Update zu Schlotterbeck
Ricken kündigt „wirklich gute“ Zugänge an – Bellingham & Co. müssen nächsten Schritt gehen
©IMAGO
Lars Ricken hat weitere Zugänge bei Borussia Dortmund angekündigt, die jedoch nicht zeitnah über die Bühne gehen werden. „Wir wollen noch ein, zwei, drei wirklich gute Transfers machen. Wir wollen aber die richtigen Transfers machen und nicht irgendwelche, für die wir kurzfristig Applaus kriegen und im November haben wir auf einmal das Problem, ob es wirklich die richtigen waren“, sagte der Sportchef am Rande des BVB-Trainingsauftakts.
Drei Neue für zusammengerechnet 30,5 Millionen Euro verpflichteten die Schwarz-Gelben bereits mit Joane Gadou, Kauã Prates und Justin Lerma. Mit Gadou in der Innenverteidigung habe sich der BVB „wirklich verstärkt“, betonte Ricken. Zudem könnten Samuele Inácio und Luca Reggiani „eigentlich fast auch als Neuzugänge“ gesehen werden, da der Verein nicht damit gerechnet habe, dass die beiden so schnell so weit sind und einen sportlichen Input haben. Den nächsten Schritt erwartet Ricken zudem von Fábio Silva, Carney Chukwuemeka und Jobe Bellingham. „Ich glaube, sie werden besser und das ist auch unsere Erwartung“, so der 50-Jährige.
Im Gegenzug haben die Dortmunder mit Karim Adeyemi, der kurz vor einem Wechsel zum FC Barcelona für mindestens 22 Mio. Euro steht, „dann vier Spieler abgegeben, die leider nicht mehr die Unterschiedsspieler in der letzten Saison waren“, betonte Ricken und meinte damit auch Julian Brandt (vereinslos), Niklas Süle (Karriereende) und Salih Özcan (zu Besiktas), die alle ablösefrei den Verein verließen. Als Ersatz für Brandt könnte der 18 Jahre alte Konstantinos Karetsas vom KRC Genk kommen. Jedoch liegen die Klubs bei der Ablösevorstellung noch einige Millionen auseinander.
Weitere Abgänge sind außerdem möglich. Unter anderem der von Torhüter Diant Ramaj, der nach seiner Leihrückkehr vom 1. FC Heidenheim vorerst fest zur Trainingsgruppe zählt. Auch Yan Couto könnte noch gehen, an dem Como starkes Interesse haben soll.
BVB-Boss Ricken gibt Schlotterbeck-Update
Mit dem derzeit verletzten Innenverteidiger Nico Schlotterbeck rechnet der BVB erst im Herbst wieder. „Das wird noch ein paar Wochen dauern. Das muss man ehrlicherweise sagen. Ob das dann vor oder nach der ersten Länderspielpause wieder ist, werden wir schauen, wie der Heilungsverlauf ist“, sagte Ricken. Schlotterbeck hatte bei der WM eine schwere Sprunggelenksverletzung erlitten. Die erste Länderspielpause der neuen Saison gibt es Ende September. Noch länger auf ein Comeback warten muss Kapitän Emre Can nach seinem Kreuzbandriss.
Ricken nach erneut verkorkster WM: Vereine mehr in der Pflicht als Klopp
Nach der erneut verkorksten Weltmeisterschaft sieht der frühere Nationalspieler besonders die Bundesliga-Vereine in der Pflicht. Jürgen Klopp als wahrscheinlich künftiger Bundestrainer sei zwar das „Rundum-Problemlöser-Paket“, doch könne er alleine nicht Heilsbringer des deutschen Fußballs sein, meinte Ricken.
„Der Nationaltrainer ist dafür verantwortlich, dass die Spieler, die er zur Verfügung hat, das maximale Ergebnis rausholen“, führte er aus. „Für die Ausbildung der Spieler kann der DFB natürlich gewisse Leitplanken vorgeben. Aber letztendlich sind wir als Vereine dafür verantwortlich und in der Pflicht, die Spieler so auszubilden, dass sie auch bei einer Weltmeisterschaft den Unterschied machen.“
Auch der Vizeweltmeister von 2002 war angesichts des deutschen Ausscheidens bereits im Sechzehntelfinale gegen Paraguay erschüttert. „Das Abschneiden unserer Nationalmannschaft ist alles andere als zufriedenstellend. Ich war selber beim Spiel gegen die Elfenbeinküste. Wenn wir da verloren hätten, wäre es jetzt auch nicht unverdient gewesen.“
Nach dem 7:1 gegen Curaçao zum Auftakt hatte die DFB-Elf gegen die Elfenbeinküste glücklich 2:1 gewonnen und danach im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador 1:2 und in der ersten K.o.-Runde gegen Paraguay im Elfmeterschießen verloren. „Ich kann schon auch die Diskussion über die Qualität der Spieler nachvollziehen“, sagte Ricken. „Du solltest als Deutschland, egal wer dann da auf dem Platz steht, gegen Ecuador und Paraguay gewinnen.“
Der bisherige Bundestrainer Julian Nagelsmann war nach dem erneuten WM-Fiasko zurückgetreten. Nachfolger soll der frühere Dortmunder Trainer Klopp werden. „Was bringt er mit? Autorität, Erfahrung, natürlich auch Aufbruchstimmung und Wucht, auch eine gewisse Klarheit“, unterstrich Ricken. „Das wird uns, glaube ich, extrem guttun. Das bekommen wir alles, aber damit bekommen wir noch keinen Sieg. Wir stehen da mehr in der Pflicht als der Bundestrainer.“
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