas79
Zitat von BillyReina1972

Selbstverständlich kann man Kimmich ins Mittelfeld stellen und einen neuen RV dort hinsetzen. Klopp könnte z.b. es mit Collins von Frankfurt probieren, der von Nagelsmann nach dem Slowakeispiel und einer unterirdischen Halbzeit fallen gelassen wurde
Oder es halt mit Henrichs, Baku und Vagno probieren. Allenfalls henrichs würde ich da tatsächlich als ernsthaften Spieler sehen, der da die Lücke schließen kann. Aber halt nur, wenn er fit ist. Ein paar Talente gibt es zwar, denen aber halt 1Liga Erfahrung fehlt.

Wenn man es Ernst meint dann Henrichs oder Collins.


Man kann dann aber auch die nächsten Mal ausprobieren, wie Morgela von St. Pauli oder aus der U19 Pedrosa (KSC) oder Erlein (Bayer) und gleichzeitig ist es ein Zeichen an die Vereine solche Spieler besser zu fördern und zu fordern. Das muss nicht in einem Qualispiel sein, aber in Freundschaftsspiele kann man solche Spieler mal bringen, wenn man keinen anderen hat.


Collins ist einfach kein RV.

Wer ist Morgela von St. Pauli?

Und Pedrosa wird als Zweitligaspieler zum Glück kein Nationalspieler, genauso wie Erlein, der jetzt erstmal zweite Liga spielt.

So tief sind wir zum Glück noch nicht gesunken in Deutschland.

•     •     •

When people listen to you, don't you know it means a lot,
Cause you've got to work so hard for everything you've got.
Can't rest on your laurels now,
Not when you've got none.
You'll find yourself in a gutter,
Right back where you came from.
Es ist schon aberwitzig das man Spieler aus der 2.Liga fordert. Zeigt aber auch die Sehnsucht nach Erfolgen bei Tunieren. Ich glaube schon das man vorrangig auf Spieler schaut die in einer Top 5 Liga spielen vorzugsweise auch international.

Wir haben Optionen für alle Positionen auf hohen Niveau. Leider fehlt uns dee absolute Superstar ala Dembele, Mbappe, Kane, Haaland usw.
Auch hinten rechts wird sich jemand finden, der nicht 2.Liga kickt. Vagnoman, Treu, Collins, Baku, Henrichs, Bisseck....
Viel hängt auch davon ab wie Klopp diese interpriert sehen will.
Will er eher einen Typ Alexander Arnold der km Spielaufbau die 6 oder den RA gibt? Dann sind wir wieder bei Kimmich. Oder will er jemand der einfach seine Seite zumacht und läuft bis er umfällt ala Großkreutz?

Insgesamt glaube ich nicht das wir im ersten Testspielzyklus so viele Neu-Nationalspieler sehen. Eher ein paar die schon mal dabei waren wie Henrichs, Reitz oder Adeyemi.

Wenn ich unter der Kloppbrille heute für den ersten Lehrgang nominieren würde:

Baumann
Urbig
Backhaus

Henrichs
Baku
Bisseck
Chabot
Tah
Anton
Thiaw
Brown
Raum

Kimmich
Pavlovic
Quedraogo
Bischof
Reitz
Nmecha
Wirtz
Musiala

Karl
Adeyemi
El Mala
Havertz
Tresoldi
Beier
Burkhart
Zitat von Schilkseeschnack
Zitat von LucasPodolski

Quote from Bazzu
Quote from FatherH


Also erstmal ist NLZ nicht DFB-Stützpunkt. Und dann sprichst du ja gleich zwei andere Probleme an.

1. Es geht nicht darum, mehr als 3-4x die Woche zu trainieren. Ein Bundesliga-Stützpunkt nach Vorbild der Portugiesen wäre eher kein NLZ, sondern eine Außenstelle des Vereins. Die Spieler würden in den Verein eintreten und dort ihre 3-4 Trainings pro Woche haben + das Spiel als Team des Vereins. Das ist (auch von der Identifikation her) etwas ganz anderes als unser Modell. Man könnte vereinsspezifische Spielphilosophien über Jahre aufbauen, hätte mehr Zeit die Spieler auch einfach mal kicken zu lassen, auch gemeinsame andere Aktivitäten und Sportarten zu machen - und mehr Belastung wäre es eben auch nicht.

2. In Zeiten von Schule bis 16:30h oder noch länger ist das, was bei uns abläuft, eh nicht von den Kindern zu erwarten (die sind meist länger weg als die Eltern bei ner Vollzeitstelle und sollen dann noch Video-Studien beim überengagierten NLZ-Trainer nehmen, der von der U12 zur U19 und dann zur Bundesliga schielt?). Bei St. Pauli z.B. machen sich manche Köpfe daher sogar Gedanken, eine St. Pauli-Schule aufzumachen, u.a. damit der Fußball und polysportives Training in den Schulunterricht und Ganztag eingebaut wird. Und das wäre m.M.n. das Non-Plus-Ultra. Wenn man ganz mutig ist, könnte man das sogar weiterspinnen Richtung Oberstufen-Fußballliga mit Stipendien und Draft-System für die Bundesligen.

