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BVB - Aktie

07.04.2016 - 09:41 Uhr
BVB - Aktie |#1641
13.08.2026 - 16:25 Uhr
Zitat von Econball


Das ist doch aber trotzdem nur eine mini position oder? 65.000* 3,10~ EUR 200.000. Das ist bei 400 Mio market cap doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ist nur eine Bierdeckelrechnung, korrigier mich gerne.

Grundsätzlich natürlich gut wenn aktiv gemanagedte Fonds zugreifen aber ich vermute, dass die allocation zu den AUV trotzdem gering ist oder?

Mit der These, seitwärtsbewegung einzugehen um Kurssprünge mitzunehmen gehe ich mit. Allerdings muss man dann auch nach den katalysator events fragen. Was könnte dazu führen? Sportlicher Erfolg? Wachstum des Marktes? Bis auf den sportlichen Erfolg fehlt mir ein wenig die Fantasie.



Theoretisch hätte der Hauck Fonds auch einfach verkaufen können, dann hätte der Fonds kurzfristig besser dagestanden, weil nämlich die BVB Aktie gesunken ist. Andere aktiv gemanagete Fonds machen das genau so, wenn eine Aktie schlecht läuft wird sie rausgeworfen.

Der Fonds verfolgt aber eine buy & hold Strategie, d.h. bei tieferen Kursen wird dazugekauft.

Natürlich sind die jetzigen Käufe winzig und nicht der Rede wert, aber genau deswegen lohnt sich ein Blick auf das Trading in längeren Zeitfenstern:

Beim Halbjahresbericht 2024 wurde über Käufe von 130.000 BVB Aktien berichtet, beide Fonds hielten damit insgesamt 290.000 Aktien

Beim Halbjahresbericht 2025 wurden 172.000 Aktien gekauft, beide Fonds hielten 472.000 Stück

beim Halbjahresbericht 2026 wurden "nur" 63.781 Aktien gekauft, jetzt halten aber beide Fonds 733.781 Stück

woher kommen die riesigen Differenzen? Bei den Ganzjahresberichten wurde auch jeweils gekauft.


Du sagst, die Phantasie für steigende Aktienkurse käme nur durch sportl Erfolge? Das sehe ich komplett anders. Ein Fonds, der sich an den sportl Erfolgen orientiert hätte, hätte ein Minus gemacht oder eben einfach überhaupt keine BVB Aktien gehabt. Das ist der gravierende Unterschied zu der Strategie der Hauck Fonds.

Im ersten Klopp Jahr wurde es sportl direkt besser, statt Abstiegsgefahr wie unter Vorgänger Thomas Doll, gab es direkt Platz 6. Danach wurde es eklatant besser, Platz 5 bedeutete Euro League Qualifikation. Die Bilanzen wurden unabhängig davon sowieso besser, es gab einen strikten Sparplan der eingehalten wurde.
Trotz der sportl Erfolge sank aber der Kurs. Warum?

Bedingt durch die neue Gesetzgebung vom amerikanischen Gesetzgeber war Morgan Stanley gezwungen BVB Aktien zu verkaufen, das tat dem Aktienkurs nicht gut. Sommer 2010 waren sie dann endlich fertig.
Direkt danach hatte sich der Kurs in 9 Wochen mehr als verdreifachen können, weil dieser wichtige Verkaufsdruck entfiel, die Aktie war "befreit"
Im November dann der Höchstkurs, dort ist niemand Meister oder sonstwas.

Die Meisterschaft kam dann aber und das hat für den Aktienkurs eine Halbierung bis Winter 2011/12 bedeutet. Nach dem Double stand der Kurs weiterhin deutlich tiefer, nach dem CL Finale immer noch tiefer.
Riesige sportl Erfolge bedeuteten also eine endlose Katastrophe.

dann war eine 50% Kapitalerhöhung mit der dazugehörigen gewaltigen Verwässerung für den Aktienkurs ein echter Segen, stärkste Kursentwicklung in einer Sommerpause aller Zeiten. In der Sommerpause wird bekanntlich nicht gespielt, nix sportl Erfolge.

Das Verpassen der CL brachte +10%, danach ging es ein Jahr seitwärts und dann verdreifachte sich die Aktie in drei Jahren, obwohl man keine Meisterschaften o.ä. holte.

