Marokkos Erfolgstrainer Regragui tritt ab – U20-Weltmeister Ouahbi übernimmt
WM-Teilnehmer Marokko verliert nur wenige Monate vor dem Turnier in diesem Sommer seinen Erfolgstrainer Walid Regragui. „Die Mannschaft braucht ein neues Gesicht, neue Energie und eine neue Perspektive mit einem neuen Trainer“, begründete der 50-Jährige auf einer Pressekonferenz seinen Rücktritt. „Ich denke, die Mannschaft braucht [...]
Was ist denn passiert, dass er kurz vor der WM sein Amt niederlegt? Kann jemand aufklären?
Als er 2022 übernommen hat, war Marokko zwar für die 2022 WM qualifiziert, aber im Team hat damals vieles nicht richtig gepasst. Zwischen Mannschaft und Trainer gab es wenig Harmonie. Nach seinem Amtsantritt hat sich das Mannschaftsgefüge deutlich verbessert und wir wissen ja alle, was dann bei der WM passiert ist.
2023 kam dann das Aus im Viertelfinale beim Africa Cup 2023 gegen Süd Afrika national. Zu dem Zeitpunkt war das schon ziemlich enttäuschend, weil Marokko inzwischen einen sehr starken Kader hatte. Durch den WM-Erfolg hatte der Trainer aber noch einiges an Kredit, deshalb haben viele den Fokus einfach auf das nächste Turnier gelegt.
In der Qualifikation haben wir zwar kein Spiel verloren, trotzdem gab es immer wieder Kritik, vor allem an der Spielweise und einigen Personalentscheidungen. Ein Beispiel ist das konsequente Festhalten an Sofyan Amrabat auf der Sechs, obwohl er eher ein Abräumer als ein Spielverteiler ist. Gerade wenn man oft über 70 % Ballbesitz hat, fehlt dann jemand, der das Spiel von hinten richtig aufbauen kann.
Wenn man ehrlich ist: Marokko hat aktuell wahrscheinlich den qualitativ besten Kader in Afrika, auch vom Marktwert her. Deshalb wäre eigentlich alles außer einem Titel, gerade bei einem Heim-Afrika-Cup eine Enttäuschung gewesen. Nachdem das Turnier verloren ging, war eigentlich klar, dass seine Zeit vorbei ist.
Als Marokkaner muss ich trotzdem sagen: Unter ihm hat sich vieles in die richtige Richtung entwickelt. Aber einen Afrika-Cup egal ob 2023 oder 2025 hätte man mit diesem Kader eigentlich holen müssen.
Jetzt kommt ein neuer Trainer, der mit der U20 Weltmeister geworden ist, und gleichzeitig steht sowieso ein Generationswechsel an. Was Marokko aktuell in der Jugendarbeit macht, ist wirklich stark. Früher wollten viele Talente lieber für europäische Nationalteams spielen, mittlerweile entscheiden sich die meisten bewusst für Marokko mit Ausnahmen Lamine Yamal.
Ich bin auf jeden Fall optimistisch und gespannt, wie sich das Ganze jetzt weiterentwickelt.
Maamma
Zabiri
Yassine



