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Der Aufsichtsrat

19.01.2010 - 18:09 Uhr
Der Aufsichtsrat |#371
14.03.2014 - 14:05 Uhr
Zitat von Landauer:
Zitat von jimpanse222:
Zitat von Landauer:
Zitat von BlairWitch:
ok, vorübergehend also heiner ARV und Hopfner Interimspräsident. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung muss es aber laut Satzung doch dennoch geben, oder?
Sprich innerhalb von 4 Wochen wird ein neuer Präsident gewählt, der dann automatisch ARV wird?
oder seh ich da was falsch


Der ARV wird vom AR gewählt. Da wir nun den Präzedenzfall haben, dass ein ARV nicht aus der e.V. kommt, wird im AR nicht mehr zwingend eine e.V. Besetzung gewählt werden, sondern insbesondere nach dem Skandal um Uli darauf verwiesen werden, dass es absoluter Fachleute mit Unabhängigkeit bedarf. Das ist für mich der Beginn der Machtübernahme innerhalb der AG durch das Big Business.


Wie sind denn die Machtverhältnisse im AR? Ich bin mir nicht sicher, aber war es bisher nicht so daß der Verein (inkl. der "Neutralen" wie Stoiber, Markwort) eine Mehrheit von einer Stimme hatte? Das sollte sich doch nicht ändern wenn der künftige Präsident den Platz Ulis im AR einnimmt oder bin ih da auf dem falschen Dampfer?


Das basierte stets auf Konsens, aber nach der Uli Sache werden die Daumenschrauben angelegt werden und der e.V. freundlich unter Druck gesetzt werden. Die anderen AR werden von den Anteilseignern entsprechend eingeseift werden. Jetzt stell dir noch vor, der Hopfner wird Praese und will gar nicht ARV sein....

Ich verstehe auch null, was hier für Befürchtungen existieren. Was sollen denn die Unternehmen im AR, was so schlimm ist?:

- Einfluss auf Sponsorenverhandlungen (mit sich selbst): es sind verschiedene Firmen im AR, die bestimmt keine gemeinschaftlichen Interessen vertreten. Wenn Adidas aufgrund solcher Verbindungen plötzlich 5 Mio. weniger zahlen muss, dann wollen das auch Telekom, Allianz, Volkswagen etc. Glaube nicht, dass das im Sinne der Anteilseigner ist, wenn der FCB dadurch seine Stars verkaufen muss.
- Vorstand und Sammer entlassen: Warum sollten sie das tun? Der Vorstand arbeitet extrem erfolgreich (Zugewinn Marktanteile) und macht dabei Gewinn, wir sind also ein "rising star" im BWL-Kontext. Da entlässt niemand den Vorstand, vor allem weil der Verein immer noch 75% Anteile hält und die Vertreter dagegen stimmen oder aber bei einer außerordentlichen HV abgesetzt werden.

Ich sehe sogar eher noch Vorteile. Ein AR unter Hainer wird eher sagen "Wir planen mit Meisterschaft, CL-Gruppenphase etc. und geben euch deswegen ein Budget x für Spielertransfers, das ihr ausgeben könnt." Da wird sich dann auf die Einschätzung der sportlichen Experten verlassen und wenn die meinen, dass 40 Mio.für einen Martinez angemessen sind, dann wird da zugeschlagen. Ein Hoeneß hat doch auch schon lange bei Martinez gezögert, obwohl sich Heynckes, Sammer und Rummenige einig waren und wollte diese "Mondpreise" niht zahlen, obwohl wir genug Geld dafür hatten.
Der Aufsichtsrat |#372
14.03.2014 - 14:05 Uhr
Jetzt sieht man auch mal einen großen Vorteil der strategischen Partnerschaften, der über das reine monetäre Sponsoring hinausgeht. Die Vereinsikone der letzten 30, 40 Jahre bricht weg, und man kann ihn "mal eben" durch den Vorstandsvorsitzenden des zweitgrößten Sportartikelherstellers der Welt ersetzen, ob vorerst oder dauerhaft werden wir noch sehen, aber besser in Qualität und Schnelligkeit hätte es in so einer Situation nicht sein können. Ich denke mit Nike wäre das so nicht möglich gewesen ;) .
Der Aufsichtsrat |#373
14.03.2014 - 14:06 Uhr
Zitat von Kelte:

Zitat von Landauer:


Die sind schon grau :p
Schau dir bitte die Zusammensetzung des AR an und sage mir, wie du auch nach der Wahl eines neuen Praese dagegen anstinken willst. Du bekommst da keinen Konsens zu Gunsten der e.V. mehr rein.


