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Saisonfazit

22.05.2017 - 18:51 Uhr
So, um das mal von Kaderplanung und Spieldiskussion abzulösen, eröffne ich einen eigenen Strang für das Saisonfazit. Ich finde, unser Tabellenplatz spiegelt ziemlich genau das wider, was wir diese Saison gespielt haben, graues Mittelmaß.

Neuzugänge:
Man wollte sich breiter aufstellen, um die Offensivabgänge zu ersetzen. Doch letztlich war man eben nicht breit genug aufgestellt und in der Leistungsspitze schon garnicht. Man hat in der Offensive ein Quartett mit unterschiedlichen Fähigkeiten verloren, Haberer kam als Wundertüte, hat aber durch Kampfgeist und eine steile Lernkurve überzeugt, Bulut hat die ungewohnte Außenbahn mit extremer Leidenschaft und gutem Defensivverhalten belebt, Terodde hatte zwar 1-2 kleine Hänger, war ansonsten aber 32 Spieltage auch vom Einsatz her ein absolutes Vorbild. Dazu kam mit Terrazzino der Spieler für die besonderen Momente. Sind diese Spieler alle gleichzeitig weg, ist es natürlich eine immense Aufgabe, trotzdem weiter zu funktionieren. Doch Hochstätter sprach Anfang der Saison davon, man hätte eine andere Mentalität bei den Neuzugängen geholt, was ich nur so deuten kann, dass die Spieler mehr Siegeswillen, mehr Leidenschaft auf dem Weg zum erreichen des Saisonziels zeigen würden. Hier kann man als absolutes Gegenbeispiel gleich mal Weilandt aufführen, der wie damals Marco Haber viel Talent, aber wenig "quäl dich, du S.u" mitbringt. Stöger war mit seiner Quirligkeit und Spielfreude meiner Meinung nach für unser System sogar eine Bereicherung im Vergleich zu Terrazzino, da er sowohl die Linie lang, als auch einrückend agieren konnte und mit Perthel hinter sich eine sehr variable linke Seite vorhanden war. Hier fehlte die Tiefe hinter ihm allerdings völlig, Quaschner war spätestens nach seiner Verletzung dann auch gesetzt und zeigte zwar immer Einsatz, aber vom Leistungsvermögen wäre er als Stürmer Nr. 3 vielleicht sogar in ordentlicher Erinnerung geblieben, seine Rolle als quasi Stammspieler konnte er aber nie ausfüllen.
Wurtz konnte positiv überraschen, war lange aber an eine Position gebunden, die nur funktionierte, so lange von den Außen genug kam, da er sie nicht wie ein 10er, sondern wie eine hängende Spitze interpretierte, aus dem Raum kommend den Abschluss suchend. Mit dem Ball am Fuß ohne Tempo ist einfach nicht sein Spiel. Dennoch, Haberer konnte er meiner Meinung nach ordentlich ersetzen.

Kurz: Von 4 Positionen wurden 2 ersetzt, in der Breite wurde man zudem geschwächt und nicht gestärkt, weil Stürmer Nr. 2 zu Nr. 1 gemacht wurde.

Im eher defensiven Mittelfeldzentrum hat man den oft verletzten Wydra und Merkel geholt, zudem Canouse ausgeliehen. Hier ersetzte man eigentlich niemanden, nur die eh schon etwas knappe Besetzung im letzten Jahr und die möglichen internen Abgänge an die Verteidigung (sprich letztlich Hoogland, wobei eher Wydra angedacht war). Die 3 konnten alle nicht zeigen, dass sie ein Gewinn für den VfL sind, Merkel hat im Zentrum quasi keine Rolle gespielt und auf dem Flügel nach wenigen Testminuten auch nicht. Im Winter kam als wenig spektakuläre Ergänzung noch Janelt dazu, der allerdings dann richtig viel Potential zeigte.

Ausgelassen aus den beiden Aufzählungen habe ich jetzt Stiepermann, der die ersten Spiele mit gesundem Team eine ruhige, ballverteilende Rolle auf der 8 gespielt hat, aber dann immer schwächer wurde, je mehr es auf ihn an kam, auch auf dem Flügel hat er nur zeitweise überzeugen können. Ich hoffe, Verbeek hat ihm noch mal einiges zum drüber nachdenken mitgegeben, grad er muss zeigen, wohin sein Weg in der Karriere noch gehen soll. Körperlich und von der Technik bringt er meiner Meinung nach sehr viel mit, es ist aber Zeit, dass er das auch mal abruft.

Die Defensive hat im Grunde keinen nennenswerten Verlust erlitten, außer unseren verletzten Kapitän, bei dem man mit einem früheren Genesen gerechnet haben dürfte. Man hat intern verschoben und zudem noch Ergänzungen geholt. Rieble hat sicherlich nicht die Qualität eines Perthel und auch kein Bundesliga-Potential aufblitzen lassen, ist aber eine Steigerung zu Wijnaldum gewesen und agierte (für sich) solide für die erste echte Profisaison, nur reichte dieses solide eben nicht mehr aus, wenn neben ihm alles wegbricht. Dawidowicz war zu oft verletzt, hat sich aber im Grunde gut reingefunden, auf der rechten Position einer Dreierkette hätte er eine Bank werden können, aber da ist auch viel Konjunktiv bei, so dass ein ziehen der Kaufoption selbst bei der Hälfte noch sehr fragwürdig gewesen wäre. Im Grunde passte der Kader hier aber halbwegs, bis die Seuche kam, einen dauerhaften oder zeitweisen Ausfall so vieler Spieler kann man kaum verschmerzen.

