1.FC Magdeburg 1.FC Magdeburg
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Sa., 08.08.2026
1.FC Magdeburg
Forum 1.FC Magdeburg
18. Tabellenplatz  
Eintracht Braunschweig
E. Braunschweig Forum
1. Tabellenplatz  

Daten

1.FC Magdeburg   Eintracht Braunschweig
Petrik Sander P. Sander Trainer L. Kornetka Lars Kornetka
20,88 Mio. € Gesamtmarktwert 20,63 Mio. €
25,7 ø-Alter 24,2
Mateusz Zukowski M. Zukowski Wertvollster Spieler J. Mijatovic Jovan Mijatovic

Gesamtbilanz: 2. Bundesliga

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wahretabelle

1. Spieltag: 1.FC Magdeburg - Eintracht Braunschweig

05.08.2026 - 12:23 Uhr
Samstag, 8. August 2026, 13:00 Uhr
Heinz-Krügel-Stadion

Endlich geht es wieder los! Die 2. Fußball-Bundesliga startet in die Saison 2026/27. Zum fünften Mal in Folge ist der 1. FC Magdeburg am Start und trifft wie vor einem Jahr am ersten Spieltag auf Eintracht Braunschweig. Damals war die unglückliche 0:1-Niederlage der Auftakt in eine Spielzeit mit vielen Turbulenzen, die nur aufgrund eines Endspurts nicht im Abstieg mündete. Noch knapper wurde es bei den Löwen. Nur ein Tor trennte sie vor dem erneuten Gang in die Relegation. Nun hoffen beide Vereine auf eine wesentlich ruhigere Runde. Dahingehend könnte das Auftaktspiel richtungsweisend sein.

Blick auf den Gegner: Trainer Lars Kornetka bei WM 2026 im Einsatz
Beim Deutschen Meister von 1967 liegen die Hoffnungen vor allem auf Trainer Lars Kornetka. Der 48-Jährige übernahm die Mannschaft nach dem 25. Spieltag auf dem 15. Platz, holte elf Punkte in neun Spielen und verhinderte mit etwas Glück den Abstieg. Anschließend reiste er zur Weltmeisterschaft , wo er als Co-Trainer der österreichischen Nationalelf im Einsatz war. Nach dem Aus im Sechzehntelfinale gegen Spanien Anfang Juli konnte er sich voll und ganz auf seine Aufgabe bei der Eintracht konzentrieren.

In der Zwischenzeit baute Sportdirektor Benjamin Kessel den Kader um. Unter den 13 Abgängen befindet sich der ehemalige Magdeburger Leon Bell Bell, dessen Vertrag auslief. Bis auf die Leihgabe Erencan Yardimci, der mit 5 Toren bester Torschütze war, mussten die Blau-Gelben keinen Leistungsträger ziehen lassen.

Talente aus der dritten Liga und der Schweiz
Neu verpflichtet wurde eine Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Talenten, die das Unterhaus noch nicht kennen. Defensivspezialist Florian Flick (118 Zweitligaspiele) und HSV-Leihgabe Noah Katterbach (40 Bundesliga- und 25 Zweitligaspiele) sollen ihre Routine einbringen.

Aus der dritten Liga kamen Mittelfeldspieler Samuele Di Benedetto von der Reserve des VfB Stuttgart und Linksaußen Yann Sturm vom SC Freiburg II, der letzte Saison für den FC Ingolstadt neun Tore für den FC Ingolstadt erzielte. Beide spielten eine gute Vorbereitung und standen bei der Generalprobe in der Startelf. Ebenso zur Garde der jungen Herausforderer gehört Flügelstürmer Junior Zé vom FC Basel, der schon neun Länderspiele für die U21-Auswahl der Schweiz absolvierte.

Ex-Magdeburger Andi Hoti verletzte sich im letzten Testspiel
In der Vorbereitung stellte sich die Abwehr als das Prunkstück der Eintracht heraus. Gegen den österreichischen Bundesliga-Absteiger BW Linz (1:1), den englischen Zweitligisten FC Southampton (0:1) und den belgischen Erstligisten RAAL La Louviere (0:0) überzeugte die Defensive, in der auch der Ex-FCM-Profi Andi Hoti viel Spielzeit bekam. Allerdings musste er im finalen Test angeschlagen vom Platz. Sollte er fehlen, wird wohl Lukas Frenkert die Position neben Kevin Ehlers im Abwehrzentrum einnehmen.

