Andreas Schmidt
31.08.2003 - 21:53 Uhr
17.07.2007 - 14:59 Uhr
Der Trainerversteher
Andreas Schmidt steht bei Hertha BSC vor der dritten Karriere - das zeigt die Schwächen des Kaders
Michael Kölmel
STEGERSBACH. Eigentlich war der Plan ein anderer. In der Saisonvorbereitung der Profis von Hertha BSC sollte Andreas Schmidt eine Woche mitmischen und sich dann wieder bei den Amateuren einreihen. Der fast 34-Jährige sollte den neuen Trainer Lucien Favre kennenlernen - und umgekehrt. Schmidt sollte sich allenfalls wie in der vorigen Saison als Mann für alle Fälle bereithalten, sollte sich die Situation in der Bundesliga zuspitzen. So der Plan. Aber grau ist alle Theorie.
Aus der Schnupperwoche für Schmidt ist eine dreiwöchige Expedition in den Bundesligakader geworden. Der Berliner steht vor seiner dritten Karriere, weil Favre ein Faible für den Defensivmann entwickelt hat. "Er versteht taktisch alles", sagte Favre, der sich bisher mit Urteilen über Spieler zurückgehalten hat. Noch will sich der Schweizer nicht festlegen, ob Schmidt erstmals seit der Ausmusterung durch Falko Götz im Jahr 2004 fester Teil des Bundesligateams sein wird oder als Standby-Profi bereitstehen soll. Immerhin will Hertha noch mindestens drei Neue verpflichten.
Aber Schmidt hat gute Karten in Favres anspruchsvollem Spiel, auch weil er "menschlich ungeheuer wichtig" ist. Dabei hatte sich Schmidt keine Hoffnung mehr auf Bundesligaeinsätze gemacht. "Über den großen Zuspruch war ich doch überrascht", sagt Schmidt. Es sei schön zu wissen, "dass ich grundsätzlich wieder in Frage komme".
Anspruchsvolles System
Die Gründe für Schmidts Chance sind vielfältig und zeigen Schwächen auf. Sie liegen im nach wie vor nicht milden innerbetrieblichen Klima im Team, in der diffusen personellen Situation und in Favres taktisch anspruchsvollem System. Er verlangt den Profis andere Talente ab als Röber, Stevens oder Götz. "Er ist mit Sicherheit der Trainer, der am meisten Wert auf Grundordnung und auf Taktik legt", sagt Schmidt. Ähnlich wie Karsten Heine, der zu Ostern Götz als Interimstrainer ablöste, fordere Favre höchste Aufmerksamkeit. In der Defensivarbeit erwarte er mehr Verschiebungen, mehr gegenseitige Hilfe. Im Offensivspiel schult Favre Automatismen und blindes Verständnis. Wenige im Kader genügen im Trainingslager in Stegersbach diesen Anforderungen - Schmidt schon. Seine Reife kommt ihm zugute. Probleme, die andere mit Schnelligkeit ausbügeln, löst Schmidt durch umsichtiges Spiel.
Im Sommer 1991 kam Schmidt mit seinem Zwillingsbruder Oliver zu Hertha. Nach Torhüter Fiedler ist er jetzt der dienstälteste Herthaner, er ist mit Hertha in die Bundesliga aufgestiegen, 1999/2000 trat er eine Spielzeit in der Champions League auf. Als sich seine Profikarriere 2004 durch Götz' Entscheidung dem Ende entgegen neigte, entschied sich Schmidt für die Amateure und gegen eine Reservistenrolle oder einen Klubwechsel. Er durchlebte so nochmals eine Lehrzeit: durch Einsätze im Mittelfeld, eine verantwortungsvolle Rolle und die Hilfestellung für Herthas Talente. Dass er davon profitierte, stellte er in der vergangenen Saison unter Beweis, als er zwölf Mal in der Bundesliga aushalf - unauffällig, aber tadellos.
