Qualität der Talentförderung
11.04.2009 - 13:14 Uhr
Auch hier analog zum Forum der ersten Mannschaft ein Thread zu unserer Talentförderung.
Hier sollte es aber bitte in erster Linie um die Talente gehen, die noch nicht im Fokus der zweiten (!) Mannschaft sind, sondern eventuell von Gerland stiefmütterlich behandelt werden.
Also sozusagen den Unterbau der zweiten Mannschaft.
Hier sollte es aber bitte in erster Linie um die Talente gehen, die noch nicht im Fokus der zweiten (!) Mannschaft sind, sondern eventuell von Gerland stiefmütterlich behandelt werden.
Also sozusagen den Unterbau der zweiten Mannschaft.
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18.01.2012 - 14:07 Uhr
Quelle: www.spox.com
Bayern und seine Talente: Zurück zu den Wurzeln
Mit Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Thomas Müller, Holger Badstuber und David Alaba hat der FC Bayern gleich mehrere Eigengewächse im Profikader. Doch inzwischen kommt mit einer Ausnahme nichts mehr nach. Die Nachwuchsförderung weist eine "Lücke" auf, wie Bayern-Präsident Uli Hoeneß es bei SPOX ausdrückt. Sportdirektor Christian Nerlinger stellte ein Konzept vor, wie es wieder besser werden soll.
Andries Jonker hat ein gutes Erinnerungsvermögen. Besonders, wenn schöne Erinnerungen geweckt werden, erzählt der Niederländer mit seiner launischen Stimme wie aus dem Guss.
"Es gibt eine lustige Geschichte mit Ibrahim Affelay, der jetzt beim FC Barcelona spielt", fängt Jonker an zu erzählen. "Er kam zu mir, zur holländischen U15. Er war 1,30 Meter groß und wir hatten kein Trikot für ihn. Einige sagten, er sei zu klein."
Was also tun? Jonker wollte den Bambino-Techniker aus Eindhoven unbedingt spielen sehen: "Ich habe gesagt: Wir machen für ihn ein Trikot und ich gebe ihm die Nummer 10. Wir haben ihm mit Schuhbändern die Hose zugebunden, dann haben wir ihn spielen lassen." Und? "Er hat großartig gespielt."
Es ist die pure Glückseligkeit für einen Trainer wie Jonker, der seinen Job über die Ausbildung definiert, wenn er die Affelays dieser Welt entdeckt und ihnen den ersten Schubser für die große Karriere gibt. Wobei Jonker im Fall Affelay etwas klarstellt: "Ich habe ihn nicht entdeckt, ein Blinder konnte sehen, dass er ein guter Spieler wird."
Jonker weiß mit Talenten umzugehen, arbeitete jahrelang für den niederländischen Fußballverband KNVB, wo Top-Talente in Massen geformt und schließlich exportiert werden. Als langjähriger Begleiter Louis van Gaals war er ohnehin darauf getrimmt, junge Spieler zu entdecken und sie zu fördern.
Selbstredend, dass sich Jonker als ideale Lösung herauskristallisierte, als beim FC Bayern München zu Saisonbeginn ein Mann für die zweite Mannschaft gesucht wurde.
"Nicht unser Anspruch"
Abgestiegen in die Regionalliga, wurde die "Zweite", zusammengesetzt aus A-Jugendspielern und einigen Neuzugängen, Jonker anvertraut, doch der Erfolg - das steht nach der Hälfte aller Spiele fest - ist ausgeblieben. Der angestrebte Wiederaufstieg ist kein Thema mehr.
"Es kann nicht der Anspruch von Bayern München sein, mit einem zwölften Platz zufrieden zu sein", sagt Jonker. Doch die Bayern haben nicht nur ein tabellarisches Problem - und es ist längst auch nicht nur das Problem der 2. Mannschaft. "Es kann nicht sein, dass wir so dastehen, wie wir dastehen: 2. Mannschaft, A-Jugend, B-Jugend, C-Jugend - das ist nicht so, wie wir uns das vorstellen", sagt Bayern-Präsident Uli Hoeneß im Gespräch mit SPOX.