Chance für junge Stürmer
Schwer taten sich die Blau-Gelben beim Toreschießen. Neuzugang Maximilian Entrup, der 25 Tore in 81 Spielen der österreichischen Bundesliga vorzuweisen hat, verpasste verletzungsbedingt weite Teile der Vorbereitung und wird wahrscheinlich kein Thema für den Auftakt in Magdeburg sein.

Ersetzen könnte ihn Jan Urbich, der von Borussia Mönchengladbach ausgeliehen ist. Der 22-Jährige kam mit der Empfehlung von 14 Toren in 20 Spielen der Regionalliga West und durfte dreimal bei den Profis in der Bundesliga ran. Aber auch der ein Jahr jüngere Jovan Mijatovic, der im Januar auf Leihbasis kam und in der Rückrunde ein Tor in 14 Spielen erzielte, hofft auf den vakanten Platz im Sturm.

Tempelmann vom Verletzungspech verfolgt
Gesetzt ist hingegen Mehmet Aydin, der den FCM vor einem Jahr mit seinem Weitschuss aus über 35 Metern überraschte. Der Allrounder wird wahrscheinlich über die rechte Abwehrseite kommen und sich viel im Offensivspiel einschalten. Auf Spielmacher Lino Tempelmann muss die Eintracht nach einer verletzungsgeplagten Vorbereitung genauso verzichten wie Robin Heußer, der sich im abschließenden Test eine Innenbandverletzung zuzog.

Die Lage beim FCM: Kader verkleinert und gezielt verstärkt
Nach dem späten Klassenerhalt räumte Sportchef Peer Jaekel den Kader auf, verabschiedete 15 Spieler und holte neun Neue an die Elbe. Darunter erfahrene Zweitliga-Kräfte wie Emmanuel Iyoha (203 Zweitligaspiele) und Paul Jaeckel (49 Bundesliga- und 118 Zweitligaspiele) sowie Rückkehrer Moritz-Broni Kwarteng. Der größte Coup könnte Anselmo Garcia MacNulty werden, an dem auch höherklassige Vereine interessiert waren. Er sammelte drei Jahre Erfahrung in der spielstarken niederländischen Eredivisie. Ergänzt wird der Kader durch Standardspezialist Torben Müsel von RW Essen und einige junge Talente aus unteren Ligen.

Ungeschlagen durch die Vorbereitung
Darüber hinaus gelang es Jaekel, die Verträge mit dem umworbenen Topstürmer Mateusz Zukowski und den Führungsspielern Baris Atik, Tobias Müller und Dominik Reimann zu verlängern. Die gezielt veränderte Mannschaft absolvierte eine Vorbereitung, in der sie ungeschlagen blieb. Gegen den Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn setzte man sich mit 2:0 durch. In der Generalprobe konnte man dem englischen Erstliga-Absteiger West Ham United das Wasser reichen und ein verdientes 1:1 erzielen. Einziger Wermutstropfen: Außenverteidiger Lubambo Musonda wird wegen eines Achillessehnenrisses lange ausfallen.

Es sieht vieles danach aus, als könnte der FCM einen besseren Start als in der Vorsaison hinlegen. Doch das erste Spiel gegen Braunschweig könnte eine harte Nuss werden, das dem Team von Petrik Sander und Pascal Ibold viel Geduld abverlangt. Der letztjährige Auftakt hat gezeigt, wie man ein sicher geglaubtes Spiel noch verlieren kann. Auf jeden Fall scheinen die Blau-Weißen gut gerüstet für die erste Pflichtaufgabe der Saison zu sein.
In den letzten Jahren seit dem Aufstieg war der erste Spieltag nicht unbedingt DER Spieltag für den FCM (0 S / 2 U / 2 N) zwinker
Da hoffe ich einfach auf Besserung - und vor allem auf einen Heimsieg und allgemein einfach auf positivere Ergebnisse in Heimspielen.

Letzte Saison zum Auftakt war der FCM ja recht überlegen und dann kam es ja wie es kommen musste - in Überzahl und trotzdem verloren.

Ich bin gespannt und hoffe einfach auf einen Heimsieg - egal wie!💪🏻
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Silver am 05.08.2026 um 15:12 Uhr bearbeitet
Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir am Samstag die Startelf aus den letzten beiden Testspielen sehen werden. Müller könnte ein Wackelkandidat sein. Aber solche fehlerhaften Auftritte wie gegen West Ham sind bei ihm eigentlich die Ausnahme. Mittlerweile hätte ich aber keine so großen Bauchschmerzen mehr, wenn Jaeckel beginnen sollte. Auf der 6 hat Hyryläinen die Nase vorn gegenüber Michel, für den ich zunächst einmal keinen Platz in der ersten Elf sehe. Müsel brauchen wir für die Standards und Kwarteng für die offensive Dynamik. Aber es tut gut, einen Michel von der Bank bringen zu können.

