VfL unter Antwerpen im Aufwind: „Den Fans endlich mal wieder was zurückgeben“
Der VfL Osnabrück ist nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga und dem zwischenzeitlichen Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz in der 3. Liga wieder im Aufwind. Dafür gesorgt hat der bereits vierte Trainer (inkl. Interimscoach Tim Danneberg) der laufenden Saison: Marco Antwerpen übernahm am 12. Dezember vergangenen Jahres das Ruder bei den Niedersachsen und legte seither eine beeindruckende Ungeschlagen-Serie mit dem VfL hin. Im Vorfeld des Duells mit Tabellenführer Energie Cottbus (Samstag, 14 Uhr) sprach der Coach mit Transfermarkt unter anderem über die ersten Monate in der Hansestadt, sein Erfolgsgeheimnis sowie die Ambitionen der Lila-Weißen für den Rest der Saison – und darüber hinaus.
Antwerpen gewann bereits sein erstes Spiel gegen den direkten Konkurrenten Rot-Weiß Essen mit 2:0. „Wir hatten nur wenige Tage, die Mannschaft auf das Spiel vorzubereiten. Dazu kam, dass ich meinen Co-Trainer Frithjof Hansen, der zuvor Cheftrainer der U19 war, bis dato nicht kannte und wir uns parallel kennenlernen mussten. Insgesamt also eine extrem herausfordernde Situation, aber trotzdem haben wir einen guten Einstieg gehabt“, berichtet er im Transfermarkt-Interview von seinen ersten Tagen im Amt.
Zuvor war es sowohl Abstiegscoach Uwe Koschinat, der in den ersten sechs Saisonspielen auf einen Punkteschnitt von 0,83 Zählern pro Partie kam, sowie dessen Nachfolger Pit Reimers nicht gelungen, die Lila-Weißen in der Liga zu stabilisieren. Der langjährige Nachwuchscoach des Hamburger SV blieb nur neun Ligaspiele an der Seitenlinie (Punkteschnitt 0,67), die Niederlage am 17. Spieltag gegen Viktoria Köln (0:2) war seine letzte Partie in der Verantwortung.
Zu diesem Zeitpunkt war der VfL Schlussschlicht der 3. Liga und der Abstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz betrug acht Zähler. Man stellte zudem die schlechteste Defensive der Liga mit 35 Gegentoren.
Kompaktheit und Erfahrung im Zentrum als Schlüssel zum Erfolg
Genau da setzte das neue Trainerteam an, betont Antwerpen im Gespräch mit TM: „Wir haben erstmal einmal geschaut, in welches System die Qualitäten der Spieler am besten passen und uns für das 3-5-2 entschieden, was aus unserer Sicht sehr, sehr kompakt ist. In diesem System bist du mit vielen Spielern im Zentrum, wodurch man schon eine gewisse Kompaktheit erlangen sollte. Das hat gut funktioniert. Wir haben aus dem Spiel heraus wenige Torchancen zugelassen. Das war der Schlüssel, um zu merken, dass wir nicht mehr so viele Gegentore bekommen.“
Dabei geholfen hat auch der neue Innenverteidiger Jannik Müller, der seit seiner Verpflichtung in jedem Spiel in der Startelf stand. „Er ist unser Abwehrchef, er ordnet die ganze Geschichte, coacht seine Nebenleute und macht das mit einer erstaunlichen Ruhe. Von daher ist er ein absoluter Schlüsselspieler und Gewinn für die Mannschaft sowie den Verein“, lobt der Coach.
Youngsters beleben Offensive: „Finde ich sehr außergewöhnlich“
Offensiv waren nur Waldhof Mannheim und Alemannia Aachen noch ungefährlicher als der VfL. Auch hier schaffte Antwerpen den Turnaround. Geholfen haben vor allem Lars Kehl (22) und Niklas Niehoff (20), zwei Spieler, die schon da waren und unter dem neuen Trainer wieder aufblühten. „Kehl ist jemand, der ein gutes Gefühl für Räume hat, die er gut bespielt und jetzt auch seine Torgefahr regelmäßig unter Beweis stellt. Damit ist er ein wichtiger Faktor in unserem Spiel.“
Niehoff bezeichnet Antwerpen als „sehr interessant für die Aufgabe als Schienenspieler. Rechts vor der Dreierkette bekleidet er allein die Außenposition sowohl defensiv als auch offensiv. Da macht er Fortschritte und wir sehen das Potenzial in ihm, dass er auch den nächsten Step noch gehen kann.“
Beim deutlichsten Sieg seit Amtsübernahme gegen Hannover II betrug das Durchschnittsalter der Osnabrücker Startelf 24,6 Jahre. Neben Kehl und Niehoff, standen mit Kofi Amoako (19), Yigit Karademir (20), Bryang Kayo (22) und Marcus Müller (22) weitere junge Spieler von Beginn an auf dem Platz. Auf seine Youngsters gibt Antwerpen viel: „Ich bin da sehr positiv überrascht, dass die jungen Spieler das auch so annehmen und in der schwierigen Situation trotzdem noch ihre Qualität auf den Platz bringen. Ich finde es sehr außergewöhnlich, dass wir diesen Weg mit den jungen Spielern gehen, und sie bestätigen uns das Woche für Woche.“
Osnabrück landet Transfercoup mit Manu: Wertvollster Spieler im Kader
Prominente Unterstützung bekommen die jungen Spieler in der Offensive von Braydon Manu, der im Winter leihweise von PEC Zwolle an die „Bremer Brücke“ wechselte. Mit einem Marktwert von 1 Mio. Euro ist er der zweitwertvollste Spieler der Liga, klammert man die Spieler der Zweitvertretungen aus. Antwerpen erklärt, warum der Aufstiegsheld des SV Darmstadt 98 eineinhalb Jahre später in den Abstiegskampf der 3. Liga wechselte.
