Blanc übernimmt bei Al-Ittihad, Aouar soll folgen – Saudi-Klubs locken Rüdiger und Aubameyang
Im Vergleich zum letzten Sommer ist es noch sehr ruhig um die Saudi Pro League, bisher flossen erst knapp über 20 Millionen Euro in Neuzugänge. Das Transferfenster hat aber auch viel länger geöffnet als die der europäischen Ligen, bis zum 6. Oktober können sich die saudischen Teams verstärken. Zunächst gilt es für viele Klubs, die Trainerbank neu zu besetzen. Als zweiter von acht Vereinen hat der Al-Ittihad Club einen neuen Chefcoach gefunden.
Am Samstag präsentierte der Meister von 2023 den Franzosen Laurent Blanc, der einen Vertrag bis 2026 inklusive Option auf eine weitere Saison unterschrieb. Der 58-Jährige, der zuletzt von Oktober 2022 bis September 2023 bei Olympique Lyon an der Seitenlinie stand, beerbt den Argentinier Marcelo Gallardo, der nach dem letzten Spiel der vergangenen Saison auch aufgrund eines Streits mit Karim Benzema (36) entlassen wurde.
Den Stürmerstar dürfte das Engagement freuen. Unter Blanc bestritt Benzema von 2010 bis 2012 für Frankreich 22 Länderspiele, in denen er sieben Tore und acht Vorlagen beisteuerte. Mit Houssem Aouar (26) soll ein weiterer ehemaliger Schützling Blanc nach Saudi-Arabien folgen. Nach übereinstimmenden Medienberichten wird der Mittelfeldspieler die AS Rom ein Jahr und 25 Partien (vier Tore) nach seiner ablösefreien Verpflichtung für 12 Mio. Euro plus Boni wieder verlassen. Unter Blanc kam Aouar in der Saison 2022/23 für OL 17-mal (ein Tor) zum Einsatz. Auch um ein Interesse an Moussa Diaby (25) von Aston Villa ranken sich Gerüchte.
Ein weiteres Transferziel Al-Ittihads ist Torwart Kepa Arrizabalaga (29). Der Spanier, der in der vergangenen Saison an Real Madrid ausgeliehen war und für die Königlichen 20 Partien bestritt, soll den FC Chelsea ein Jahr vor Vertragsende in diesem Sommer verlassen. Ein erstes Angebot aus Saudi-Arabien für den 2018 von den Blues mit 80 Mio. Euro zum bis heute teuersten Torhüter gemachten Kepa haben die Londoner laut „The Athletic“ abgelehnt. Die Gespräche mit Al-Ittihad werden aber fortgesetzt, es soll allerdings auch andere Interessenten geben.
Mit Manchester Citys Ederson (30) wird ein weiterer Premier-League-Torhüter seit Wochen mit Saudi-Arabien in Verbindung gebracht. Dem Al-Nassr FC soll eine Ablöse von rund 30 Mio. Euro vorschweben, die Gespräche gestalten sich dem Vernehmen nach aber schwierig. Als Alternative wird Liverpools Alisson (31) genannt.
Saudi-Arabien lockt auch Aubameyang und DFB-Spieler Rüdiger
Auch andernorts gehen die Transferplanungen weiter. Aufsteiger Al-Qadsiah FC, der bereits 13,8 Mio. Euro für Julián Quiñones (27) ausgegeben sowie die ablösefreien Koen Casteels (32), Nahitan Nández (28) und Nacho Fernández (34) aus Europa weggelockt hat, bemüht sich um Pierre-Emerick Aubameyang (35), der noch bis 2026 an Olympique Marseille gebunden ist. Laut „L’Équipe“ bietet Al-Qadsiah dem Torjäger, der letzte Saison 30 Treffer in 51 Einsätzen erzielte, einen lukrativen Zweijahresvertrag.
Aubameyang winkt demnach der beste Kontrakt seiner Laufbahn, obwohl er beim FC Arsenal nach seiner Verlängerung 2020 zu den bestbezahlten Premier-League-Spielern gehörte. Über 20 Mio. Euro soll er damals pro Saison erhalten haben. Aubameyang denke ernsthaft über das Angebot nach. OM würde den Stürmer zwar gerne behalten, ihm aber auch keine Steine in den Weg legen, da ein Abgang finanziellen Spielraum für gleich mehrere Verpflichtungen schaffen würde.
Lockrufe aus Saudi-Arabien gibt es auch für DFB-Spieler Antonio Rüdiger (31). „Sky“ zufolge haben gleich mehrere Klubs Angebote gemacht, unter ihnen der Al-Nassr FC um Kapitän Cristiano Ronaldo (39) und Rekordmeister Al-Hilal SFC. Obwohl diese bereit sein sollen, Rüdiger zum bestbezahlten Verteidiger der Welt zu machen, sieht der Innenverteidiger seine Zukunft weiterhin bei Real Madrid. An den Champions-League-Sieger ist Rüdiger noch bis 2026 gebunden.
Auch die Madrilenen wollen ihren Schützling unter keinen Umständen ziehen lassen, nachdem Kapitän Nacho bereits nach Saudi-Arabien gewechselt ist und man weiterhin auf David Alaba (32) verzichten muss. Wie „Die Presse“ und „Heute“ in Österreich berichten, hat Alaba bei der Verletzung im vergangenen Dezember neben dem Kreuzbandriss auch einen Knorpelschaden im Knie erlitten. Sein Comeback verschiebt sich daher weiter – wahrscheinlich bis ins Jahr 2025.
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