Ohnehin wird für mich die Besetzung des Spielstagskaders am spannendsten. Gesetzt sehe ich für die Ersatzbank: Kruth, Jaeckel, Nadjombe, Reitz, Michel, Tachie und Ahl-Holmström. Damit blieben noch zwei Kaderplätze übrig für junge Spieler wie Baars, Dzogovic, Manthey, Mergner, Lee oder Yoon.

Obwohl wir aktuell mit Heber und Musonda nur zwei verletzte Spieler haben, gibt der Kader genügend Spielraum für Nachwuchstalente her. Damit haben die Verantwortlichen ihr erklärtes Ziel erreicht. Es gibt mehr Möglichkeiten für diese Spieler, an Einsatzzeiten zu kommen. Auf der anderen Seite haben sie wahrscheinlich noch ein paar Schritte zu gehen, um das Niveau der Top 18 des Kaders zu erreichen. Aber dafür könnten fünf bis zehn Minuten hier und da in der zweiten Liga ein wertvoller Schritt sein.

Ich bin sehr gespannt, wie unsere Mannschaft sich gegen Braunschweig präsentieren wird. Ich hoffe, dass wir gleich in den ersten Minuten ein Feuerwerk abbrennen und alles dafür tun, um früh in Führung zu gehen. Je länger es 0:0 steht, desto mehr könnte es Braunschweig entgegen kommen. Nach den schlechten Erfahrungen der letzten Jahre wäre es ein wichtiger Schritt, den Auftakt mal erfolgreich zu gestalten.
Ich sehe genau die gleiche Startelf wie @becks_fan93 .

Sicher ist Müller nur noch knapp vor Jaeckel und Müsels Standardstärke und Torgefahr brauchen wir bei einem Heimspiel gegen einen nominell etwa ebenbürtigen Gegner (bei stärkeren Gegnern hat Michel wohl die Nase vorn). Spannend ist auch, ob man auf RV mit der mutigen (Nadjombe) oder der sicheren Variante (Bockhorn) startet.

Auf der Ersatzbank erwarte ich aber AAH auf keinen Fall. Ich erwarte ziemlich sicher: Kruth, Jaeckel, Nadjombe, Reitz, Michel, Tachie, Baars, Mergner und Manthey (die letzten drei kamen auch nicht gegen Luckenwalde zum Einsatz).

Braunschweig ist mit dem Trainer sicher eine gewisse Black Box und wird nicht mehr so defensiv und passiv wie im Vorjahr agieren. In jedem Fall ein unangenehmer Gegner, da man zu Hause schon deutlicher Favorit ist.
1.FC Magdeburg Spielernoten - 1.FC Magdeburg
5,0D. Reimann
4,5A. García MacNulty
5,5P. Jaeckel
4,0T. Müller
4,0A. Nollenberger
5,5H. Bockhorn
4,0P. Nadjombe
5,0L. Hyryläinen
4,5L. Mergner
4,5F. Michel
4,5M. Kwarteng
4,0Baris Atik
4,0E. Iyoha
3,5M. Zukowski
E. Braunschweig Spielernoten - E. Braunschweig
2,5R. Hoffmann
2,5L. Frenkert
3,0K. Ehlers
3,0F. Di Michele Sanchez
2,5M. Aydin
2,0F. Flick
1,5S. Di Benedetto
2,0Max Marie
3,5J. Gómez
3,5Yann Sturm
3,0Junior Zé
2,0A. Opoku
1,5Jan Urbich

Spielernoten nach meinem Ermessen.

Zum Spiel selbst fällt es schwer Worte zu finden... Das wird wohl ein paar Tage dauern
Dieser Beitrag wurde zuletzt von fc19m65 am 08.08.2026 um 22:12 Uhr bearbeitet
Will man in Magdeburg keinen anderen Torhüter haben oder findet man keinen? Die Torhüterposition war doch schon letztes Jahr eine große Schwäche im Kader. Bin davon ausgegangen, dass man diese Schwäche mal angeht im Sommer.
Einen Tag nach dem Debakel kann ich immer noch schwer greifen, was da gestern passiert ist und vor allem: warum?

