Fall Lukaku: Napoli erwägt disziplinarische Maßnahmen – Wechselgerüchte werden lauter
Die Personalie Romelu Lukaku sorgt in Italien bereits seit mehreren Tagen für Diskussionsstoff. Nachdem der Belgier nicht wie vereinbart zum Training seines Vereins SSC Neapel erschienen war, erwägt dieser nun disziplinarische Maßnahmen. Der Serie-A-Klub stellt zudem infrage, ob sein Angreifer in absehbarer Zukunft noch mal in den Trainingsbetrieb der ersten Mannschaft aufgenommen wird. Während Lukaku selbst sich am Tag zuvor für sein Fernbleiben rechtfertigte und sich zu den Azzurri bekannte, werden Wechselgerüchte naturgemäß lauter.
Der 32-Jährige hatte seinen letzten Ligaeinsatz Anfang März und war in den vergangenen zwei Partien vor der Länderspielpause im Team von Coach Antonio Conte außen vor geblieben. Bereits während der kompletten Hinrunde war der 2024 für rund 30 Millionen Euro vom FC Chelsea nach Kampanien gewechselte Lukaku aufgrund einer Oberschenkelverletzung ausgefallen. Mit dem Tod seines Vaters ereilte den Stürmer in dieser Zeit zudem ein persönlicher Schicksalsschlag. Wenngleich er für die März-Länderspiele der Red Devils nicht nominiert worden war, nutzte er die Pause für eine Reise in seine Heimat. Lukaku kehrte jedoch nicht wie vereinbart zurück, was in Italien für entsprechenden Wirbel sorgte.
Via „Instagram“ versuchte sich Lukaku zu Wochenbeginn in einer Erklärung. „Diese Saison war sehr belastend für mich, zwischen der Verletzung und einem persönlichen Verlust. Mir ist bewusst, dass es in den letzten Tagen viel Wirbel um meine Situation gab, und es ist wichtig, die Angelegenheit klarzustellen“, leitete der Stürmer sein Statement ein und führte fort: „Die Wahrheit ist, dass ich mich in den letzten Wochen körperlich nicht gut gefühlt habe. Untersuchungen in Belgien haben eine Entzündung und Flüssigkeit am Hüftbeuger ergeben – direkt am Narbengewebe einer alten Verletzung. Ich habe mich entschieden, die Rehabilitation in Belgien zu machen, um so schnell wie möglich wieder eine echte Hilfe zu sein.“
Lukaku schloss seine Ausführungen im sozialen Netzwerk mit dem Hinweis, dass er Neapel „niemals den Rücken kehren“ wolle. „Es gibt nichts, was ich lieber täte, als für mein Team zu spielen und zu gewinnen. Aber im Moment muss ich sicherstellen, dass ich klinisch zu 100 Prozent fit bin, da der aktuelle Zustand auch meine mentale Verfassung beeinträchtigt hat. Ich werde zurückkommen und Neapel sowie der Nationalelf helfen, ihre Ziele zu erreichen.“
Nachdem Lukaku am Dienstag wie zu erwarten nicht in Neapel auftauchte, reagierte der Klub nun seinerseits mit einer offiziellen Stellungnahme. „Der SSC Neapel bestätigt, dass Romelu Lukaku der heutigen Aufforderung zur Rückkehr ins Mannschaftstraining nicht nachgekommen ist. Der Verein behält sich das Recht vor, entsprechende Disziplinarmaßnahmen zu ergreifen und zu entscheiden, ob der Spieler weiterhin auf unbestimmte Zeit mit der Mannschaft trainieren darf“, hieß es am Mittag in einem knappen auf der Website des Klubs veröffentlichten Stellungnahme.
Lukakus Neapel-Zukunft offen: Klubs bringen sich in Stellung
Lukakus Vertrag in Neapel läuft bis 2027. Der Marktwert des einst auf 100 Millionen Euro taxierten Profis war in den vergangenen fünf Jahren stetig gesunken. Nachdem er vergangene Saison noch 24 Scorer in 36 Ligaspielen im italienischen Oberhaus beigesteuert hatte, steht in der aktuellen Spielzeit aufgrund der Verletzung lediglich ein Treffer aus fünf Einsätzen zu Buche.
Die aktuellen Ereignisse kurbelten die internationale Gerüchteküche naturgemäß an. So wird in italienischen Medien bereits von einem final zerschnittenen Tischtuch zwischen den Parteien berichtet, Lukaku bereite sich bereits auf seinen Abgang im Sommer vor. Neben einer möglichen Rückkehr zu seinem Ausbildungsklub RSC Anderlecht bringen sich türkischen Medien zufolge auch Süper-Lig-Klubs bereits in Lauerstellung – so sollen sich Besiktas und Fenerbahce mit einer Verpflichtung des Belgiers beschäftigen.
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