31.05.2026 - 08:00 | Quelle: dpa/TM | Lesedauer: unter 6 Min.
FC Arsenal
Kai Havertz
Ausschreitungen in Paris 

Havertz richtet Blick nach vorn – Fan-Wut & Presse-Trauer nach „Arsenals Herzschmerz“

Champions League: Alle Reaktionen und internationale Pressestimmen
©IMAGO

Die riesige Enttäuschung über den verpassten Champions-League-Titel mit dem FC Arsenal war Kai Havertz anzusehen. Und trotzdem klarte die Miene des deutschen Nationalspielers beim Gedanken an die WM mit seinen DFB-Kollegen ein wenig auf. Derweil herrscht bei den Gunners-Anhängern sowie Trainer Mikel Arteta Wut auf Schiedsrichter Daniel Siebert vor, in Paris kam es zu Ausschreitungen und Festnahmen – und die Presse setzte dem mittlerweile dreifachen Königsklassen-Sieger Luis Enrique ein Denkmal.


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Kai Havertz
K. Havertz Mittelstürmer
55,00 Mio. €


„Riesenvorfreude natürlich. Ich habe mir schon die ein oder anderen Videos angeguckt auf Youtube von den Jungs und kann es kaum erwarten, zu den Jungs zu stoßen“, richtete Stürmer Havertz nach dem bitteren 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paris Saint-Germain bei „Sky“ den Blick nach vorne. Das letzte Länderspiel vor dem US-Trip gegen Finnland am Sonntagabend (20:45 Uhr/ZDF) in Mainz wird der 26-Jährige noch verpassen. Er fliegt am Dienstag direkt in die USA und trifft in Chicago auf seine DFB-Kollegen. „Jetzt noch mal ein, zwei Tage Pause“, erklärte Havertz, der die Engländer durch seinen Führungstreffer lange vom historischen Premierensieg in der Königsklasse hatte träumen lassen.



„Natürlich ein top Gefühl, aber trotzdem bringt es mir jetzt nicht sehr viel“, sagte er über seinen geschichtsträchtigen Treffer in der sechsten Minute. Als erster deutscher Fußballer hat Havertz nun in zwei verschiedenen Champions-League-Endspielen ein Tor erzielt. Vor fünf Jahren hatte er den FC Chelsea zum Titel geschossen. Dass er im Elfmeterschießen nicht mehr eingreifen konnte, machte Havertz sichtbar zu schaffen. „Mir fällt es immer schwer, zuzuschauen anstatt selber dazustehen. Trotzdem Respekt an jeden Einzelnen, der sich da den Ball nimmt. Wir akzeptieren das und feiern morgen trotzdem eine überragende Saison von uns“, stellte der Angreifer klar.



Arsenal hatte vergangene Woche erstmals nach 22 Jahren den Titel in der Premier League geholt. Ein Erfolg im Champions-League-Finale sollte die Spielzeit krönen. Für den Klub war es im 15. Saisonspiel der Königsklasse die erste Niederlage. „Nächstes Jahr versuchen wir es erneut“, kündigte Havertz an.


Umstrittene Elfmeter-Szene: Arteta-Kritik an Schiri Siebert


Arsenal-Trainer Arteta kritisierte derweil den deutschen Schiedsrichter Siebert, nachdem dieser den Engländern in der Verlängerung des Champions-League-Finales keinen Elfmeter zugesprochen hatte. „Ich habe mir alle Elfmeter des Turniers der letzten 72 Stunden angesehen, um zu verstehen, was ein Elfmeter ist und was nicht, und das kann durchaus ein Elfmeter sein“, beschwerte sich der Spanier. Arsenals Noni Madueke hatte sich im Strafraum ein Laufduell mit PSG-Verteidiger Nuno Mendes geliefert und war mit ihm zu Boden gegangen. Arteta und Declan Rice reklamierten lautstark einen Elfmeter und forderten eine Überprüfung durch den VAR. Siebert ließ sich jedoch nicht umstimmen, blieb bei seiner Entscheidung und zeigte Arteta sowie Rice wegen ihrer Proteste die Gelbe Karte.


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Noni Madueke
N. Madueke Rechtsaußen
50,00 Mio. €


Mehrfach hatte der souverän auftretende Siebert im Finale den Unmut der Arsenal-Fans zu spüren bekommen und war gnadenlos ausgepfiffen worden. Etwa unmittelbar vor der Pause, als Arsenal zu einem Eckball kam. Weil sich Bukayo Saka aber viel zu viel Zeit ließ, beendete Siebert die Hälfte, noch bevor die Standardsituation ausgeführt werden konnte. Mit seiner konsequenten Linie setzte Siebert bereits die neuen Regeln gegen Zeitspiel durch, die ab der WM gelten. Dazu gehören etwa die 8-Sekunden-Regel für Torhüter sowie die 5-Sekunden-Regel bei Einwürfen und Abstößen.