Was mir in den ersten Minuten schon auffiel, dass Reimann viel mit der Positionierung seiner Vorderleute haderte und viel gestikulierte. Der gewohnte Spielaufbau hakte, es wurden viele Pässe wieder zurück zum Torwart gespielt. MacNulty wirkte auf mich sehr nervös. Ihm fehlte der Mut zu progressiven Pässen, bekam aber auch wenig Hilfe von Hyryläinen oder Michel. Wahrscheinlich hat der kurzfristige Ausfall von Müsel etwas durcheinander gebracht.

Bei den ersten drei Gegentoren wurden die Geschwindigkeitsnachteile und mangelnde Abstimmung von MacNulty und Jaeckel offenbart. Dass die beiden nicht die schnellsten IV sind, wusste man bei der Verpflichtung. Ohne Heber fehlt uns ein IV mit dem nötigen Tempo, das wir brauchen, wenn wir weiter so hoch stehen wollen mit der letzten Kette. Weil Heber verletzungsanfällig ist, muss personell nachgelegt werden. Die Braunschweiger nutzten mit ihren schnellen Spielern und präzisen Steilpässen diese Schwächen gnadenlos aus. Dann kam noch dazu, dass 50:50-Entscheidungen wie beim Foul von Bockhorn gegen den FCM liefen. Das Trikotziehen von Hyryläinen im Strafraum war dumm und überflüssig. So steht es dann 0:4 zur Pause.

Nach vorne lief wenig zusammen. Die Abläufe passten nicht und man kam selten in gefährliche Räume. Einzig das Tor und eine weitere Chance von Zukowski in der zweiten Halbzeit waren gut herausgespielt. Bezeichnend war es dann, dass nur wenige Sekunden nach dem 1:4 der nächste Nackenschlag kam, bei dem die Mannschaft nur zuschaute. Auch wenn Reimann beim 1:6 seine Aktien hatte, war es ihm zu verdanken, dass es nicht zweistellig wurde.

Was mir gefiel, war der Einsatz der jungen Spieler Mergner und Baars. In so einer Situation hast du nichts mehr zu verlieren und da können solche jungen, unbekümmerten Spieler neuen Schwung reinbringen. Ihr Auftritt gefiel mir. Wenngleich die Qualität auf der Bank schon sehr zu wünschen übrig ließ, obwohl nur drei Spieler (Heber, Musonda, Müsel) ausfielen.

Woran es nun lag, dass die Mannschaft überhaupt nicht zu ihrem Spiel fand, muss das Trainerteam ergründen. Nachdem einige Fans schon davon träumten, oben anzugreifen, dürfte dieses Spiel alle geerdet haben. Gegen Osnabrück ist dann schon ein gewisser Druck da, den ersten Dreier einzufahren, wenn man nicht in die gleichen Turbulenzen geraten will wie in der Vorsaison.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von becks_fan93 am 09.08.2026 um 13:30 Uhr bearbeitet
1.FC Magdeburg Spielernoten - 1.FC Magdeburg
4,5D. Reimann
6,0P. Jaeckel
4,5T. Müller
6,0A. García MacNulty
5,5A. Nollenberger
5,0H. Bockhorn
4,5P. Nadjombe
4,5L. Hyryläinen
6,0F. Michel
4,0L. Mergner
5,5M. Kwarteng
4,0Baris Atik
6,0E. Iyoha
4,0M. Zukowski

Absolute Vollkatastrophe.

Da hat gar nichts geklappt oder auch nur ansatzweise funktioniert.

Alle Neuzugänge gestern erschreckend schwach und in der Form nicht Zweitliga tauglich.
Da war gestern keine Dynamik auf dem Platz, kein Bock auf Fußball, sondern pure Angst und Nervosität.
Mehr braucht man zum eigentlichen Spiel fast gar nicht schreiben. Das hat mein Vorposter schon perfekt zusammengefasst. Danke @becks_fan93 !

Wir haben im Sommer viel mehr Qualität abgegeben als es sich viele eingestehen wollten und die sportliche Leitung hat es, stand jetzt, nicht geschafft diese zu ersetzen, geschweige denn den Kader zu verstärken.