Natürlich wäre eine Rückholaktion von Schmidt Herthas angespannter Situation geschuldet. Allein die Gedankenspiele zeigen, dass es an Klasse fehlt. Während Manager Dieter Hoeneß erklärt, Hertha habe noch Zeit und der bestehende Kader sei bundesligareif, gibt sich Schmidt keinen Illusionen hin. "Wir haben einen ganz schönen Aderlass erlitten", sagt er. Durch den Weggang von Bastürk, Dejagah, Neuendorf und vermutlich auch bald Kevin-Prince Boateng mangele es an Akteuren, die schwierige Situationen auflösen können, die Überraschendes und Dribblings wagen. "Spieler, die mit ihrer Einzelqualität Spiele entscheiden konnten, fehlen jetzt", sagt Schmidt.
Auch die späten Aktivitäten auf dem Transfermarkt - Manager Hoeneß hat ein Zeitfenster weit über den Saisonstart hinaus bis zum 31. August ausgerufen - bergen für Andreas Schmidt Gefahren. "Wir werden noch stärker davon abhängig sein, dass wir von Anfang an noch besser als Team funktionieren", sagt er. "Die Spieler wissen alle, dass es eine schwierige Saison werden kann, dass alle zusammenhalten müssen." Ob das dann, anders als in der vergangenen Saison gelingt, das zeigt die Praxis, wenn es ernst wird. Wie im Fall Schmidt.
Berliner Zeitung, 17.07.2007
Andreas Schmidt steht bei Hertha BSC vor der dritten Karriere - das zeigt die Schwächen des Kaders
Michael Kölmel
STEGERSBACH. Eigentlich war der Plan ein anderer. In der Saisonvorbereitung der Profis von Hertha BSC sollte Andreas Schmidt eine Woche mitmischen und sich dann wieder bei den Amateuren einreihen. Der fast 34-Jährige sollte den neuen Trainer Lucien Favre kennenlernen - und umgekehrt. Schmidt sollte sich allenfalls wie in der vorigen Saison als Mann für alle Fälle bereithalten, sollte sich die Situation in der Bundesliga zuspitzen. So der Plan. Aber grau ist alle Theorie.
Aus der Schnupperwoche für Schmidt ist eine dreiwöchige Expedition in den Bundesligakader geworden. Der Berliner steht vor seiner dritten Karriere, weil Favre ein Faible für den Defensivmann entwickelt hat. "Er versteht taktisch alles", sagte Favre, der sich bisher mit Urteilen über Spieler zurückgehalten hat. Noch will sich der Schweizer nicht festlegen, ob Schmidt erstmals seit der Ausmusterung durch Falko Götz im Jahr 2004 fester Teil des Bundesligateams sein wird oder als Standby-Profi bereitstehen soll. Immerhin will Hertha noch mindestens drei Neue verpflichten.
Aber Schmidt hat gute Karten in Favres anspruchsvollem Spiel, auch weil er "menschlich ungeheuer wichtig" ist. Dabei hatte sich Schmidt keine Hoffnung mehr auf Bundesligaeinsätze gemacht. "Über den großen Zuspruch war ich doch überrascht", sagt Schmidt. Es sei schön zu wissen, "dass ich grundsätzlich wieder in Frage komme".
Anspruchsvolles System
Die Gründe für Schmidts Chance sind vielfältig und zeigen Schwächen auf. Sie liegen im nach wie vor nicht milden innerbetrieblichen Klima im Team, in der diffusen personellen Situation und in Favres taktisch anspruchsvollem System. Er verlangt den Profis andere Talente ab als Röber, Stevens oder Götz. "Er ist mit Sicherheit der Trainer, der am meisten Wert auf Grundordnung und auf Taktik legt", sagt Schmidt. Ähnlich wie Karsten Heine, der zu Ostern Götz als Interimstrainer ablöste, fordere Favre höchste Aufmerksamkeit. In der Defensivarbeit erwarte er mehr Verschiebungen, mehr gegenseitige Hilfe. Im Offensivspiel schult Favre Automatismen und blindes Verständnis. Wenige im Kader genügen im Trainingslager in Stegersbach diesen Anforderungen - Schmidt schon. Seine Reife kommt ihm zugute. Probleme, die andere mit Schnelligkeit ausbügeln, löst Schmidt durch umsichtiges Spiel.