Alles in allem ist der Aktienkurs in sämtlichen Sommerpausen bei der +1000% Ralley weit über drei Euro gestiegen, bei krassesten sportl Erfolgen gesunken und danach auch aufgrund der vielen Käufe der inst Anleger nur deshalb so viel gestiegen, weil der eigentliche gewaltige Zuwachs bei der Unternehmensbewertung völlig andere Ursachen hat, als vereinzelte sportl Riesenerfolge und das kann man im Kern so zusammenfassen:

regelmäßige CL Teilnahmen sind deutlich wertvoller als einzelne Meisterschaften.

.
BVB - Aktie |#1642
13.08.2026 - 16:41 Uhr
Zitat von halbgott



Du sagst, die Phantasie für steigende Aktienkurse käme nur durch sportl Erfolge? Das sehe ich komplett anders. Ein Fonds, der sich an den sportl Erfolgen orientiert hätte, hätte ein Minus gemacht oder eben einfach überhaupt keine BVB Aktien gehabt. Das ist der gravierende Unterschied zu der Strategie der Hauck Fonds.

Im ersten Klopp Jahr wurde es sportl direkt besser, statt Abstiegsgefahr wie unter Vorgänger Thomas Doll, gab es direkt Platz 6. Danach wurde es eklatant besser, Platz 5 bedeutete Euro League Qualifikation. Die Bilanzen wurden unabhängig davon sowieso besser, es gab einen strikten Sparplan der eingehalten wurde.
Trotz der sportl Erfolge sank aber der Kurs. Warum?

Bedingt durch die neue Gesetzgebung vom amerikanischen Gesetzgeber war Morgan Stanley gezwungen BVB Aktien zu verkaufen, das tat dem Aktienkurs nicht gut. Sommer 2010 waren sie dann endlich fertig.
Direkt danach hatte sich der Kurs in 9 Wochen mehr als verdreifachen können, weil dieser wichtige Verkaufsdruck entfiel, die Aktie war "befreit"
Im November dann der Höchstkurs, dort ist niemand Meister oder sonstwas.

Die Meisterschaft kam dann aber und das hat für den Aktienkurs eine Halbierung bis Winter 2011/12 bedeutet. Nach dem Double stand der Kurs weiterhin deutlich tiefer, nach dem CL Finale immer noch tiefer.
Riesige sportl Erfolge bedeuteten also eine endlose Katastrophe.

dann war eine 50% Kapitalerhöhung mit der dazugehörigen gewaltigen Verwässerung für den Aktienkurs ein echter Segen, stärkste Kursentwicklung in einer Sommerpause aller Zeiten. In der Sommerpause wird bekanntlich nicht gespielt, nix sportl Erfolge.

Das Verpassen der CL brachte +10%, danach ging es ein Jahr seitwärts und dann verdreifachte sich die Aktie in drei Jahren, obwohl man keine Meisterschaften o.ä. holte.

Alles in allem ist der Aktienkurs in sämtlichen Sommerpausen bei der +1000% Ralley weit über drei Euro gestiegen, bei krassesten sportl Erfolgen gesunken und danach auch aufgrund der vielen Käufe der inst Anleger nur deshalb so viel gestiegen, weil der eigentliche gewaltige Zuwachs bei der Unternehmensbewertung völlig andere Ursachen hat, als vereinzelte sportl Riesenerfolge und das kann man im Kern so zusammenfassen:

regelmäßige CL Teilnahmen sind deutlich wertvoller als einzelne Meisterschaften.

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Zur langfristigen Performance und die Abhängigkeit von sportl Erfolgen gibt es diesen sehr interessanten Artikel, wo die beiden Fondsmanager Markus Stillger und Frank Fischer eine Pro und Kontra Diskussion führten. Beim Fazit zur Kontra Position von Frank Fischer gibt es diesen bemerkenswerten Satz:

"Als Fazit bleibt: Für Fans ist die Aktie eine tolle Sache. Ihnen kommt es nicht auf die finanzielle Rendite an, solange das Runde ins Eckige fliegt. Der langfristig orientierte Value-Investor macht jedoch einen großen Bogen um dieses Geschäftsmodell."

Ein langfristig orientiert Value-Investor macht einen großen Bogen um dieses Geschäftsmodell?
Markus Stillger macht aber genau das, er kauft und verkauft keine sportl Erfolge oder Misserfolge, sondern ist ein langfristig orientierter Value Anleger, deswegen hatte er BVB gekauft.

