Er war damals sehr talentiert. Vielleicht hätte er schon längst in Deutschland den Durchbruch geschafft, ein sehr hohen Marktwert und würde vielleicht das zigfache verdienen was er jetzt verdient. Die Entscheidung damals dorthin zu wechseln war nicht richtig. Okay er hat Titel mit Galatasaray gewonnen aber insgesamt waren das verlorene Jahre für ihn.
Sein älterer Bruder ist dort sowieso verloren. Die Trainer und Spieler werden dort wie Unterhosen ausgewechselt. Diese Woche bist du in der ersten 11 und eine Woche später unter einem neuen Trainer sitzt du auf der Tribüne und sollst einen neuen Verein suchen.
Ich würde mich niemals von Eltern oder Verwandten beraten lassen...
Viel Glück in Saarbrücken. Der Zug ist wieso abgefahren..Er kann froh sein wenn er eine Karriere wie Baris Atik oder Tolga Ciğerci hinlegen kann.
Das kann man im Vorhinein nie wissen. Im Nachhinein ist man immer schlauer, aber vor einem Wechsel kann niemand zu 100 % vorhersehen, ob es für einen Spieler gut oder schlecht läuft. Er hatte dort immerhin drei Jahre Zeit, sich zu beweisen. Wenn es am Ende nicht für die erste Elf gereicht hat, liegt das bei einem Top-Klub mit so enormer Konkurrenz eben auch mal am sportlichen Niveau.
Da hast du absolut recht, was den generellen Trainerverschleiß in der Türkei angeht – auch wenn das in diesem speziellen Fall gar nicht das Problem war, da Galatasaray seit vier Jahren denselben Trainer hat.
Das zeigt eigentlich nur, dass das Geschäft mittlerweile überall im Profifußball extrem unbarmherzig ist: Sobald sich die Pläne des Trainers ändern oder neue Spieler geholt werden, passen andere plötzlich nicht mehr ins System und werden aussortiert. Das ist kein exklusives Problem von Galatasaray, sondern läuft in Deutschland oder anderen Ligen ganz genauso ab.
Der Junge ist immer noch jung, weshalb der Zug noch lange nicht abgefahren ist. Ein Schritt zurück nach Saarbrücken kann genau der richtige Anlauf sein, um in einem ruhigeren Umfeld Spielpraxis zu sammeln und Selbstvertrauen zu tanken. Ich werde ihn definitiv weiter auf dem Radar behalten und hoffe, dass er dort jetzt seinen Durchbruch schafft.
Das kann man vorher wissen! Ich verfolge seit Ende der 80er Jahren den türkischen Fußball. Man muss nur in die Vergangenheit schauen. Es sind doch Dutzende hingewechselt mit irgendwelchen Versprechungen.
99,5 Prozent saßen mindestens zwei Jahre auf der Bank. Verschwanden dann in den unteren türkischen Ligen oder in den unteren deutschen Liga in der Versenkung.
Der neueste Opfer von Galatasaeay ist Armando Güner.
Eyüp Aydin hätte ganz leicht damals ein Verein in Holland oder zweiten Bundesliga finden können und hätte schon längst seinen Durchbruch haben können. Spielpraxis ist in diesen jungen Jahren wichtig.
Göktan ist zwar ein guter Fußballer aber wird die Zweikämpfe in der dritten Liga verlieren wenn er sich körperlich nicht weiterentwickelt.
Er wirkt zu schmächtig.
Sicherlich kann man argumentieren, dass Galatasaray aufgrund des enormen Erfolgsdrucks aktuell vielleicht nicht das einfachste Pflaster für junge Talente ist. Aber schauen wir uns zum Vergleich doch mal den FC Bayern München an: Wie viele hochgelobte Jugendliche wechseln dorthin und schaffen am Ende wirklich den Durchbruch?
Spieler wie Armindo Sieb, Bryan Zaragoza, Jonah Kusi-Asare, Noel Aseko oder Bright Arrey-Mbi zeigen doch perfekt, dass es auch bei europäischen Top-Klubs verdammt schwer ist. Hätte man das bei denen etwa auch „vorher wissen“ müssen? Wohl kaum.
Die Hoffnung, es auf die ganz große Bühne und in die Champions League zu schaffen, ist für jedes junge Talent völlig normal. Das Risiko gehört zum Fußballgeschäft dazu: Manche packen es, manche eben nicht. Wer die nötige Mentalität und Qualität mitbringt, setzt sich am Ende auch durch. Dass es in der Süper Lig hervorragend funktionieren kann, beweisen Gegenbeispiele wie Ferdi Kadıoğlu, Sacha Boey, Barış Alper Yılmaz oder Kerem Aktürkoğlu eindrucksvoll.
Ich verfolge die deutsche und die türkische Liga nun auch seit über 25 Jahren und kenne das Geschäft. Es gibt Ausbildungsvereine und es gibt Klubs mit maximalen Titelambitionen. Aber eine ganze Liga über einen Kamm zu scheren und zu behaupten, dass dort pauschal jede Karriere scheitert, greift einfach zu kurz.