Der FC Bayern war jahrelang nicht nur der Krösus des Profibereichs, sondern auch im Nachwuchsressort zumindest im Elitebereich. "Wenn du die besten Trainer, das beste Scouting und die beste Infrastruktur hast, dann sollte der FC Bayern auch die besten Talente akquirieren können - und letztlich sollten auch Titel herausspringen", sagt Sportdirektor Christian Nerlinger.
Doch die Stagnation ist zur Gewohnheit geworden. Nerlinger: "Bei der U 19 sind wir in 43 Jahren drei Mal Meister geworden, bei der U 17 in 34 Jahren vier Mal. Die Ausbildung war immer hervorragend, aber wir sollten unsere Mia-san-Mia-Mentalität auch in die Jugendteams wieder besser reinkriegen."
Emre Can die große Ausnahme
Die A-Jugend wartet schon seit 2004 auf die Meisterschaft, die B-Jugend seit 2007. Das größte Übel ist aber, dass keine Spieler nachkommen, die mittelfristig für die Profi-Mannschaft eine Rolle spielen könnten. Ins Traininglager nach Doha nahm Profi-Trainer Jupp Heynckes mit Emre Can lediglich einen Nachwuchsmann mit.
"Emre ist der kompletteste Spieler, den ich je in meiner Karriere gesehen habe. Und ich habe einige gesehen", sagt Cans Nationalmannschaftstrainer Steffen Freund. Doch der Kapitän der U 17 des DFB ist die große Ausnahme beim FC Bayern. Andere drängen sich derzeit nicht auf. Hoeneß formuliert die Situation etwas drastisch: "Aus dem aktuellen Nachwuchs ist nur der Can gut, ansonsten fehlt etwas."
Auch Herrmann Gerland, jahrelang der Taktgeber des Bayern-Unterbaus macht keinen Hehl aus der Problematik: "Wenn die A-Jugend im letzten Jahr Achter wird, dann ist damit nicht viel Staat zu machen. Wir haben aus dem Jugendbereich nicht die starken Leute bekommen, die wir zuvor immer bekommen haben."
Es ist gar nicht so lange her, dass die Bayern-Profis erhebliche Verstärkung "von unten" bekamen. Thomas Müller und Holger Badstuber sind längst Stammspieler, David Alaba auf dem Weg zum Liebling des Trainers. Can könnte der nächste sein, doch mehr springt nicht heraus "Wir hatten immer in der Breite jedes Jahr zwei, drei gute Spieler", sagt Hoeneß. "Jetzt haben wir eine Lücke."
Scholl kehrt zurück
Die Zeit des Handelns hat längst begonnen, zumal die Bayern den Anschluss beim Thema Nachwuchsförderung nicht verlieren wollen: "Wir müssen den nächsten Schritt machen und in die Tiefe gehen. Für uns ist es elementar wichtig, weiterhin Eigengewächse wie Müller, Lahm, Schweinsteiger, Badstuber, Kroos, Alaba, Contento zu integrieren. Unsere Jugendarbeit muss wieder führend in Deutschland werden", sagt Nerlinger.
Der Sportdirektor arbeitet seit einiger Zeit an einem neuen Nachwuchskonzept für den Rekordmeister. Erste Schritte wurden bereits in die Wege geleitet. So kehrt Mehmet Scholl in der neuen Saison zurück an die Säbener Straße und übernimmt wieder die U 23.
Die Münchener Macher setzen dabei vor allem auf den guten Draht Scholls zu seinen Spielern. Mit einem Mehmet Ekici, der unter Scholl eine große Entwicklung nahm und die letzten Feinschliffe bekam, bevor er in Nürnberg zum Bundesliga-Profi wurde, hat Scholl heute noch Kontakt und gibt per SMS Tipps oder sendet Glückwünsche, wie nach Ekicis Wechsel zu Werder Bremen.
