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Corona-News-Thread

12.12.2020 - 10:35 Uhr
Corona-News-Thread |#8491
22.12.2021 - 17:52 Uhr
Zitat von StuttgarterBub
Zitat von 1893

Zu ersten Absatz: Hast du falsch verstanden. Das war nicht auf die Kapazität bezogen sondern darauf dass man früher oder später eh mit Corona in berührung kommt und es auch muss als ungimpfter.
Aber nur weil 2 Leute zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen kannst du das nicht ignorieren. dann muss man
mehrere befragen/modellieren lassen und mal schauen wo der konsens hingeht. Natürlich von jetzt an betrachten, vor einem Jahr war das natürlich noch klar

Naja zu deinem Beispiel: Das kannst du praktisch kaum umsetzen, da die Leute zuhause machen können was sie wollen im Grunde. Wenn du das im Restaurant zulässt heißt es noch lange nicht dass man es nutzen muss. Außerdem was machst du wenn es ein ungeimpfter Risikopatient ist?

Ein Test schützt halt 0 vor Infektion und schon garnicht vor schweren Verlauft und zudem kann das nur eine Übergangssituation darstellen.

Du müsstest wenn schon PCR tests nutzen und dann ist die Frage ob die tests ausreichen.
Aber mir wäre es auch egal wenn man das so macht.
praktikabel halte ich es aber nur für bedingt

schon klar, früher oder später fängt sich vermutlich fast jeder corona ein. trotzdem sollte es das ziel sein, dass es nicht alle mit hohem hospitalisierungsrisiko gleichzeitig tun. denn, wenn das so kommen würde, könnte man wohl viele menschen nicht retten, die man im normalfall hätte retten können.

wie gesagt, ich bin auch dafür, dass man mal eine ehrliche diskussion über das eigentlich ziel führt. und halt auch die klare aussage trifft, was die prioritäten sind. auch der ethikrat könnte da schon einen größeren beitrag leisten. man wird aus dem blickwinkel einer zweckorientierten ethik sicher zu einem anderen ergebnis kommen als aus einem pflichtethischen blickwinkel zwinker

ein test schützt nicht vor ansteckung richtig. aber wenn sich jeder (regelmäßig) testet und auch jeder restaurantbesucher tagesaktuell getestet ist, dann senkst du das risiko eben schon. und nur darum sollte es mMn gehen. und klar kann ich nicht garantieren, dass die leute dann ins restaurant gehen und sich nicht doch daheim treffen. aber jeder einzelne den ich dadurch in eine halbwegs kontrollierte umgebung hole ist es mMn wert.


Dein 1. Absatz steht grundsätzlich ausser Frage. Allerdings und damit kommen wir zu deinem 2. Absatz , ging es mir darum ja nicht direkt und irgendwann kommt der Punkt an dem "nicht laufen lassen" mehr schaden anrichtet was stark abhängig ist von der Immunisierung. Klar von nem Jahr stellte sich die Frage noch nicht, aber inzwischen denke ich schon und da es zudem mit der Impfung noch eine Lösung gibt die das sehr stark eindämmt muss man zusätzlich ne Impfpflicht mit in Betracht ziehen.
In Dänemark und UK könnte man den Eindruck gewinnen der Zeitpunkt ist dort schon erreicht auch wenn man noch etwas vorsichtig sein muss.

Ich wollte mich bzgl. der Regeln garnicht groß einmischen, da ich mich damit eh nicht mehr arg beschäftige. Wollte nur wissen wie du dir das vorstellst.

•     •     •

"Ich liebe Gerüchte! Naja, Fakten können so irreführend sein, wohingegen Gerüchte, wahr oder falsch, häufig erhellend sind."
Corona-News-Thread |#8492
22.12.2021 - 20:10 Uhr
Zitat von fainmor

14.12 Höchstwert der 2-3 Welle danach Rückgang.
16.12 Harter Lockdown


Ich will gar nicht auf alles eingehen, aber der Höchstwert der zweiten Welle war nicht am 14.12. sondern am 22.12. Das ist 6 Tage nach Beginn des Lockdowns. Das passt ziemlich gut.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1192085/umfrage/coronainfektionen-covid-19-in-den-letzten-sieben-tagen-in-deutschland/

