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Werner Gegenbauer [Präsident]

08.05.2007 - 18:07 Uhr
Da es aktuell einen passenden Artikel zu ihm gibt, bietet es sich ja an für unseren Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Gegenbauer einen Thread zu eröffnen.

(aus Übersichtsgründen packe ich den Artikel erst ins 2.Posting)
Dieser Beitrag wurde zuletzt von PES am 01.07.2012 um 01:02 Uhr bearbeitet
Werner Gegenbauer [Präsident] |#1
27.05.2012 - 14:09 Uhr
Herthas Präsident Werner Gegenbauer:
Nur verlieren kann er nicht

Werner Gegenbauer will am Dienstag wiedergewählt werden – als Präsident von Hertha BSC, dem Club im Abstiegsdrama. Er ist erfolgreicher Unternehmer, hemdsärmeliger Netzwerker und wirkungsvoller Politeinflüsterer. Das Management des Vereins ist ihm trotzdem entglitten.
(...)
Und Fußball hatte immer schon eine magische Anziehungskraft auf ihn. Es gibt Leute, die glauben, dass Gegenbauer den Emotionen und radikalen Ausschlägen von Glück und Pech im Fußball verfallen sei. Hier entzieht sich Gegenbauer dem Rationalen, wenigstens auf der Tribüne. Fußball ist das Gegenteil von Gebäudereinigung: Er ist irrational und voller Adrenalin; ehrlich prollig und gesellschaftsfähig zugleich. Wie Gegenbauer.

Es gibt andere, ehemalige Geschäftspartner, die sagen, Gegenbauer würde niemals ein Geschäft eingehen, von dem er nicht auch profitiere. Aus dem Umfeld des Klubs ist zu hören, dass er bis zu 15 Millionen Euro selbst in den Verein gesteckt habe. Ein ehemals hochrangiger Mitarbeiter von Hertha BSC zieht daraus den Schluss, Gegenbauer habe sich den Klub zu eigen gemacht. Seine Befürworter widersprechen, die Motive seien nicht unehrenhaft, „das passe nicht zu seinem Unternehmergeist“. Der ehemalige Geschäftsführer des Olympiastadions, Peter von Löbbecke, sagte mal auf die Frage, ob Gegenbauer ein Machtmensch sei: „Bei dem menschelt es immer.“

In der IHK und in seinem eigenen Unternehmen hat Gegenbauer es geschafft, in die wichtigste Ressource Qualität zu bringen: ins Führungspersonal. Die IHK hat er auf solide wirtschaftliche Füße gestellt und erfolgreich verjüngt, in seinem eigenen Unternehmen ist er selbst nur noch als Aufsichtsrat tätig. Bei Hertha BSC setzt Gegenbauer beharrlich auf Michael Preetz, den ehemaligen Mittelstürmer, der lange Jahre unter Dieter Hoeneß diente und schließlich, als Gegenbauer Hoeneß vorzeitig zum Aufhören zwang, selbst Geschäftsführer Sport wurde. Leistet sich der Managementprofi bei Hertha, bei Preetz, den Luxus von Gefühlen?

Mit Gegenbauer über Preetz zu diskutieren, hat keinen Sinn. Er stellt ihn nicht infrage. Ein Scheitern von Preetz, so sieht das Gegenbauer wohl, wäre auch sein Scheitern. Deshalb knüpft er sein Schicksal an das von Preetz. Dabei war der immer eine Risikoinvestition, allein deshalb, weil er unerfahren war. In der Firma, erzählt ein ehemaliger Mitarbeiter, habe Gegenbauer nach der Devise verfahren: „Wer loyal an seiner Seite steht, mit dem geht er bis zum bitteren Ende.“ Hoeneß war nicht loyal, er dachte, alle müssten ihm gegenüber loyal sein. Er hat nicht verstanden, von welch schmerzhafter Härte Gegenbauer auch gegenüber Freunden sein kann.

Viele der Gegenbauer-Spezies, Leute aus Wirtschaft und Politik, gehen zu Hertha BSC ins Stadion. Spricht man mit ihnen, wünschen sie ihm „ein Team an die Seite“, „ein Korrektiv“, aber sie wollen ihm nicht wehtun. Ein guter Unternehmerfreund findet, dass allein Gegenbauers Erwiderung auf die Kritik des Grünen-Politikers Jürgen Trittin zeigte, wie „unglücklich“ der Präsident agiere. Trittin hatte von einem „suizidal veranlagten Management“ gesprochen, Gegenbauer hatte wenig elegant gekontert: „Einfach mal Fresse halten.“

Bis vor einigen Jahren spielte Gegenbauer in seinem Tennisklub auch Fußball. Ein Mitspieler sagt: „Auf dem Platz verhält er sich nicht gerade mannschaftsdienlich.“ Gegenbauer kann sehr über sich selbst lachen, aber es gibt Grenzen. Wenn er sich unfair behandelt fühlt, wird er bissig.
(....)
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Wir sind so wie wir sind, das Berliner Sorgenkind!

