Almpudding
18.06.2008 - 11:27 Uhr
26.08.2008 - 16:13 Uhr
Zitat von rasenfluch:
Wo hast Du denn das her, Chlorophyl? Und seit wann glauben wir den Plänen? Der Westen steht am Abgrund, und wir wollen ihn überholen...
Im Moment sieht es doch alles mehr nach "Erdölburgeoisie" aus, wenn man den Ausdruck mal borgen darf.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27517/1.html
Ansonsten wird das hier grad gefährliches Terrain für mich, bei Politik neige ich zum Ausufern und darum habe ich mir bisher auch alles Politische hier verkniffen. Aber nun gut... "einmal ist keinma"l stimmt zwar nicht, aber sie werden mich schon nicht gleich sperren. Hoffe ich, ich geb mir ansonsten ja Mühe und sonst ist das eben wieder mal so'n Moment wo mir meine große Klappe wichtiger ist als die Konsequenzen. Wäre auch nicht das erste Mal.
Also... zum einen habe ich das Zeitalter des Systemgegensatzes (vulgo klater Krieg) nicht erst retrospektiv als etwas beurteilt, von dem die durchschnittliche Bevölkerung der BRD massiv profitiert hat. Gerade im Frontstaat musste die Arbeiterschaft bei Laune gehalten werden. Wettrüsten hat funktioniert, zugegeben. Aber dann? Der wirtschaftliche Aufschwung sowohl in den östlichen EU-Ländern als auch in den ehemaligen GUS-Staaten ist kein Argument für die Überlegenheit marktradikaler Ansätze, der hat weniger mit der Wirtschaftsform als mit dem Ende jahrzehntelanger Blockaden und Boykotte zu tun. Gewonnen hat der Kapitalismus gar nichts, er ist einfach nur übrig geblieben...
Osten/westen funktioniert als Gegensatzpaar ja nun auch nicht mehr, Georgien hin oder her. Wenn man eine Parallele ziehen will, dann eher schon zur Situation vor dem erstem Weltkrieg. Genau wie damals haben wir mehrere global agierende Mächte, die sich vornehmlich um die Kontrolle rohstoffreicher, wirtschaftlich-technisch rückständiger Gebiete bzw um die strategisch offensichtlichen Wege zum Abtransport der Beute keilen. Und zwar durchaus in wechselnden Allianzen, je nach Schauplatz. Der momentan wieder so aktuell erscheinende russisch-amerikanische Gegensatz ist dabei schon lange latent, der war wirklich nie ganz weg. Aber die alten Blöcke funktionieren dabei nur begrenzt, in Georgien hat Europa sicher dasselbe Interesse wie die Amerikaner, ob das Öl nun nach Norditalien oder über die Türkei verschifft werden soll(die Amis), die Trasse wird gebraucht. Aber da endet die Interessenkongruenz dann auch in der Region schon wieder. Mit Ausnahme von Frau Merkel, deren Partei in der Hinsicht eh eine unrühmliche Geschichte vorzuweisen hat (der Jugoslawienkrieg ist eine direkte Folge der Anerkennungspolitik der Regierung Kohl/Genscher - eigenes Thema, interessante Parallelen), war man bisher in Europa einig, dass europäische Politik Stabilitätspüolitik, stabilisiernde Politik ist, denn nur dann lassen sich auch gute Geschäfte machen. Die Amerikaner hingengen verfolgen schon seit mindestens Mitte der siebziger Jahre eine konsequente Destabilisierungspolitik in Mittelasien, ihr Fokus ist auch ein ganz anderer. Europäische Außenpolitik existiert eigentlich nur als Außenwirtschaftspolitik, die der Amerikaner eigentlich nur als militärische. Auch wenn der angestrebte Lohn der Mühen (Zugang zu Öl/Gas) derselbe ist, er bedeutet etwas völlig anderes. Europa braucht Öl um wirtschaften zu können, zumindest einge gewisse Zeit noch wesentlich mehr als die eigenen Quellen hergeben, die Amerikaner brauchen das Öl, weil es die alleinige Basis ihrer Rolle als Weltleitmacht (Den Terminus, den jetzt viele an der Stelle erwartet hätten, vielleicht schon im geistigen Gehörgang hatten, habe ich mir wohlweislich verkniffen) mittelbar ergibt und ihre wirtschafltiche Sondersituation (die Funktion des Dollars als Öl und Welthandelswährung wirkt sich de facto wie eine unbegrenzte Kreditlinie zu 0% aus. Ach ja, Länder, die ihre Bodenschätze gerne in anderen Währungen handeln würden {Euro!