Man kann jetzt noch nachjustieren und ich hoffe man wird das auch tun. Aber leider hat sich meine Skepsis gegenüber Jaekel und Nehrig gestern bestätigt, schade.
1.FC Magdeburg Spielernoten - 1.FC Magdeburg
5,0D. Reimann
5,0P. Jaeckel
4,5A. García MacNulty
3,5A. Nollenberger
5,0P. Nadjombe
3,0L. Hyryläinen
6,0F. Michel
5,5M. Kwarteng
4,0Baris Atik
5,5E. Iyoha
3,5M. Zukowski
E. Braunschweig Spielernoten - E. Braunschweig
2,0R. Hoffmann
2,5L. Frenkert
2,5K. Ehlers
2,0F. Di Michele Sanchez
1,5M. Aydin
2,0F. Flick
1,5S. Di Benedetto
1,5Max Marie
3,5Yann Sturm
2,5A. Opoku
1,5Jan Urbich

Vielleicht war es für unseren Chat ein Segen, das die Internetseite in den letzten Tagen offline war. Da konnte man eine Nacht über den Frust schlafen.

Gestern war einer dieser Tage: ausgespielt, ausgecoacht, kein Glück mit den 50:50-Entscheidungen, v.a. aber waren wir deutlich weniger griffig als der Gegner. Nach so einer Leistung einen einzelnen Spieler rauszupicken, ist schon grenzwertig, aber was Falko Michel gestern abgeliefert hat, grenzte an Arbeitsverweigerung. Er hatte 23 Ballkontakte (wohlgemerkt in 65 Min) und führte einen (!) Zweikampf - und das im zentralen Mittelfeld. Zum Vergleich die Zahlen von Hyryläinen (74 Ballkontakte und 22 (!) Zweikämpfe. Michel lief dazu gefühlt im Trab über den Platz (auch in den brenzligen Situationen), holte sich eine unnötige gelbe Karte und wirkte nicht wie der letztjährige "mentale Chef der Abteilung Attacke". Es hat mich schon fast gewundert, dass Mergner nicht eher gebracht wurde.

Ärgerlich ist diese Niederlage auch, weil Kornetka eine Blaupause für kommende Gegner lieferte, wie man den FCM dominieren kann: 1) Pässe in die Tiefe, um die mangelnde Schnelligkeit unserer IV auszunutzen; 2) Hyryläinen sofort attackieren und doppeln, um sich die Schwächen unserer Hintermannschaft im Spielaufbau zu nutze zu machen und 3) auch der Klassiker wurde wieder rausgeholt: Eckbälle direkt in den Fünfer, um Vorteile aus Reimanns mangelnder Strafraumbeherrschung zu ziehen.

Was sind also Alarmsignale nach dieser Partie:
1) Der Hintermannschaft fehlt es im Zentrum (IV und 6) absolut an Tempo und an der Fähigkeit zur Spieleröffnung. Letztlich würden da ein Heber und ein Müsel auch nur bedingt etwas ändern. (Ich habe Mathisen und Hugonet heute als Führungsspieler ihrer Teams durchspielen sehen und da wurde noch einmal deutlich, dass beide nicht adäquat ersetzt worden sind, bestenfalls nur einer in Ansätzen durch MacNulty).
2) Dem Mittelfeld fehlt es an Zweikampf- und Offensivstärke. Michel und Kwarteng waren so gut wie gar nicht im Spiel und "wehrten" sich auch nicht, Hyryläinen war da allein auf weiter Flur. Mergner machte es nach seiner Einwechslung besser, auch wenn er keinen seiner drei Zweikämpfe gewann. Die Tiefenpässe von Gnaka und die Ballträgerfähigkeiten von Ullrich, aber auch Stalmach fehlten hier offenkundig.
3) Unsere Bank ist schwach besetzt. Nollenberger darf sich keinesfalls verletzen und letztlich können wir es auch nicht auffangen, wenn ein Spieler im ZM einen schwachen Tag hat (da ist Reitz noch keine Alternative und Mergner wird richtigerweise langsam herangeführt).
4) Dominik Reimann ist nach wie vor nicht gewachsen und hat auch nicht an Durchsetzungsvermögen im Strafraum gewonnen. Am Eckballtor hat er eine klare Aktie, aber auch beim Treffer von Opoku und einem der Urbig-Treffer hat man das Gefühl gehabt, dass es Keeper in der Liga gibt, die diese Bälle gehalten hätten. Dazu faustet er zu viel und ist auch kein Elfmeterkiller.