Im Sommer 1991 kam Schmidt mit seinem Zwillingsbruder Oliver zu Hertha. Nach Torhüter Fiedler ist er jetzt der dienstälteste Herthaner, er ist mit Hertha in die Bundesliga aufgestiegen, 1999/2000 trat er eine Spielzeit in der Champions League auf. Als sich seine Profikarriere 2004 durch Götz' Entscheidung dem Ende entgegen neigte, entschied sich Schmidt für die Amateure und gegen eine Reservistenrolle oder einen Klubwechsel. Er durchlebte so nochmals eine Lehrzeit: durch Einsätze im Mittelfeld, eine verantwortungsvolle Rolle und die Hilfestellung für Herthas Talente. Dass er davon profitierte, stellte er in der vergangenen Saison unter Beweis, als er zwölf Mal in der Bundesliga aushalf - unauffällig, aber tadellos.
Natürlich wäre eine Rückholaktion von Schmidt Herthas angespannter Situation geschuldet. Allein die Gedankenspiele zeigen, dass es an Klasse fehlt. Während Manager Dieter Hoeneß erklärt, Hertha habe noch Zeit und der bestehende Kader sei bundesligareif, gibt sich Schmidt keinen Illusionen hin. "Wir haben einen ganz schönen Aderlass erlitten", sagt er. Durch den Weggang von Bastürk, Dejagah, Neuendorf und vermutlich auch bald Kevin-Prince Boateng mangele es an Akteuren, die schwierige Situationen auflösen können, die Überraschendes und Dribblings wagen. "Spieler, die mit ihrer Einzelqualität Spiele entscheiden konnten, fehlen jetzt", sagt Schmidt.
Auch die späten Aktivitäten auf dem Transfermarkt - Manager Hoeneß hat ein Zeitfenster weit über den Saisonstart hinaus bis zum 31. August ausgerufen - bergen für Andreas Schmidt Gefahren. "Wir werden noch stärker davon abhängig sein, dass wir von Anfang an noch besser als Team funktionieren", sagt er. "Die Spieler wissen alle, dass es eine schwierige Saison werden kann, dass alle zusammenhalten müssen." Ob das dann, anders als in der vergangenen Saison gelingt, das zeigt die Praxis, wenn es ernst wird. Wie im Fall Schmidt.
Berliner Zeitung, 17.07.2007
17.07.2007 - 15:01 Uhr
Mal sehen welche Rolle er jetzt letztendlich wirklich nächste Saison noch spielt...
Verdient hätte er sicherlich noch ein paar Spiele, und wenn Favre ihn für gut genug hält... warum nicht :P
Verdient hätte er sicherlich noch ein paar Spiele, und wenn Favre ihn für gut genug hält... warum nicht :P
Dieser Beitrag wurde zuletzt von FatherSmurf am 17.07.2007 um 15:03 Uhr bearbeitet
17.07.2007 - 15:16 Uhr
ich kann mir nicht vorstellen, wo schmidt passen koennte.
17.07.2007 - 15:48 Uhr
Nun ja...
immerhin spielte er in jedem Testspiel zumindest eine Halbzeit eine Rolle in der Defensive auch zuletzt gegen Rijeka als dies nur 14 Spieler taten.
Und auch bei 1,2 weiteren Defensivverstärkungen kann es in dieser Saison durchaus zu Engpässen gerade an wirklich bundesligatauglichen Defensivspielern kommen.
Schließlich hat Schmidt es selbst letzte Saison als noch auf jeden Fall mit Jerome Boateng, Dick van Burik, Christopher Schorch und Pascal Bieler geplant wurde auf 12 Einsätze gebracht.
Nochmal zum klarstellen: Ich meinte bei Weitem nicht, dass er Stammspieler werden oder auch regelmäßig zu den ersten 16 gehören könnte.
immerhin spielte er in jedem Testspiel zumindest eine Halbzeit eine Rolle in der Defensive auch zuletzt gegen Rijeka als dies nur 14 Spieler taten.
Und auch bei 1,2 weiteren Defensivverstärkungen kann es in dieser Saison durchaus zu Engpässen gerade an wirklich bundesligatauglichen Defensivspielern kommen.
Schließlich hat Schmidt es selbst letzte Saison als noch auf jeden Fall mit Jerome Boateng, Dick van Burik, Christopher Schorch und Pascal Bieler geplant wurde auf 12 Einsätze gebracht.
Nochmal zum klarstellen: Ich meinte bei Weitem nicht, dass er Stammspieler werden oder auch regelmäßig zu den ersten 16 gehören könnte.