Scholl ist nur ein Baustein in Nerlingers Konzept, das dem Aufsichtsrat und dem Vorstand des FC Bayern bereits in Grundrissen vorgestellt wurde und großen Gefallen fand. Ein Hauptaugenmerk gilt dem Scouting junger Spieler. Die Bayern suchen welt- und europaweit nach Talenten, insbesondere in den letzten Jahren ging die Tendenz Richtung Österreich, wo Perspektivspieler wie Christian Derflinger, Yili Sallahi oder Kevin Friesenbichler für den FC Bayern gewonnen werden konnten.
Künftig soll das Scouting aber noch lokaler gestaltet werden. "Der Weg ist angedeutet, mehr auf europäische, mehr auf deutsche und ganz speziell auf bayerische Spieler zu setzen. Warum nicht einen aus Vilshofen? Warum nicht einen aus Deggendorf? Das wird der Schwerpunkt sein, ohne das andere aus dem Auge zu verlieren", sagt Präsident Hoeneß.
Keine 18 Jahre alten Brasilianer mehr
Das Scouting in Brasilien hat der FC Bayern dagegen längst eingestellt. Giovane Elber, der diesen Job nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn übernahm, hat seit der Zeit von Louis van Gaal nicht mehr aktiv nach Spielern gesucht. "Ab und zu ruft Wolfgang Dremmler an und fragt nach dem einen oder anderen Spieler, aber gezielt schaue ich nicht mehr nach Spielern", so Elber zu SPOX.
Ausschließen will Hoeneß dennoch nichts: "Karl-Heinz Rummenigge hat zwar gesagt, dass er eher keinen 18 Jahren alten Brasilianer holen will, aber wenn es da mal das Wahnsinnstalent gibt und wir bekommen die sozialen Bindung besser geregelt als wir es zum Beispiel bei Breno geschafft haben, dann wird es eine Ausnahme geben."
Das Motiv, künftig lieber im Vorort Spieler zu sichten und idealer Weise zu verpflichten, als beispielsweise in Südamerika zu scouten, ist in diesen Worten Hoeneß' versteckt. Es sind nicht nur spielerische Komponenten, die eine Rolle spielen. Auch menschlich muss es passen.
Deswegen will Hoeneß auch das europäische Paradebeispiel der Jugendarbeit, La Masia in Barcelona, als Vorbild nicht gelten lassen.
"Barcelona hat einen Riesenvorteil, dass sie als spanische Enklave den direkten Draht zu Südamerika haben", so Hoeneß. "Ein Junge aus Buenos Aires, Rio oder Porto Alegre wird dort schneller integriert. Wenn er bei diesen Temperaturen hier in München ankommt, bekommt er den Schock seines Lebens. Da kommt die Sprache hinzu."
Ex-Profis an die Macht
Zurück zu den Wurzeln, heißt die Devise beim FC Bayern. Die Talente aus der Umgebung sollen wieder die Zukunft des FC Bayern verkörpern. Die aktuelle Profimannschaft hat mit Lahm, Schweinsteiger und Müller gleich drei Säulen, die in München und Umgebung geboren wurden. Doch nicht nur die Talente sollen bajuwarisch angehaucht sein, auch die Entscheidungsträger sind ganz nach dem bayerischen Muster aufgestellt.
Ex-Profi Christian Nerlinger ist Sportdirektor, Ex-Profi Mehmet Scholl wird U-23-Chef, Ex-Profi Michael Tarnat ist ohnehin sportlicher Leiter der Jugendabteilung, Noch-Profi Jörg Butt rückt ab Sommer nach, wenn er Werner Kerns Job als Nachwuchskoordinator übernimmt.
Bayern-Präsident Hoeneß geht ein Herz auf: "Das ist genau in meinem Sinne. Ehemalige Leute holen und einbauen, die prädestiniert für diese Aufgabe sind, ist Bayern-like! Die Identifikation der Fans mit diesen Leuten ist höher, als wenn du einen aus Wanne-Eickel holst."