Verletzte:
Eine solche Seuche habe ich lange nicht mehr gesehen beim VfL und letztlich war das auch der Grund, warum relativ früh ersichtlich war, dass in Richtung erste Liga nichts geht. Das erklärt sich über die Qualität, dass einige Spieler aber danach recht lustlos wirken, erklärt sich nicht.

Winterpause:
Klar, im Winter hätte man was machen können, vermutlich hätte es sich im Rückblick sogar gegenfinanziert, man hätte ja nur ein Spiel mehr gewinnen müssen. Aber ich verstehe, warum man das Geld lieber für einen Spieler in den Top 5 (interne Qualität im Kader) zurückhält als jemandem mit einem vielleicht Top 15-Potential im Winter zu holen (nur zur Verdeutlichung der etwaigen Qualität, keine festen Werte). Hier hat man sich gesagt, dass man den Aufstieg eh haken kann und mit dem Kader (auch hier kamen natürlich noch mehr Rückschläge, die nicht erwartet wurden) eine ordentliche Saison spielen kann. Hätte man mit einem Sieg gegen St.Pauli auch noch erreicht sad Dieses Geld wird jetzt im Sommer in den Kader fließen und wir werden mal sehen, ob wir jemand unerwartetes damit locken können.

Spielerisch:
Anfangs wurde meiner Meinung nach recht sauber gespielt, Perthel hatte zu viel Muskelmasse zugelegt und wirkte nicht mehr so energisch, aber mit Stöger zusammen klappte es ganz gut, Stiepermann raumfüllend, wenn Platz da war, konnte auch Weilandt einige schicke Bälle spielen... aber je mehr man vom Wunschteam abweichen musste, um so weniger lief auch nur irgendwas. Erst mit dem fast erzwungenen Wechsel auf die Dreierkette kam zeitweise wieder Spielkultur auf, Flügel waren wieder besetzt und Janelt bildete mit Losilla und Eisfeld ein laufstarkes Trio im Mittelfeld. Bin mir nicht so richtig sicher, wie viel man Verbeek da vorwerfen kann, je unsicherer die Mannschaft auf dem Platz war, um so weniger wurden die üblichen Vorsätze erfüllt. Auf der Bank war auch nicht viel, dennoch, auch Verbeek schienen die Ideen auszugehen, wie man spielerisch wieder besser klar kommt, u.U. auch über Personalwechsel, hier zeigte er sich wieder eher stur, indem er Quaschner zu lange auf links keine Spielkultur reinbringen ließ.

Entwicklung:
Als weiteres Ziel geht es ja immer um Weiterentwicklung, auch hier war es diese Saison eher mau. Saglam zeigte sich im letzten Saisondrittel gereift, Pavlidis hat vor seinen Verletzungen angedeutet, dass er im Vergleich zum Saisonbeginn etwas vom "Jugendfußball" abgelegt hat, Gyamerah zeigte sich stabil, was aber mehr der körperlichen Gesundung geschuldet schien und damit dem wachsenden Vertrauen in den eigenen Körper. Wurtz hat eine gute Ausbeute geschafft, Quaschner sich nicht nennenswert verbessert. Canouse wirkte am Ende der Saison schon etwas ruhiger am Ball, ob Janelt einen Sprung gemacht hat, kann man nicht beurteilen. Insgesamt ist aber alles sehr durchwachsen, kein Spieler hatte einen großen Durchbruch... das kann allerdings auch von Vorteil sein, wenn die Spieler ihn hoffentlich dann nächste Saison haben und wir eine klasse Runde spielen zwinker

Ausblick:
Baack und Leitsch ersetzen Dawidowicz und bekommen eine komplette Sommervorbereitung mit dem Team, Bapoh dürfte ebenfalls näher ran rücken. Saglam und Pavlidis sind dann echte Senioren, Celozzi dürfte wieder dabei sein, vielleicht ist sogar Bandowski eine echte Alternative. Bald kommt dann hoffentlich auch Stöger zurück, nennenswerte Verluste haben wir nicht zu beklagen. 3-5 Mann dazu, davon mindestens 2 absolute Stammspieler und die Mannschaft liest sich vom Potential und der Qualität meiner Meinung nach ziemlich gut. Läuft es, dürften auch die Mitläufer Rückenwind bekommen und vielleicht sogar mal im ein oder anderen Spiel den Unterschied machen. Es ist oft gesagt und grad am Ende einer Saison nicht messbar, aber wenn man bei den Neuzugängen etwas höher greift und es dann noch funktioniert... dann kann man vielleicht wirklich mal ganz oben mitspielen, in der vielleicht letzten Saison, in der es halbwegs "einfach" machbar sein könnte, in der vielleicht 10 Mannschaften auf Augenhöhe sind, aber keine extremen Ausreißer (außer Wolfsburg steigt ab natürlich).

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********* VfL Bochum *********
********einsachtvieracht*******

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Paolo da Palma am 22.05.2017 um 18:55 Uhr bearbeitet
Saisonfazit |#1
06.06.2017 - 19:21 Uhr
Quelle: www.spox.com
Saisonanalyse VfL Bochum
An manchen Schrauben muss gedreht werden
Unsere Saison plus die Leistungen der Spieler mal aus objektiverer Sichtweise zusammengefasst. Für mich eine sehr gelungene Zusammenfassung, welche das wesentliche auf den Punkt bringt und auch nüchtern die Leistungen von beispielsweise Mlapa und unserer RA reflektiert.

Könnte mal was für die dauernörgler sein, die meinen hier reden die User immer alles schön. Aber am Ende hat Spox vielleicht auch nen Schönredner engagiert zwinker

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"Wenn die Sache irre wird, werden die Irren zu Profis."

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