Was bietet Anlass zur Hoffnung?
1) Die Offensive ist sicher immer für ein Tor gut, wir müssen den Laden nur hinten dicht bekommen.
2) Das Transferfenster ist noch eine Weile geöffnet und die sportlich Verantwortlichen haben ja bereits zu verstehen gegeben, dass sie erst den Saisonstart abwarten möchten. Den haben sie nun gesehen.
3) Der Nachwuchs ist viel dichter an der Stammelf dran, als in den vergangenen Jahren. Baars sehe ich schon bald als Startelfspieler auf RA und auch Mergner konnte gefallen. Dazu haben wir mit Beimborn, Lemke, Möbius, Drews oder auch Zajusch Spieler mit möglichem Zweitligapotential.
4) Der Gegner war stark. Ich bin nach diesem Spiel überzeugt davon, dass die Eintracht eine der Überraschungen der Saison wird. Zudem waren sie gestern enorm effizient und hatten etwas Glück mit den Schiedsrichterentscheidungen (ich fand die Rote zu hart, aber v.a. den Elfer unangemessen - heute hat Pauli bei einem klareren Foulspiel nichts bekommen).
5) Die Spieler werden nach dieser Packung maximal angefressen und angezündet in die nächsten Partien gehen und einen solch blutleeren Auftritt erst mal nicht wieder zeigen.

Ich sehe gerade, dass Artsy eine Spielanalyse bei YouTube eingestellt hat. Die werde ich mir gleich mal anschauen.

Kopf hoch, das wird noch!
Erschreckend und enttäuschend sind, glaube ich, auch einen Tag nach dem Spiel noch die beiden treffendsten Begriffe!!!

Was mich dabei besonders ratlos zurücklässt, ist der Vergleich mit dem letzten Testspiel gegen West Ham. Natürlich war das „nur“ ein Testspiel und natürlich verfolgen unsere Freunde aus Braunschweig einen anderen taktischen Ansatz. Trotzdem kann man den Auftritt gegen West Ham im direkten Vergleich nicht einfach als bedeutungslos abtun.

Nachdem Tobias Müller ausgewechselt wurde, haben Jaeckel und McNulty gemeinsam ein wirklich starkes Spiel in der Innenverteidigung abgeliefert. Beide hatten eine gute Übersicht, wirkten in vielen Situationen gedanklich einen Schritt schneller und haben zahlreiche Situationen frühzeitig erkannt und entsprechend gelöst. Dabei geht es gar nicht um die gemessene Schnelligkeit, sondern vielmehr um Antizipation, Stellungsspiel und das frühzeitige Erkennen von Räumen und Laufwegen des Gegners.

Genau deshalb fällt es mir schwer, den gestrigen Auftritt einzuordnen. Die Jungs haben bereits gezeigt, dass sie es deutlich besser können, und ich hoffe sehr, dass sie diese Qualität im weiteren Saisonverlauf auch konstant auf den Platz bringen können.

Unabhängig davon bleibe ich aber bei meiner Meinung von vor dem Saisonstart: Vor allem in der Innenverteidigung sollte personell noch etwas passieren. Uns fehlt dort aus meiner Sicht nicht nur die notwendige Breite, sondern vor allem ein echter Konkurrenzkampf. Wenn die erste Besetzung nicht funktioniert, außer Form ist oder verletzungsbedingt ausfällt, können wir momentan kaum vergleichbare Qualität nachschieben.

Und genau das halte ich für problematisch. Spielerisch schaffen wir es eigentlich jedes Jahr, gute Ansätze zu entwickeln und auch wirklich überzeugende Spiele zu zeigen. Eine funktionierende Spielidee braucht aber ein stabiles Fundament. Gerade wenn man mutig aufbauen, hoch stehen und offensiv Fußball spielen möchte, muss die Restverteidigung funktionieren und die letzte Linie Sicherheit ausstrahlen.

Am Ende beginnt eine erfolgreiche Saison für mich deshalb immer mit einer sattelfesten Defensive. Sie gibt der gesamten Mannschaft Stabilität und schafft überhaupt erst die Grundlage dafür, dass eine offensive Spielidee dauerhaft funktionieren kann.

Leider fällt es uns seit Jahren schwer, genau diese defensive Stabilität über einen längeren Zeitraum konstant auf den Platz zu bekommen.
Zitat von DAB-Man


Gestern war einer dieser Tage: ausgespielt, ausgecoacht, kein Glück mit den 50:50-Entscheidungen, v.a. aber waren wir deutlich weniger griffig als der Gegner.


Vielen Dank @DAB-Man , Du hast etliche Punkte aufgeworfen, die mir auch aufgefallen sind.