Der Vergleich zur Vergangenheit ist nicht abwegig: Heute Nerlinger, Scholl, Tarnat und Co., früher oder immer noch Hoeneß, Rummenigge, Müller und Co. Zurück zu den Wurzeln eben.
Ich pack das mal hier rein.
Mit Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Thomas Müller, Holger Badstuber und David Alaba hat der FC Bayern gleich mehrere Eigengewächse im Profikader. Doch inzwischen kommt mit einer Ausnahme nichts mehr nach. Die Nachwuchsförderung weist eine "Lücke" auf, wie Bayern-Präsident Uli Hoeneß es bei SPOX ausdrückt. Sportdirektor Christian Nerlinger stellte ein Konzept vor, wie es wieder besser werden soll.
Andries Jonker hat ein gutes Erinnerungsvermögen. Besonders, wenn schöne Erinnerungen geweckt werden, erzählt der Niederländer mit seiner launischen Stimme wie aus dem Guss.
"Es gibt eine lustige Geschichte mit Ibrahim Affelay, der jetzt beim FC Barcelona spielt", fängt Jonker an zu erzählen. "Er kam zu mir, zur holländischen U15. Er war 1,30 Meter groß und wir hatten kein Trikot für ihn. Einige sagten, er sei zu klein."
Was also tun? Jonker wollte den Bambino-Techniker aus Eindhoven unbedingt spielen sehen: "Ich habe gesagt: Wir machen für ihn ein Trikot und ich gebe ihm die Nummer 10. Wir haben ihm mit Schuhbändern die Hose zugebunden, dann haben wir ihn spielen lassen." Und? "Er hat großartig gespielt."
Es ist die pure Glückseligkeit für einen Trainer wie Jonker, der seinen Job über die Ausbildung definiert, wenn er die Affelays dieser Welt entdeckt und ihnen den ersten Schubser für die große Karriere gibt. Wobei Jonker im Fall Affelay etwas klarstellt: "Ich habe ihn nicht entdeckt, ein Blinder konnte sehen, dass er ein guter Spieler wird."
Jonker weiß mit Talenten umzugehen, arbeitete jahrelang für den niederländischen Fußballverband KNVB, wo Top-Talente in Massen geformt und schließlich exportiert werden. Als langjähriger Begleiter Louis van Gaals war er ohnehin darauf getrimmt, junge Spieler zu entdecken und sie zu fördern.
Selbstredend, dass sich Jonker als ideale Lösung herauskristallisierte, als beim FC Bayern München zu Saisonbeginn ein Mann für die zweite Mannschaft gesucht wurde.
"Nicht unser Anspruch"
Abgestiegen in die Regionalliga, wurde die "Zweite", zusammengesetzt aus A-Jugendspielern und einigen Neuzugängen, Jonker anvertraut, doch der Erfolg - das steht nach der Hälfte aller Spiele fest - ist ausgeblieben. Der angestrebte Wiederaufstieg ist kein Thema mehr.
"Es kann nicht der Anspruch von Bayern München sein, mit einem zwölften Platz zufrieden zu sein", sagt Jonker. Doch die Bayern haben nicht nur ein tabellarisches Problem - und es ist längst auch nicht nur das Problem der 2. Mannschaft. "Es kann nicht sein, dass wir so dastehen, wie wir dastehen: 2. Mannschaft, A-Jugend, B-Jugend, C-Jugend - das ist nicht so, wie wir uns das vorstellen", sagt Bayern-Präsident Uli Hoeneß im Gespräch mit SPOX.
Der FC Bayern war jahrelang nicht nur der Krösus des Profibereichs, sondern auch im Nachwuchsressort zumindest im Elitebereich. "Wenn du die besten Trainer, das beste Scouting und die beste Infrastruktur hast, dann sollte der FC Bayern auch die besten Talente akquirieren können - und letztlich sollten auch Titel herausspringen", sagt Sportdirektor Christian Nerlinger.
Doch die Stagnation ist zur Gewohnheit geworden. Nerlinger: "Bei der U 19 sind wir in 43 Jahren drei Mal Meister geworden, bei der U 17 in 34 Jahren vier Mal. Die Ausbildung war immer hervorragend, aber wir sollten unsere Mia-san-Mia-Mentalität auch in die Jugendteams wieder besser reinkriegen."