Hier geht es zum Pro und Kontra Artikel, die Kontra Position auf Seite 2:
https://www.dasinvestment.com/pro-contra-borussia-dortmund-aktien-chance-des-jahrzehnts-oder-abschreibungsobjekt-fuer-fans-und-liebhaber/

Frank Fischer ist für die Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen mitverantwortlich, Markus Stillger für die Hauck Fonds. So haben sich die Fonds zuletzt entwickelt, habe es von chatgpt kopiert:

Performancevergleich – Stand Juli 2026


MB Fund – Max Value 5 Jahre +35,2 % 10 Jahre +72,4 %
MB Fund – Max Global 5 Jahre +48,7 % 10 Jahre +116,7 %
Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (Fischer) 5 Jahre +6,3 % 10 Jahre +40,1 %


Achtung: Ich mache hier keine Anlageberartung, das hier sind keine Zukunftsprognosen!!

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BVB - Aktie |#1643
14.08.2026 - 08:52 Uhr
Und die nächste news die einlädt zum Meinungsaustausch:

https://www.focus.de/sport/fussball/fc-bayern-soll-verkauf-letzter-anteile-an-viessmann-planen_a937d57e-05b3-4874-9e32-1eb39e825a47.html

In kürze: Bayern verkauft 5% an Viessmann für 250 Mio. Daraus ergibt sich EUR 5 Mrd Unternehmenswert. Bemerkenswert ist, dass die Anteile quasi eine stille Einlage darstellen also weder Stimmrechte haben noch operativer Einfluss ausgeübt wird.

Warum ich das interessant finde? Weil es neben Liverpool nun der zweite große Club ist, der Anteile abgibt. These: Fußball wird wieder interessanter als Schaufenster und es wird mehr Geld bezahlt. Gegenthese: Die clubs vermuten man hat ein Plateau erreicht und versuchen nun zum bestmöglichen Zeitpunkt die Position zu Geld zu machen. Mittelthese: Durch den neuen PL Vertrag und die Geldströme müssen Clubs jetzt einen Top 20 platz sichern, könnte ggf. auch erklären warum der BVB dieses und letztes Jahr so ausgabefreudig ist.

Neben den strategischen Fragen zurück zur BVB-Aktie. Auch wenn der Vergleich hinkt, ist er nah genug dran um @halbgott eine kleine Freude zu machen. (Entschuldige bitte das erneute markieren. Auch wenn ich dir nicht zu 100% zustimme gibst du meistens eine Interessante Diskussionsgrundlage und Gedankengänge)

Nachfolgend mit KI Hilfe eine Daumenrechnung:

Zitat von Chatgpt

BVB-AG hat rund 61 % Free Float.

Bei einem Kurs von ungefähr €3,15–3,20 liegt die BVB-Marktkapitalisierung aktuell bei etwa €348–353 Mio. Die BVB-eigene Kursseite weist derzeit rund €331 Mio. aus, je nach verwendetem aktuellen Kurszeitpunkt; andere Börsendaten liegen bei rund €337 Mio.

Nehmen wir für die Rechnung €350 Mio..

Dann ist:

5 % BVB = €17,5 Mio.

Das ist der entscheidende Punkt: Bei der heutigen Börsenbewertung wären 5 % des BVB gerade einmal etwa €17–18 Mio. wert.

Anmerkung: Hört sich erstmal wenig an oder? Gerade im Vergleich zu den Vodafone/Puma einnahmen, verdächtig wenig.

Wenn man davon ausgeht, dass der BVB die hälfte Wert ist: (Ich habe jetzt einfach den Umsatz als ungefähre große genommen)

Was würde €950 Mio. BVB-Marktkapitalisierung für die Aktie bedeuten?

110,396 Mio. Aktien.

€950 Mio. / 110,396 Mio. Aktien = €8,60 je Aktie, also +170%

Als letztes kann man noch den bekannten Forbeswert nehmen. Forbes-Bewertung für Dortmund:

~€1,9 Mrd. EV → grob ~€17/Aktie, wobei das wegen EV vs. Market Cap nicht 1:1 der faire Aktienkurs ist.

Das ist methodisch eigentlich der spannendste Punkt, weil Forbes ausdrücklich einen Enterprise Value (Equity + Net Debt) verwendet, während die BVB-Marktkapitalisierung nur das Eigenkapital bewertet.