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Du kannst nicht durch Geschwindigkeit wettmachen, was dir an Richtung fehlt.
Corona-News-Thread |#8493
22.12.2021 - 22:08 Uhr
Zitat von DJ_VfB
Zitat von fainmor

14.12 Höchstwert der 2-3 Welle danach Rückgang.
16.12 Harter Lockdown


Ich will gar nicht auf alles eingehen, aber der Höchstwert der zweiten Welle war nicht am 14.12. sondern am 22.12. Das ist 6 Tage nach Beginn des Lockdowns. Das passt ziemlich gut.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1192085/umfrage/coronainfektionen-covid-19-in-den-letzten-sieben-tagen-in-deutschland/

de.statista bezieht sich auf die 7 Tages Inzidenz
Meine Angabe bezieht sich auf die täglichen Fälle (die nach einem Jahr jetzt hoffentlich sauber bereinigt sind)
aus dem RKI Dashboard

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2,6% sind sich sicher, das über die CL in den nächsten Jahren nur in „Blick auf die Konkurrenz“ diskutiert werden kann.

"Wenn Du ein schlechtes Präsidium hast, bist Du verloren. Fertig!" Jürgen Klopp

Optimismus ist nur ein Mangel an Informationen

Corona-News-Thread |#8494
22.12.2021 - 22:19 Uhr
Zitat von fainmor
Zitat von DJ_VfB

Zitat von fainmor

14.12 Höchstwert der 2-3 Welle danach Rückgang.
16.12 Harter Lockdown


Ich will gar nicht auf alles eingehen, aber der Höchstwert der zweiten Welle war nicht am 14.12. sondern am 22.12. Das ist 6 Tage nach Beginn des Lockdowns. Das passt ziemlich gut.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1192085/umfrage/coronainfektionen-covid-19-in-den-letzten-sieben-tagen-in-deutschland/

de.statista bezieht sich auf die 7 Tages Inzidenz
Meine Angabe bezieht sich auf die täglichen Fälle (die nach einem Jahr jetzt hoffentlich sauber bereinigt sind)
aus dem RKI Dashboard


Sinn und Zweck der 7 Tage Inzidenz sind die aber klar, oder?

Übrigens: 146 von insgesamt 346 Omikron Fällen in Baden Württemberg sind heute gemeldet worden. Die Entwicklung ist recht eindeutig.
Corona-News-Thread |#8495
22.12.2021 - 23:55 Uhr
Zitat von Dragoran2
Zitat von fainmor

Zitat von DJ_VfB

Zitat von fainmor

14.12 Höchstwert der 2-3 Welle danach Rückgang.
16.12 Harter Lockdown


Ich will gar nicht auf alles eingehen, aber der Höchstwert der zweiten Welle war nicht am 14.12. sondern am 22.12. Das ist 6 Tage nach Beginn des Lockdowns. Das passt ziemlich gut.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1192085/umfrage/coronainfektionen-covid-19-in-den-letzten-sieben-tagen-in-deutschland/

de.statista bezieht sich auf die 7 Tages Inzidenz
Meine Angabe bezieht sich auf die täglichen Fälle (die nach einem Jahr jetzt hoffentlich sauber bereinigt sind)
aus dem RKI Dashboard


Sinn und Zweck der 7 Tage Inzidenz sind die aber klar, oder?

Übrigens: 146 von insgesamt 346 Omikron Fällen in Baden Württemberg sind heute gemeldet worden. Die Entwicklung ist recht eindeutig.

Es gibt ja viele verschiedene Daten auf die man schauen kann und die bestimmte Fehler/Verzögerungen unterliegen.
Wenn man auf das Erkrankungsdatum schaut, dann ist es nur logisch, dass der Höchststand hier vor den harten Lockdowns liegt. Wenn Großereignisse ohne Zuschauer, Unis und Schulen online stattfinden, möglichst viele Arbeiter ins Home Office gehen, soziale Events und Gruppensport gestrichen werden, dann reduziert sich die Anzahl der Begegnungen enorm. Entsprechend finden auch die meisten Ansteckungen (und die Situationen bei denen Ansteckungen wahrscheinlich sind) eher vor dem Lockdown statt als währenddessen. Zwischen Erkrankungsdatum und Meldedatum liegen wiederum mehrere Tage, weil sich die messbare Virusanzahl oder auch die Symptome erst aufbauen müssen. Die 7-Tages-Inzidenz wird übrigens aus den Meldedaten berechnet, da man diese für präziser hält(keine menschliche Schätzung des Tages der Ansteckung involviert).