}: Irak unter Saddam, Iran, Venezuela, Russland...) erst möglich macht. Aus dieser Ausgangslage ergeben sich Spannungen, die durchaus auch noch lange latent, subkutan wenn man so will, bleiben können, aber die auf mittlere Sicht Kleinholz aus der NATO machen werden. Die Art und Weise wie man sich schon über ein Jahrzehnt um eine wirkliche Diskussion neuer Grundlagen herumdrückt resp. das lieber nicht so öffentlich, transparent, demokratisch macht... tja, deutlich genug für mich. So, hier komme ich wieder bei der schon erwähnten Parallele zur Hochphase des Great Game an. Ich wage die Prognose, dass wir einen schleichenden Abschied von den großen Bündnissen hin zu einer Renaissance der Geheimdiplomatie, der bilateralen Abkommen usw sehen werden. Möglicherweise ist die Sicht von Europa aus dabei die am wenigsten deutliche, hier wird eh alles überlagert von der weiteren Verstaatlichung der EU. Exkurs Ende, zurück zu Zentralasien. Ich sehe hier mittelfristig mehr gemeinsame Interessen der Europäer mit den Russen als mit den Amerikanern. Stabilität ist der Knackpunkt. Die Amerikaner führen diesen Konflikt weniger zur Sicherung ihrer eigenen Versorgung denn als großes Schauspiel. Ich vermute die Intention des Autors war es ein Lehrstück zu schaffen, bleibt abzuwarten wer was lernt oder lernen muss. Das gilt für den Irak nicht minder wie für Afghanistan und den Rest Zentral und Mittelasiens. Das wirkt aber nur, solange das Stück auf dem Spielplan bleibt... Nur wird man so lange auch keine Geschäfte machen. Die europäische Beteiligung an solchen operettenhaften Abenteuern ist nichts anderes als eine verdeckte Tributzahlung. Man erzähle mir nichts von Völkerfreundschaft, die Verteilung ist klar. Das Wir aus "Wir im Westen" gibt's nicht. Öh... erstmal genug große Geopolitik? :ugly
Ok, dann noch kurz zu Planwirtschaft vs Markt. Das Rennen halte ich noch längst nicht für entschieden. Ohne hier jetzt auch noch eine wirtschaftspolitische Debatte aufmachen zu wollen, aber eine Beobachtung will ich doch kurz los werden. Mir scheint, dass ausgerechnet unsere kapitalistische Wirtschaft seit einiger Zeit dabei ist die Methoden zu entwickeln, die die Umsetzung von geplanter Wirtschaft überhaupt erst möglich machen würden. Stichworte: just in time, lean production, rollende Lager. Das sind die konkreten Auswirkungen durchgeplanter Abläufe auf Konzernebene und es gibt genug Konzerne, die ihrer Wirtschaftsleistung und auch Komplexität nach Drittweltstaaten den Rang ablaufen. Dazu kommen dann die immer ausgefeilteren Methoden der Marktforschung, mit denen man meiner Meinung nach auch ruhig mal etwas wirklich nützliches anstellen könnte. Nehme ich dann noch hinzu, dass äußere Faktoren (Umwelt!) an Bedeutung gewinnen werden, dann finden sich leicht noch andere Indizien. Ich will hier mal damit Schluss machen, dass ich sage, dass eine bessere, vernünftigere, zweckrationalere Weltwirtschaft leicht denkbar ist.
Und jetzt wieder zurück zu kleineren Kugeln, die man sogar mit Füßen treten soll...
Wo hast Du denn das her, Chlorophyl? Und seit wann glauben wir den Plänen? Der Westen steht am Abgrund, und wir wollen ihn überholen...