Ich lass das jetzt einfach mal so stehen und lasse keine Bewertung bzw. abschließende Deutungshoheit da. Ich finde es dennoch interessant, dass scheinbar Bewegung in den Markt kommt. Die Aktie hat scheinbar auch potenzial aufzuholen. Die derzeitige “Unterbewertung”
kann allerdings noch lange bestehen da die Gründe (welche sie auch immer sind) bleiben …
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Econball am 14.08.2026 um 08:56 Uhr bearbeitet
BVB - Aktie |#1644
14.08.2026 - 11:14 Uhr
Zitat von Econball
Ich finde es dennoch interessant, dass scheinbar Bewegung in den Markt kommt. Die Aktie hat scheinbar auch potenzial aufzuholen. Die derzeitige “Unterbewertung”
kann allerdings noch lange bestehen da die Gründe (welche sie auch immer sind) bleiben …


wenn die BVB Aktie bis 4 oder 5 steigen sollte, wäre sie ggü Forbes, KPMG und CNBC immer noch dramatisch unterbewertet, das ist meine einfache und sehr klare Meinung. Der absolut entscheidende Punkt, warum ständig größere Kontroversen entstehen:

Meine Meinung bedeutet aber nicht, daß die BVB Aktie steigen muss und es kein Risiko gäbe! Das ist aber schlichtweg bei jeder Aktie so.

Das Risiko für tiefere BVB Aktienkurse ist momentan deutich geringer als in sehr sehr vielen vergangenen Jahren, unterstelle ich. Wer heute bei 3,15 o.ä. kauft, wird wenig Risiko haben, daß das Ganze in Jahren viel weniger wert sein könnte, das Risiko, daß andere Aktien stärker steigen könnten, wäre falsch formuliert. So etwas nennt man nicht Risiko, sondern entgangene andere Chancen, ein gewaltiger Unterschied.

Und weiter unterstelle ich, daß man sehr wohl die BVB Aktie traden kann, das muss aber jeder für sich beurteilen, ich mache hier keine Anlageberatung.

bei dem Beispiel Anlageverhalten von Hauck & Aufhäuser geht es NICHT ums Traden, sondern eine Buy & Hold Strategie. Diese haben sie insbesondere bei der BVB Aktie bei der Kursralley von 1 auf 10 sehr erfolgreich umgesetzt und als sie "oben" deutlich reduziert hatten, war dies dem Grund geschuldet, daß die Aktie da ggü Forbes zeitweise überbewertet war, was der Buy & Hold Strategie nicht widerspricht, wenn man da deutlich reduziert.


.
BVB - Aktie |#1645
14.08.2026 - 11:21 Uhr
Zitat von Econball
Bemerkenswert ist, dass die Anteile quasi eine stille Einlage darstellen also weder Stimmrechte haben noch operativer Einfluss ausgeübt wird.


Die beim HSV eingestiegenen Investoren, die dem Zweitligisten HSV einen Wert von 400 Mio zubilligtem, haben ebensowenig Stimmrechte und keinen operativen Einfluss. Gibt viele Beispiele, das jetzige Bayern Beispiel ist nur ein weiteres.

zu argumentieren, ja aber BVB ist an der Börse und da wäre alles anders, gerät zu kurz. Deswegen könnte man einen Bewertungsabschlag vornehmen, von mir aus auch einen sehr gewaltigen. Aber es ist für Investoren kein genügendes Gegenargument. Dommermuth ist ja eingestiegen, er hat es begründet.
die jetzigen Käufe inst Anleger sind ebenso genügend "Beweis"
deswegen stieg die Aktie vor Corona ja bis 10, an der Sachlage hat sich im Prinzip nichts geändert.

Die BVB Aktie muss jetzt nicht steigen, darum geht es nicht. Es geht um den Austausch von Argumenten, mehr nicht.
BVB - Aktie |#1646
14.08.2026 - 11:35 Uhr
@halbgott hast du BVB Aktien in deinem Porfolio? Wenn ja wie viele und zu welchem Preis hast du im durchschnitt gekauft?
BVB - Aktie |#1647
14.08.2026 - 15:08 Uhr
Ich finde diese Aussage zur BVB-Aktie (versus Liverpool und Konsorten) trifft es gut:

Zitat von novacane

Das bedeutet nicht zwangsläufig:

Borussia Dortmund als Fußballclub ist nur 350 Mio. € wert.

Es bedeutet:

Der Markt bewertet die handelbaren Minderheitsanteile dieser spezifischen KGaA-Struktur zusammen mit ihren Governance-Rechten mit 350 Mio. €.

Das ist etwas völlig anderes.

Ein strategischer Käufer, der 100 % des BVB inklusive vollständiger Kontrolle über Marke, Stadion, Medienrechte, Mannschaft usw. erwerben könnte, würde vermutlich eine erheblich andere Bewertung ansetzen.