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Die Zukunft ist jene Zeit, in der unsere Geschäfte gut gehen, unsere Freunde treu sind und unser Glück gesichert ist.
Corona-News-Thread |#8496
23.12.2021 - 00:51 Uhr
Zitat von StuttgarterBub

corona kontrollieren wird nicht möglich sein. es ist aber möglich, die auswirkungen von corona durch eine immunisierte bevölkerung abzuschwächen. und da haben wir dann zwei möglichkeiten: impfen oder immunisierung durch infektion. wenn sich zu viele personen auf einmal infizieren, dann bricht das gesundheitssystem zusammen, laufen lassen kann also nicht die lösung sein. außer man kommt zum schluss, dass ein gewisser zeitraum volles chaos mit unnötigen toten (corona-patienten, unfälle, herzinfakrte o.ä. die aufgrund eines zusammengebrochenen gesundheitssystems nicht behandelt werden können) hinnehmbar ist. kommt man nicht zu diesem schluss, so muss man die immunisierung durch infektion eben möglichst in die länge ziehen, um das gesundheitssystem nicht zu überlasten.

und da kommt dann eben meine kritik an den maßnahmen. mehr feintuning, weniger der große hammer. situationen zulassen, in denen das infektionsrisiko gering ist. gefährliche situationen, also situationen in denen eine ansteckung einer person mit hohem hospitalisierungsrisiko wahrscheinlich(er) ist, minimieren. es geht ja letztendlich nicht darum, dass wir alle möglichst nie corona bekommen. es geht nur darum, dass die personen mit besonders hohem hospitalisierungsrisiko es nicht alle gleichzeitig bekommen.


Dass man abwägen muss sehe ich auch so und dass man nicht komplett verhindern kann, dass sich jemand infiziert auch. Aber es kommt ja genau darauf an, was man in der Bandbreite zwischen den beiden unmöglichen Extremen "keiner kriegt es" und "alle kriegen es" macht. Und da sehen wir jetzt doch ganz gut, dass man nicht einfach sagen kann "viele infizieren sich einmal und dann ist gut, wir müssen es nur strecken". Omikron ist für Genesene mit Wildtyp oder anderen Mutationen weiterhin gefährlich. Für Geimpfte auch, aber eben mit dritter Impfung (und möglicherweise irgendwann angepasstem Impfstoff) nicht so sehr. Bei der Durchseuchung gilt doch (komischerweise kommt das in den Diskussionen so weit ich das mitkriege deutlich zu kurz) vor allem das Argument, das paradoxerweise gegen die Impfung oft vorgebracht wird "aber das hält ja gar nicht ewig" erst Recht (zumal die Durchseuchung nicht aufgefrischt wird, jedenfalls nicht ohne zweite Infektion mit noch mal möglicherweise schwerwiegenden Folgen und somit auch der zeitliche Faktor eine große Rolle spielt).