Im Moment sieht es doch alles mehr nach "Erdölburgeoisie" aus, wenn man den Ausdruck mal borgen darf.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27517/1.html
Ansonsten wird das hier grad gefährliches Terrain für mich, bei Politik neige ich zum Ausufern und darum habe ich mir bisher auch alles Politische hier verkniffen. Aber nun gut... "einmal ist keinma"l stimmt zwar nicht, aber sie werden mich schon nicht gleich sperren. Hoffe ich, ich geb mir ansonsten ja Mühe und sonst ist das eben wieder mal so'n Moment wo mir meine große Klappe wichtiger ist als die Konsequenzen. Wäre auch nicht das erste Mal.
Also... zum einen habe ich das Zeitalter des Systemgegensatzes (vulgo klater Krieg) nicht erst retrospektiv als etwas beurteilt, von dem die durchschnittliche Bevölkerung der BRD massiv profitiert hat. Gerade im Frontstaat musste die Arbeiterschaft bei Laune gehalten werden. Wettrüsten hat funktioniert, zugegeben. Aber dann? Der wirtschaftliche Aufschwung sowohl in den östlichen EU-Ländern als auch in den ehemaligen GUS-Staaten ist kein Argument für die Überlegenheit marktradikaler Ansätze, der hat weniger mit der Wirtschaftsform als mit dem Ende jahrzehntelanger Blockaden und Boykotte zu tun. Gewonnen hat der Kapitalismus gar nichts, er ist einfach nur übrig geblieben...
Osten/westen funktioniert als Gegensatzpaar ja nun auch nicht mehr, Georgien hin oder her. Wenn man eine Parallele ziehen will, dann eher schon zur Situation vor dem erstem Weltkrieg. Genau wie damals haben wir mehrere global agierende Mächte, die sich vornehmlich um die Kontrolle rohstoffreicher, wirtschaftlich-technisch rückständiger Gebiete bzw um die strategisch offensichtlichen Wege zum Abtransport der Beute keilen. Und zwar durchaus in wechselnden Allianzen, je nach Schauplatz. Der momentan wieder so aktuell erscheinende russisch-amerikanische Gegensatz ist dabei schon lange latent, der war wirklich nie ganz weg. Aber die alten Blöcke funktionieren dabei nur begrenzt, in Georgien hat Europa sicher dasselbe Interesse wie die Amerikaner, ob das Öl nun nach Norditalien oder über die Türkei verschifft werden soll(die Amis), die Trasse wird gebraucht. Aber da endet die Interessenkongruenz dann auch in der Region schon wieder. Mit Ausnahme von Frau Merkel, deren Partei in der Hinsicht eh eine unrühmliche Geschichte vorzuweisen hat (der Jugoslawienkrieg ist eine direkte Folge der Anerkennungspolitik der Regierung Kohl/Genscher - eigenes Thema, interessante Parallelen), war man bisher in Europa einig, dass europäische Politik Stabilitätspüolitik, stabilisiernde Politik ist, denn nur dann lassen sich auch gute Geschäfte machen. Die Amerikaner hingengen verfolgen schon seit mindestens Mitte der siebziger Jahre eine konsequente Destabilisierungspolitik in Mittelasien, ihr Fokus ist auch ein ganz anderer. Europäische Außenpolitik existiert eigentlich nur als Außenwirtschaftspolitik, die der Amerikaner eigentlich nur als militärische. Auch wenn der angestrebte Lohn der Mühen (Zugang zu Öl/Gas) derselbe ist, er bedeutet etwas völlig anderes. Europa braucht Öl um wirtschaften zu können, zumindest einge gewisse Zeit noch wesentlich mehr als die eigenen Quellen hergeben, die Amerikaner brauchen das Öl, weil es die alleinige Basis ihrer Rolle als Weltleitmacht (Den Terminus, den jetzt viele an der Stelle erwartet hätten, vielleicht schon im geistigen Gehörgang hatten, habe ich mir wohlweislich verkniffen) mittelbar ergibt und ihre wirtschafltiche Sondersituation (die Funktion des Dollars als Öl und Welthandelswährung wirkt sich de facto wie eine unbegrenzte Kreditlinie zu 0% aus. Ach ja, Länder, die ihre Bodenschätze gerne in anderen Währungen handeln würden {Euro!