Wenn man das Ganze also nur als reines Finanzinvestment sieht habe ich mir die Mühe gemacht historisch seit dem Jahr 2011/2012 die Finanzergebnisse auszuwerten. Kumuliert über 14 Jahre hinweg bis zur Saison 2024/25 inklusive lag der Überschuss in Summe bei €91,4 Mio. (wenn man die Covid-Jahre rausrechnet wären es €243 Mio. gewesen). Ausgeschüttet als Dividende wurden davon rund €56 Mio. Auf 14 Jahre sind das €4 Mio. pro Jahr die ich als Investor als Ausschüttung kriege. Bei einer Marktkapitalisierung von rund €350 Mio. müsste ich grob 88 Jahre mitmachen bis ich die Marktkapitalisierung in Dividendenform wieder hätte. Wenn ich die Überschüsse nehme müsste ich rund 53 Jahre warten. Es gibt auch wenig Grund jetzt anzunehmen, dass dieser Gewinn magisch nach oben ausbricht (außer unsere Transfers schlagen extrem gut ein und wir kommen plötzlich regelmäßig sehr weit in der CL-KO-Phase), daher steht wohl die Aktie heute wo sie steht und wenn wir bei Transfers oder sportlich mal sehr gut abschneiden wird die Aktie auch entsprechend hochschießen, aber das weiß Stand heute eben keiner.

Zu den Postings von halbgott kann ich nur sagen - er war auch vor 10 Jahren schon aktiv, da war ich mit der BVB-Aktie um die €4 dabei und wurde bei rund €3,90 ausgestoppt durch den Brexit (hätte damals nie gedacht, dass ein Fußballverein von Brexit hätte betroffen sein sollen). Stand heute 10 Jahre später ist die Aktie €3,17 wert ...
BVB - Aktie |#1648
14.08.2026 - 16:15 Uhr
Zitat von novacane

Ich finde diese Aussage zur BVB-Aktie (versus Liverpool und Konsorten) trifft es gut:

Zitat von novacane

Das bedeutet nicht zwangsläufig:

Borussia Dortmund als Fußballclub ist nur 350 Mio. € wert.

Es bedeutet:

Der Markt bewertet die handelbaren Minderheitsanteile dieser spezifischen KGaA-Struktur zusammen mit ihren Governance-Rechten mit 350 Mio. €.

Das ist etwas völlig anderes.

Ein strategischer Käufer, der 100 % des BVB inklusive vollständiger Kontrolle über Marke, Stadion, Medienrechte, Mannschaft usw. erwerben könnte, würde vermutlich eine erheblich andere Bewertung ansetzen.


Wenn man das Ganze also nur als reines Finanzinvestment sieht habe ich mir die Mühe gemacht historisch seit dem Jahr 2011/2012 die Finanzergebnisse auszuwerten. Kumuliert über 14 Jahre hinweg bis zur Saison 2024/25 inklusive lag der Überschuss in Summe bei €91,4 Mio. (wenn man die Covid-Jahre rausrechnet wären es €243 Mio. gewesen). Ausgeschüttet als Dividende wurden davon rund €56 Mio. Auf 14 Jahre sind das €4 Mio. pro Jahr die ich als Investor als Ausschüttung kriege. Bei einer Marktkapitalisierung von rund €350 Mio. müsste ich grob 88 Jahre mitmachen bis ich die Marktkapitalisierung in Dividendenform wieder hätte. Wenn ich die Überschüsse nehme müsste ich rund 53 Jahre warten. Es gibt auch wenig Grund jetzt anzunehmen, dass dieser Gewinn magisch nach oben ausbricht (außer unsere Transfers schlagen extrem gut ein und wir kommen plötzlich regelmäßig sehr weit in der CL-KO-Phase), daher steht wohl die Aktie heute wo sie steht und wenn wir bei Transfers oder sportlich mal sehr gut abschneiden wird die Aktie auch entsprechend hochschießen, aber das weiß Stand heute eben keiner.


Zum ersten Teil rund um die Stimmrechte kann ich dir leider nicht folgen. Natürlich kann man sagen, dass “stille Einlagen” bei einer AG anders bewertet werden. Aber das würde definitiv nicht den großen (!) Bewertungsunterschied erklären. Weder Bei meiner Bayern-Umsatz-Approximation noch bezogen auf die Forbes-Analytik. Magst du dir da dir nochmal die mühe machen das für mich runter zu brechen? Wieso sind BVB-Anteile weniger Wert als z.b. Bayern, Liverpool oder HSV-Anteile?