Wir werden selbstverständlich Hoeneß satzungsgetreu mit einem neuen "vereinsinternen" Aufsichtsrat besetzen. Dazu wird sich ein Aufsichtsrat der Allianz gesellen, und dann wird unter Umständen für den Verein der Aufsichtsratsvorsitz wichtig, der die berühmte doppelte Stimme bei Gleichstand nach Abstimmung beinhaltet. Ich verstehe aber deine Dramatik nach wie vor nicht. Was befürchtest du denn, das der Aufsichtsrat vorhat? Großartig Anteile der Ag lassen sich ohne Satzungsänderung nicht verkaufen, und die Abbestellung des Vorstandes und folgende Neubesetzung mit schwächerem Personal wäre selbstverständlich nicht im Interesse des Aufsichtsrates.


Es geht doch nicht um digitale Veränderungen, echte Machtpolitik geschieht im Verborgenen ohne Öffentlichkeit. Das ist eher was für berechnende alte Säcke. Machtverschiebungen deuten sich anfangs nur geringfügig an, dann passiert erstmal wieder nichts, dann kommt irgendwann ein Thema auf, welches dezent und konsensual etwas anders behandelt wird. Das geht schleichend so weiter und keiner bemerkt, dass die Hausmacht gewechselt ist.
Später dann will man KHR nach dem Ende seiner Vorstandszeit als ARV sehen und wie von Geisterhand gibt es dazu keinen Konsens im AR. Der darf dann normales AR Mitglied sein, aber der ARV bleibt dauerhaft bei der Industrie und nicht länger beim e.V..

P.S.
Ich glaube ihr seht mich zu fatalistisch aber geht dabei selbst zu naiv mit solchen Themen um.
Wahre Macht bleibt oft unsichtbar oder zumindest von außen schwer erkennbar. Das ist oft ein Grundprinzip in Situationen wie dieser.
Der Aufsichtsrat |#374
14.03.2014 - 14:10 Uhr
Zitat von Wenigenjena:


- Einfluss auf Sponsorenverhandlungen (mit sich selbst): es sind verschiedene Firmen im AR, die bestimmt keine gemeinschaftlichen Interessen vertreten. Wenn Adidas aufgrund solcher Verbindungen plötzlich 5 Mio. weniger zahlen muss, dann wollen das auch Telekom, Allianz, Volkswagen etc. Glaube nicht, dass das im Sinne der Anteilseigner ist, wenn der FCB dadurch seine Stars verkaufen muss.

(...)

Ich sehe sogar eher noch Vorteile. Ein AR unter Hainer wird eher sagen "Wir planen mit Meisterschaft, CL-Gruppenphase etc. und geben euch deswegen ein Budget x für Spielertransfers, das ihr ausgeben könnt." Da wird sich dann auf die Einschätzung der sportlichen Experten verlassen und wenn die meinen, dass 40 Mio.für einen Martinez angemessen sind, dann wird da zugeschlagen. Ein Hoeneß hat doch auch schon lange bei Martinez gezögert, obwohl sich Heynckes, Sammer und Rummenige einig waren und wollte diese "Mondpreise" niht zahlen, obwohl wir genug Geld dafür hatten.


:ugly Nee. Nee, das kann der Aufsichtsrat nicht tun. Das wäre ja noch schöner, wenn ein Aufsichtsrat plötzlich mit Sponsoren verhandelt und Budgets setzt.

•     •     •

N° 38995

Darauf ging er zu seiner Frau,
die guckte Grütze im TV.
Es gab doch Fußball auf der Zwei.
Er rief: "Schalt um! Ich zähl bis drei!"
Der Aufsichtsrat |#375
14.03.2014 - 14:11 Uhr
Zitat von Landauer:
Zitat von Kelte:

Zitat von Landauer:


Die sind schon grau :p
Schau dir bitte die Zusammensetzung des AR an und sage mir, wie du auch nach der Wahl eines neuen Praese dagegen anstinken willst. Du bekommst da keinen Konsens zu Gunsten der e.V. mehr rein.


Wir werden selbstverständlich Hoeneß satzungsgetreu mit einem neuen "vereinsinternen" Aufsichtsrat besetzen. Dazu wird sich ein Aufsichtsrat der Allianz gesellen, und dann wird unter Umständen für den Verein der Aufsichtsratsvorsitz wichtig, der die berühmte doppelte Stimme bei Gleichstand nach Abstimmung beinhaltet. Ich verstehe aber deine Dramatik nach wie vor nicht. Was befürchtest du denn, das der Aufsichtsrat vorhat? Großartig Anteile der Ag lassen sich ohne Satzungsänderung nicht verkaufen, und die Abbestellung des Vorstandes und folgende Neubesetzung mit schwächerem Personal wäre selbstverständlich nicht im Interesse des Aufsichtsrates.


