Also dieser ewige erreichte Punkteschnitt von Trainern ist doch sowas von daneben. Klopp und Hitzfeld haben Pott und Schüssel geholt Terzic glaub ich auch nochmal. Aber das waren zumindest bei Klopp und Hitzfeld Trainer die noch Visionen hatten oder besser im haben durften.
Klopp und Hitzfeld mussten aber noch nicht gegen einen FC Bayern antreten, der einen Punkteschnitt von 80+ hat. Die "Fast-Meisterschaft" von Terzic war die schwächste Bayern-Saison seit 2010/11.
Es gab Zeiten, da wäre man mit 71 Punkten sogar ziemlich sicher Meister gewesen.
Selbst die 69 Punkte eine Saison davor mit Rose waren mal "meisterwürdig".
Auch Favre hatte eine Saison mit 76 Punkten...
Tuchels Saison mit 78 Punkten hat auch nicht gereicht.
Es gibt seit 2013/14 aber nur eine Mannschaft, die konstant diese 70 Punkte-Marke nicht nur knackt, sondern nicht selten sogar deutlich übertrumpft. Wir müssen aufhören, uns immer unbedingt mit den Bayern messen zu wollen. Das funktioniert aus wirtschaftlichen Gründen nur, wenn die schwächeln. Und dieses "schwächeln" bedeutet meist noch immer, dass man eine sehr sehr gute Saison benötigt.
Diese Chance gab es seit 2013/14 im Prinzip nur 2x: 2023/24, als der BVB es am letzten Spieltag verspielte und 2024/25 als Leverkusen eine Bayern-Like-Saison mit 90 Punkten gespielt hat. Wobei 73 Punkte auch gereicht hätten.
Also nochmal: Was muss sich Kovac vorwerfen lassen? Das er das Beste aus dem Kader herausholt?!
Der Punkteschnitt der letzten Trainer zeigt nur eines: Anspruch und Realität klaffen weit auseinander. Und zwar: Die Ansprüche sind realitätsfremd. Die Trennung von Rose war genauso überstürzt, wie jene von Terzic. Und auch jetzt wieder spricht man insbesondere in der Fanbase beim nächsten Trainer von Entlassung...
Und das nur, weil einige Dortmunder Fans scheinbar nicht in die Birne bekommen, dass die Konkurrenz des BVB Leipzig und Leverkusen und aktuell wohl auch Stuttgart heißt und eben nicht der FC Bayern.
Oder anders: Die Fans bekommen nicht in die Birne, dass das, was Klopp geschafft hat, außergewöhnlich war und noch in einer Zeit, als die FC Bayern noch nicht so enteilt sind. Die Bayern es aber als Antrieb genommen haben, ihre Vormachtstellung in der Bundesliga zu zementieren. Klopp war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ohne seine Leistungen klein reden zu wollen. Er hat die graue Maus, die der BVB nach der Fast-Insolvenz war, wieder zur Nr. 2 in Deutschland gemacht. Und alle anderen Trainer danach haben davon profitiert, weil sie, nicht wie Klopp, mit relativ wenig Mitteln und Talenten irgendwas aufbauen mussten...
Ja, aber wurden die Erwartungen auch tatsächlich erfüllt, denn der BVB hat ja nicht nur an der Bundesliga teilgenommen.
Soweit man das vernehmen konnte und kann, ist das Mindestziel in der Liga, die CL-Quali zu erreichen und optimalerweise auch 2. zu werden mit Blick eher nach oben als nach unten. Das wurde erreicht, wenn man vor allem rein auf die Ergebnisse schaut und nicht auch auf den Fußball, auf die Leistungen, die tatsächlich abgeliefert wurden.
Darüber hinaus nahm der BVB aber auch am DFB-Pokal teil und dort ist das Ziel eigentlich immer, soweit wie möglich zu kommen, also eigentlich das Finale, es sei denn man trifft vorher auf die Bayern. Jetzt hatte man ein Heimspiel gegen ein Leverkusen, welches einen der größten Umbrüche der Bundesliga hatte, samt Trainerwechsel, und das sogar doppelt, sodass man hier eigentlich nur sagen kann, dass das Ziel nicht erreicht wurde. Hätte man dieses Heimspiel gewonnen und die Lose und Ergebnisse wären mit den weiteren von Leverkusen deckungsgleich gewesen, wäre man im Halbfinale gegen Bayern ausgeschieden und man könnte von "Ziel erreicht" sprechen, aber so sicher nicht, wenn man zuhause ausscheidet.