Dann weiter zum Thema Bilanzgewinn. Zum einen klammerst du Eigenkapital- und Buchwertsteigerungen aus (also “Gewinne” in der Bilanz )und zum anderen versuchst du hier den Kurswert über die Marktkapitalisierung herzuleiten. Zum anderen wird der Kurswert (in der theorie) über die abdiskontierten zukünftigen Gewinne gebildet. Der Kurs bildet also nur die zukünftigen Gewinne bzw Buchwerte ab. Das man lediglich GuV-Gewinne nutzt um Werte herzuleiten ist mir neu. Sonst müssten Wachstumsunternehmen ja immer vollkommen überbewertet sein.

Ganz grundsätzlich, deshalb habe ich den letzten Absatz herausgelassen, finde ich es extrem anstrengend, dass die Diskussion hier zwischen zwei extremen hin- und herschwappt. Zum einen haben wir jemanden der extrem Bullish ist und in liebevoller Kleinstarbeit jedes Argument zusammensucht warum eine BVB-Position sinn macht. Zum anderen haben wir gefühlt 7-10 user die abwechselnd schreiben, dass die Aktie teuflisch ist und man in keiner Welt anlegen sollten. Danke Harald, danke Werner! Ich weiß Aktien sind Teufelszeug und Risikohaft. Es hat aber einen Grund warum ich hier dazu schreibe. Gibt halt wenig bessere Orte als das BVB-Forum.

Auch wenn die intention euch ehrt, ist es dem Niveau der Diskussion leider nicht zuträglich. Um den Bogen zu meiner genervtheit zu schlagen: Ich weiß ein Bisschen was über Börse und Aktien. Ich weiß aber ganz viel auch nicht. Ich schätze das Forum weil es immer wieder aha-momente gibt bei dem ich mich über die Meinung bzw. Argumentation andere freue und dazulernen darf. Insbesondere der Finanz- oder Taktikthread sind in dieser Hinsicht Geschenke. Deshalb bin ich angemeldet und ich hoffe auch in Zukunft dazulernen zu dürfen.

Bei der BVB-Aktie gibt es aber leider wenig Diskussionen. Gefühlt steht die Intention vor allem anderen …
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Econball am 14.08.2026 um 16:19 Uhr bearbeitet
BVB - Aktie |#1649
14.08.2026 - 17:05 Uhr
Du, mir ist die BVB-Aktie als solche egal und für mich ist sie auch kein Teufelszeug. Ich denke nur aus Interesse gerne darüber nach wie Aktienkurse zustande kommen, habe auch Finanzmärkte studiert, und schaue daher hin und wieder aus Interesse hier rein.

Irgendwo muss die Diskrepanz in der Bewertung herkommen und ich bewerte die Aktie ganz nüchtern danach was sie an Profit für die Shareholder generiert, vereinfacht habe ich als Proxy Dividenden genommen (= den Wert habe ich als Investor sicher, beim BVB waren das über die letzten 14 Jahre sowieso mehr als 60% des Jahresüberschusses) und ansonsten Jahresüberschuss als Equity das ich nutzen könnte. Meine Hypothese: Einen anderen Wert als ein solches reines Finanzinvestment wird es für einen Investor, anders als bei FC Liverpool, mutmaßlich nicht geben, da man den Verein weder besitzen noch kontrollieren kann.

Mir ist klar, dass die Bewertung auf Basis abdiskontierter Zukunftserträge basiert, aber bevor ich da lange spekuliere wie hoch diese sind und irgendwelche Wachstumsannahmen unterstelle oder modelliere (das ist gar nicht mal so einfach weil in der Vergangenheit nämlich auch ganz schön geschwankt), habe ich Vergangenheitszahlen genommen mit der Annahme dass diese auch nach vorne repräsentativ sind. Natürlich kann man mit den Covid-Jahren diskutieren wo der Verein einen großen Verlust erlitten hat, ob man das auch nach vorne annehmen sollte aber theoretisch ist ja nicht ausgeschlossen dass sowas wiederkommen könnte.