Ja, die Niederlage war verdient. Ja, die Niederlage war bitter. So schwarz sieht die Situation bei genauerem Blick jedoch nicht aus. Ich verstehe auch nicht, warum sich hier so auf die IV`s eingschossen wird. Ein ganz schwaches Spiel hatten eher Reimann, Michel und bis zu einem gewissen Grad auch Nolle sowie der Schiedsrichter. Ich mache es mal an den entscheiden Situationen fest:

Beim 1:0 sieht MacNulty den Gegenspieler im Rücken. Er spekuliert aber auf Abseits, weshalb er nicht komplett durchzieht, aber Jaeckel hebt es auf, weil er zu tief steht. Reimann darf den Ball auch an guten Tagen halten. Der Schnittstellenpass war ziemlich gut. Hier haben also 3 Spieler ihren Aktien am Gegentor.

Beim 2:0 geht der Gegenspieler von Kwarteng nur auf ihn und nicht auf den Ball. Der Schieri darf dies gerne abpfeifen, weil genau der Spieler, der Kwarteng aus den Tritt brachte, den super Schnittstellenpass spielt. Kwarteng muss den Gegenspieler aber auch umhauen, wenn er ihn schon auflaufen lässt. So läuft der Konter. Urbich orientiert sich einen halbe Sekunde eher nach vorne als MacNulty nach hinten, weshalb der Stürmer den entscheidenden Vorsprung hat. Schneller war der Stürmer aber nicht. Urbich stand beim Konter schlicht besser, weshalb es für MacNulty schwierig war. Auch diesen Ball kann Reimann halten.

Etwas grundsätzliches, weil es beim 3:0 ähnlich ablief. Ich habe selbst ein paar Jahre in der 4er-Kette gespielt. Du kannst also Abwehrspieler nicht viel gegen Schnittstellenpässe machen, wenn sie genau in dem Moment gespielt werden, wenn der Stürmer im vollen Sprint kurz vor der Abwehrlinie ist. Entweder versuchst Du als Abwehrspieler das Tempo aufzunehmen. Dies gelingt aber nur, wenn Du genauso schnell bist und im selben Moment wie der Stürmer den Sprint anziehst. Oder Du versucht den Stürmer ins Abseits zu stellen oder Du fängst den Pass ab. Die zweite Option ging beim 2:0 nicht, weil Urbich hinter der Mittellinie war und die dritte Option ging auch nicht, weil MacNulty nicht zwischen Passgeber und dem Stürmer stand, sondern ein paar Meter über Urbich. Deshalb blieb nur die erste Option, die aber nicht klappte, weil Urbich ein paar Meter mehr mittig stand und schneller den Sprint anzog. Die Hauptfehler unterliefen aber Kwarteng und Michel. Kwarteng muss den Gegenspieler umchecken und Michel muss die Mitte absichern, wenn Hyryläinen die Seite von Kwarteng unterstützt. Die Mitte war komplett blank. Dazu gleich mehr.

Beim 3:0 gewinnt Hyryläinen den Zweikampf und köpft nach vorne. Michel geht aber nicht konsequent zum Ball und bleibt auch nicht am Gegenspieler dran, weshalb der ungestört Urbich wieder auf die Reise schicken kann. Da kann Jaeckel gar nichts machen, weil er sich erst noch drehen und dann beschleunigen muss. Das Tor geht klar auf Michel.

Nun zum Schiedsrichter. Alle 50:50-Entscheidungen fielen gegen die Blau-Weißen, was gewöhnlich kein Gütebeweis für einen Schiedsrichter ist. Den Zweikampf vor dem 2:0 kann er abpfeifen, die rote Karte muss man definitiv nicht geben. Bockhorn trifft als erstes klar den Ball, zieht dann den Fuss zurück und räumt den Gegner ab. Da war nichts von offener Sohle oder gestrecktes Bein. Klar gelb sollte man dafür geben, aber rot ist sehr hart. Warum der VAR beim 4:0 eingreift verstehe ich nicht. Der Schiedsrichter hat ganz klare Sicht auf die Situation und steht nur ca. 8m weg. Er lässt weiterlaufen. Für mich ist dies keine klare Fehlentscheidungen, weil der Zupfer nur kurz war. Klar kann der Elfer gegeben werden, aber dann hätte er ihn direkt pfeifen sollen.

Beim 1:5 lässt sich Nadjombe tunneln und Reimann macht das kurze Eck nicht zu, obwohl der Ball eigentlich nur dort hinkommen kann, wenn man sieht, wie der Braunschweiger zum Ball geht und welchen Winkel er zum Tor hat.