Nach erneutem PSG-Triumph: Die internationalen Pressestimmen


„Ein neuer Stern erstrahlt über Paris! Glückwunsch an PSG, die ganz Europa zum Träumen bringen. Frankreich ist stolz“, schrieb Frankreichs Präsident Emanuel Macron nach dem Finale auf X. „Ich bin komplett erschöpft nach diesem Spiel. Aber ich freue mich auch, wir haben den Titel verteidigt. Wir haben ein klasse Spiel gezeigt“, sagte PSG-Trainer Luis Enrique im TV. Und das schreibt die internationale Presse zum Finale von Budapest.


Großbritannien


„The Guardian“: „Es war ein Spektakel, das die Fußballwelt in ihren Bann zog, die Spannung stieg exponentiell an, es stand alles auf dem Spiel. (…) Für Arsenal war es ganz einfach. Vergessen wir die Invincibles. Sie standen kurz davor, unsterblich zu werden.“


„Times“: „Herzschmerz im Elfmeterschießen: Arsenal verpasst ersten europäischen Titel.“


„Daily Mail“: „Arsenals Herzschmerz. Diese Arsenal-Spieler können heute Abend trotz allem stolz auf sich sein. (…) Was für eine brutale Art, ein Finale zu verlieren. Die Schlimmste.“


„Telegraph“: „Der letzte Akt dieser denkwürdigen Saison war, dass Arsenals großer Abwehrfels Gabriel Magalhães den entscheidenden Elfmeter weit über das Tor von Paris Saint-Germain schoss. Daraufhin zündeten die Pariser Leuchtfackeln an, um das zweite Jahr ihrer europäischen Vorherrschaft zu feiern. Für Arsenal war es eine äußerst schmerzhafte Niederlage.“


Frankreich


„L'Équipe“: „Ein Doppelpack für die Geschichtsbücher.“


„Le Parisien“: „Paris Saint-Germain schreibt mit diesem Erfolg im Elfmeterschießen für immer Geschichte! Ein Jahr nach seinem ersten Titelgewinn holt sich der Verein unter dem Himmel von Budapest einen zweiten Stern. Die Champions League gehört wieder Paris!“


„Le Monde“: „Die Pariser holen sich nach einem atemberaubenden Elfmeterschießen ihren zweiten Champions-League-Titel.“


„Le Figaro“: „Paris schreibt Geschichte. Ein Jahr nach dem Gewinn seiner ersten Champions League gelang PSG das Kunststück, den Titel zu verteidigen. Diesmal war es jedoch kein leichtes Unterfangen: In einem spannenden und hart umkämpften Finale standen sie Arsenal und dessen beeindruckender Abwehr gegenüber. Die Mannschaft von Luis Enrique musste bis zum Elfmeterschießen warten, um die Gunners zu besiegen und sich den zweiten Stern zu sichern!“


„Sud Ouest“: „Paris ist zum zweiten Mal Meister von Europa.“



Spanien


„Mundo Deportivo“: „Luis Enrique III. krönt sich mit PSG. (…) Drei Champions-League-Titel bestätigen ihn als einen der größten Trainer der Geschichte und als den derzeit besten.“


„AS“: „Luis Enrique ist eine Legende des PSG. Dem spanischen Trainer gebührt ewiger Ruhm in Paris. Mit dem Asturier ist die Mannschaft, die davon träumte, zu den Großen Europas aufzusteigen, unbesiegbar.“


„Marca“: „Luis Enrique steigt in den Olymp auf mit PSG.“


„Sport“: „Luis Enrique verdient eine Statue in Paris.“


Italien


„Gazzetta dello Sport“: „Die Herrschaft geht weiter. PSG ist zum zweiten Mal in Folge Meister in Europa. (…) Die Feier der PSG-Fans, die roten Rauchbomben, die gezündet wurden, unmittelbar, nachdem der brasilianische Verteidiger der Gunners den entscheidenden Schuss vor ihren Augen verfehlte, ist die Krönung für Luis Enrique und diese Mannschaft, die er nach seinem Ebenbild geformt hat.“



Nach Champions-League-Finale: Festnahmen und Ausschreitungen


Nach dem Champions-League-Sieg von PSG ist es am Samstag in Paris zu mehreren Festnahmen und Zwischenfällen gekommen. Wie französische Medien unter Bezug auf die Pariser Präfektur berichteten, wurden rund 80 Personen festgenommen und 45 davon in Polizeigewahrsam genommen. Im Verlauf des Abends kam es in einzelnen Bereichen der Hauptstadt zu Auseinandersetzungen zwischen Einsatzkräften und Gruppen von Randalierern. Eine Bushaltestelle wurde beschädigt, weitere Sachschäden wurden gemeldet.