Ich will ja nur sagen: Der qualitative und quantitative Output Richtung Profifußball unserer NLZs und Stützpunkte ist jämmerlich. Und das liegt nicht daran, dass unsere Jugendlichen genetisch retardiert sind oder mehr am Handy sind als portugiesische Kids. Das liegt an Sturheit und Inkompetenz v.A. der Vereine und an fehlender Infrastruktur. Unsere aktuellen Toptalente haben wir jedenfalls, weil sie sich gegen das Monster ,,deutsche Talentförderung" durchgesetzt haben - nicht, weil ihnen dieses System irgendwie geholfen hätte. Die Zahlen lügen nunmal nicht.




Ich find, die NLZs bringen schon irgendwie gute Talente hervor – ob die jetzt top sind oder nicht, ist halt subjektiv. Aber ich glaub, viele von denen fördern hauptsächlich ein oder zwei Spielertypen: saubere Passgeber und jetzt neuerdings auch ein paar Dribbler. Alle anderen Profile werden vernachlässigt. Wenn ein Mittelstürmer kein guter Passgeber oder Anspielstation ist, wird er übersehen – selbst wenn er ein absolutes Kopfballungeheuer ist. Wir wollen immer nur den Musiala-, Wirtz- oder Lennart-Karl-Typ, der in den Highlights und in den Nachrichten gut aussieht. Aber die Kämpfer, die Balleroberer, die Zweikämpfer und die Kopfballungeheuer werden in keinem NLZ mehr richtig gefördert.

Und das ist ein Problem. Wir haben irgendwie falsch verstanden, wie Frankreich, Spanien und England ihre Talente ausbilden. Das Konzept ist von Grund auf falsch. Von 2011 bis 2023 haben wir zwölf Jahre lang die Talente hauptsächlich Rondos und Passübungen machen lassen. Ja, es hat sich ein bisschen geändert und jetzt wollen sie plötzlich Dribbler, aber das grundlegende Konzept stimmt immer noch nicht. Wir müssen verschiedene Spielertypen fördern, und bestimmte Qualitäten dürfen nicht einfach vernachlässigt oder übersehen werden.

Der Trend ist immer noch sehr bedenklich. Wenn man sich jemanden wie Nick Woltemade anschaut: zwei Meter groß, aber im Strafraum absolut nichts. Keine Athletik, keine Physis (trotz der Größe), kein Kopfballspiel, verliert jeden Zweikampf und muss die Duelle vermeiden, indem er außerhalb des gegnerischen Sechzehners spielt. Hat Werder Bremen den überhaupt als Stürmer ausgebildet? Ich weiß inzwischen echt nicht mehr, was er eigentlich ist. In einer normalen 4-3-3- oder 3-4-3-Staffelung sehe ich für ihn keine richtige Position. Ein guter Passgeber oder Dribbler zu sein, erfüllt nicht die Anforderungen für jede Position.

Wir müssen individuelles Training fördern und positionsspezifische Programme. Es fehlt so viel, und so viele Profile werden einfach nicht ausgebildet und vernachlässigt. Jugendtraining müsste ein kollektiver und ganzheitlicher Ansatz sein.

Dann frage ich mich, wie die Ausbildung in Spanien konzipiert ist, da dort alle Spieler neben den positionsspezifischen Anforderungen auch Balltechnik und sauberes Passspiel mitbringen.


Balltechnik und sauberes Passspiel bekommen sie von kleinauf mit, weil sie das durch viel spielen in kleinen Gruppen aneignen. Unser Funino wurde mehr oder weniger vom Futsal abgeleitet, was viel in Spanien gespielt wird. Funfact. Beim 3 gegen 3 im Funino wird ohne es den Kindern bewusst wird schon positionsspezifische Grundlagen mitgegeben (Verhalten mit Ball, ohne Ball, Dreiecksbildung etc.).
Zitat von FatherH

Balltechnik und sauberes Passspiel bekommen sie von kleinauf mit, weil sie das durch viel spielen in kleinen Gruppen aneignen. Unser Funino wurde mehr oder weniger vom Futsal abgeleitet, was viel in Spanien gespielt wird. Funfact. Beim 3 gegen 3 im Funino wird ohne es den Kindern bewusst wird schon positionsspezifische Grundlagen mitgegeben (Verhalten mit Ball, ohne Ball, Dreiecksbildung etc.).


Genau - und das sollte man eben auch nicht vergessen: Wenn in Spanien das Wetter nicht mitspielt, dann wird das Training verlegt und oft auch Futsal in der Halle gespielt. Unser Pendant zu den spanischen Monaten mit regelmäßig 40°C + X ist der Winter. Aber da schicken wir die Kleinen dann auf den Eis-Matsch-Platz. Kämpfen, kämpfen, kämpfen! zwinker
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Bazzu am 28.07.2026 um 17:44 Uhr bearbeitet
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