23.05.2026 - 09:54 | Quelle: The Athletic/Transfermarkt | Lesedauer: unter 6 Min.
Deutschland
Florian Wirtz
Trotz viertwertvollstem Kader 

Wirtz zählt DFB-Team nicht zu den WM-Favoriten – Stärkt Liverpool-Trainer Slot den Rücken

Wirtz zählt DFB-Team nicht zu WM-Favoriten – Stärkt Liverpool-Trainer Slot
©IMAGO

Florian Wirtz hat nach seinem Wechsel von Bayer Leverkusen zum FC Liverpool eine Saison mit Höhen und Tiefen hinter sich. Im Interview mit „The Athletic” sprach der 23 Jahre alte Offensivspieler über seinen Transfer nach England, die abgelaufene Saison und die Anpassungsprobleme in der Premier League. Zudem blickte Wirtz auf die Weltmeisterschaft und die Chancen der deutschen Nationalmannschaft.


Marktwert
Florian Wirtz
F. Wirtz Offensives Mittelfeld
100,00 Mio. €


In der letzten Länderspielpause zeigte Wirtz, welche Bedeutung er für die DFB-Auswahl hat. Beim 4:3 gegen die Schweiz war er der herausragende Akteur und an allen vier Toren beteiligt. „Ich freue mich riesig auf meine erste Weltmeisterschaft. Ich bin in guter Form. Vor vier Jahren wäre es noch etwas zu früh für mich gewesen. Dieses Mal möchte ich eine wichtige Rolle spielen, Verantwortung übernehmen und dabei helfen, die Mannschaft anzuführen. Hoffentlich wird es ein großartiger Sommer“, sagte Wirtz, der bei 39 Länderspielen steht. Die WM 2022 in Katar verpasste er mit einem Kreuzbandriss.



In der Gruppe E ist Deutschland gegen Curaçao (14. Juni), die Elfenbeinküste (20. Juni) und Ecuador (25. Juni) der klare Favorit. Bei den vergangenen beiden Turnieren in Russland und Katar war für den viermaligen Weltmeister nach der Gruppenphase Schluss. Wirtz ist optimistisch, dass die deutsche Nationalmannschaft ein gutes Turnier spielen wird. „Wir haben eine gute Mannschaft, einen guten Trainer und wenn wir unser Potenzial ausschöpfen, haben wir definitiv eine Chance, aber ich würde nicht sagen, dass wir die Favoriten sind.“ Mit einem Kaderwert von 1,01 Milliarden Euro stellt Deutschland das viertwertvollste Team des Turniers.



Wirtz über erstes Jahr bei Liverpool: „Alles andere als zufrieden“


Kein Klub investierte in der abgelaufenen Saison mehr Geld als der FC Liverpool. Insgesamt zahlten die Reds 481 Millionen Euro für neue Spieler, darunter 125 Millionen für Wirtz. Einen Spieltag vor dem Ende liegen die Reds in der Premier League auf Rang fünf, in der Champions League war im Viertelfinale gegen PSG Schluss und auch in den beiden Pokalwettbewerben blieb der Klub hinter den Erwartungen. „Wir sind alle alles andere als zufrieden mit dieser Saison. Ich glaube, wir können noch etwas daraus machen, indem wir uns am Sonntag für die Champions League qualifizieren. Das müssen wir schaffen. Im Sommer müssen wir dann den Kopf frei bekommen und die nächste Saison in Angriff nehmen, denn wir haben einen sehr guten Kader und können viel besser abschneiden“, lautete Wirtz’ Fazit.



Auch Wirtz, der Kai Havertz als teuersten deutschen Fußballer ablöste, hatte in dieser Saison seine Probleme. Lange Zeit blieb er hinter den hohen Erwartungen zurück, schließlich war er bis zum 145 Mio. Euro schweren Transfer von Alexander Isak im August der teuerste Spieler der Premier-League-Historie. „Natürlich sind die Erwartungen anders, wenn man als hochpreisiger Neuzugang kommt. Aber das ist nur eine Zahl und die Ablösesummen steigen generell“, erklärte Wirtz. „Du musst verstehen, dass es nicht in deiner Verantwortung liegt, wie viel du kostest. Der Preis ergab sich aufgrund meiner bisherigen Leistungen. Du musst das aus deinem Kopf verbannen und dich einfach darauf konzentrieren, ein guter Spieler zu sein.“


Leistungsdaten
Florian Wirtz
F. Wirtz Offensives Mittelfeld
FC Liverpool
FC Liverpool
Saison 25/26
Alle Wettbewerbe
Spiele
49
Tore
7
Vorlagen
10