Länder, die schon mit dem Wildtyp weitgehend durchseucht haben (abgesehen davon, dass das ziemlich unverantwortlich war, weil man damals nicht wissen konnte, ob das Virus nicht noch viel gefährlicher sein würde) stehen doch auch wieder mit mehr oder weniger runtergelassenen Hosen da. Länder, die das Infektionsgeschehen dagegen relativ im Zaum gehalten haben mussten nicht den hohen Preis an vielen Toten zahlen und haben dank Impfung jetzt trotzdem eine gewisse Immunisierung der Bevölkerung und allem Anschein nach sogar eine bessere. Und das kann für jede kommende Mutation genau so, weniger oder noch viel mehr gelten. So lange wir nicht alles über das Virus wissen leben wir "von der Hand in den Mund" und da ist es eben sinnvoll, vor allem auf den nächsten Tag zu schauen, weil man nicht weiß, was in einer Woche sein wird. Das schmeckt uns nicht, aber es ist eben nicht zu ändern. Insofern halte ich auf Aussagen wie "wir kriegen es sowieso alle" aufgebaute Argumente nicht für tragfähig, denn ja, irgendwann wird vermutlich wirklich jeder Kontakt zu dem Virus gehabt haben aber die Bedingungen unter denen das passiert sind eben noch gestaltbar. Und Verzögerung hat sich schon mehrfach als die richtige Strategie erwiesen. Als es die Impfung gut für alle verfügbar gab und die gegen die vorherrschende Delta-Variante gut gewirkt hat, hat man viel freigegeben und nur noch nach Intensivkapazitäten gesteuert. Ging gesamtgesellschaftlich betrachtet schief, aber vor allem deshalb, weil es zu viele Ungeimpfte gab, die schwer krank wurden und damit neben ihrer persönlichen Tragik auch das Gesundheitssystem an den Rand gebracht haben. Für die meisten Geimpften dagegen hat das gut funktioniert, zu viele wurden leider auch schwer krank, aber eben verhältnismäßig viel weniger. Das war man bereit, gesellschaftlich zu tragen, auf Omikron lässt sich das aber nicht einfach übertragen. Da müsste man vielleicht schon zwei Mal durchseuchen oder ein drittes oder viertes mal. Das weiß keiner, was wir aber wissen, ist, dass wir mit etwa drei Monaten Vorlauf (und vielleicht künftig auch weniger, wenn sich die Technik verbessert haben wird) eine wirksame Impfung gegen jede derzeit denkbare Mutation bekommen können. Wie du richtig sagt, laufen lassen ist nicht die Lösung, das gilt aber nicht nur im Großen, sondern auch im Kleinen. Dass man abwägen muss, was noch Sinn macht und was nicht und dass es dabei sicher auch Fehler gegeben hat, Zustimmung. Aber dieser Zungenschlag, man kann es ja eh nicht ändern, das sehe ich entschieden anders. Zumal es auch vermutlich kaum jemanden gibt, der sich darüber beklagen würde, dass es nicht genug unterschiedliche Sonderregelungen in Bundesländern, Kreisen, Städten gab, was ja letztlich genau solche Differenzierungen waren. Dass man auch mit bundesweiten Maßnahmen teilweise wenig zielgenau vorgegangen ist (Stichwort Sport im Freien, Ausgangsbeschränkung nachts) stimmt schon auf den ersten Blick, gewirkt haben aber selbst diese Maßnahmen nach den meisten Studien, weil so was eben auch eine Signalwirkung neben der (vermutlich kleineren) echten Wirkung hat.
Corona-News-Thread |#8497
23.12.2021 - 02:18 Uhr
Zitat von Woischmeikanon

Zitat von StuttgarterBub

corona kontrollieren wird nicht möglich sein. es ist aber möglich, die auswirkungen von corona durch eine immunisierte bevölkerung abzuschwächen. und da haben wir dann zwei möglichkeiten: impfen oder immunisierung durch infektion. wenn sich zu viele personen auf einmal infizieren, dann bricht das gesundheitssystem zusammen, laufen lassen kann also nicht die lösung sein. außer man kommt zum schluss, dass ein gewisser zeitraum volles chaos mit unnötigen toten (corona-patienten, unfälle, herzinfakrte o.ä. die aufgrund eines zusammengebrochenen gesundheitssystems nicht behandelt werden können) hinnehmbar ist. kommt man nicht zu diesem schluss, so muss man die immunisierung durch infektion eben möglichst in die länge ziehen, um das gesundheitssystem nicht zu überlasten.

und da kommt dann eben meine kritik an den maßnahmen. mehr feintuning, weniger der große hammer. situationen zulassen, in denen das infektionsrisiko gering ist. gefährliche situationen, also situationen in denen eine ansteckung einer person mit hohem hospitalisierungsrisiko wahrscheinlich(er) ist, minimieren. es geht ja letztendlich nicht darum, dass wir alle möglichst nie corona bekommen. es geht nur darum, dass die personen mit besonders hohem hospitalisierungsrisiko es nicht alle gleichzeitig bekommen.