}: Irak unter Saddam, Iran, Venezuela, Russland...) erst möglich macht. Aus dieser Ausgangslage ergeben sich Spannungen, die durchaus auch noch lange latent, subkutan wenn man so will, bleiben können, aber die auf mittlere Sicht Kleinholz aus der NATO machen werden. Die Art und Weise wie man sich schon über ein Jahrzehnt um eine wirkliche Diskussion neuer Grundlagen herumdrückt resp. das lieber nicht so öffentlich, transparent, demokratisch macht... tja, deutlich genug für mich. So, hier komme ich wieder bei der schon erwähnten Parallele zur Hochphase des Great Game an. Ich wage die Prognose, dass wir einen schleichenden Abschied von den großen Bündnissen hin zu einer Renaissance der Geheimdiplomatie, der bilateralen Abkommen usw sehen werden. Möglicherweise ist die Sicht von Europa aus dabei die am wenigsten deutliche, hier wird eh alles überlagert von der weiteren Verstaatlichung der EU. Exkurs Ende, zurück zu Zentralasien. Ich sehe hier mittelfristig mehr gemeinsame Interessen der Europäer mit den Russen als mit den Amerikanern. Stabilität ist der Knackpunkt. Die Amerikaner führen diesen Konflikt weniger zur Sicherung ihrer eigenen Versorgung denn als großes Schauspiel. Ich vermute die Intention des Autors war es ein Lehrstück zu schaffen, bleibt abzuwarten wer was lernt oder lernen muss. Das gilt für den Irak nicht minder wie für Afghanistan und den Rest Zentral und Mittelasiens. Das wirkt aber nur, solange das Stück auf dem Spielplan bleibt... Nur wird man so lange auch keine Geschäfte machen. Die europäische Beteiligung an solchen operettenhaften Abenteuern ist nichts anderes als eine verdeckte Tributzahlung. Man erzähle mir nichts von Völkerfreundschaft, die Verteilung ist klar. Das Wir aus "Wir im Westen" gibt's nicht. Öh... erstmal genug große Geopolitik? :ugly
Ok, dann noch kurz zu Planwirtschaft vs Markt. Das Rennen halte ich noch längst nicht für entschieden. Ohne hier jetzt auch noch eine wirtschaftspolitische Debatte aufmachen zu wollen, aber eine Beobachtung will ich doch kurz los werden. Mir scheint, dass ausgerechnet unsere kapitalistische Wirtschaft seit einiger Zeit dabei ist die Methoden zu entwickeln, die die Umsetzung von geplanter Wirtschaft überhaupt erst möglich machen würden. Stichworte: just in time, lean production, rollende Lager. Das sind die konkreten Auswirkungen durchgeplanter Abläufe auf Konzernebene und es gibt genug Konzerne, die ihrer Wirtschaftsleistung und auch Komplexität nach Drittweltstaaten den Rang ablaufen. Dazu kommen dann die immer ausgefeilteren Methoden der Marktforschung, mit denen man meiner Meinung nach auch ruhig mal etwas wirklich nützliches anstellen könnte. Nehme ich dann noch hinzu, dass äußere Faktoren (Umwelt!) an Bedeutung gewinnen werden, dann finden sich leicht noch andere Indizien. Ich will hier mal damit Schluss machen, dass ich sage, dass eine bessere, vernünftigere, zweckrationalere Weltwirtschaft leicht denkbar ist.
Und jetzt wieder zurück zu kleineren Kugeln, die man sogar mit Füßen treten soll...
26.08.2008 - 16:16 Uhr
Mensch ich hab mich schon gewundert warum tm.de so langsam ist, aber jetzt weiß ich das der Server so lange brauchte um Chlorophyls Text zu verarbeiten. :p :D
26.08.2008 - 18:52 Uhr
So, melde mich nach knapp einmonatigem Amerika-Aufenthalt wieder zurück. Habe im fernen LA nicht nur die MLS (war beim Spiel LA Galaxy vs Chicago Fire), sondern auch die Bundesliga verfolgen können und war doch überrascht ob der Punktausbeute aus den ersten beiden Spielen, wenngleich ich immer noch der Meinung bin dass wir um konkurrenzfähig zu bleiben noch einen Spieler wie Munteanu brauchen, der uns va in Sachen Kreativität weiterhelfen muss. Aber dazu dann mehr in den jeweiligen Threads... ;)
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Gaya am 26.08.2008 um 18:56 Uhr bearbeitet
26.08.2008 - 20:57 Uhr
Willkommen zurück...