Es dauerte bis kurz nach Weihnachten, ehe Wirtz seinen ersten Treffer erzielen konnte. Beim 2:1 gegen den späteren Absteiger Wolverhampton durfte der Ex-Leverkusener erstmals ein Tor an der Anfield Road bejubeln. „Das war ein guter Moment, an dem sich für mich die Lage ein wenig gewendet hat. Ich habe mich wieder daran gewöhnt, Tore zu schießen. Für jeden Fußballer, der Schwierigkeiten hat, an Toren beteiligt zu sein – sei es durch ein Tor oder eine Vorlage –, gibt es Selbstvertrauen, wenn man diese Durststrecke durchbricht“, so Wirtz, der jedoch auf gute Leistungen in der ersten Saisonhälfte verweist: „Ich glaube, in der ersten Saisonhälfte hatte ich auch einige gute Spiele. Ich hatte einfach etwas Pech. Die Leute haben die Dinge schlimmer dargestellt, als sie tatsächlich waren.“



Wirtz absolvierte in dieser Spielzeit 48 Partien für Liverpool, 40 davon in der Startelf. Dabei gelangen ihm sieben Tore und zehn Vorlagen – Platz vier hinter Hugo Ekitiké, Dominik Szoboszlai und Mohamed Salah im internen LFC-Ranking. „Ich höre von vielen Spielern und Mitarbeitern, dass sich die Intensität der Liga verändert hat und es viel mehr Zweikämpfe gibt als früher. Es gibt auf dem Platz immer noch genug Zeit und Raum, um meinen Fußball zu spielen, aber natürlich ist es ein anderer Spielstil als in Deutschland. Ich muss einfach weitermachen, an mich glauben und dann wird alles gut“, erklärte Wirtz seine Startschwierigkeiten. „Früher bestand mein Spielstil meist darin, nicht allzu viel Körperkontakt zu suchen und mich in die freien Räume zu bewegen. Hier muss man jedes Mal, wenn man den Ball hat, körperlich präsent sein. Ich habe im Fitnessstudio trainiert, um etwas Muskelmasse aufzubauen, aber nicht zu viel.“ Nach seinem Wechsel musste Wirtz das erste Marktwert-Minus seiner Karriere hinnehmen. Es ging sukzessive von 140 Mio. auf 110 Mio. Euro bergab.


Wirtz stärkt Liverpool-Trainer Slot den Rücken


Im Zentrum der Kritik befindet sich Liverpools Trainer Arne Slot. Noch in der Vorsaison führte er die Reds zur 20. Meisterschaft, doch nach den Rekordausgaben liegt die Mannschaft deutlich hinter den Erwartungen. Medial wird bereits über seine Absetzung nach dem letzten Spiel am Sonntag diskutiert. Wirtz stärkte seinem Trainer jedoch den Rücken: „Die Außenwelt versucht ständig, eine Kluft zwischen der Mannschaft und dem Trainer zu schaffen. Aber hier im Verein ist das ganz anders. Wir arbeiten jeden Tag gut mit diesem Trainer und seinem Stab zusammen. Es kommt uns gar nicht in den Sinn, nicht hinter dem Trainer zu stehen. Das ist nur etwas, worüber draußen geredet wird.“


Mitarbeiter
Arne Slot
Arne Slot Alter: 47
FC Liverpool
FC Liverpool
Saison 25/26 -
Alle Wettbewerbe
Spiele
57
Gewonnen
28
Unentschieden
9
Verloren
20


Große Hoffnungen legt Wirtz in der kommenden Saison in das Zusammenspiel mit Isak und Ekitiké – zusammen sind sie die drei teuersten Spieler in Liverpools Historie. Isak, für den 145 Mio. Euro gen Newcastle flossen, fehlte lange Zeit wegen eines Wadenbeinbruchs. Der 95 Mio. Euro teure Ekitiké, der gute Leistungen zeigte, zog sich im April einen Achillessehnenriss zu und wird länger ausfallen. Die drei standen nur 118 Minuten gemeinsam auf dem Platz. „Verletzungen haben definitiv eine große Rolle gespielt, vor allem, dass wir Alex so lange vermisst haben. Hoffentlich werden alle wieder fit und bleiben es auch in der nächsten Saison. Ich würde gerne öfter mit Alex und Hugo spielen“, so Wirtz.



Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du Transfermarkt als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf. Füge Transfermarkt hier als bevorzugte Quelle hinzu.

Weitere News

Letzte Beiträge Newsforum

3-Ecken-Elfer Athletic Bilbao 3-Ecken-Elfer 23.05.2026 - 14:33
Zitat von Heiner-98
Da hat Transfermarkt mal wieder etwas getrickst für mehr Klicks, finde ich.

Wirtz wird zitiert: "Ich würde nicht sagen, dass wir die Favoriten sind", also einfach nicht Nummer 1.