Dass man abwägen muss sehe ich auch so und dass man nicht komplett verhindern kann, dass sich jemand infiziert auch. Aber es kommt ja genau darauf an, was man in der Bandbreite zwischen den beiden unmöglichen Extremen "keiner kriegt es" und "alle kriegen es" macht. Und da sehen wir jetzt doch ganz gut, dass man nicht einfach sagen kann "viele infizieren sich einmal und dann ist gut, wir müssen es nur strecken". Omikron ist für Genesene mit Wildtyp oder anderen Mutationen weiterhin gefährlich. Für Geimpfte auch, aber eben mit dritter Impfung (und möglicherweise irgendwann angepasstem Impfstoff) nicht so sehr. Bei der Durchseuchung gilt doch (komischerweise kommt das in den Diskussionen so weit ich das mitkriege deutlich zu kurz) vor allem das Argument, das paradoxerweise gegen die Impfung oft vorgebracht wird "aber das hält ja gar nicht ewig" erst Recht (zumal die Durchseuchung nicht aufgefrischt wird, jedenfalls nicht ohne zweite Infektion mit noch mal möglicherweise schwerwiegenden Folgen und somit auch der zeitliche Faktor eine große Rolle spielt).

Länder, die schon mit dem Wildtyp weitgehend durchseucht haben (abgesehen davon, dass das ziemlich unverantwortlich war, weil man damals nicht wissen konnte, ob das Virus nicht noch viel gefährlicher sein würde) stehen doch auch wieder mit mehr oder weniger runtergelassenen Hosen da. Länder, die das Infektionsgeschehen dagegen relativ im Zaum gehalten haben mussten nicht den hohen Preis an vielen Toten zahlen und haben dank Impfung jetzt trotzdem eine gewisse Immunisierung der Bevölkerung und allem Anschein nach sogar eine bessere. Und das kann für jede kommende Mutation genau so, weniger oder noch viel mehr gelten. So lange wir nicht alles über das Virus wissen leben wir "von der Hand in den Mund" und da ist es eben sinnvoll, vor allem auf den nächsten Tag zu schauen, weil man nicht weiß, was in einer Woche sein wird. Das schmeckt uns nicht, aber es ist eben nicht zu ändern. Insofern halte ich auf Aussagen wie "wir kriegen es sowieso alle" aufgebaute Argumente nicht für tragfähig, denn ja, irgendwann wird vermutlich wirklich jeder Kontakt zu dem Virus gehabt haben aber die Bedingungen unter denen das passiert sind eben noch gestaltbar. Und Verzögerung hat sich schon mehrfach als die richtige Strategie erwiesen. Als es die Impfung gut für alle verfügbar gab und die gegen die vorherrschende Delta-Variante gut gewirkt hat, hat man viel freigegeben und nur noch nach Intensivkapazitäten gesteuert. Ging gesamtgesellschaftlich betrachtet schief, aber vor allem deshalb, weil es zu viele Ungeimpfte gab, die schwer krank wurden und damit neben ihrer persönlichen Tragik auch das Gesundheitssystem an den Rand gebracht haben. Für die meisten Geimpften dagegen hat das gut funktioniert, zu viele wurden leider auch schwer krank, aber eben verhältnismäßig viel weniger. Das war man bereit, gesellschaftlich zu tragen, auf Omikron lässt sich das aber nicht einfach übertragen. Da müsste man vielleicht schon zwei Mal durchseuchen oder ein drittes oder viertes mal. Das weiß keiner, was wir aber wissen, ist, dass wir mit etwa drei Monaten Vorlauf (und vielleicht künftig auch weniger, wenn sich die Technik verbessert haben wird) eine wirksame Impfung gegen jede derzeit denkbare Mutation bekommen können. Wie du richtig sagt, laufen lassen ist nicht die Lösung, das gilt aber nicht nur im Großen, sondern auch im Kleinen. Dass man abwägen muss, was noch Sinn macht und was nicht und dass es dabei sicher auch Fehler gegeben hat, Zustimmung. Aber dieser Zungenschlag, man kann es ja eh nicht ändern, das sehe ich entschieden anders. Zumal es auch vermutlich kaum jemanden gibt, der sich darüber beklagen würde, dass es nicht genug unterschiedliche Sonderregelungen in Bundesländern, Kreisen, Städten gab, was ja letztlich genau solche Differenzierungen waren. Dass man auch mit bundesweiten Maßnahmen teilweise wenig zielgenau vorgegangen ist (Stichwort Sport im Freien, Ausgangsbeschränkung nachts) stimmt schon auf den ersten Blick, gewirkt haben aber selbst diese Maßnahmen nach den meisten Studien, weil so was eben auch eine Signalwirkung neben der (vermutlich kleineren) echten Wirkung hat.