@chlorophyl:
Danke für die Quelle, hatte davon nix mitbekommen und finde es ziemlich spannend.
Im Almpudding den Interessierten ein paar Ansichten nicht vorzuenthalten ist für mein Gefühl voll o.k.. Und ich bin wohl so ein alter Mann wie Du, der dieselben Dinge vermutlich gar nicht so anders sieht, aber für die jungen Leute hier mal BTT: Russland allgemein und Fußball inklusiv.
Geld in Russland ist (noch) nicht so breit gestreut ("Mittelschicht"), sagt ja auch der Artikel, es scheint in einer überschaubaren Gewinnlergruppe konzentriert zu sein ("Ölburgeoisie", hat Kapuscinski mal Vergleichbares im Iran des Schah genannt). Dieses ist auch die Quelle, aus der big money in den Fußball strömt. Putin will nun das Land (a) wegbringen von der Bodenschätze-Abhängigkeit und (b) breiten Wohlstand schaffen (ist dasselbe). Das heißt wohl: DANN könnte russischer Fußball sich auch aus Einnahmen wie denen in Westeuropa (Zuschauer, Werbung, TV-Rechte) an der Spitze etablieren, weil es zahlungskräftiges Publikum (zugleich Konsumenten überhaupt) gibt.
Ob man diese gesellschaftliche Entwicklung herbeiplanen kann - wir dürfen gespannt sein. Der starke Mann Putin steckt selbst im Zwiespalt von Zentralismus und dessen Ineffizienz, wie der genannte Artikel darstellt. Die bekannten Gegengifte haben allerdings meist ziemliche Nebenwirkungen und machen den klaren Fokus auf nur ein Hauptproblem, Lebensstandard, ziemlich vertrackt und verschwommen. (Man könnte es auf die Frage reduzieren, wie viel Stärke von oben denn ein im Fahrstuhl kollektiv wohlhabend werdendes Volk hinnimmt, ohne ambitioniert zu werden wie z.B. Chodorkowski es wurde, der nicht so fußballverrückt ist wie Abramowitsch - aber muss man nicht.)
Ich persönlich glaube, dass es nicht geht mit dem herbeiplanen, und wenn doch, fürchte ich, dann wird es auch dort "indirekte Tributzahler" geben müssen, wie Du sie nennst (aber die gibt es vielleicht immer).
Was folgt? Auch wenn das Geplante so nicht hinhauen sollte hat Russland Geld und wird es weiter haben, egal, wie es verteilt ist, und sie werden einige Anstrengungen unternehmen, auch im Bereich von Fußball und Akademien. Da haben sie jetzt schon Top-Fachleute angeworben. Ebenso ist Realität, dass wir nicht mal eben billig Russen-Spieler einkaufen können, sondern sie uns Konkurrenz machen um die Spieler aus Ländern, die "exportieren", von Brasilien bis Rumänien usw. usw.
Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, dass man das Imageproblem dort so schnell los wird, und gerade wir Bielefelder wissen doch, wie sehr das einen bremst auf dem Weg nach oben! O.K., vielleicht können sie eine Eigendynamik kreieren, abwarten, oder es gelten da andere Gesetze - aber ich teile Deinen "Optimismus" so nicht, und das nicht, weil ich politisch ein blau-gelbes Trikot trüge. VG!
P.S.: Ich mag Radio-Eriwan-Witze, einfach so.
@chlorophyl:
Danke für die Quelle, hatte davon nix mitbekommen und finde es ziemlich spannend.
Im Almpudding den Interessierten ein paar Ansichten nicht vorzuenthalten ist für mein Gefühl voll o.k.. Und ich bin wohl so ein alter Mann wie Du, der dieselben Dinge vermutlich gar nicht so anders sieht, aber für die jungen Leute hier mal BTT: Russland allgemein und Fußball inklusiv.