„Er hat in den Niederlanden einen kleinen Knick in seiner Karriere gehabt. Glücklicherweise waren wir in Kontakt mit ihm und seinem Berater und konnten ihn davon überzeugen, dass er bei uns vielleicht wieder ein bisschen mehr Spaß am Fußball hat. Und auch, dass dies förderlich für seinen weiteren Weg ist.“
Antwerpen ist sich sicher, dass Manu, der bislang zu drei Kurzeinsätzen kam, noch ein wichtiger Faktor werden kann: „Wir versuchen, ihn jetzt über Einsatzminuten dahin zu bekommen. Im Training deutet er schon an, dass er auch über eine längere Distanz gehen kann. Dementsprechend wird er in den englischen Wochen auch mal starten und dann freue ich mich darauf, dass er da eine gute Leistung bringt.“
Normalerweise spielst du in so einer Phase das Stadion leer
Bis Antwerpen den VfL übernahm waren die Fans in der laufenden Saison die einzige positive Konstante. Trotz des Absturzes auf den letzten Platz war die „Bremer Brücke“ fast immer ausverkauft. „Natürlich hat mich das überrascht, weil normalerweise spielst du in so einer Phase vielleicht auch mal das Stadion leer. Aber auch da war es so, dass ich gegen Rot-Weiß-Essen trotzdem ein ausverkauftes Stadion vorgefunden habe. Wir als Mannschaft haben gesagt, dass wir in der Situation dem Verein und den Fans endlich mal wieder was zurückgeben müssen. Das versuchen wir jetzt jeden Spieltag und bisher gelingt uns das auch gut.“

Kritik nach Aus bei Mannheim: „Als Brandstifter dargestellt zu werden, das war völlig verkehrt“
Vor seiner Station in Niedersachsen war der drittligaerfahrene Antwerpen (159 Spiele) für Waldhof Mannheim, den 1. FC Kaiserslautern und bei Eintracht Braunschweig tätig - alles Vereine mit großer Tradition, was für Antwerpen aber kein Muss bei seiner Vereinswahl darstellt: „Der Fokus lag jetzt oder liegt nicht immer darauf, dass ich einen Traditionsverein übernehme. Aber Spaß macht es ohne Zweifel, denn es steht immer eine ganze Region oder eine ganze Stadt hinter dem Verein. Deswegen sind die Stadien immer gefüllt. Da sind ganz viele Zuschauer und Fans, die es mit diesem Verein halten. Dementsprechend macht diese Herausforderung einfach jede Menge Spaß.“
Wenn es sportlich schwierig wird, wird oftmals die „Karte Trainer“ gezogen
Neben tollen Fans stehen solche Vereine meistens auch für ein unruhiges Medienumfeld. Nach seiner Entlassung beim Waldhof zu Beginn der Saison wurde er vom Magazin „Kicker“ als „Brandstifter“ tituliert. Darauf angesprochen entgegnet der erfahrene Coach: „Ich übergebe meine Vereine immer so, dass die sportlichen Ziele erreicht worden sind und dass da definitiv keine verbrannte Erde hinterlassen wird. Ich gehe auch nie im Groll oder spreche schlecht über die Vereine, bei denen ich gearbeitet habe. In unserem Business ist es halt so, dass gerade in einer sehr engen 3. Liga, wenn es dann sportlich schwierig wird, oftmals die ‚Karte Trainer‘ gezogen wird. Damit muss auch ich mich arrangieren. Aber als Brandstifter dargestellt zu werden, das war völlig verkehrt.“
Mittlerweile steht Antwerpen seit acht Spielen an der Seitenlinie und ist weiterhin ungeschlagen. Fünf Siege und drei Unentschieden stehen zu Buche. Die Serie soll gegen den Tabellenführer Energie Cottbus am Samstag weitergeführt werden: „Wir haben eine gute Qualität in der Mannschaft, ein gutes Spielsystem entwickelt und versuchen definitiv, auch in Cottbus zu gewinnen.“
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Letzte Beiträge Newsforum
Es ist alles passiert, was ich mir gewünscht habe.
Ein neuer Trainer kam vor Winter, der die Spieler da anpackt wo es sein muss.
Ein Umbruch, der bei vielen Prblemmannschaften erst im Sommer stattfinden würde und die Stinkstiefel aus der Mannschaft aussortiert oder abgegeben.
Und natürlich ungeschlagen im Jahr 2025.
Nach den Auftritten kann man auch sagen, dass es Richtung obere Tabellenhälfte geht
Finde ich super, dass sich der VFL wieder gefangen hat! Ich drücke die Daumen, dass der VFL und auch Essen in der Liga bleiben. Dafür dürfen dann gerne die ganzen Zweit Teams runter.
Ich freue mich bereits auf ein heisses ausverkauftes Derby an der Bremer Brücke.
- Geb./Alter:
- 05.10.1971 (54)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Vereinslos
- Aktuelle Funktion:
- Trainer
- Gesamtmarktwert:
- 8,90 Mio. €
- Wettbewerb:
- 2. Bundesliga
- Tabellenstand:
- 18.
- Trainer:
- Timo Schultz
- Kadergröße:
- 24
- Letzter Transfer:
- Daniel-Kofi Kyereh