Ein gepflegter Pessimismus ist viel angebrachter: läufts schlecht, hatte man wenigstens Recht, läufts gut, ist man positiv überrascht…

Das ist Zirkus, das ist Infantino-Unterhaltung, das ist auch schon mal Jubel-Fernsehen, beziehungsweise Jubel-Streaming.

#NoQuitInNY

Werner Gegenbauer [Präsident] |#2
28.05.2012 - 13:19 Uhr
Berlin - Vor der zukunftsweisenden Mitgliederversammlung von Hertha BSC am Dienstag (29.05.12) um 19.00 Uhr (Einlass 18.00 Uhr), wendet sich Präsident Werner Gegenbauer in einem offenen Brief an die Mitglieder von Hertha BSC.

Sehr geehrte Mitglieder, liebe Herthanerinnen und Herthaner

am Dienstag geht es bei der Mitgliederversammlung im ICC um die Zukunft von Hertha BSC.

Seit Wochen steht unser Verein im Zentrum der öffentlichen Berichterstattung. Und nicht immer präsentiert sich der Klub dabei von seiner besten Seite. Neben der sportlichen Talfahrt bietet sich ein Bild der Zerrissenheit, und der Verein scheint in verschiedene Fraktionen gespalten zu sein.

Hertha BSC ist in einer schwierigen Situation, von daher ist es völlig selbstverständlich, dass es Diskussionsbedarf gibt. Eine Aufarbeitung der Saison 2011/2012 ist richtig und notwendig. Die Vereinsführung stellt sich dieser Debatte. Wir wollen – und da spreche ich für die Geschäftsführung und für mich – mit Ihnen gemeinsam alle Themen ansprechen. Wir sollten über die sportliche und finanzielle Situation ebenso reden wie über unser öffentliches Erscheinungsbild. Wir müssen gemeinsam ein Interesse daran haben, dass Hertha BSC positiv dasteht. Dieser Verein gehört den Mitgliedern, und wir schädigen uns nur selbst, wenn wir es zu einer öffentlichen Zerreißprobe kommen lassen.

Sie wissen, dass ich mich für eine zweite Amtszeit als Präsident bewerben werde. Ich möchte die Zusammenarbeit mit unserem Geschäftsführer Sport, Michael Preetz, und unserem Geschäftsführer Finanzen, Ingo Schiller, fortsetzen und plädiere dafür, dass unser Präsidiumsmitglied Thorsten Manske zum neuen Vizepräsidenten gewählt wird. Die Zusammenarbeit in einem funktionierenden, sich nicht gegenseitig behindernden Teams ist die Voraussetzung dafür, dass die Führung des Klubs handlungsfähig bleibt und die Richtung vorgeben kann. Wir müssen die Planungen für die neue Saison umsetzen, ohne Zeit zu verlieren.

Für Hertha BSC wünschen wir uns eine offene und aktive Dialogkultur. Das Wohl des Klubs muss für uns alle Priorität haben. Alle sollen spüren, dass uns das Ziel verbindet, die Hertha in eine gute Zukunft zu führen. Deshalb sollten wir miteinander sprechen, anstatt uns gegenseitig in den Medien anzugreifen. Persönliche Angriffe sind weder konstruktiv noch zielführend – und sie sind auch nicht der Stil von Hertha BSC.

Alle Mitglieder sind sich wohl in einem Punkt einig: Wir wollen Hertha BSC erfolgreich sehen. Um das zu erreichen, müssen wir eine Einheit sein. Unabhängig davon, wie die Wahl ausgeht: Ein gewählter Präsident muss der Präsident aller Mitglieder sein. So haben wir es bisher gehalten und so sollten wir es auch in Zukunft halten. Das sind wir der Stadt und unserem Verein schuldig.

Liebe Mitglieder, auch das DFB-Bundesgericht hat unseren Einspruch gegen die Wertung des Relegationsspiels abgewiesen. Wir sind kein schlechter Verlierer. Aber unserer Meinung nach hat das Relegationsspiel in Düsseldorf nicht unter regulären Bedingungen stattgefunden. Deshalb wollen wir am Dienstag mit Ihnen auch darüber reden, ob wir das letzte Rechtsmittel einsetzen und vor das DFB-Schiedsgericht ziehen sollen.

Ich bitte Sie, möglichst zahlreich zur Mitgliederversammlung von Hertha BSC zu kommen. Lassen Sie uns offen, ehrlich, fair und konstruktiv im Sinne des Klubs diskutieren und Unstimmigkeiten direkt ansprechen.

Ich freue mich, Sie am Dienstagabend zu treffen, um mit Ihnen gemeinsam die Weichen für eine erfolgreiche, soldide Zukunft von Hertha BSC zu stellen.

Mit besten Grüßen
Werner Gegenbauer
Offener Brief von Werner Gegenbauer
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