Emre Can die große Ausnahme
Die A-Jugend wartet schon seit 2004 auf die Meisterschaft, die B-Jugend seit 2007. Das größte Übel ist aber, dass keine Spieler nachkommen, die mittelfristig für die Profi-Mannschaft eine Rolle spielen könnten. Ins Traininglager nach Doha nahm Profi-Trainer Jupp Heynckes mit Emre Can lediglich einen Nachwuchsmann mit.
"Emre ist der kompletteste Spieler, den ich je in meiner Karriere gesehen habe. Und ich habe einige gesehen", sagt Cans Nationalmannschaftstrainer Steffen Freund. Doch der Kapitän der U 17 des DFB ist die große Ausnahme beim FC Bayern. Andere drängen sich derzeit nicht auf. Hoeneß formuliert die Situation etwas drastisch: "Aus dem aktuellen Nachwuchs ist nur der Can gut, ansonsten fehlt etwas."
Auch Herrmann Gerland, jahrelang der Taktgeber des Bayern-Unterbaus macht keinen Hehl aus der Problematik: "Wenn die A-Jugend im letzten Jahr Achter wird, dann ist damit nicht viel Staat zu machen. Wir haben aus dem Jugendbereich nicht die starken Leute bekommen, die wir zuvor immer bekommen haben."
Es ist gar nicht so lange her, dass die Bayern-Profis erhebliche Verstärkung "von unten" bekamen. Thomas Müller und Holger Badstuber sind längst Stammspieler, David Alaba auf dem Weg zum Liebling des Trainers. Can könnte der nächste sein, doch mehr springt nicht heraus "Wir hatten immer in der Breite jedes Jahr zwei, drei gute Spieler", sagt Hoeneß. "Jetzt haben wir eine Lücke."
Scholl kehrt zurück
Die Zeit des Handelns hat längst begonnen, zumal die Bayern den Anschluss beim Thema Nachwuchsförderung nicht verlieren wollen: "Wir müssen den nächsten Schritt machen und in die Tiefe gehen. Für uns ist es elementar wichtig, weiterhin Eigengewächse wie Müller, Lahm, Schweinsteiger, Badstuber, Kroos, Alaba, Contento zu integrieren. Unsere Jugendarbeit muss wieder führend in Deutschland werden", sagt Nerlinger.
Der Sportdirektor arbeitet seit einiger Zeit an einem neuen Nachwuchskonzept für den Rekordmeister. Erste Schritte wurden bereits in die Wege geleitet. So kehrt Mehmet Scholl in der neuen Saison zurück an die Säbener Straße und übernimmt wieder die U 23.
Die Münchener Macher setzen dabei vor allem auf den guten Draht Scholls zu seinen Spielern. Mit einem Mehmet Ekici, der unter Scholl eine große Entwicklung nahm und die letzten Feinschliffe bekam, bevor er in Nürnberg zum Bundesliga-Profi wurde, hat Scholl heute noch Kontakt und gibt per SMS Tipps oder sendet Glückwünsche, wie nach Ekicis Wechsel zu Werder Bremen.
Scholl ist nur ein Baustein in Nerlingers Konzept, das dem Aufsichtsrat und dem Vorstand des FC Bayern bereits in Grundrissen vorgestellt wurde und großen Gefallen fand. Ein Hauptaugenmerk gilt dem Scouting junger Spieler. Die Bayern suchen welt- und europaweit nach Talenten, insbesondere in den letzten Jahren ging die Tendenz Richtung Österreich, wo Perspektivspieler wie Christian Derflinger, Yili Sallahi oder Kevin Friesenbichler für den FC Bayern gewonnen werden konnten.
Künftig soll das Scouting aber noch lokaler gestaltet werden. "Der Weg ist angedeutet, mehr auf europäische, mehr auf deutsche und ganz speziell auf bayerische Spieler zu setzen. Warum nicht einen aus Vilshofen? Warum nicht einen aus Deggendorf? Das wird der Schwerpunkt sein, ohne das andere aus dem Auge zu verlieren", sagt Präsident Hoeneß.