04.08.2007 - 02:20 Uhr
15 Jahre Andi Schmidt
Berlin - Andi Schmidt, eine feste Größe bei Hertha BSC. Und zwar seit ziemlich genau 150 Jahren. Ups. Verdammter Druckfehler. Das muss natürlich 15 Jahre heißen. Aber mal ehrlich, kommt es Ihnen nicht auch so vor, dass dieser Musterprofi schon ewige Zeiten dabei ist?
1992 war's. Mit gerade mal 19 Jahren führte Andi die Hertha-Bubis bis ins Finale gegen Leverkusen. Sechs Spiele, volle 540 Minuten - naja, eine echte Schmidt-Bilanz eben.
Genauso wie die, dass er mit 24 Pokaleinsätzen die Hertha-Rangliste der vergangenen 20 Jahre anführt. Christian Fiedler, auch ein Pokal-Bubi, folgt mit 20 Spielen vor Pal Dardai (19).
Auch wenn sein Zwillingsbruder Oliver eher in die erste Mannschaft aufstieg, Andi ist der, der eisern durchhält. X-mal abgeschrieben. aber immer wieder kämpft sich der heute 33-Jährige in den Kader, in die Mannschaft.
Für den KURIER öffnete Andi Schmidt sein persönliches Foto-Album (heute in Ihrem KURIER). Seine Geschichte. Eine, die untrennbar mit der von Hertha BSC verbunden ist.
http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/sport/181833.html
269 Spiele für Hertha. Diese Bilanz ist in den heutigen Zeiten, wo selbst stinknormale Dreijahresverträge gefühlsmäßig öfter gebrochen als eingehalten werden, so ziemlich einzigartig. Andi ist sich auch nie zu schade gewesen die defensive "Aushilfe" im Kader zu spielen. Qualitativ hats vielleicht nicht für ganz oben gereicht, aber charakterlich dafür ein ganz Großer. Klasse.
Berlin - Andi Schmidt, eine feste Größe bei Hertha BSC. Und zwar seit ziemlich genau 150 Jahren. Ups. Verdammter Druckfehler. Das muss natürlich 15 Jahre heißen. Aber mal ehrlich, kommt es Ihnen nicht auch so vor, dass dieser Musterprofi schon ewige Zeiten dabei ist?
1992 war's. Mit gerade mal 19 Jahren führte Andi die Hertha-Bubis bis ins Finale gegen Leverkusen. Sechs Spiele, volle 540 Minuten - naja, eine echte Schmidt-Bilanz eben.
Genauso wie die, dass er mit 24 Pokaleinsätzen die Hertha-Rangliste der vergangenen 20 Jahre anführt. Christian Fiedler, auch ein Pokal-Bubi, folgt mit 20 Spielen vor Pal Dardai (19).
Auch wenn sein Zwillingsbruder Oliver eher in die erste Mannschaft aufstieg, Andi ist der, der eisern durchhält. X-mal abgeschrieben. aber immer wieder kämpft sich der heute 33-Jährige in den Kader, in die Mannschaft.
Für den KURIER öffnete Andi Schmidt sein persönliches Foto-Album (heute in Ihrem KURIER). Seine Geschichte. Eine, die untrennbar mit der von Hertha BSC verbunden ist.
http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/sport/181833.html
269 Spiele für Hertha. Diese Bilanz ist in den heutigen Zeiten, wo selbst stinknormale Dreijahresverträge gefühlsmäßig öfter gebrochen als eingehalten werden, so ziemlich einzigartig. Andi ist sich auch nie zu schade gewesen die defensive "Aushilfe" im Kader zu spielen. Qualitativ hats vielleicht nicht für ganz oben gereicht, aber charakterlich dafür ein ganz Großer. Klasse.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von heizinger am 04.08.2007 um 02:21 Uhr bearbeitet
04.08.2007 - 02:45 Uhr
Zitat von heizinger:
269 Spiele für Hertha. Diese Bilanz ist in den heutigen Zeiten, wo selbst stinknormale Dreijahresverträge gefühlsmäßig öfter gebrochen als eingehalten werden, so ziemlich einzigartig. Andi ist sich auch nie zu schade gewesen die defensive "Aushilfe" im Kader zu spielen. Qualitativ hats vielleicht nicht für ganz oben gereicht, aber charakterlich dafür ein ganz Großer. Klasse.
da muss ich dir recht geben. dazu kommen noch 75 regionalligaspiele.