Es geht doch nicht um digitale Veränderungen, echte Machtpolitik geschieht im Verborgenen ohne Öffentlichkeit. Das ist eher was für berechnende alte Säcke. Machtverschiebungen deuten sich anfangs nur geringfügig an, dann passiert erstmal wieder nichts, dann kommt irgendwann ein Thema auf, welches dezent und konsensual etwas anders behandelt wird. Das geht schleichend so weiter und keiner bemerkt, dass die Hausmacht gewechselt ist.
Später dann will man KHR nach dem Ende seiner Vorstandszeit als ARV sehen und wie von Geisterhand gibt es dazu keinen Konsens im AR. Der darf dann normales AR Mitglied sein, aber der ARV bleibt dauerhaft bei der Industrie und nicht länger beim e.V..

P.S.
Ich glaube ihr seht mich zu fatalistisch aber geht dabei selbst zu naiv mit solchen Themen um.
Wahre Macht bleibt oft unsichtbar oder zumindest von außen schwer erkennbar. Das ist oft ein Grundprinzip in Situationen wie dieser.

Der Verein hält immer noch 75% an der AG. Wenn also der Verein bzw. dessen Vorstand/Präsidium der Meinung ist, dass Kalle ARV werden soll, dann wird er von den 75% gewählt. Wenn einer der Vereins-Vertreter im AR in so einer Frage gegen den Verein mit den Wirtschaftsleuten stimmen sollte, dann würde er doch bei der nächsten MV abgesetzt. So etwas macht doch keiner.
Abgesehen davon warne ich davor, die Wirtschaftsvertreter im AR als einen Block zu sehen. Die haben auch jeweils ganz andere Interessen und es ist fraglich, ob nciht der eine oder andere seine Interessen eher durch die Vereinsvertreter als durch seine Kollegen aus der Wirtschaft vertreten sieht.
Der Aufsichtsrat |#376
14.03.2014 - 14:14 Uhr
Zitat von Kelte:
Zitat von Landauer:


Das basierte stets auf Konsens, aber nach der Uli Sache werden die Daumenschrauben angelegt werden und der e.V. freundlich unter Druck gesetzt werden. Die anderen AR werden von den Anteilseignern entsprechend eingeseift werden. Jetzt stell dir noch vor, der Hopfner wird Praese und will gar nicht ARV sein....


Ich verstehe also richtig: Der Konsens, den du beschreibst, bestand in der Tatsache, dass Uli die Wirtschaftsbosse unter Kontrolle hatte und vom Anlegen der Daumenschrauben abhielt. Hört sich für mich weniger nach Konsens als Diktatur an und wäre als Aussage über die bisherige Funktionalität des Aufsichtsrates als Kontrollorgan höchst problematisch.


Idealismus ist etwas für Teenager. Wenn du in ein Haifischbecken springst, dann solltest du dich nicht über Haifische wundern. Diese Industriebosse sind allesamt Haifische, da mach dir mal besser nichts vor. Anders kommt man gar nicht in deren Position. Und einmal dort angekommen, legt man jahrzehntelanges Verhalten auch nicht mehr ab.
Aber erklärt mich einfach alle für bekloppt, macht mir nix.
Der Aufsichtsrat |#377
14.03.2014 - 14:15 Uhr
Kurze Zwischenfrage:

Ist der Präsident des e.V. laut Statuten automatisch Aufsichtsratsvorsitzender oder sind das unabhängige Wahlen?

Bisher dachte ich, dass die beiden Ämter immer miteinander verknüpft sind.

(Und die heute getroffenen Entscheidungen nur interimsmässig sind.)
Der Aufsichtsrat |#378
14.03.2014 - 14:15 Uhr
Zitat von Kelte:
Zitat von Wenigenjena:


- Einfluss auf Sponsorenverhandlungen (mit sich selbst): es sind verschiedene Firmen im AR, die bestimmt keine gemeinschaftlichen Interessen vertreten. Wenn Adidas aufgrund solcher Verbindungen plötzlich 5 Mio. weniger zahlen muss, dann wollen das auch Telekom, Allianz, Volkswagen etc. Glaube nicht, dass das im Sinne der Anteilseigner ist, wenn der FCB dadurch seine Stars verkaufen muss.