Keine 18 Jahre alten Brasilianer mehr
Das Scouting in Brasilien hat der FC Bayern dagegen längst eingestellt. Giovane Elber, der diesen Job nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn übernahm, hat seit der Zeit von Louis van Gaal nicht mehr aktiv nach Spielern gesucht. "Ab und zu ruft Wolfgang Dremmler an und fragt nach dem einen oder anderen Spieler, aber gezielt schaue ich nicht mehr nach Spielern", so Elber zu SPOX.
Ausschließen will Hoeneß dennoch nichts: "Karl-Heinz Rummenigge hat zwar gesagt, dass er eher keinen 18 Jahren alten Brasilianer holen will, aber wenn es da mal das Wahnsinnstalent gibt und wir bekommen die sozialen Bindung besser geregelt als wir es zum Beispiel bei Breno geschafft haben, dann wird es eine Ausnahme geben."
Das Motiv, künftig lieber im Vorort Spieler zu sichten und idealer Weise zu verpflichten, als beispielsweise in Südamerika zu scouten, ist in diesen Worten Hoeneß' versteckt. Es sind nicht nur spielerische Komponenten, die eine Rolle spielen. Auch menschlich muss es passen.
Deswegen will Hoeneß auch das europäische Paradebeispiel der Jugendarbeit, La Masia in Barcelona, als Vorbild nicht gelten lassen.
"Barcelona hat einen Riesenvorteil, dass sie als spanische Enklave den direkten Draht zu Südamerika haben", so Hoeneß. "Ein Junge aus Buenos Aires, Rio oder Porto Alegre wird dort schneller integriert. Wenn er bei diesen Temperaturen hier in München ankommt, bekommt er den Schock seines Lebens. Da kommt die Sprache hinzu."
Ex-Profis an die Macht
Zurück zu den Wurzeln, heißt die Devise beim FC Bayern. Die Talente aus der Umgebung sollen wieder die Zukunft des FC Bayern verkörpern. Die aktuelle Profimannschaft hat mit Lahm, Schweinsteiger und Müller gleich drei Säulen, die in München und Umgebung geboren wurden. Doch nicht nur die Talente sollen bajuwarisch angehaucht sein, auch die Entscheidungsträger sind ganz nach dem bayerischen Muster aufgestellt.
Ex-Profi Christian Nerlinger ist Sportdirektor, Ex-Profi Mehmet Scholl wird U-23-Chef, Ex-Profi Michael Tarnat ist ohnehin sportlicher Leiter der Jugendabteilung, Noch-Profi Jörg Butt rückt ab Sommer nach, wenn er Werner Kerns Job als Nachwuchskoordinator übernimmt.
Bayern-Präsident Hoeneß geht ein Herz auf: "Das ist genau in meinem Sinne. Ehemalige Leute holen und einbauen, die prädestiniert für diese Aufgabe sind, ist Bayern-like! Die Identifikation der Fans mit diesen Leuten ist höher, als wenn du einen aus Wanne-Eickel holst."
Der Vergleich zur Vergangenheit ist nicht abwegig: Heute Nerlinger, Scholl, Tarnat und Co., früher oder immer noch Hoeneß, Rummenigge, Müller und Co. Zurück zu den Wurzeln eben.
15.02.2012 - 22:42 Uhr
Quelle: www.wa.de
In geheimer Mission für die Bayern unterwegs
HAMM ▪ Seit eineinhalb Jahren ist er an jedem Wochenende in geheimer Mission unterwegs. Manfred Balcerzak, der die Hammer SpVg zweimal als Spielertrainer und als Coach in die Fußball-Oberliga führte, ist Scout des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München. Der 62-Jährige, der in Dortmund lebt, ist für die Nachwuchssichtung im gesamten westdeutschen Bereich verantwortlich.