1.liga: 187 spiele
2.liga: 82 spiele
3.liga: 75 spiele
dann natürlich noch internationale spiele und die 24 dfb-spiele.
mal schauen, ob er noch auf 200 buli-spiele kommt.
269 Spiele für Hertha. Diese Bilanz ist in den heutigen Zeiten, wo selbst stinknormale Dreijahresverträge gefühlsmäßig öfter gebrochen als eingehalten werden, so ziemlich einzigartig. Andi ist sich auch nie zu schade gewesen die defensive "Aushilfe" im Kader zu spielen. Qualitativ hats vielleicht nicht für ganz oben gereicht, aber charakterlich dafür ein ganz Großer. Klasse.
da muss ich dir recht geben. dazu kommen noch 75 regionalligaspiele.
1.liga: 187 spiele
2.liga: 82 spiele
3.liga: 75 spiele
dann natürlich noch internationale spiele und die 24 dfb-spiele.
mal schauen, ob er noch auf 200 buli-spiele kommt.
08.08.2007 - 00:32 Uhr
Jetzt müssen die Alten Hertha helfen
Dünne Personaldecke bietet Dardai und Schmidt unverhofft neue Chancen
Von Sebastian Schlichting und Steffen Lüdeke
Es sind Sommerferien, da ist das Trainingsgelände von Hertha BSC ein besonders beliebter Anlaufpunkt für jüngere Fans. Manche haben Autogrammkarten der Spieler dabei, aber es tut auch ein kleiner Zettel oder ein T-Shirt. Spieler wie Gilberto oder Torwart Jaroslav Drobny nehmen sich mehrere Minuten Zeit, um allen Wünschen nach zu kommen. Andreas Schmidt ist schneller durch. Hier ein Foto, da eine Unterschrift, das war's.
Schmidt ist keiner, dem die Fans in Scharen hinterher laufen. Er ist kein Star. Aber er ist sehr wichtig für Hertha BSC. Immer noch. Und immer wieder. Wohl kein Spieler aus dem aktuellen Kader war schon so oft abgeschrieben wie der 33-Jährige. Seit Jahren geht das so. Auch vor dieser Saison hatten ihn viele bereits mit der zweiten Mannschaft in der Oberliga nach Lichterfelde, Torgelow und Neustrelitz reisen sehen. Aber jetzt steht Frankfurt auf dem Programm. Sonnabend, 15.30 Uhr, erster Bundesliga-Spieltag.
Josip Simunic ist gesperrt, Jerome Boateng ist zwar noch da, will aber weg zum Hamburger SV. Wer bleibt da noch für die Innenverteidigung? Klar, der ewige Schmidt. So würde er das nie sagen. Aber so dürfte es kommen. "Ich denke schon, dass ich spiele", ist alles, was er sich zum Thema entlocken lässt.
Schmidt in der Innenverteidigung, davor wird wohl im Mittelfeld Pal Dardai spielen. Zwei, die solide Arbeit anbieten. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Favre kann sie ohne Risiko aufbieten, in seiner Wunschformation tauchen sie nicht auf.
Das Duo Schmidt/Dardai lief erstmals am 16. März 1997 gemeinsam für Hertha auf, in der Zweiten Liga beim VfB Leipzig. Zwei, die zu Hertha gehören. "Ich bin bei diesem Verein alt geworden", sagt Dardai. Er kam 1997 als 20-Jähriger, inzwischen ist er 31 Jahre alt und hat seinen Vertrag im Frühjahr bis 2009 verlängert. Auch er war schon öfter weit weg von der Stammelf - und kämpfte sich jedes Mal zurück.
Es ist in diesen Wochen bei Hertha BSC viel von Aufbruch die Rede, wahlweise auch von Umbruch. "Wir haben das so gewollt", sagt Manager Dieter Hoeneß angesichts von elf Abgängen (Jerome Boateng wird bald dazukommen). Schmidt und Dardai sind Konstanten, für Umbruch stehen sie mit Sicherheit nicht.