(...)

Ich sehe sogar eher noch Vorteile. Ein AR unter Hainer wird eher sagen "Wir planen mit Meisterschaft, CL-Gruppenphase etc. und geben euch deswegen ein Budget x für Spielertransfers, das ihr ausgeben könnt." Da wird sich dann auf die Einschätzung der sportlichen Experten verlassen und wenn die meinen, dass 40 Mio.für einen Martinez angemessen sind, dann wird da zugeschlagen. Ein Hoeneß hat doch auch schon lange bei Martinez gezögert, obwohl sich Heynckes, Sammer und Rummenige einig waren und wollte diese "Mondpreise" niht zahlen, obwohl wir genug Geld dafür hatten.


:ugly Nee. Nee, das kann der Aufsichtsrat nicht tun. Das wäre ja noch schöner, wenn ein Aufsichtsrat plötzlich mit Sponsoren verhandelt und Budgets setzt.

Ich habe nicht gesagt, dass der AR mit den Sponsoren verhandelt. Aber hier ist ja die Befürchtung einiger, dass Hainer bspw. als ARV sagt: "So lieber Vorstand, wir (Adidas) zahlen nur 20Mio. (und keinen markgerechten Preis) wenn ihr nicht zustimmt, dann seid ihr morgen abgesetzt." Das ist Quatsch, habe ich ja gesagt.
Aber natürlich setzt der AR Budgets fest. Lies dir mal die entsprechenden Passagen im Gesetz durch:
http://www.gesetze-im-internet.de/aktg/__111.html
Der Aufsichtsrat verabschiedet normalerweise einen Wirtschaftsplan, in dem natürlich die groben Posten festgesetzt sind, in dessen Rahmen dann der Vorstand agieren darf. Darin ist dann auch das Budget für Transfers, Gehälter, Abschreibungen etc. enthalten
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Wenigenjena am 14.03.2014 um 14:17 Uhr bearbeitet
Der Aufsichtsrat |#379
14.03.2014 - 14:17 Uhr
Zitat von tabernakel:
Nehmen wir mal den Worst-Case an: Audi, Telekom und Adidas beschließen das "Machtvakuum" zu nutzen, finden dafür auch noch eine Mehrheit, und sägen dann sagen wir KHR und Sammer ab um sie mit Marionetten zu bestücken (welche dann z.B. weitere 24% des Vereins veräußern könnten). Denn darin besteht ja die eigentliche Machtbefugnis des AR, sie sind ja nicht die Geschäftsführung welche die alltäglichen Geschäfte leitet, sondern "nur" ein Aufsichtsgremium.


Es ist ja schon einmal so, dass nicht der Aufsichtsrat/Vorstand der AG weitere Anteile verkaufen könnte. Das können nur die Eigentümer, also die drei A's und der e.V.. Wobei ich nicht glaube, dass Adidas/Audi/Allianz ihre Anteile einfach an Dritte verkaufen können. Die Macht im e.V. haben weiterhin wir Mitglieder.

Allerdings könnte der Aufsichtsrat natürlich den Vorstand absägen und Personen einsetzen, die ihm "besser passen". Nur weiß ich jetzt leider nicht, inwiefern das nicht vielleicht auch mit der 50+1-Regel kollidiert, wenn hier die Anteilseigner die Kontrolle übernehmen.

•     •     •

Pro: FC Bayern München, SC Paderborn 07
Der Aufsichtsrat |#380
14.03.2014 - 14:17 Uhr
Danke @kelte, landauer.
Der künftige Allianz-Sitz war mir gar nicht auf dem Schirm.
Ich teile die Einschätzung, daß der Verein dann erst Recht den AR-Vorsitz weiterhin beanspruchen muß. Ob sich die Minderheitsbeteiligten tatsächlich zu einer konzentrierten Aktion dagegen zusammenfinden? Daß der Hainer als Stellvertreter interimsmäßig aufrückt ist ja zunächst einmal folgerichtig und erst danach vielleicht ein Indiz für eine geplante Machtverschiebung.
Mal schauen. Ich bin grundsätzlich bei Landauer. Es gibt für mich keinen plausiblen Grund warum man einem Minderheitsbeteiligten den Vorsitz ohne Widerstand zugestehen sollte trotz aller "Verbundenheit" oderwasweißichnochalles der beteiligten Unternehmen zu dem Verein. Macht bzw. Kontrolle gibt man nicht ab und sei der Empfänger auch noch so benevolent oder scheinbar auf Linie mit den eigenen Strategien und Vorstellungen.

•     •     •

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