In der CL dasselbe Spiel, denn dort plant und kalkuliert der BVB mit dem Achtelfinale, was bis auf sehr wenige Ausnahmen stets erreicht werden konnte, aber man scheiterte in der Zwischenrunde gegen Atalanta nach einem Hinspielsieg mehr als kläglich, mit einer desolaten Leistung, wo die Mannschaft nicht den Eindruck vermittelte, als würde sie wissen, worum es in diesem Spiel geht, was eben auch auf den Trainer zurück zu führen ist. Das Aus hat zudem wirtschaftliche Folgen, die der BVB auch öffentlich bekannt gab.
Wir haben also folgende Ergebnisse:
Liga: sehr wahrscheinlich 2. und CL-Quali gesichert = Ziel erreicht
DFB-Pokal: in der 3. Runde in einem Heimspiel gegen ein sich im Umbruch befindliches Leverkusen ausgeschieden = Ziel verfehlt
CL: Nach einer durchwachsenen Gruppenphase, wo man mit schlechten Spiele die direkte Quali für das Achtelfinale verpasst hat, bekommt ein vermeintlich leichteres Los, gewinnt das Hinspiel zuhause, um dann auswärts noch peinlicherweise auszuscheiden. = Ziel verfehlt.
Jetzt ist halt die Frage, was man wie gewichtet. In der Liga stimmten die Ergebnisse, die Spielweise oftmals nicht. Die Defensive wurde vermeintlich stabilisiert, was aber nur auf die Liga zutreffend ist, denn in der CL bekam man in 10 Spielen 21 Gegentore, was eben eher dafür spricht, dass, sobald die individuelle Qualität beim Gegner zunimmt, diese defensive Stabilität eben dann doch nicht vorhanden ist, in der Bundesliga aber vor allem in der Breite diese Qualität nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist. Aber selbst in der Bundesliga ist das erkennbar: u. a. 2 und 3 Gegentore gegen Bayern, 3 gegen Stuttgart, 3 gegen Frankfurt, 2 gegen Leipzig, sogar 3 und 2 Gegentore gegen St. Pauli. Sobald der Gegner ein gutes Pressing und schnelle Spieler besitzt, die die Tiefe hinter der letzten Kette attackieren können, ist der BVB sofort sehr verwundbar und eigentlich hätte es mehr Gegentore geben müssen.
Man hat 32 Gegentore real erhalten, aber laut Erwartungswert hätten es eher 41 sein sollen/können.
bezüglich der xPTS hat der BVB fast 11 Punkte über Erwartungswert abgeschnitten, wenngleich man diesen Wert zwingend entsprechend einordnen muss, aber es verdeutlicht eben durchaus, dass die Ergebnisse über einiges hinwegtäuschen, erst recht, wenn man weiß, dass der BVB fast ein Drittel seiner Tore durch Standards erzielte, diese Standardtore oft als Dosenöffner brauchte und sich von allen auf den europäischen Plätzen befindlichen Teams die wenigsten Chancen und Großchancen erspielen konnte, also der BVB vor allem offensiv eigentlich zu schwach für die Ergebnisse ist, aber die außergewöhnliche Effektivität/Effizient u. a. bei Standards hat diese Ergebnisse möglich gemacht. Kann ein Verdienst von Kovac und seinem Trainerteam sein, aber eben auch Zufall, also Abnormalität sein.
Wenn du also sagst, Kovac, und somit der BVB, hat die Erwartungen erfüllt, dann hast du ihm vor allen in den Pokalwettbewerben wenig zugetraut, was auch für sich spricht, oder einfach nur die grundsätzlichen Erwartungen des Vereins nicht mehr auf dem Schirm, denn, wie erwähnt, waren die sicher nicht im nationalen Pokal zuhause gegen Leverkusen zu verlieren und in der Zwischenrunde der CL nach einem 2:0 Hinspielsieg bei Atalanta.
Es gehört also mehr dazu als "Bundesliga ist man 2., Ergebnisse stimmen da, also Erwartungen erfüllt"...