Dass er nun kurz vor seinem 188. Bundesligaspiel steht, natürlich alle für Hertha, macht Schmidt ein bisschen stolz. Aber er ist Realist, sieht auch die andere Seite. Seine neuerliche Renaissance belegt deutlich, dass Hertha bei der Personalplanung hinter allen anderen Konkurrenten zurückhängt. Die Bundesliga war im Kaufrausch, hat bisher 170 Millionen Euro in neue Kräfte investiert. Ein Rekord, der alte stand bei 147 Millionen Euro (Saison 2001/02). Hertha dagegen hat erst zweimal zugeschlagen und für Lucio und Drobny 1,75 Millionen Euro ausgegeben.
"Nicht zur Tagesordnung übergehen"
Vier bis fünf Spieler werden benötigt. Wie dringend sie gebraucht werden, hat das Pokalspiel bei der Spielvereinigung Unterhaching (3:0) vor Augen geführt. "Da hat gar nichts gestimmt", sagt Schmidt, "da macht man sich schon seine Gedanken. Nach so einem Spiel darf man nicht zur Tagesordnung übergehen." Und was gibt Anlass zur Hoffnung? "Dass es ein einmaliger Ausrutscher war." Gänzlich überzeugt klingt Schmidt bei diesen Worten nicht.
Steht der Kader, wird er nicht mehr erste Wahl sein. Darauf ist er vorbereitet: "Hauptsache, ich spiele", sagt er - und würde das auch ohne viel Aufhebens in der Oberliga tun. Wird ihm mitgeteilt, dass es für oben nicht mehr reicht, widmet er sich eben der Aufgabe, die ihm in der Vergangenheit ohnehin schon öfter zugedacht worden war: Leitwolf für den Nachwuchs in der zweiten Mannschaft sein.
Für Schmidt ist jedes Bundesligaspiel eine Zugabe, Pal Dardai sind solche Gedankenspiele fremd. Er kämpft auch unter dem neuen Trainer Lucien Favre um einen Stammplatz. Gegen starke Konkurrenz aus Südamerika - Lucio, Mineiro und Gilberto sind gesetzt. Aber eine Sperre, eine Verletzung kann alle Planungen über den Haufen werfen. So im Falle Gilberto, der mit den Folgen eines Muskelfaserrisses zu kämpfen hat. Sind alle fit, muss sich Dardai hinten anstellen. Keine neue Erfahrung für den Mittelfeldspieler: "Ich hatte bei jedem Trainer Anlaufschwierigkeiten. Aber irgendwann habe ich gespielt. Mal früher und mal später."
http://www.morgenpost.de/content/2007/08/08/sport/914730.html
dann mal viel glück gegen die eintracht. habe bei schmidt ein besseres gefühl zur zeit als bei simunic.
Dünne Personaldecke bietet Dardai und Schmidt unverhofft neue Chancen
Von Sebastian Schlichting und Steffen Lüdeke
Es sind Sommerferien, da ist das Trainingsgelände von Hertha BSC ein besonders beliebter Anlaufpunkt für jüngere Fans. Manche haben Autogrammkarten der Spieler dabei, aber es tut auch ein kleiner Zettel oder ein T-Shirt. Spieler wie Gilberto oder Torwart Jaroslav Drobny nehmen sich mehrere Minuten Zeit, um allen Wünschen nach zu kommen. Andreas Schmidt ist schneller durch. Hier ein Foto, da eine Unterschrift, das war's.
Schmidt ist keiner, dem die Fans in Scharen hinterher laufen. Er ist kein Star. Aber er ist sehr wichtig für Hertha BSC. Immer noch. Und immer wieder. Wohl kein Spieler aus dem aktuellen Kader war schon so oft abgeschrieben wie der 33-Jährige. Seit Jahren geht das so. Auch vor dieser Saison hatten ihn viele bereits mit der zweiten Mannschaft in der Oberliga nach Lichterfelde, Torgelow und Neustrelitz reisen sehen. Aber jetzt steht Frankfurt auf dem Programm. Sonnabend, 15.30 Uhr, erster Bundesliga-Spieltag.
Josip Simunic ist gesperrt, Jerome Boateng ist zwar noch da, will aber weg zum Hamburger SV. Wer bleibt da noch für die Innenverteidigung? Klar, der ewige Schmidt. So würde er das nie sagen. Aber so dürfte es kommen. "Ich denke schon, dass ich spiele", ist alles, was er sich zum Thema entlocken lässt.