Besonders auf den Champs-Élysées eskalierte die Lage: Vermummte Personen und Einsatzkräfte gerieten mehrfach aneinander, Wurfgeschosse und Tränengas wurden eingesetzt. Mehrere Personen wurden festgenommen. Rund 8.000 Polizisten waren in Paris im Einsatz, landesweit insgesamt 22.000. Im Parc des Princes wurde das Spiel aus Budapest in einem offiziellen Public Viewing live übertragen. Nach Angaben der französischen Presse war das Stadion nahezu vollständig gefüllt und bot Platz für rund 40.000 bis 48.000 Zuschauer.



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Letzte Beiträge Newsforum

lio_messi Tottenham Hotspur lio_messi 31.05.2026 - 18:50
Zitat von nordf
Das ist natürlich nie im Leben genug für einen Elfmeter - noch dazu in der Verlängerung des CL Finales. Beide haken ein und klammern, ein ganz normaler (harter) Zweikampf.
Insgesamt wirklich sehr Gute Schiedsrichterleistung, auch sonst sehr klar und direkt und das ohne nennenswerte Fehler. Kann der Schiri auch Man of the match werden? Wäre eine schöne Auszeichnung.


Madueke ist der einzige der beiden weicher sich einhakt,das beide klammern ist korrekt,sowas von kein Elfmeter.
Reus_Fan Borussia Dortmund Reus_Fan 31.05.2026 - 18:15
Zitat von Fujitora
Zitat von Daywalker2609

Das ist kein Elfmeter. Beide Spieler rangeln und auch Madueke hakt da aktiv ein. Ein normaler Zweikampf im modernen Fußball.
So was wurde zwar mal gepfiffen aber das ist kein Elfmeter


Für mich war es zwar auch zu wenig für einen Elfer bzw klare Fehlentscheidung die der VAR korrigieren muss, aber was soll Madueke da machen? Er will zum Ball und der Gegenspieler ist schon der aktive im Zweikampf. Ja er hakt dann ein, aber muss das schon fast, wenn er den Ball erreichen will. Alles andere hätte ja nur mehr Stoßen und Zerren bedeutet um
Sich da zu befreien. Ich fand die Argumentation von Kinhöfer im ZDF daher komisch, dass ja beide gearbeitet hätten. Für mich war Madueke hier klar der passive, aber am Ende handelsüblicher Zweikampf.


Äh, Madueke ist derjenige, der den Arm einhakt und sich dann grundlos fallen lässt.
Sah aus der totalen erst nach Elfer aus, aber eine Wiederholung reicht, um zu sehen, dass es wenn dann ein Stürmerfoul ist…
Bayernfan07 TSV Babenhausen Bayernfan07 31.05.2026 - 16:09
Zitat von mr_jones
Zitat von Bayernfan07

Zitat von dojo92

Also ich sah in den Bildern, wie Madueke absichtlich mit den Armen einhakt. Das war sowas von kein Elfer, sondern ein intensiver Zweikampf, wo der Angreifer eher den Kontakt sucht. Artetas Frust okay, aber es macht ihn eher unsympathisch, sich ausgerechnet über den Schiri zu beschweren.


Macht er doch ständig. Beschwert sich ständig über den Schiri im Spiel, dann so ein Gehampel das ganze Spiel über oder so Aktionen wie beim Rückspiel gegen Atlético, wo er zum Ball sprintet um ihn dann hinter sich vorbei zu lassen und auf Zeit zu spielen


Simeone wird ständig für sein Verhalten an der Linie kritisiert, finde Arteta steht ihm da in nichts nach. Fand ich gestern maximal unangenehme. Und ja, ich weiss es ging um viel, da gehören Emotionen dazu. Nach dem Spiel aber dann noch den Schiri kritisieren, finde ich aber völlig unsympathisch.[/quote

Genau das meinte ich
In jedem Spiel das ich mal zufällig gesehen habe maximal unangenehm und oft an der Grenze zur Unsportlichkeit (und darüber)
Kai Havertz
FC Arsenal
Kai Havertz
Geb./Alter:
11.06.1999 (27)
Nat.:  Deutschland
Akt. Verein:
FC Arsenal
Vertrag bis:
30.06.2028
Position:
Mittelstürmer
Marktwert:
55,00 Mio. €
FC Arsenal
Gesamtmarktwert:
1,41 Mrd. €
Wettbewerb:
Premier League
Kadergröße:
29
Letzter Transfer:
Bruno Guimarães
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