Transfermarkt macht daraus: "Wirtz zählt DFB-Elf nicht zu den Favoriten", das klingt eher nach Top3 oder sogar Top5 und triggert dann mehr Kommentare, gerade auch mit der Erwähnung, dass Deutschland ja den vierthöchsten Marktwert hat.

Oder sehe ich das zu kleinkariert?

Nein, nicht kleinkariert sonder missverständlich, denn mMn wird durch die Verwendung der Mehrzahl nicht impliziert, man gehöre jetzt zum Favoritenkreis. Hätte er gemeint, man wäre nicht der Favorit, also Singular, aber zähle zum Kreis der Favoriten, hätte er sich wohl entsprechend anders interpretiert.

Ob da jetzt der Marktwert aussagekräftig ist und wer da jetzt zum Favoritenkreis zählt oder nicht ist jetzt die Frage. Aufgrund der letzten EM könnte man das denken, aber eine Weiterentwicklung hat seitdem nicht wirklich stattgefunden, sodass man wohl nicht zum engsten Favoritenkreis gehört, weshalb ich die Aussage von Wirtz so korrekt finde und auch nicht sehe, dass TM da etwas falsch interpretiert hätte, denn die Aussage - Plural statt Singular - war ja letztendlich eindeutig und unmissverständlich.

Würdest du Deutschland zu den Favoriten zählen, also zu den 4-5 Teams, denen die größten Chancen auf den WM-Titel vorausgesagt werden?
JOP90 JOP90 23.05.2026 - 12:49
Also Gruppenphase sollten wir sowieso packen. Ich hab aber mal die Knockout-Stage näher angeschaut und puh... wenn Deutschland weit kommt, kann man echt nicht meckern -

Falls wir erster werden spielen wir im Round of 32 gegen den Dritten aus Gruppe A/B/C/D/F, das sollte machbar sein.
Doch jetzt gehts los:
Round of 16 - wird vermutlich Sieger Gruppe I sein (Frankreich).
Falls wir das irgendwie packen sollten folgt im Viertelfinale Sieger Gruppe F (NL oder Japan) oder zweiter aus den Gruppen A/B/C (viele Optionen hier, unteranderem Schweiz, Bosnien, Mexiko, Süd Korea).
Im Halbfinale wird dann sehr wahrscheinlich Spanien warten (die haben einen vermeintlich einfachen weg bis ins Halbfinale - (erst Algerien/Österreich, dann Kolumbien/Kroatien, viertelfinale vermutlich Belgien).

Rein vom Favoritenpool und den Brackets seh ich im Viertelfinale realistisch:

Frankreich v NL
Spanein v Belgien

Brasilien v England
Argentinien v Portugal

Halbfinale meiner Einschätzng nach:
Frankreich v Spanien
und die anderen 2 Partien sind für mich komplette 50/50 smile
Heiner-98 Borussia Dortmund Heiner-98 23.05.2026 - 12:06
Da hat Transfermarkt mal wieder etwas getrickst für mehr Klicks, finde ich.

Wirtz wird zitiert: "Ich würde nicht sagen, dass wir die Favoriten sind", also einfach nicht Nummer 1.

Transfermarkt macht daraus: "Wirtz zählt DFB-Elf nicht zu den Favoriten", das klingt eher nach Top3 oder sogar Top5 und triggert dann mehr Kommentare, gerade auch mit der Erwähnung, dass Deutschland ja den vierthöchsten Marktwert hat.

Oder sehe ich das zu kleinkariert?
Autor
ringolazo
Jannek Ringen
TM-Username: ringolazo

Seit 2024 bei Transfermarkt

Alle Beiträge des Autors
Florian Wirtz
FC Liverpool
Florian Wirtz
Geb./Alter:
03.05.2003 (23)
Nat.:  Deutschland
Akt. Verein:
FC Liverpool
Vertrag bis:
30.06.2030
Position:
Offensives Mittelfeld
Marktwert:
100,00 Mio. €
Arne Slot
Vereinslos
Arne Slot
Geb./Alter:
17.09.1978 (47)
Nat.:  Niederlande
Akt. Verein:
Vereinslos
Aktuelle Funktion:
Trainer
FC Liverpool
Gesamtmarktwert:
999,50 Mio. €
Wettbewerb:
Premier League
Kadergröße:
30
Letzter Transfer:
Ronald Araujo
Deutschland
Gesamtmarktwert:
962,00 Mio. €
Kadergröße:
26
Widerruf Tracking & Cookies

Du hast erfolgreich deine Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die du zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt hast. Du kannst dich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden. Bitte beachte, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wende dich diesbezüglich an datenschutz@transfermarkt.de.