Schmidt in der Innenverteidigung, davor wird wohl im Mittelfeld Pal Dardai spielen. Zwei, die solide Arbeit anbieten. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Favre kann sie ohne Risiko aufbieten, in seiner Wunschformation tauchen sie nicht auf.
Das Duo Schmidt/Dardai lief erstmals am 16. März 1997 gemeinsam für Hertha auf, in der Zweiten Liga beim VfB Leipzig. Zwei, die zu Hertha gehören. "Ich bin bei diesem Verein alt geworden", sagt Dardai. Er kam 1997 als 20-Jähriger, inzwischen ist er 31 Jahre alt und hat seinen Vertrag im Frühjahr bis 2009 verlängert. Auch er war schon öfter weit weg von der Stammelf - und kämpfte sich jedes Mal zurück.
Es ist in diesen Wochen bei Hertha BSC viel von Aufbruch die Rede, wahlweise auch von Umbruch. "Wir haben das so gewollt", sagt Manager Dieter Hoeneß angesichts von elf Abgängen (Jerome Boateng wird bald dazukommen). Schmidt und Dardai sind Konstanten, für Umbruch stehen sie mit Sicherheit nicht.
Dass er nun kurz vor seinem 188. Bundesligaspiel steht, natürlich alle für Hertha, macht Schmidt ein bisschen stolz. Aber er ist Realist, sieht auch die andere Seite. Seine neuerliche Renaissance belegt deutlich, dass Hertha bei der Personalplanung hinter allen anderen Konkurrenten zurückhängt. Die Bundesliga war im Kaufrausch, hat bisher 170 Millionen Euro in neue Kräfte investiert. Ein Rekord, der alte stand bei 147 Millionen Euro (Saison 2001/02). Hertha dagegen hat erst zweimal zugeschlagen und für Lucio und Drobny 1,75 Millionen Euro ausgegeben.
"Nicht zur Tagesordnung übergehen"
Vier bis fünf Spieler werden benötigt. Wie dringend sie gebraucht werden, hat das Pokalspiel bei der Spielvereinigung Unterhaching (3:0) vor Augen geführt. "Da hat gar nichts gestimmt", sagt Schmidt, "da macht man sich schon seine Gedanken. Nach so einem Spiel darf man nicht zur Tagesordnung übergehen." Und was gibt Anlass zur Hoffnung? "Dass es ein einmaliger Ausrutscher war." Gänzlich überzeugt klingt Schmidt bei diesen Worten nicht.
Steht der Kader, wird er nicht mehr erste Wahl sein. Darauf ist er vorbereitet: "Hauptsache, ich spiele", sagt er - und würde das auch ohne viel Aufhebens in der Oberliga tun. Wird ihm mitgeteilt, dass es für oben nicht mehr reicht, widmet er sich eben der Aufgabe, die ihm in der Vergangenheit ohnehin schon öfter zugedacht worden war: Leitwolf für den Nachwuchs in der zweiten Mannschaft sein.
Für Schmidt ist jedes Bundesligaspiel eine Zugabe, Pal Dardai sind solche Gedankenspiele fremd. Er kämpft auch unter dem neuen Trainer Lucien Favre um einen Stammplatz. Gegen starke Konkurrenz aus Südamerika - Lucio, Mineiro und Gilberto sind gesetzt. Aber eine Sperre, eine Verletzung kann alle Planungen über den Haufen werfen. So im Falle Gilberto, der mit den Folgen eines Muskelfaserrisses zu kämpfen hat. Sind alle fit, muss sich Dardai hinten anstellen. Keine neue Erfahrung für den Mittelfeldspieler: "Ich hatte bei jedem Trainer Anlaufschwierigkeiten. Aber irgendwann habe ich gespielt. Mal früher und mal später."
http://www.morgenpost.de/content/2007/08/08/sport/914730.html
dann mal viel glück gegen die eintracht. habe bei schmidt ein besseres gefühl zur zeit als bei simunic.
21.08.2007 - 13:05 Uhr
Zitat von Pologo:
Jetzt wo von Bergen da ist und Simunic wieder spielen kann, war es das für Andy !