Ist jetzt nicht super formatiert, aber hier sind die Zahlen aus der Vergangenheit und da schwankt der Gewinn, wenn man Covid exkludiert, zwischen €5,5 Mio. und €51,2 Mio. - der höchste Wert wurde die letzten 12 Jahre übrigens nicht noch einmal erreicht! Wenn man dann der Logik aus meinem vorherigen Post folgt, dann würde für einen Investor der Marktkapitalisierung zahlen muss, ein Return von 1 bis 2% per annum rauskommen rein auf Basis der Buchwerte und ohne sonstige Schwankungen, Hypes, Stimmungen zu berücksichtigen. Das ist kein toller Wert und lässt wenig Spielraum warum die Aktien des BVB in Summe (nicht der BVB in seiner Grundgesamtheit selbst!) aktuell mit höher als €350 Mio. bewertet sein sollte.

Ich sehe jetzt auch nicht warum dieser Wert nach vorne stark ansteigen sollte, wie gesagt, daher habe ich vereinfacht historische Werte als Proxy genommen. Und da sieht es nunmal nicht so als wäre der BVB eine hochprofitable Maschinerie und vielleicht erklärt das dann die Bewertung. Beim FC Bayern z.B. hält der Mutterverein 75%, die Investoren die anderen 25% und jeder dieser Investoren stellt auch einen Sitz im Aufsichtsrat - eine gewisse Einflussnahme haben diese dann also schon. Der BVB hat auch einen Aufsichtsrat aber ob diese den gleichen Einfluss haben oder auch überhaupt bedeutsam sind, das lasse ich mal dahingestellt, das weiß ich schlicht nicht.

Geschäftsjahr Konzernüberschuss / -verlust Dividende je Aktie Ausschüttung gesamt
2011/12 +27,5 Mio. € 0,06 € 3,7 Mio. €
2012/13 +51,2 Mio. € 0,10 € 6,1 Mio. €
2013/14 +12,0 Mio. € 0,10 € 6,1 Mio. €
2014/15 +5,5 Mio. € 0,05 € 4,6 Mio. €
2015/16 +29,4 Mio. € 0,06 € 5,5 Mio. €
2016/17 +8,2 Mio. € 0,06 € 5,5 Mio. €
2017/18 +31,7 Mio. € 0,06 € 5,5 Mio. €
2018/19 +17,4 Mio. € 0,06 € 5,5 Mio. €
2019/20 –44,0 Mio. € – 0 €
2020/21 –72,8 Mio. € – 0 €
2021/22 –35,1 Mio. € – 0 €
2022/23 +9,6 Mio. € – 0 €
2023/24 +44,3 Mio. € 0,06 € 6,62 Mio. €
2024/25 +6,5 Mio. € 0,06 € 6,62 Mio. €
Summe ≈ +91,4 Mio. € ≈ 55,9 Mio. € ≈ 61 %
Dieser Beitrag wurde zuletzt von novacane am 14.08.2026 um 17:25 Uhr bearbeitet
BVB - Aktie |#1650
14.08.2026 - 18:44 Uhr
Zitat von novacane

Du, mir ist die BVB-Aktie als solche egal und für mich ist sie auch kein Teufelszeug. Ich denke nur aus Interesse gerne darüber nach wie Aktienkurse zustande kommen, habe auch Finanzmärkte studiert, und schaue daher hin und wieder aus Interesse hier rein.

Irgendwo muss die Diskrepanz in der Bewertung herkommen und ich bewerte die Aktie ganz nüchtern danach was sie an Profit für die Shareholder generiert, vereinfacht habe ich als Proxy Dividenden genommen (= den Wert habe ich als Investor sicher, beim BVB waren das über die letzten 14 Jahre sowieso mehr als 60% des Jahresüberschusses) und ansonsten Jahresüberschuss als Equity das ich nutzen könnte. Meine Hypothese: Einen anderen Wert als ein solches reines Finanzinvestment wird es für einen Investor, anders als bei FC Liverpool, mutmaßlich nicht geben, da man den Verein weder besitzen noch kontrollieren kann.

Mir ist klar, dass die Bewertung auf Basis abdiskontierter Zukunftserträge basiert, aber bevor ich da lange spekuliere wie hoch diese sind und irgendwelche Wachstumsannahmen unterstelle oder modelliere (das ist gar nicht mal so einfach weil in der Vergangenheit nämlich auch ganz schön geschwankt), habe ich Vergangenheitszahlen genommen mit der Annahme dass diese auch nach vorne repräsentativ sind. Natürlich kann man mit den Covid-Jahren diskutieren wo der Verein einen großen Verlust erlitten hat, ob man das auch nach vorne annehmen sollte aber theoretisch ist ja nicht ausgeschlossen dass sowas wiederkommen könnte.