Geld in Russland ist (noch) nicht so breit gestreut ("Mittelschicht"), sagt ja auch der Artikel, es scheint in einer überschaubaren Gewinnlergruppe konzentriert zu sein ("Ölburgeoisie", hat Kapuscinski mal Vergleichbares im Iran des Schah genannt). Dieses ist auch die Quelle, aus der big money in den Fußball strömt. Putin will nun das Land (a) wegbringen von der Bodenschätze-Abhängigkeit und (b) breiten Wohlstand schaffen (ist dasselbe). Das heißt wohl: DANN könnte russischer Fußball sich auch aus Einnahmen wie denen in Westeuropa (Zuschauer, Werbung, TV-Rechte) an der Spitze etablieren, weil es zahlungskräftiges Publikum (zugleich Konsumenten überhaupt) gibt.
Ob man diese gesellschaftliche Entwicklung herbeiplanen kann - wir dürfen gespannt sein. Der starke Mann Putin steckt selbst im Zwiespalt von Zentralismus und dessen Ineffizienz, wie der genannte Artikel darstellt. Die bekannten Gegengifte haben allerdings meist ziemliche Nebenwirkungen und machen den klaren Fokus auf nur ein Hauptproblem, Lebensstandard, ziemlich vertrackt und verschwommen. (Man könnte es auf die Frage reduzieren, wie viel Stärke von oben denn ein im Fahrstuhl kollektiv wohlhabend werdendes Volk hinnimmt, ohne ambitioniert zu werden wie z.B. Chodorkowski es wurde, der nicht so fußballverrückt ist wie Abramowitsch - aber muss man nicht.)
Ich persönlich glaube, dass es nicht geht mit dem herbeiplanen, und wenn doch, fürchte ich, dann wird es auch dort "indirekte Tributzahler" geben müssen, wie Du sie nennst (aber die gibt es vielleicht immer).
Was folgt? Auch wenn das Geplante so nicht hinhauen sollte hat Russland Geld und wird es weiter haben, egal, wie es verteilt ist, und sie werden einige Anstrengungen unternehmen, auch im Bereich von Fußball und Akademien. Da haben sie jetzt schon Top-Fachleute angeworben. Ebenso ist Realität, dass wir nicht mal eben billig Russen-Spieler einkaufen können, sondern sie uns Konkurrenz machen um die Spieler aus Ländern, die "exportieren", von Brasilien bis Rumänien usw. usw.
Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, dass man das Imageproblem dort so schnell los wird, und gerade wir Bielefelder wissen doch, wie sehr das einen bremst auf dem Weg nach oben! O.K., vielleicht können sie eine Eigendynamik kreieren, abwarten, oder es gelten da andere Gesetze - aber ich teile Deinen "Optimismus" so nicht, und das nicht, weil ich politisch ein blau-gelbes Trikot trüge. VG!
P.S.: Ich mag Radio-Eriwan-Witze, einfach so.
27.08.2008 - 20:23 Uhr
Habt ihr das auch in der NW gelesen:
"Das Schlagerspiel FC Bayern gegen Nürnberg wird im Free-Tv übertragen"
Schlagerspiel?
Schwächelnder Meister gegen zweitligisten?
Und um die ganze Sache zu beschönigen, wurde gesagt dass dort die Pokalsieger der letzten 2 Jahre aufeinander treffen.
Nene :rolleyes
Find ich ehrlich gesagt totalen Mist.
Dortmund - Hertha hätte ich persönlich lieber geguckt.
"Das Schlagerspiel FC Bayern gegen Nürnberg wird im Free-Tv übertragen"
Schlagerspiel?
Schwächelnder Meister gegen zweitligisten?
Und um die ganze Sache zu beschönigen, wurde gesagt dass dort die Pokalsieger der letzten 2 Jahre aufeinander treffen.
Nene :rolleyes
Find ich ehrlich gesagt totalen Mist.
Dortmund - Hertha hätte ich persönlich lieber geguckt.
28.08.2008 - 09:04 Uhr
Zitat von BILD:
[...] Die Begründung, warum ARD und ZDF von 26 Pokal-Auftritten der Bayern in den vergangenen fünf Jahren gleich 22 (!) in voller Länge übertragen haben?
ARD-Programmchef Dr. Günter Struve (68): „Wir müssen nach den Zuschauerinteressen wählen. Und die Bayern sind nun einmal das größte Faszinosum. Wir bevorteilen niemanden und ich verstehe die Kritik auch nicht.“ [...]Direkt-Link: http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/dfb-pokal/2008/08/28/immer-bayern-im-tv/liga-sauer-auf-ard.html
FC Bayern - Stern des Südens :rolleyes ...