Keine leichte Aufgabe, denn in keinem anderen Bundesland gibt es so viele Profi-Klubs wie in Nordrhein-Westfalen, die ihre Talentspäher natürlich alle über die Dörfer schicken. Wenn Balcerzak gute Nachwuchskicker in der heimischen Umgebung beobachtet, dann muss er damit rechnen, dass bereits andere Vereine ihre Fühler nach diesen Jungen ausgestreckt haben. „Gerade hier in unserem Raum haben Klubs wie Dortmund, Schalke oder Bochum meist schon die Hand auf diese Talente.“ Doch Balcerzaks Aufgabe ist es nicht, diese Schüler zu überreden, vielleicht doch lieber nach München zu gehen. „Mein Job ist es in erster Linie, über das Internet eine Datenbank in München zu füttern, die inzwischen jeder Profi-Verein in Deutschland besitzt.“
Vor eineinhalb Jahren sprach ihn Hermann Hummels, Vater des Dortmunder Nationalspielers Mats Hummels, an, ob er nicht für die Bayern tätig werden wollte. Hummels, der von 1978 bis 1981 unter Trainer Manfred Balcerzak bei der Hammer SpVg spielte, war für das Scouting bei den Münchnern verantwortlich. Inzwischen ist er für die Regionalliga-Mannschaft der Bayern zuständig. Balcerzaks Chef ist Michael Tarnat, bei dem alle Fäden zusammenlaufen.
Die Beobachtung von Talenten war für Balcerzak Neuland. „Ich habe früher im Jugendbereich nur zweimal die A-Junioren der Hammer SpVg trainiert“, betont der Ex-Profi, der in der alten Regionalliga West die Trikots des Lüner SV und Borussia Dortmund trug und anschließend von 1976 bis 1978 noch 72 Zweitligaspiele für den SC Herford bestritt. Danach begann seine Trainerlaufbahn bei der Hammer SpVg. Es folgten die Stationen SpVg Erkenschwick, VfB Waltrop, VfL Bochum II, Lüner SV und Westfalia Rhynern. Zwischendurch war er immer wieder in verschiedenen Funktionen bei der HSV tätig.
Mittlerweile hat er sich mit seinem neuen Job angefreundet. „Es ist sehr interessant, zu beobachten, wie sich die jungen Spieler entwickeln“, erklärt Balcerzak, der sich an jedem Wochenende im Schnitt drei Jugendbegegnungen der höchsten Klassen ansieht. „Derzeit sind auch viele Hallenfußballturniere dabei“, erklärt der ehemalige Lehrer, der zudem zahlreiche Auswahllehrgänge der Verbände besucht. Was danach folgt, ist natürlich viel Schreibkram, denn er muss mit seinen Beobachtungen über die Stärken der einzelnen Talente die Datenbank der Bayern bestücken. Die Frage, ob auf Grund seiner Sichtungen Spieler aus dem heimischen Raum nach München wechselten, beantwortet Balcerzak kurz und knapp mit einem „Ja“. Aber Namen darf er nicht nennen, schließlich ist er in geheimer Mission unterwegs. ▪ P. Sch.
Hier mal ein Artikel über einen Scout.
HAMM ▪ Seit eineinhalb Jahren ist er an jedem Wochenende in geheimer Mission unterwegs. Manfred Balcerzak, der die Hammer SpVg zweimal als Spielertrainer und als Coach in die Fußball-Oberliga führte, ist Scout des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München. Der 62-Jährige, der in Dortmund lebt, ist für die Nachwuchssichtung im gesamten westdeutschen Bereich verantwortlich.