Ist jetzt nicht super formatiert, aber hier sind die Zahlen aus der Vergangenheit und da schwankt der Gewinn, wenn man Covid exkludiert, zwischen €5,5 Mio. und €51,2 Mio. - der höchste Wert wurde die letzten 12 Jahre übrigens nicht noch einmal erreicht! Wenn man dann der Logik aus meinem vorherigen Post folgt, dann würde für einen Investor der Marktkapitalisierung zahlen muss, ein Return von 1 bis 2% per annum rauskommen rein auf Basis der Buchwerte und ohne sonstige Schwankungen, Hypes, Stimmungen zu berücksichtigen. Das ist kein toller Wert und lässt wenig Spielraum warum die Aktien des BVB in Summe (nicht der BVB in seiner Grundgesamtheit selbst!) aktuell mit höher als €350 Mio. bewertet sein sollte.

Ich sehe jetzt auch nicht warum dieser Wert nach vorne stark ansteigen sollte, wie gesagt, daher habe ich vereinfacht historische Werte als Proxy genommen. Und da sieht es nunmal nicht so als wäre der BVB eine hochprofitable Maschinerie und vielleicht erklärt das dann die Bewertung. Beim FC Bayern z.B. hält der Mutterverein 75%, die Investoren die anderen 25% und jeder dieser Investoren stellt auch einen Sitz im Aufsichtsrat - eine gewisse Einflussnahme haben diese dann also schon. Der BVB hat auch einen Aufsichtsrat aber ob diese den gleichen Einfluss haben oder auch überhaupt bedeutsam sind, das lasse ich mal dahingestellt, das weiß ich schlicht nicht.

Geschäftsjahr Konzernüberschuss / -verlust Dividende je Aktie Ausschüttung gesamt
2011/12 +27,5 Mio. € 0,06 € 3,7 Mio. €
2012/13 +51,2 Mio. € 0,10 € 6,1 Mio. €
2013/14 +12,0 Mio. € 0,10 € 6,1 Mio. €
2014/15 +5,5 Mio. € 0,05 € 4,6 Mio. €
2015/16 +29,4 Mio. € 0,06 € 5,5 Mio. €
2016/17 +8,2 Mio. € 0,06 € 5,5 Mio. €
2017/18 +31,7 Mio. € 0,06 € 5,5 Mio. €
2018/19 +17,4 Mio. € 0,06 € 5,5 Mio. €
2019/20 –44,0 Mio. € – 0 €
2020/21 –72,8 Mio. € – 0 €
2021/22 –35,1 Mio. € – 0 €
2022/23 +9,6 Mio. € – 0 €
2023/24 +44,3 Mio. € 0,06 € 6,62 Mio. €
2024/25 +6,5 Mio. € 0,06 € 6,62 Mio. €
Summe ≈ +91,4 Mio. € ≈ 55,9 Mio. € ≈ 61 %


Du musst auch gar kein großes Rechenmodel mit Annahmen und Einflussvariablen aufstellen. Das fordere ich gar nicht von dir. Ich bin glücklich über jedes gegenargument das du mir lieferst.

Bzgl. der Anteile sehe ich den AR-Sitz als wirklich nicht entscheidend an. Auch wenn wir zu anderen Fußball-AGs wie Juventus, Ajax oder ManU schauen ist der BVB unterbewertet. Woran liegt es?

Zu den historischen Gewinnen sei erneut auf wachstumsaktien hingewiesen. Gerade für diese Aktien ist es typisch, dass sie Gewinnverluste aber Kursgewinne ausweisen. Ich will den BvB nicht als wachstums aktie deklarieren. Allerdings kannst du hoffentlich zugeben, dass es mehr geben muss als historische dividendenzahlungen um Kurswerte zu erklären. Ich würde sogar behaupten, dass die sportlichen ausreißersaisons und die mögliche Gewinnerhöhung das spannende an der Aktie sind. Wie von dir geschildert: Ein Championsleauge 1/4-Finale und wir sind bei +50 Mio. Ein Nächstes Toptalent für 90 Mio. und wir sind bei +50 Mio. etc pp.

Für mich sieht es tatsächlich ein bisschen danach aus, dass die BVB-Aktie recht günstig bewertet ist. Allerdings ist die Folgefrage bei mir stehts, was muss passieren damit diese unterbewertung abgebaut wird?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Econball am 14.08.2026 um 18:45 Uhr bearbeitet
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