[...] Die Begründung, warum ARD und ZDF von 26 Pokal-Auftritten der Bayern in den vergangenen fünf Jahren gleich 22 (!) in voller Länge übertragen haben?
ARD-Programmchef Dr. Günter Struve (68): „Wir müssen nach den Zuschauerinteressen wählen. Und die Bayern sind nun einmal das größte Faszinosum. Wir bevorteilen niemanden und ich verstehe die Kritik auch nicht.“ [...]Direkt-Link: http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/dfb-pokal/2008/08/28/immer-bayern-im-tv/liga-sauer-auf-ard.html
FC Bayern - Stern des Südens :rolleyes ...
28.08.2008 - 21:08 Uhr
Ich kann voll nachvollziehen, dass Bayern gezeigt wird. Aus Sicht der ARD wäre alles andere ein unnötiger finanzieller Verlust.
In manchen Fällen habe ich mich auch schon darüber geärgert, hier finde ich es aber auch sportlich gerechtfertigt, denn die Partie sehe ich wirklich als Schlagerspiel. Ist aber letztendlich Ansichtssache...
In manchen Fällen habe ich mich auch schon darüber geärgert, hier finde ich es aber auch sportlich gerechtfertigt, denn die Partie sehe ich wirklich als Schlagerspiel. Ist aber letztendlich Ansichtssache...
28.08.2008 - 21:33 Uhr
Zitat von Saleone:
Habt ihr das auch in der NW gelesen:
"Das Schlagerspiel FC Bayern gegen Nürnberg wird im Free-Tv übertragen"
Schlagerspiel?
Schwächelnder Meister gegen zweitligisten?
Und um die ganze Sache zu beschönigen, wurde gesagt dass dort die Pokalsieger der letzten 2 Jahre aufeinander treffen.
Nene :rolleyes
Find ich ehrlich gesagt totalen Mist.
Dortmund - Hertha hätte ich persönlich lieber geguckt.
Seh ich genauso!
Zumal man bedenken sollte das sowohl Dortmund als auch Hertha diese Saison wirklich attraktiven offensiv fußball spielen. Ich schau Bayern definitiv net, Dortmund - Hertha schon...
Habt ihr das auch in der NW gelesen:
"Das Schlagerspiel FC Bayern gegen Nürnberg wird im Free-Tv übertragen"
Schlagerspiel?
Schwächelnder Meister gegen zweitligisten?
Und um die ganze Sache zu beschönigen, wurde gesagt dass dort die Pokalsieger der letzten 2 Jahre aufeinander treffen.
Nene :rolleyes
Find ich ehrlich gesagt totalen Mist.
Dortmund - Hertha hätte ich persönlich lieber geguckt.
Seh ich genauso!
Zumal man bedenken sollte das sowohl Dortmund als auch Hertha diese Saison wirklich attraktiven offensiv fußball spielen. Ich schau Bayern definitiv net, Dortmund - Hertha schon...
29.08.2008 - 02:58 Uhr
Middendorp Kaiser von China! Äh... Trainer von China? :ugly: http://member.transfermarkt.de/de/forum/30/1fcnuernberg/thread/79504/anzeige.html Nr. 14! Manche Fundstücke sind... eigenartig erhellend. :o
@ rasenfluch: Immer gerne. Telepolis lohnt sich eh, wenn man mal eine etwas andere Themen und Meinungenauswahl will... äh wollte sagen ob morgen aus Havanna ferngesteurt werden will :ugly
Ansonsten kommentier ich die Tage mal in Ruhe per PN, wenn du magst.
@ rasenfluch: Immer gerne. Telepolis lohnt sich eh, wenn man mal eine etwas andere Themen und Meinungenauswahl will... äh wollte sagen ob morgen aus Havanna ferngesteurt werden will :ugly
Ansonsten kommentier ich die Tage mal in Ruhe per PN, wenn du magst.
30.08.2008 - 01:14 Uhr
Ich will ja nicht nerven oder so, aber wo bleibt das Interview mit unserem finnen?? Oder hab ich da was verpasst? :o
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