Keine leichte Aufgabe, denn in keinem anderen Bundesland gibt es so viele Profi-Klubs wie in Nordrhein-Westfalen, die ihre Talentspäher natürlich alle über die Dörfer schicken. Wenn Balcerzak gute Nachwuchskicker in der heimischen Umgebung beobachtet, dann muss er damit rechnen, dass bereits andere Vereine ihre Fühler nach diesen Jungen ausgestreckt haben. „Gerade hier in unserem Raum haben Klubs wie Dortmund, Schalke oder Bochum meist schon die Hand auf diese Talente.“ Doch Balcerzaks Aufgabe ist es nicht, diese Schüler zu überreden, vielleicht doch lieber nach München zu gehen. „Mein Job ist es in erster Linie, über das Internet eine Datenbank in München zu füttern, die inzwischen jeder Profi-Verein in Deutschland besitzt.“
Vor eineinhalb Jahren sprach ihn Hermann Hummels, Vater des Dortmunder Nationalspielers Mats Hummels, an, ob er nicht für die Bayern tätig werden wollte. Hummels, der von 1978 bis 1981 unter Trainer Manfred Balcerzak bei der Hammer SpVg spielte, war für das Scouting bei den Münchnern verantwortlich. Inzwischen ist er für die Regionalliga-Mannschaft der Bayern zuständig. Balcerzaks Chef ist Michael Tarnat, bei dem alle Fäden zusammenlaufen.
Die Beobachtung von Talenten war für Balcerzak Neuland. „Ich habe früher im Jugendbereich nur zweimal die A-Junioren der Hammer SpVg trainiert“, betont der Ex-Profi, der in der alten Regionalliga West die Trikots des Lüner SV und Borussia Dortmund trug und anschließend von 1976 bis 1978 noch 72 Zweitligaspiele für den SC Herford bestritt. Danach begann seine Trainerlaufbahn bei der Hammer SpVg. Es folgten die Stationen SpVg Erkenschwick, VfB Waltrop, VfL Bochum II, Lüner SV und Westfalia Rhynern. Zwischendurch war er immer wieder in verschiedenen Funktionen bei der HSV tätig.
Mittlerweile hat er sich mit seinem neuen Job angefreundet. „Es ist sehr interessant, zu beobachten, wie sich die jungen Spieler entwickeln“, erklärt Balcerzak, der sich an jedem Wochenende im Schnitt drei Jugendbegegnungen der höchsten Klassen ansieht. „Derzeit sind auch viele Hallenfußballturniere dabei“, erklärt der ehemalige Lehrer, der zudem zahlreiche Auswahllehrgänge der Verbände besucht. Was danach folgt, ist natürlich viel Schreibkram, denn er muss mit seinen Beobachtungen über die Stärken der einzelnen Talente die Datenbank der Bayern bestücken. Die Frage, ob auf Grund seiner Sichtungen Spieler aus dem heimischen Raum nach München wechselten, beantwortet Balcerzak kurz und knapp mit einem „Ja“. Aber Namen darf er nicht nennen, schließlich ist er in geheimer Mission unterwegs. ▪ P. Sch.
30.03.2012 - 11:29 Uhr
Quelle: www.bild.de
BILD erfuhr: Die Bayern haben Nachwuchskoordinator Hermann Hummels (52) gekündigt. Und der ist der Vater und Berater von Mats (23), dem Nationalverteidiger von Titel-Konkurrent Dortmund.
Zum Sommer muss Papa Hummels (zuletzt Chefscout der Amateure) nach 17 Jahren gehen.
Außerdem wird Stephan Beckenbauer (43) abgestuft. Der Sohn von Kaiser Franz trainiert seit 2001 die B-Jugend des Rekordmeisters.
Nun soll er nur noch die Talentsichtung bei den Allerjüngsten übernehmen.
Hummels' Aufgabengebiet habe ich sowieso nicht 100%-ig verstanden. Mit Butt und Tarnat etc. sind schon erste Plätze vergeben, sieht wirklich nach totaler Neustrukturierung aus.
Zum Sommer muss Papa Hummels (zuletzt Chefscout der Amateure) nach 17 Jahren gehen.
Außerdem wird Stephan Beckenbauer (43) abgestuft. Der Sohn von Kaiser Franz trainiert seit 2001 die B-Jugend des Rekordmeisters.
Nun soll er nur noch die Talentsichtung bei den Allerjüngsten übernehmen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Derbysieger am 30.03.2012 um 11:29 Uhr bearbeitet
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