Warum Reimann den Gegenspieler beim 1:6 nicht einfach mal beherzt wegschiebt, damit er den Eckball einfach fangen kann, weiß nur er...

Zusammenfassend lässt sich sagen, die IV`s hatten bei den ersten 3 Gegentoren eine Teilschuld. Beim zweiten und dritten Tor lag die Hauptschuld aber woanders. Wenn man in solche Laufduelle geschickt wirst, kannst Du als IV immer nur schlecht aussehen.

So nun noch ein paar Worte zu den arrivierten Kräften.

Braunschweig hatte genau 3 expected Goals, aus denen sie 6 Treffer machen, wovon einer ja auch noch ein Elfer war und Richtung Spielende Reimann auch ein paar Bälle gehalten hat. Übersetzt bedeutet dies, bis auf den Elfmeter kamen nicht gerade viele Großchancen auf Reimanns Tor. Dennoch setzte es 5 Gegentore. Darüber kann gerne auch mal nachgedacht werden. Aus meiner Sicht geht klar ein Tor auf Reimanns Kappe. Drei weitere Gegentore waren durchaus haltbar.

Michel stand als defensiver 8er viel zu hoch. Dies hatte vielfach negative Auswirkungen:
- die Restverteidigung stimmte oft nicht.
- die Abwehr fand in der Mitte keine Anspielstationen, da Hyryläinen konsequent gedeckt wurde, da die Braunschweiger ein Mann-gegen-Mann-Pressing durchzogen. Dies hätte umgangen werden können, wenn Michel und Kwarteng sich situativ immer mal wieder nach hinten fallen lassen, um als zusätzliche Anspielstation zu dienen, was sie aber nur sehr selten machten.
- Atik konnte nicht so in die Mitte abkippen, da Michel ihm schlicht den Raum dafür klaute. Dadurch fehlte eine zusätzliche Anspielstation in der Mitte.
- Atiks eingeengter Freiraum hatte wiederum für Nolle negative folgen, da Atik ihm die Linie wie sonst nicht freimachte. Dadurch lief über links auffällig wenig.
Ich weiß nicht, ob die offensive Interpretation von Michel selbst stammt oder eine Anweisung des Trainerteams war. Jedenfalls klappte es überhaupt nicht und Michel hätte spätestens zur Halbzeit ausgewechselt werden müssen. Eigentlich hatte ich mich auf Hyryläinen, Michel und Kwarteng im Zentrum gefreut, aber geklappt hat es leider gar nicht, da auch Kwarteng Hyryläinen viel zu wenig unterstützte. Ein Ballschlepper oder Box-Box-Spieler hat schlicht gefehlt. Dazu fehlte Michels Körperlichkeit, die er sonst so gut einbringt. Wahrscheinlich war er noch nicht wieder richtig fit.

Nolle spielte, ein sehr unauffälliges Spiel. Scheinbar muss er sich noch daran gewöhnen, von einem Linksfuss Pässe zu bekommen. Es kann aber auch sein, dass es hakte, weil Atik so wenig in der Mitte spielte. Eventuell hat Braunschweig auch etwas spezielles unternommen, um das Zusammenspiel zwischen Nolle und Atik zu stören.

Zusammenfassend halte ich das Eindreschen auf die IV`s für fraglich. Auch ein Mathisen und Hugonet hätten in diesem Spiel schlecht ausgesehen, wenn sie von den Vorderleuten so in Stich gelassen werden. Fast die gesamte Mannschaft hatte einen gebrauchten Tag und zusätzlich waren die Braunschweiger extrem effizient und der Schiri hatte auch einen kleinen Anteil am klaren Ergebnis. Die Niederlage war absolut verdient, aber eigentlich zwei bis drei Tore zu hoch ausgefallen.

Wir haben 4 IV`s im Kader, die alle schon längere Zeit mindestens auf dem Niveau der zweiten Liga gespielt haben. Bei Heber ist fraglich, ob er das Niveau noch einmal erlangen wird, weshalb es einen 1 zu 1 Ersatz eventuell bedarf. Wir werden aber keinen IV mehr bekommen, der deutlich über MacNulty agiert. Dafür sind wir ein zu kleines Licht.

Ich machte mir eher Sorgen um das Zentrum. Müsel ist nächste Woche hoffentlich wieder dabei und ich hoffe weiterhin auf eine Verpflichtung von Ulrich. Mit ihm hätten wir deutlich stabiler gestanden.
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