Danke für die 2.Aushilfsspiele, solide Sache! Stark am Mann, ruhig gespielt. Hatte schlimmere Bedenken wurde eines besseren belehrt !
Schmiddi ist ein Unikum, aktuell mein Lieblingstyp in der Mannschaft, seine Leistungen für Hertha werden viel zu wenig gewürdigt, der ist auf dem Boden geblieben und kümmert sich um die Fans...
Jetzt wo von Bergen da ist und Simunic wieder spielen kann, war es das für Andy !
Danke für die 2.Aushilfsspiele, solide Sache! Stark am Mann, ruhig gespielt. Hatte schlimmere Bedenken wurde eines besseren belehrt !
Schmiddi ist ein Unikum, aktuell mein Lieblingstyp in der Mannschaft, seine Leistungen für Hertha werden viel zu wenig gewürdigt, der ist auf dem Boden geblieben und kümmert sich um die Fans...
28.08.2007 - 00:11 Uhr
Wieso sticht Schmidt (33)
Copa-Sieger Mineiro aus?
Er ist 33 Jahre, zählt aber noch lange nicht zum alten Eisen: Andreas Schmidt, Herthas Dauerbrenner. Eigentlich Kapitän der Amateure, ist er derzeit aus der Stammformation von Profi-Trainer Lucien Favre kaum wegzudenken. Kein Lustenberger, kein Müller, kein Mineiro. Schmidt spielt – und zwar immer!
In Bielefeld (0:2) gab Favre dem Oldie den Vorzug gegenüber Mineiro. „Ein Bauchgefühl“, wie der Trainer hinterher erklärte. Es sollte ihn nicht täuschen. „Schmiddi“ räumte im defensiven Mittelfeld alles ab. Und Mineiro? Der saß auf der Alm 76 Minuten auf der Bank. Im Sommer noch der gefeierte Held bei Brasiliens Sieg bei der Copa America, kommt er bei Hertha nicht so richtig in Schwung. Oldie Schmidt hat ihm (vorerst) den Rang abgelaufen. Dabei sollte der vor Saisonbeginn zu den Amateuren abgeschoben werden…
Ob Bundesliga oder Oberliga – Schmidt ist egal, wo er spielt. „Wichtig ist mir, dass ich überhaupt spiele“, sagt er. Und das wird er wohl auch in Zukunft – bei den Profis.
http://www.bz-berlin.de/BZ/sport/2007/08/28/fussball-hetha-andreas-schmidt/fussball-hetha-andreas-schmidt,geo=2395850.html
Copa-Sieger Mineiro aus?
Er ist 33 Jahre, zählt aber noch lange nicht zum alten Eisen: Andreas Schmidt, Herthas Dauerbrenner. Eigentlich Kapitän der Amateure, ist er derzeit aus der Stammformation von Profi-Trainer Lucien Favre kaum wegzudenken. Kein Lustenberger, kein Müller, kein Mineiro. Schmidt spielt – und zwar immer!
In Bielefeld (0:2) gab Favre dem Oldie den Vorzug gegenüber Mineiro. „Ein Bauchgefühl“, wie der Trainer hinterher erklärte. Es sollte ihn nicht täuschen. „Schmiddi“ räumte im defensiven Mittelfeld alles ab. Und Mineiro? Der saß auf der Alm 76 Minuten auf der Bank. Im Sommer noch der gefeierte Held bei Brasiliens Sieg bei der Copa America, kommt er bei Hertha nicht so richtig in Schwung. Oldie Schmidt hat ihm (vorerst) den Rang abgelaufen. Dabei sollte der vor Saisonbeginn zu den Amateuren abgeschoben werden…
Ob Bundesliga oder Oberliga – Schmidt ist egal, wo er spielt. „Wichtig ist mir, dass ich überhaupt spiele“, sagt er. Und das wird er wohl auch in Zukunft – bei den Profis.
http://www.bz-berlin.de/BZ/sport/2007/08/28/fussball-hetha-andreas-schmidt/fussball-hetha-andreas-schmidt,geo=2395850.html
14.09.2007 - 08:56 Uhr
Hat heute Geb. und wird 34 Jahre alt.
Alles Gute Andi!
Alles Gute Andi!
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