In Bezug auf diese Diskussion wüde ich gerne kurz auf meinen Post im Info-Link hinweisen, wonach eine Vorinfektion die Hopitalisierungswahrscheinlichkeit mit Omikron um 50-69% mindert. Das zeigt, dass Vorinfektionen im Bezug auf schwere Krankheitsverläufe einen gewissen Schutz bieten.* Aber wenn nur die Hälfte bis 1/3 bis ca. 1/5* der Menschen hospitalisiert werden müssten, wenn alle vorerkrankt wären, wären das dennoch zu viele für ein Gesundheitssystem, wenn die Inzidenzen exlodieren würden.

Und das gilt alles nur für akute Krankheitsverläufe.Über Long Covid bei Omikron weiß man m.W. noch nichts (ich lasse mich gerne aufklären). Man weiß nur, dass man weniger Virusreplikation in der Lunge, aber dafür wesentlich mehr in den Bronchen hat. Wie es um die Viruslast im Blutgefäßen, im ZNS (inklusive Gehirn), der Niere etc etc. steht, wo man bei den anderen Mutationen überall auch Viruslast nachwies, weiß noch keiner.


---------

*Die Hospitalisierungswahrscheinlichkeit auch ohne Vorinfektion ist bei Omikron 20-50% geringer als bei delta. Das müsste man dann noch auf die Reduktion duch Vorerkrankungen draufrechnen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von justalittlethought am 23.12.2021 um 02:26 Uhr bearbeitet
Corona-News-Thread |#8498
23.12.2021 - 08:34 Uhr
Gibt es denn halbwegs realistische Modelle/Schätzungen wieviel Menschen in Deutschland wirklich noch jungfräulich sind, was das Virus angeht? Also weder durch Infektion noch durch Impfung damit in Kontakt kamen?
Das wäre ja durchaus ne relevante Größe um die Gefährlichkeit von Omikron abzuschätzen oder?

•     •     •

At the end of a storm..

Man siegt oder man fällt zusammen - alle(s) für den Brustring!
Corona-News-Thread |#8499
23.12.2021 - 10:12 Uhr
Zitat von Compa1893
Gibt es denn halbwegs realistische Modelle/Schätzungen wieviel Menschen in Deutschland wirklich noch jungfräulich sind, was das Virus angeht? Also weder durch Infektion noch durch Impfung damit in Kontakt kamen?
Das wäre ja durchaus ne relevante Größe um die Gefährlichkeit von Omikron abzuschätzen oder?



sehr wichtige frage und geht auch in Richtung der Frage die ich
mit der Gegenüberstellung in Raum geworfen hatte.
Auch die Altersverteilung spielt dabei ne große Rolle

•     •     •

"Ich liebe Gerüchte! Naja, Fakten können so irreführend sein, wohingegen Gerüchte, wahr oder falsch, häufig erhellend sind."
Corona-News-Thread |#8500
23.12.2021 - 10:17 Uhr
Zitat von Compa1893
Gibt es denn halbwegs realistische Modelle/Schätzungen wieviel Menschen in Deutschland wirklich noch jungfräulich sind, was das Virus angeht? Also weder durch Infektion noch durch Impfung damit in Kontakt kamen?
Das wäre ja durchaus ne relevante Größe um die Gefährlichkeit von Omikron abzuschätzen oder?

Dazu kenne ich keine Zahlen, aber pi mal daumen dürfte die Lücke doppelt so groß sein wie in Großbritannien, nachdem dort etwa doppelt so viele pro Bevölkerung verstorben sind. Gut, die Größenordnung ist jetzt eher etwas ins Blaue geschätzt, aber wenn die Hospitalisierungsraten in Großbritannien jetzt hochgehen, dann wird das bei uns (ceteris paribus, also alles andere gleich gedacht) eher mit stärkerer Dynamik ablaufen. Die Frage wäre dann, ob die früheren und ggfs. mehr Kontaktbeschränkungen in Deutschland das Geschehen besser abbremsen.

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"Mit der Hoffnungslosigkeit beginnt der wahre Optimismus"
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